BVB-Kultfilm

6. Mai 2015

„Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB“
Lingen (Ems)  –  Centralkino, Marienstraße 8
Donnerstag, 7. Mai ’15  –  20 Uhr
Ob die »Pöhler Supporter 09«, die »BVB Bulldogs«, die »Borussen Brummer« oder »BVB Fanclub« in Baccum. Die BVB-Fans in unserer Stadt sind zahlreich. Entsprechend groß ist das Interesse an der Sondervorführung des BVB-Kultfilms „Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB“ am kommenden Donnerstag in Lingen (Ems).
Für den Film spendeten über 3000 Fans und Institutionen mehr als 250.000 EUR in einem Crowdfunding-Projekt. Der Streifen dreht sich um die spannende, in den entscheidenden Stunden gar dramatische Entstehung des heutigen BVB. Sie handelt von seinem Gründer Franz Jacobi und 17 Mitstreitern, die sich mit List und Hartnäckigkeit gar der katholischen Kirche widersetzten, um Fußball spielen zu können.
Der »kicker« schreibt: „Den drei Filmemachern Jan-Henrik Gruszecki, Marc Quambusch und Gregor Schnittker ist bei aller Leidenschaft für den BVB ein Werk ohne zu dick aufgetragenes Pathos gelungen, das auf akribischer, beharrlicher Recherche beruht. Ein Lehrstück mit viel Erzählkraft über die schwierigen und angefeindeten Anfänge des Fußballs nicht nur in Dortmund“.
Seit der Uraufführung haben sich viele Fans, Fanclubs und Organisationen bei den Filmemachern gemeldet, die den Streifenin angemieteten Kinos zeigen möchten. Mit den Erlösen werden soziale Projekte im Dortmunder Norden unterstützt.
Dank der guten Verbindungen der Filmemacher kann der Film, der am 15. März Premiere feierte, nun auch in Lingen gezeigt werden. Was ein Muss für alle Lingener BVB-Fans sein dürfte, ist auch eine sehr gute Empfehlung für jeden Fußballfreund. Regisseur Jan-Henrik Gruszecki ist am Abend anwesend.
Das Lingener Centralkino vergibt keine Reservierungen mehr; an der Abendkasse gibt es am Donnerstag noch Restplätze für 6 EUR.

Juden haben den Fußball in Deutschland populär gemacht. Sie wurden umjubelt, verehrt und respektiert, galten als Vorbilder im Sinne des sportlichen Gedankens des Fairplays. Ihre revolutionären Visionen und Methoden setzten Maßstäbe, die den Fußball hierzulande lange prägten. Sie haben für den deutschen Fußball Pionierarbeit geleistet, bis sie verfolgt, ausgegrenzt und vernichtet wurden.

Die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden“ ist diesen Sportlern, Trainern und Funktionären gewidmet. Sie ist vom 8. bis 19.11. in der Lingener Lookentorpassage zu sehen. Damit trägt das veranstaltende Forum Juden-Christen Altkreis Lingen e.V.  seine Erinnerungsarbeit mitten in die Bevölkerung – unterstützt durch das Centermanagements um Hermann Klaas.

Die Ausstellung zeigt längst vergessene Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. Im Zentrum den Visionär Walther Bensemann (1873-1934), der den Fußball in Deutschland etabliert. Um 1900 organisiert er die ersten internationalen Fußballspiele und wirkt bei der Gründung des Deutschen Fußballbundes (DFB) mit. 1920 ruft er die Fußballzeitschrift „Der Kicker“ ins Leben, ist Inhaber, Herausgeber und Chefredakteur zugleich. „Der Sport ist eine Religion, ist vielleicht das einzig wahre Verbindungsmittel der Völker und Klassen.“ Diese Botschaft Bensemanns ist heute aktueller denn je: Fußballbegegnungen sind internationale Medienereignisse, die Mannschaften sind kosmopolitisch aufgestellt und adaptieren unterschiedliche Spielsysteme.

Gezeigt werden in der Ausstellung die Lebenswege von Menschen wie Walther Bensemann (1873-1934). Ein anderes Beispiel ist Kurt Landauer (1884-1961). Vor 1933 und nach 1945 war er langjähriger Präsident des FC Bayern München und führte die Mannschaft zu internationalem Erfolg. Wer kennt heute noch den Stürmer und Nationalspieler Julius Hirsch (1892-1943; Foto unten), der unter anderem mit dem Karlsruher FV Deutscher Meister wurde? Oder Gottfried Fuchs, den der spätere Bundestrainer Sepp Herberger »mein Idol« nannte? Der begnadete Mittelstürmer schoss bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm in einem Spiel gegen Russland zehn Tore – ein bis heute in Deutschland ungebrochener Rekord.

Deutlich macht die Ausstellung die Mechanismen der planvollen Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen unter dem NS-Regime. “Kicker, Kämpfer und Legenden“ erweckt die Geschichte des Fußballs zum Leben und regt gleichzeitig zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte an. Sie leistet damit nicht nur einen Beitrag zur Erinnerung und Würdigung legendärer Fußballikonen, die so ihren verdienten Platz in der Historie einnehmen. Sie führt auch den Nationalsozialismus in seinem falsch verstandenen Deutschtum und seiner menschenverachtenden Absurdität vor.

Kicker, Kämpfer und Legenden
Juden im deutschen Fußball

Lingen (Ems) – Lookentorpassage
08. bis 19.11.2011
während der Öffnungszeiten 

Eröffnung Montag, 07.11.2011, 20 Uhr