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Eine schlechte Nachricht für alle Lingener im Stadtzentrum: Im Sommer schließt der REWE-Supermarkt im Lookentor-Untergeschoss. Dort soll dann eine Rossmann-Drogeriefiliale entstehen. Das Stadtzentrum verliert damit seinen letzten traditionellen Nahversorger. Zwar hatte der REWE-Markt eine ordentliche Kundenfrequenz, doch der Umsatz des einzelnen Kunden war im Gegensatz zu anderen Verbrauchermärkten deutlich unterdurchschnittlich. Deshalb kränkelte er betriebswirtschaftlich und die Konsequenz ist jetzt die schon seit längerem vermutete Schließung des REWE. Für das Untergeschoss im Lookentor, inbesondere für den kleinen Foodcourt dort, wird es damals nicht einfacher – aber vor allem für die (älteren) Bewohner des Stadtzentrums ebenfalls nicht.

Etwa gleichzeitig gibt es aber auch eine ausgesprochen gute Nachricht; denn der „feine Bioladen“ Kornblume zieht  zum 1. August um – von der Schlachterstraße 28 in das nur 50m entfernte, ehem. KornblumechefsTextilkaufhaus Huesmann in der Kivelingstraße. Der anerkannte, folglich aber auch nicht billige Ökoladen ist seit mehr als 25 Jahren das einzige Naturkostfachgeschäft „für konsequente Bio-Produkte in der Lingener Innenstadt“ und darüber hinaus. Jetzt erweitert der Markt seine Verkaufsfläche um ein Vielfaches auf künftig 580 qm : Die Kornblume-Macher Ralf und Nanni Brinker (Foto lks; © Facebook) kündigen auf ihrer  Facebookseite an: „Helle, freundliche Verkaufsräume werden Euch und uns richtig viele Möglichkeiten bieten, Bio zu erleben! Wir bleiben die Alten und geben Euch weiterhin unsere Begeisterung für gesunde, schmackhafte Bio-Lebensmittel weiter.“

So weit, so spannend. Dann hoffen wir bei der Gelegenheit aber auch, dass die Schließung der Kivelingstraße für den Kfz-Verkehr damit endlich ein Ende hat. Denn ein wesentlicher Umstand für die Kornblume-Kunden war immer, dass das Ladengeschäft mit dem  Kfz zu erreichen ist, und ein städtischer Schritt in die falsche Richtung war es, den Autoverkehr aus Mühlentor-, Kirch- und Kivelingstraße herauszuhalten. Es fehlt nämlich deshalb an Kunden. Das aber hat die Lingener CDU-Ratsmehrheit nicht so erkannt, doch vielleicht ja jetzt, wenn das Ehepaar Brinker es fordert.

Die gestrige Pressemitteilung von Textilkaufmann Andreas Huesmann im Wortlaut.

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Liebe Lingenerinnen und Lingener,

hiermit möchten ich Sie darüber informieren, dass ich zum Ende dieses Jahres die Geschäfte Huesmann Herrenmode, Kivelingstraße 4, Trendstore, Große Straße 22 und Intersport, Kivelingstraße 10, schließen werde.

Aufgrund der Marktlage, der Geschäftsentwicklung im Textil-Einzelhandel insgesamt, der Flächenexpansion einhergehend mit Frequenzrückgang, auch bedingt durch den immer stärker werdenden Online-Handel, wird es meines Erachtens zu Flächenreduzierungen kommen. Um diesem nachfolgenden Prozess entgegen zu wirken und um uns neu und marktgerecht aufzustellen, habe ich mich dazu entschieden, die Anzahl der Geschäfte sowie die Flächen insgesamt deutlich zu reduzieren. Diese Maßnahme wurde im Übrigen mit meinen Söhnen Christopher und Alexander, die sich beide in Textil- und betriebswirtschaftlicher Ausbildung befinden, abgestimmt. Zudem verstehen und respektieren beide meine Entscheidung.

