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11. Juni 2013

DSC03683Ich nehme an, dass Sie für diese Antwort nicht genug Zeit haben. Also, was meinen Sie?

Wie viel Zeit haben Fußgänger und Radfahrer, um die gut 7m breite Wilhelmstraße an der Kreuzung Klasingstraße bei Grün zu überqueren?

billig

20. Oktober 2009

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Es sind immer die Kleinigkeiten im öffentlichen Raum einer Kommune, die die Verbundenheit  derjenigen Personen mit ihrer Stadt zeigen, die die Verantwortung für die Gestaltung tragen. Oder deren nichtverbundene Gleichgültigkeit – wie viel zu oft in Lingen. Zum Beispiel:  Die Große Straße ist neu gepflastert. Schlampige Arbeit, wie ich finde. Oder was halten Sie von den Anschlüssen, die in das im Reihenverband verlegte Klinkerpflaster hineingepfuscht worden sind? Das Foto links ist nur ein Beispiel für mehr als ein Dutzend dieser Pflasterschlampereien allein in dieser Straße.
Es interessiert aber offenbar niemanden im Rathaus, wie hier gearbeitet worden ist. Die Gleichgültigkeit der Verantwortlichen ist das hinter schlechter handwerklicher Arbeit steckende Problem.
Auch an anderen Stellen kann man solcherlei erkennen. Zum Beispiel in der Klasingstraße/Gymnasialstraße. Vor 20 Jahren wurde  der Eingang zum historischen Stadtkern mit Pflanzhochbeeten markiert, in die Bäume gepflanzt wurden. Die Pflanzbeete selbst waren mit Bockhorner Klinker gemauert , ihr Rand sorgfältig mit Bockhorner Rechtecksteinen mit Abrundung.
Nun kam man im Rathaus auf die Idee, die Klasingstraße neu zu gestalten. Abgesehen von den Unzulänglichkeiten bei der Ausführung zeigen diese Bilder, wie gedankenlos hässlich ein Umbau erfolgen kann, wenn einem die Funktion und die Gestaltung aus den 80er Jahren gleichgültig egal ist. Die Innenstadtgestalt Lingens wird seit den 1970 Jahren durch das Bockhorner Klinkerpflaster geprägt; in der Gasse am historischen Rathaus zwischen Extrablatt und Piano liegt übrigens sogar seit fast 90 Jahren ähnliches Pflaster; es ist das inzwischen älteste Straßenpflaster Lingens und ist vor 25 Jahren eigens aufgenommen und sorgsam neu verlegt worden. Am Beginn der Klasingstraße ist der Bockhorner Klinker jetzt gedankenlos an- und abgesägt und durch unglaublich hässliche Betonrundlinge ersetzt worden. Außerdem gibt es diese künstlich-rot gefärbten Betonsteine für den Radweg.
War aber bestimmt so, wie es aussieht: Billig:

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Option

26. August 2009

150px-Flag_of_Finland.svgMeldung aus dem Rathaus:

Vollsperrung der Klasingstraße

Die Stadt Lingen (Ems) teilt mit, dass für die Asphaltarbeiten in der Klasingstraße eine Vollsperrung von Mittwoch bis Samstag erforderlich wird. Für Radfahrer bleibt der neu angelegte Weg in Richtung Marktplatz befahrbar. Die direkt betroffenen Anlieger werden durch die Bau ausführende Firma Lüttmann über die Einzelheiten der Sperrungen unterrichtet. Für den Anliegerverkehr besteht die Möglichkeit, ihre Grundstücke über Henriette Flatow-Straße/Baccumer Straße/Am Wall-Nord zu erreichen.

Die Stadt Lingen (Ems) bittet um Verständnis für die unvermeidlichen Behinderungen.

Mit Verlaub: Ich habe für diese Sperrung kein Verständnis. Die Klasingtraße wird seit Anfang April umgebaut, zunächst die Kanalisation, seit Anfang Juni die Straße selbst. Die Klasingstraße hat die beeindruckende Länge von rund 170m.  Die Frage: Warum müssen 170m Asphaltarbeiten 4 Tage dauern? Warum der simple Straßenumbau fünf Monate?

Wenn tagsüber 8 Stunden zwei bis drei Arbeiter anwesend sind, ist dies und die damit verbundene Belastung der Anwohner wie Verkehrsteilnehmer kein Wunder.  Als ich die jüngste Klasingstraßensperrung-Meldung der Stadtverwaltung las, erinnerte ich mich, wie es auch anders geht. Jüngst war ich ein paar Tage in Finnland und  erlebte dort, wie mit einem massiven Einsatz von Gerät und Arbeitern binnen einer Nacht (!) erst die eine Seite und dann binnen einer weiteren Nacht die zweite Fahrbahn einer 4-spurigen Hauptstadtbrücke abgefräst und neu asphaltiert wurde. Und die war ja auch nur 400 Meter lang…

Gestern nun diskutierte ich mit einem meiner Jungs: Warum  werden Straßenbaumaßnahmen in Deutschland immer so zäh abgewickelt und dauern so unglaublich lange. Als wir darüber sprachen, standen wir  in unserem Wagen vor der unverhofft wieder eingerichteten Doppel-Baustelle B 213 Ortsumgehung Löningen, die uns diesmal 30 Minuten Zeitverlust bescherte. Ich meinte, es sei ein Strukturproblem des öffentlichen Dienstes in Deutschland. Den betreffenden (handelnden möchte ich nicht sagen)  öffentlich Beschäftigten ist es einfach gleichgültig, dass es auch schnell geht. Sie haben nichts davon. Also geht es langsam. Reichlich genervt von der ganzen Warterei und unter Hinweis auf die unsägliche aktuelle 14 km-B402-Baustelle bei Wettrup  plus B 402-Sperrung in Meppen sowie die jahrelange A30-Imkopetenz, sprach ich wohl auch von „sch…-egal“ und erwähnte meine jüngsten ausländischen Erkenntnisse und dass ich wegen der Klasingstraße im Stadtrat nachfragen wolle, auch wenn man mich da wieder zuzuschwätzen versuchen und mit Ausreden überhäufen werde, weil der öffentliche Dienst einfach nichts falsch macht. „Da hast Du doch noch eine  Option: Kannst nach Finnland auswandern und es von Vox übertragen lassen.“  war Juniors Antwort. Na, Kiistos!