Vor 100 Jahren

5. November 2018

Vor 100 Jahren erlebt Deutschland die Novemberrevolution 1918 – das Deutsche Kaiserreich ist am Ende. Der von ihm angefachte 1. Weltkrieg ist verloren, er hat 10 Millionen Tote und doppelt so viele Verwundete gekotet. Kaiser Wilhelm II. flieht und die Matrosen wollen nicht mehr kämpfen.

Auf Schillig-Reede vor Wilhelmshaven, wo die deutsche Hochseeflotte in Erwartung der von der Admiralität geplanten Seeschlacht vor Anker gegangen war, gibt es in der Nacht zum 30. Oktober 1918 erste Befehlsverweigerungen von Schiffsbesatzungen. Auf drei Schiffen des III. Geschwaders weigerten sich die Matrosen, die Anker zu lichten. Auf   den Schlachtschiffen des I. Geschwaders SMS Thüringen und SMS Helgoland gingen Teile der Besatzungen zu offener Meuterei und Sabotageakten über. Als aber am 31. Oktober einige Torpedoboote ihre Geschütze auf diese Schiffe richteten, verschanzten sich rund 200 Meuterer zunächst unter Deck, ließen sich dann aber widerstandslos verhaften. Zurück in Kiel sammelten sich 250 Matrosen, um  ein erneutes Auslaufen zu verhindern und die Freilassung ihrer Kameraden zu erreichen. Die Lage spitzt sich zu.                                                             schnell

Tausende fordern bei einer Kundgebung auf dem Großen Exerzierplatz unter der Losung Frieden und Brot die Freilassung der Meuterer, die Beendigung des Krieges und eine bessere Lebensmittelversorgung. Am Abend des 4. November ist Kiel fest in der Hand von etwa 40.000 revoltierenden Matrosen, Soldaten und Arbeitern. Diese beschließen 14 Punkte, die sich allerdings nur auf militärische Forderungen beschränken. Sie fordern aber bald auch die Abdankung der Hohenzollern sowie das freie und gleiche Wahlrecht für Männer und Frauen. Die Revolution weitet sich in ganz Deutschland aus. Abordnungen der Kieler Matrosen schwärmen in alle größeren deutschen Städte aus. Sie stoßen bei der Übernahme der zivilen und militärischen Macht fast nirgendwo auf Widerstand. Am 6. November ist Wilhelmshaven in der Hand eines Arbeiter- und Soldatenrats, am 7. November alle größeren Küstenstädte sowie Braunschweig, Frankfurt am Main, Hannover, Stuttgart und München. In Lingen bildet sich am 9. November ein Soldatenrat, tags darauf ein Arbeiterrat, maßgeblich durch die Arbeiter des Reichsbahnausbesserungswerks.

 

(Quelle)

 

freie

27. November 2015

Schöne Aktion, die ich mir von anderen Städten auch wünsche. Gerade von meiner hier in Lingen (Ems): „Das Kie­ler Stadt­ar­chiv hat eine neue Online-Fotodatenbank gestar­tet, in der 15000 gemein­freie oder frei lizen­zierte his­to­ri­sche Fotoaufnahmen von Kiel zu fin­den sind.“

Ein Fall für den kommunalen Kulturausschuss, finde ich. Wenn er denn mal tagt.

posthalterei-abb-2

Lingen (Ems), Alte Posthalterei, Foto des Stadtarchivs – leider nicht öffentlich zugänglich

(Die Idee gefunden via @das_kfmw)

Vermaisung

7. April 2011

Mit einem geänderten Subventionssystem und schärferen Vorgaben für Landwirte sollte nach Ansicht von Naturschützern der rapide gewachsene Mais-Anbau in Schleswig-Holstein korrigiert werden, so forderte es gestern der  Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) in Kiel. Bereits in diesem Jahr werde auf mehr als 30 Prozent der Ackerfläche Mais  für den Betrieb von Biogasanlagen angebaut, kritisierten die Umweltschützer.  Solche Monokulturen laugten den Boden aus und belasteten das Grundwasser mit viel Dünger. Deshalb sollte das Land per Ordnungsrecht den Landwirten einen dreigliedrigen Fruchtwechsel mit maximal einem Drittel Mais vorgeben.

Derlei ist auch in Niedersachsen längst überfällig. Hier sind die Folgen der Vermaisung und de exzessiven Fäkaldüngung der Ackerflächen noch viel gravierender – oder weshalb  gibt es immer weniger Vögel und Bienen? In Weser-Ems beispielsweise wird auf deutlich mehr als der Hälfte aller Ackerflächen inzwischen Mais angebaut. Für den Hektar Maisacker werden bis zu 2.000 Euro Pacht gezahlt, für den Hektar Weide gibt es nur ein Sechstel dieses Betrages.  Gegen die zentrale Fehlentwicklung steuert die schwarz-gelbe Politik nur langsam um. Eine Möglichkeit für Änderungen bietet die anstehende Novellierung des Gesetzes für erneuerbare Energien. Der BUND möchte unter anderem, dass künftig nur Anlagen mit guter Wärmenutzung gefördert werden.

Welchen Beitrag können wir leisten? Zum Beispiel dies: Die Stadt Lingen (Ems) sollte alle Pachtverträge zum Ende des Landwirtschaftsjahres  kündigen und künftig keinen Maisanbau auf den städtischen Flächen mehr zulassen, also in neuen Pachtverträgen den Maisanbau strikt ausschließen.