Das Huesmann Damenmodehaus, Große Straße 14 – 16 wird zum Frühjahr 2015 nach erfolgtem Umbau als Damen- und Herrenmodehaus neu eröffnet. Wir konzentrieren uns dort auf unsere Stärken im mittleren bis gehobenen Genre und werden Ihnen ein schönes, ansprechendes Markensortiment anbieten. Der Camel Active Store bleibt bis auf kleine Veränderungen bestehen. Die anderen im Eigentum befindlichen Verkaufsflächen werde ich zur Vermietung anbieten und mich intensiv darum bemühen, diese in eine ordentliche marktgerechte Vermietung zu überführen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeitern bedanken. Insbesondere den langjährigen Mitarbeitern gebührt meine Anerkennung und mein Dank. Ihre Loyalität gegenüber dem Betrieb sowie ihre hohe Kundenakzeptanz war das, was Huesmann Mode jahrelang auszeichnete und wird auch das sein, was wir Ihnen in Zukunft, wenn auch verkleinert aber dennoch kompetent, anbieten möchten.

Abschließend bedanke ich mich bei allen Kunden für Ihre Verbundenheit gegenüber dem Betrieb sowie gegenüber unseren Mitarbeitern für Ihre langjährige Treue und bitte Sie gleichzeitig um Verständnis für meine Entscheidung.

Lingen , den 19.11.2014

Andreas Huesmann“

 

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Kivelingstraße

6. Mai 2011

Gefunden heute bei den BürgerNahen:

„Die Kivelingstraße ist für den Autoverkehr jetzt gesperrt – genau zwischen Parkhaus und Eingang eines Modegeschäftes am Ende der Großen Straße. Gründe aus Sicht der Verkehrssicherheit gibt es dafür nicht: Die Recherchen der BürgerNahen ergaben bisher, dass es sich bei dieser Stelle zumindest nicht um einen Unfallschwerpunkt handelt. Wir vermuten als Grund der Sperrung eher die gewünschte Anbindung des Modegeschäftes an die Fußgängerzone (die LT berichtete darüber ausführlich am 4. Mai 2011). Gestern erreichte uns der folgende Brief eines Bürgers, dessen Meinung wir teilen…“

Weiter auf der Seite der BürgerNahen

Der (lokalpolitische) Kern der Dinge:

„Wir BürgerNahen glauben einfach, dass in Lingen nicht jeder machen kann, was er will, nur weil er der „richtigen“ Partei angehört. Dabei ist es uns egal, ob es sich um Kraftwerke oder Modegeschäfte handelt.“

(Grafik: (C) Die BürgerNahen)

Family-and-friends

20. April 2011

Kraftfahrzeuge können -nach gefühlt 80 Jahren- aus der „Kirchstraße“ ab sofort nicht mehr Richtung Straße „Zum Neuen Hafen“ abbiegen und nur noch in westlicher Richtung durch die  „Mühlentorstraße“  zum „Konrad-Adenauer-Ring“ fahren. Vom „Konrad-Adenauer-Ring“ kommen sie über die Straße „Am Gasthausdamm“ bis zur Kreuzung „Mühlentorstraße/Am Wall-Süd“ und müssen dann sehen, wo sie bleiben. Und die Anlieger der „Kivelingstraße“ brauchen Ideen, wie sie, ihre Besucher und Lieferanten zu ihren Wohnungen gelangen.

Denn die „Kivelingstraße“ ist für Kfz-Fahrer zwischen Parkdeckzufahrt Modehaus Huesmann und „Kirchstraße“ gesperrt.  Mit dem – zuerst nur bis zum 31. März 2010 (zehn!) gesperrten, dann bereits im vergangenen August als jetzt bevorstehend angekündigten– Abschluss der Hochbaumaßnahmen in der „Mühlentorstraße“ ist die Verkehrsführung den Interessen des Investors einseitig angepasst worden. Hintergrund der Änderung ist eine Family-and-friends-Zusage der früheren Lingener Verwaltungsspitze an Investor Andreas Huesmann:

