Wahlgeschenke

16. Januar 2017

Gestern in einem Jahr ist wieder Sonntag und an jenem 14.Januar 2018 sind dann Landtagswahlen in Niedersachsen. Schon jetzt gibt es zu dieser Landtagswahl Wahlgeschenke. Die AfD will mehr Atomkraft, die FDP möchte das Kiffen legalisieren, die Grünen bessere Bedingungen für Nutztiere und der CDU-Mann Landtagspräsident Busemann (Dörpen) fordert zusätzliche Feiertage in Niedersachsen, um so –gegen den Willen der Arbeitgeberverbände und zusammen mit der Evangelischen Kirche – den 3-Tage-Feierabstand zu Bayern zu verringern. Er favorisiert dafür den Buß- und Bettag und den Reformationstag gleich noch obendrauf. Da dürfte es dann am Ende der 31. Oktober (Reformationstag) sein und wird es auch werden (wenn die CDU mich fragt).

Niedersachsen_WappenDerweil will die SPD -ENDLICH- die Kindergartenbeiträge abschaffen. Als ich vor 22 Jahren (oder so) eine solche Initiative von den lokalen Genossen in Lingen gefordert habe, verdrehten die noch die Augen. Wir erkennen: Gut Ding will Weile haben. Nun, wo ich Opa bin und werde, passt es auch wieder. Jetzt also werden die Kitas kostenlos, wenn Stephan Weil Ministerpräsident und Boris Pistorius Innenminister bleiben und der unsägliche Uwe Schünemann es nicht wird. Dass frühkindliche Bildung kostenlos ist, ist ohne Zweifel ein Vielfaches  wichtiger als ein Feiertag zum Chillen, Besinnen oder so. Darüber berichtet die taz dies:

„In Niedersachsen naht der Landtagswahlkampf und die SPD macht schon jetzt ein großes Wahlversprechen: Bei ihrer Jahresauftaktklausur in Celle beschloss die Partei, die Einführung kostenloser Kita-Plätze in den Mittelpunkt ihrer Wahlkampagne zu stellen. „Wir wollen schrittweise die Elternbeiträge für Kinder ab drei Jahren in Kindertagesstätten im ganzen Land abschaffen“, sagt der Landesvorsitzende Stephan Weil.

Bei der letzten Wahl im Januar 2013 stand die Abschaffung der Studiengebühren im Fokus der Sozialdemokraten. Ab dem Wintersemester 2014/15 war dieses Erbe der CDU-Regierung beseitigt, der Hochschulbesuch wieder kostenfrei. „Diesmal sind die kostenfreien Kitas unser einziges Wahlversprechen, das wir ohne Finanzierungsvorbehalt einlösen werden“, sagt SPD-Generalsekretär Detlef Tanke.

Die Kita-Finanzierung im Flächenstaat ist kompliziert. Zuständig sind die Kommunen, schätzungsweise 20 Prozent der Kosten werden vom Land und 30 Prozent von den Eltern getragen. Niedersachsen hat die Beitragsfreiheit bereits erfolgreich erprobt. Denn das letzte Kita-Jahr vor der Einschulung ist schon länger gratis. Das Land überweist einen Pauschalbetrag pro Kind von rund 120 Euro im Monat an die Kommunen. Dafür dürfen die Verwaltungen für diese Altersgruppe keine Gebühren erheben. Das kostet das Land rund 100 Millionen Euro.

Nach dieser „Blaupause“ würde wohl auch…“

[weiter bei der taz]

ps Die Linke tagt erst Anfang März, um Landesliste, Landtagswahlprogramm mit Wahlgeschenken zu beschließen…

Eins, zwei, drei…

29. September 2014

…im Sauseschritt, eilt die Zeit, wir eilen mit. Einmal mehr auch unsere Stadtverwaltung, die ich herzlich am heutigen Montagmorgen mit diesem Screenshot grüße: Aus einer aktuellen Vorlage der Stadtverwaltung Lingen für die Ratsmitglieder. Gerda Siebert ist allerdings 2006 aus dem Rat der Stadt Lingen (Ems) ausgeschieden. Nach der Kommunalwahl 2006 löste sich deshalb auch die  Gruppe auf.

Bildschirmfoto 2014-09-28 um 09.52.41

 

Eine Nachbemerkung zur Sache:
In der „Vorlage 301/2014“ fragt die Fraktion Bündnis’90/Die Grünen nach der Situation in den Kindertagesstätten in unserer Stadt. Die sog. „freien“ Träger behaupten nämlich, Probleme mit dem Einhalten der gesetzlichen Kita-Standards zu haben, und verunsichern stadtweit die Eltern mit entsprechender Post; denn sie kündigen an, ggf. tageweise die Kitas zu schließen. Man liegt sicherlich nicht falsch mit der Annahme, das es den Trägern einmal mehr um höhere Zuschüsse geht, die man so erreichen will.

Die Braunschweiger Kita-Leiterin Ulrike Eberhard sagt zur dritten Kraft in den Kitas Richtiges:

„Bei jungen Kindern werden Erfahrungen in erster Instanz emotional abgespeichert – Bildung wird also mit Gefühlen verknüpft – darum braucht Bildung Beziehung. Beziehung braucht Augenhöhe und die Chance diesen kleinen Menschen die entsprechende “Zu” Wendung zu ermöglichen.

Bei dem heutigen Krippenschlüssel ist das kaum möglich. Durch die permanente Präsenz und Hochleistung meiner Mitarbeiter, kämpfen wir außerdem ständig mit Krankheit konkludierend aus Erschöpfungszuständen.

Qualität erzielt man nicht bei Minimumstandards – Partizipation und demokratische Erziehung ebenfalls nicht.“

Andere sehen dies etwas weniger differenziert:

Bildschirmfoto 2014-09-28 um 10.18.25

Da will ich dann doch erwähnen, dass das entsprechende Kita-Gesetz aus dem Jahr 2006 stammt, als schwarz-gelb noch in Niedersachsen regierte (Quelle und Diskussion). Allerdings hat schwarz-gelb bis zur Abwahl 2013 zu wenig dafür getan, das Gesetz auch umzusetzen. Man sollte es jetzt nach acht Jahren Sauseschritt nur einhalten.

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