Athen

26. April 2010

Verstanden? Gewusst? Während Frau Merkel selbst in der Beurteilung treuer Anhänger Schaden nimmt („‚Eiserne Kanzlerin’…schmilzt wie Butter unter der griechischen Sonne„) und BILD blökt wie ein Mutterschaf im Sturm, erfahre ich über die griechischen Momenten deutscher Politik dies:

„Mit 100 Euro soll jeder Deutsche indirekt zur Rettung Griechenlands beitragen. Stolze 8,4 Milliarden Euro soll die staatliche KfW zum 45 Milliarden Euro schweren Rettungspaket von EU und IWF beisteuern – im Falle eines Erfolges wäre dies eine gute Anlage, denn Berlin lässt sich seine Hilfsbereitschaft natürlich bezahlen. Die KfW finanziert ihren Teil zum Rettungspaket zinsgünstig über die EZB, nimmt von den Griechen allerdings einen Sollzins, der sich aus dem Interbankensatz (Euribor-Swapsatz) plus 0,5% Gebühren, plus einem Aufschlag von 4% bei Laufzeiten von über drei Jahren zusammensetzt. Griechenland müsste somit rund 6% Zinsen für die Hilfsbereitschaft der Deutschen bezahlen – Uneigennützigkeit sieht anders aus.

Den Griechen nutzt dieser Akt der Nachbarschaftshilfe allerdings nur wenig, da sie dank des Rettungspakets lediglich rund zwei Prozentpunkte bei der Refinanzierung ihrer Altschulden sparen, die sie ohnehin aufnehmen müssten. Profiteure des Rettungspakets sind vielmehr die Gläubiger der Hellenen, darunter deutsche Banken, bei denen Griechenland mit 32 Milliarden Euro in der Kreide steht. Klar, dass vor diesem Hintergrund Umschuldungen oder gar ein Staatsbankrott keine Option für deutsche Politiker darstellen“

(Gefunden bei spiegelfechter)

Klimaschutz

2. Januar 2010

Das unbefriedigend-peinliche Resultate der Kopenhagener Weltklimaschutzkonferenz ist die eine Sache. Die andere Sache ist, was man selbst für den Klimaschutz tun kann. Oft geht das ganz leicht. Hier ein besonders einfaches Beispiel:

In fast allen Heizungsanlagen sind Standardpumpen eingebaut, die das heiße Wasser in die Heizkörper schaffen. In Lingen sind das sicherlich mehrere Tausend. Sie laufen Tag und Nacht und verbrauchen dabei nutzlos viel Strom. Immerhin rund zehn Prozent des jährlichen Stromverbrauchs verursachen diese  Stromfresser, meist mehr als Waschmaschine und Kühlschrank zusammen. Inzwischen gibt es aber längst Alternativen zu den Stromfressern: moderne  Hocheffizienzpumpen. Diese Umwälzpumpen sind nur dann aktiv, wenn sie wirklich gebraucht werden. Das mindert den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2), weil es  Energie und Stromkosten spart. Die neuen Pumpen befördern  das heiße Wasser mit deutlich weniger Strom zu den Heizkörpern: Je nach Heizbedarf schwankt der Stromverbrauch in einem normalen Einfamilienhaus zwischen null und acht Watt, selten sind es mehr als zehn. Die alten Pumpen dagegen verbrauchen ein Vielfaches.

Der Unterschied zwischen Alt und Neu summiert sich. Der Jahresstromverbrauch der Pumpe dürfte auf ein Viertel sinken, das entspricht einer Ersparnis von rund 70 Euro.

Die ZEIT schreibt:

„Nirgendwo sonst ist Klimaschutz so schnell zu haben – und so billig. Denn die Bundesregierung fördert den Pumpentausch, indem sie über die KfW 25 Prozent der Kosten übernimmt, mindestens aber 100 Euro.

Für eine normale Heizungsanlage betragen die Modernisierungskosten etwa 300-400 Euro. Dies sinkt um  den KfW-Zuschuss  so weit, dass die neue Pumpe durchschnittlich bereits in drei Jahren durch die Einsparungen bezahlt ist, errechnet DIE ZEIT, was aber auch kritisch kommentiert wird.

Noch einmal die ZEIT:

“ Auf der vom Umweltministerium geförderten Website www.sparpumpe.de kann sich jeder Heizungsbesitzer mit ein paar Klicks seine persönliche Rechnung aufmachen lassen und bekommt am Ende eine Liste geeigneter Pumpen sowie lokaler Handwerksbetriebe angezeigt, die sie einbauen können. Das Antragsformular für den KfW-Zuschuss kann man dort gleich online ausfüllen.“

Ich glaube, die arg gebeutelten Stadtwerke Lingen täten gut daran, sich zum Vorreiter einer Klimaschutzaktion zu machen. Spricht nicht alles dafür, jedem Stadtwerke-Kunden, der seine alte gegen eine neue Umwälzpumpe austauscht, noch einmal den KfW-Förderbeitrag drauf zu legen?!

Und die Stadtverwaltung ist nicht nur aufgefordert, die eigenen Gebäude nachzurüsten; sie muss auch im Mietwohnungsbau  Anstöße geben, damit dort klimafreundlicher und nebenkostensparender geheizt wird.

(Grafik: © www.sparpumpe.de)