Sein neues Geschäftshaus in der Kivelingstraße wollte er  besser an die Innenstadt angebunden wissen und forderte eine Fußgängerzone vor der Tür oder jedenfalls etwas Vergleichbares. Das versprach man ihm. Radfahrer sind von dieser Änderung nicht betroffen;  Radfahrer können die genannten Straßen weiter in beide Richtungen befahren. Die zuständigen Ratsausschüsse fassten die entsprechenden Beschlüsse für diese Änderungen im vergangenen Jahr, meldet die Stadt. Allerdings hatte der aus Oldenburg stammende Stadtbaurat mit dem Plan vor genau zwei Jahren im zuständigen Planungs- und Bauausschuss, der zusammen mit dem Verkehrsausschuss tagte,  eine herbe Niederlage erlitten. Der Ausschuss stellte den Plan als unausgegoren zurück, obwohl er trickreich-wie schon zuvor einmal– in einem Gesamtpaket verstecktwar.Monate später brachte dann die Verwaltung ihre, dem Investor versprochene Planung vorsichtshalber nur noch  im Verkehrsausschuss neu ein und dort lief er, ungetrübt von planerischen Kenntnissen, glatt durch. Der Verwaltungsausschuss genehmigte anschließend. Danach schraubte Investor Huesmann, der auch nicht überteuert ein Nachbargrundstück hinzuerwerben konnte,  illegal bunte Leuchtreklamen an das neue Bekleidungskaufhaus (sind immer noch da und werden bei Dunkelheit leuchtend von einem markanten Wohnzimmerdecken-Kandelaber gekrönt) und vor einigen Monaten an das hinzugemietete Eingangshaus Große Straße 3 gleich zwei Camel-Nasenreklameschilder in unterschiedlicher Höhe. Sie verzieren jetzt optisch  das Ensemble Historisches Rathaus/Posthalterei  – und kleben an einer Fassade, die mit Steuergeldern vor 20 Jahren in einen optisch erträglichen, dem Ursprünglichen nachempfundenen  Zustand (Bild) versetzt worden war, nachdem sie jahrezehntelang durch einen davorgesetzten Schuhkarton („Köhne -Haus der Dame„) missgestaltet worden war (Übrigens war das damals so modern wie später in den 1970ern die Korbmarkisen und heute die in Lingen zügellos  wuchernde Reklame).
Was macht unser desinteressierter Oldenburger  Stadtbaurat? Alles genehmigt, geduldet, mitgemacht, weggeguckt – ganz bequem und klebrig mauschelig.  Nur was dieser kommerzielle Werbezeitgeist mit ehrlicher, am Gemeinwohl ausgerichteter Stadtpolitik und Stadtgestaltung zu tun hat,  bleibt ein Rätsel.  Und hat eigentlich jemand die Kivelingstraße teilweise eingezogen, also straßenrechtlich ent- bzw. in eine Fußgängerzone umgewidmet? Dazu muss ich allerdings sagen, dass dies nur rechtlich zwingend erforderlich ist. Family and friends können offenbar auch ohne. Denn wahrscheinlich ist das Nieders. Straßengesetz bei den Investor-Gesprächen wie die Gestaltungssatzung für Werbeanlagen gleich mit außer Kraft gesetzt worden. Wie tönen unsere lieben Slime-Punks? Richtig:  Legal, illegal, scheißegal.

Beziehungsachse

27. August 2010

Mit einem Bußgeld muss der Lingener Unternehmer Andreas Huesmann rechnen. Der Grund: Die Werbung für sein neues Geschäftshaus in der Großen Straße widersprechen der städtischen Satzung, die die Werbeanlagen im Stadtzentrum regelt. Sie legt fest, dass Werbeanlagen nur höchstens direkt oberhalb des Erdgeschosses angebracht werden können. Huesmann hängt seine Intersport- und Firmenwerbung gleich drei Etagen höher. Stadtbaurat L.: „Die Werbeanlagen sind nicht genehmigungsfähig und verstoßen massiv gegen die städtische Werbesatzung, weil sie oberhalb des Erdgeschosses angebracht wurden.“

Dabei war dem Unternehmer ausdrücklich untersagt worden, die Werbeanlagen am Gebäude anzubringen. Als ein Mitarbeiter des Bauamtes die Baustelle inspizierte, weil ein Hubsteiger aufgestellt werden sollte, erfuhr er von dem Vorhaben, verwies auf die Gestaltungssatzung und erließ sofort eine Untersagungsverfügung. Bauherr Andreas Huesmann ließ trotz dieser mündlichen Anordnung die Werbeanlagen anbauen.

