Urheber

28. Dezember 2010

„Die Musiklizenzhalter wittern ein Geschäft in deutschen Kindergärten: Kitas sollen künftig zahlen, wenn sie Liederzettel kopieren und verteilen. Sozialverbände raten ihren Einrichtungen, die Forderungen zu ignorieren. 500 Liederzettel kosten 56 Euro – plus Mehrwertsteuer. Überall in Deutschland haben Kindertagesstätten Schreiben von dem Musikverwerter Gema bekommen. Darin werden sie aufgefordert, Lizenzverträge abzuschließen, das heißt: Sie sollen Gebühren für das Kopieren und Verteilen von Liederzetteln zahlen.

Neben dem Geld verlangt die Gema den Kita-Mitarbeitern eine Menge Verwaltungsarbeit ab. Sie sollen künftig jedes Lied aufschreiben, das sie mit den Kindern bei Aufführungen singen wollen – und dabei Titel, Komponist, Verleger und Beginn der Nutzung nennen. Für den Paritätischen Wohlfahrtsverband…“
(weiter bei SPIEGEL-online)

Es kommt bei solch durchgeknallten Urheberrechts-Entwicklungen  ja ein bisschen spät, aber es gibt  eine weihnachtliche Alternative hier und auch sonst ist da vieles zu finden.

Nachtrag vom 31.12.:
Stefan Niggemeier leuchtet in seinem Medienblog  das Problem grundsätzlicher aus.

Mehr zum Hintergrund hier

von gestern

25. Juni 2009

Kinder_willkommen„Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) wiederholt gebetsmühlenartig, Bildung sei die Zukunft unseres Landes, lässt dem aber keine Taten folgen. Das Zukunftsland Niedersachsen existiert nur in der Phantasie der niedersächsischen CDU“, kritisierte Stefanie Henneke, niedersächsische Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, am Donnerstag (heute) in Hannover. Bei der frühkindlichen Bildung ist Niedersachsen Schlusslicht, wie der ‚Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme 2009‚ der Bertelsmann Stiftung darlegt.

„Mit einem Betreuungsangebot für nur 9,2 Prozent aller Kinder unter 3 Jahren liegt Niedersachsen weit unter dem westdeutschen Durchschnitt von 12,2 Prozent und Lichtjahre vom Ziel entfernt, in 2013 den Rechtsanspruch für jedes Kind umsetzen zu können“, stellte Henneke fest. Der Vergleich mit unserem Nachbarland Sachsen-Anhalt zeige, dass ein solcher Rechtsanspruch der richtige Weg sei, möglichst allen Kindern gleiche Chancen von Anfang an zu bieten. Dort besuchten 65 Prozent der einjährigen Kinder entsprechende Betreuungsangebote, während die Zahl in Niedersachsen mit 7 Prozent beschämend gering sei. „Die Verlautbarungen der Landesregierung zum Ausbau der Kinderbetreuung sind nichts als hohle Worte. Der Beschluss, die Gebührenfreiheit nicht realisieren zu wollen, macht klar: Chancengleichheit bei frühkindlicher Bildung wird vom Jungvater Wulff offensichtlich unter ferner liefen verbucht“, so die Landesvorsitzende.

Nicht nur bei der Quantität, auch bei der Qualität ist Niedersachsen Schlusslicht. Im Vergleich zum westdeutschen Durchschnitt mit 1.400 EUR (im Osten sind es sogar über 2.200 EUR) werden hierzulande pro Kind unter zehn Jahren nur knapp 1.100 Euro investiert. Die Studie bestätigt, dass der Betreuungsschlüssel ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist. „Es ist völlig unverständlich, dass sich Landesregierung und Große Koalition in Berlin auf Investitionen in Beton beschränken, denn tatsächlich brauchen wir wesentlich mehr Geld für Personal in der Kinderbetreuung. Während die OECD uns mehr als 5 Millionen Arbeitslose prognostiziert, verschenken wir ein enormes Potenzial. Hier müssen Arbeitsplätze geschaffen werden, die sich doppelt auszahlen: Mehr Beschäftigung auf der einen Seite und qualitative wie quantitative Verbesserungen bei der frühkindlichen Bildung auf der anderen Seite“, forderte Henneke.

In Niedersachsen werden von Land und Kommunen für Betreuungsangebote weniger als halb so viel Geld pro Kind aufgewendet wie z.B. in Sachsen. Auch die Personalstandards in den Kindertagesstätten  liegen mit einem Personalschlüssel (eine Erzieherin für 7,5 Kinder in den Krippen und für 12,5 Kinder in den Kindergärten) lweit hinter den internationalen Empfehlungen

 

Foto: Rainer Sturm, pixelio