In der kurzen Ausschussdebatte darüber hatten die Ratsmitglieder Heinz Willigmann (SPD) und Dr. Karl-Heinz Vehring (CDU) mit den Werbeeinrichtungen keine Probleme. Vehring fragte geradezu treuherzig, „ob die Werbung am Lookentor nur eine Ausnahme darstellten“, was Stadtbaurat L. bejahte. Der Eindruck, den der CDU-Mann erzeugte, ist fatal: Will er die Ausnahme zur Regel machen? Dabei würde er „übersehen“, wie die historische städtebauliche Sichtachse vom Markt überlagert und zerstört wird durch den neuen, überdimensionierten Baukubus am Ende der Großen Straße nebst Neonreklame. Altes Rathaus links, Alte Posthalterei rechts und dazwischen Intersport Adventure.

Mein Eindruck: Längst ist vielen Ratsmitglieder die (Werbe-)Gestaltung des Stadtzentrums gleichgültig. Sie ordnen sie dem Kommerz unter. So machte vor zwei Wochen beispielsweise Ratsmitglied Stefan Heskamp (CDU) bei der Ausschussdiskussion um Werbesünden und Satzungsverstöße auf dem Markt klar: „Ich habe damit keine Probleme“. Auch jetzt am Montag habe ich jedenfalls der laissez-faire-Einstellung, wie sie Heinz Willigmann („Ist doch nicht so schlimm!“) vertrat, widersprochen.

Denn die Lingener Altstadt um den Markt ist nahezu unser einziges architektonisches Kulturerbe. Kommerzielle Werbeanlagen für „Intersport Adventure“ und „Huesmann-Bekleidung“ sind das nicht. Sie stören dieses Erbe und wollen das auch. Unternehmer Huesmann – so die LT- will diese Störung, weil er „dringend diese Art der Werbung (braucht), um damit eine Sichtbeziehung zum Marktplatz herzustellen.“ Ja, eben. Das Ensemble Marktplatz ist ihm da -sagen wir- wurscht und hat sich seiner Unternehmerentscheidung unterzuordnen, am Ende der Großen Straße zu investieren!

Hängen wir den Denkmalschutz dann also mal ganz hoch auf: Nach dem UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt von 1972 ist Deutschland zu einem ausreichenden tatsächlichen und rechtlichen Schutz seines Kulturerbes verpflichtet. Das betrifft Denkmäler, Ensembles, Stätten – auch in Lingen und auch wenn jemand „Geld in die Hand nimmt“ (Renate Seiler, CDU) und die Ratsmehrheit schon dadurch in hemmungslose Verzückung und distanzloses Jubeln gerät.

Deutlich fachkundiger ist da die Beurteilung einer Stadtplanerin, die im Mai im Rahmen einer Tagung die Stadt besuchte. Sie schrieb: „Das Haus kann keinen Solitärcharakter entfalten und passt auch nicht harmonisch in die vorhandene Baugestaltung. Blumenarrangements können den Klotz gestalterisch eventuell noch retten.“ Jede(r sieht, es werden viele Blumen sein müssen.

Aufschlussreich ist schließlich, was Andreas Huesmann laut heutiger LT über die Entscheidungsfindung berichtet: „Ich habe mein Projekt im August 2008 der CDU-Fraktion und dem Stadtrat vorgestellt und Zustimmung erfahren.“ Ach so, bei der CDU gab es Zustimmung. Im Ausschuss war der Investor jedenfalls nicht. Wenn ein netter Mann, der Andreas Huesmann sein kann, der CDU sein Vorhaben erklärt, braucht man keine Debatte, kein Modell, keine maßstäbliche Darstellung und keine große Diskussion im Ratsausschuss. ein paar bunte Bildchen mit aufgemalten Bäumchen müssen da reichen (guckst Du…). Muss wirklich nicht, wenn man schon die CDU überzeugt. Offenbar soll es so filzhaft weitergehen: „Das Gespräch suchen“ möchte Andreas Huesmann, wie er am Donnerstag dem LT-Redakteur sagte. Wieder nur bei der CDU, frage ich mich, damit auch die Bußgeldfrage elegant geregelt wird? So werden dann wohl aus bloßen Sichtachsen handfeste Beziehungsachsen.

Huesmann gewährt der Lokalzeitung auch weitere, interessante Einblicke in die Entscheidungswege in Lingen. So habe er „unter anderem vom damaligen Oberbürgermeister Heiner Pott die Zusage bekommen, dass die Sanierung der Kivelingsstraße im Gleichklang mit seinem Neubau erfolgt“. Der Planungs- und Bauausschuss hatte die damit einher gehende, nicht billige und überflüssige Umwandlung der Kivelingstraße in eine Fußgängerzone jedoch abgelehnt. Inzwischen ist das Projekt in einem anderen Ratsausschuss elegant in den zugesagten Hafen gesegelt worden.

Was jetzt zu erwarten ist? Die sich ach so heimatbewusst gebende CDU wird die Huesmann’schen Werbeanlagen. absegnen. Für die Christdemokraten um Vehring, Heskamp & Co ist die Stadtgestaltung nur Mittel zum (kommerziellen) Zweck. Anderen ist es egal. Von Denkmalschutz hält die Ratsmehrheit in Wahrheit nichts. Ich denke daher schon darüber nach, was passieren wird, wenn BurgerKing die „Alte Posthalterei“ als Objekt kommerzieller Begierde entdeckt und „Geld in die Hand nimmt“.

Nachtrag:
Lassen Sie sich bitte nicht durch die Fotos in der heutigen Presse täuschen. Weil wir ja aktuell die Fußball-WM feiern, hängen nämlich deutsche Flaggen in der Großen Straße, und dazu auch, weil wir Kleinstadt sind und das auch zeigen, reihenweise Schützenfestwimpel. Diese Textilfetzen verdecken für die Passanten perspektivisch noch die Sicht auf den neuen „Klotz“ am Straßenende.

(Foto: historische Sichtachse auf dem Marktplatz Lingen, dendroaspis2008 -Ausschnittsvergrößerung- )

Stadtgestaltung I

6. Mai 2010

Ich habe mich dazu entschlossen, die besonders ’schönen‘ Verunstaltungen im Lingener Stadtbild per Bild zu präsentieren. Sie sind Ausdruck einer durch Unfähigkeit, Beliebigkeit, Scheinmodernismus und Gleichgültigkeit (Suchen Sie sich etwas aus!) geprägten „Lass-se-doch-mal-machen-is-für-mich-auch-viel-bequemer-so-wirbt-man-heute“- Mentalität des verantwortlichen, meist gleichgültig-desinteressiert wirkenden Stadtbaurats L.. Schauen Sie selbst!

Heute die neueste Bereicherung des Stadtbildes an der Ecke Schlachterstraße/Kivelingstraße; ich widme sie aus gegebenem Anlass der Ratskollegin Birgit Kemmer.  Das unspektakuläre Wohn- und Geschäftshaus aus regionaltypischem rotem Ziegelmauerwerk, gebaut in den 1980er Jahre ohne Firlefanz und Schnickschnack am Platz der ehem. Spedition Schulte, ist bereits  seit dem letzten Jahr durch eine scheinmoderne Werbe-Alubauchbinde verunstaltet. Ihm haben die Ge-Werbetreibenden jetzt sozusagen eine leicht-antifeministische Seitenkrone angeflanscht (Foto oben).  Meine Bauchbinden-Kritik im Planungs- und Bauausschuss im letzten Herbst führte zu keiner Änderung. Stadtbaurat L., der übrigens mit seinem neuesten Plan, die Uhr im historischen Rathaus durch einen Kranz von LED-Leuchten zu optimieren, designpathologische Züge zeigt, hat nichts gegen die Werbeverunstaltung des Gebäudes unternommen. Offenbar interessiert es ihn nicht. Warum dürfen Sie sich selbst ausdenken.
Unten noch ein ganzheitliches Bild  über das wunderschöne Entree zur Altstadt. Nutzen Sie, liebe Leserinnen und Leser, einen kleineren Bildschirm, klicken Sie bitte das Foto an, um es in seiner vollen Gestaltungsbreite genießen zu können. Die stadtgestalterische Überzeugungskraft und Einzigartigkeit des Ensembles legen nahe, diesen Platz dauerhaft „Stadtbaurat-L-Platz“ zu nennen und als typischen Ausdruck „verwaltungsseitigen Handelns und Unterlassens am Eingang des 3. Jahrtausends neuer Zeitrechnung“ dauerhaft unter Denkmalschutz zu stellen.