Auszeichnung

14. Januar 2011

Die Landesstraße 46 (L 46) zwischen Ringe in der Grafschaft Bentheim und Twist (Wappen re.) ist von der SPD  im Niedersächsischen  Landtag offiziell zur schlechtesten Landesstraße Niedersachsens erklärt worden. Twists Bürgermeister Ernst Schmitz (CDU) erhielt durch die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Stief-Kreihe eine Siegerurkunde in der Wettbewerbskategorie „Landesstraßen außerhalb von Ortsdurchfahrten“. Und er hatte so viel Humor, die Auszeichnung auch anzunehmen; eigentlich hätte man sie dem verantwortlichen niedersächsischen Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) überreichen müssen.

Bürgermeister Schmitz unterstrich die Dringlichkeit einer Erneuerung der L46. Es hätten auch mehrere  Gespräche mit dem Leitenden Baudirektor des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Lingen (hieß früher schlicht: Straßenbauamt Lingen), Klaus Haberland, stattgefunden, berichtete er. Aber diese Behörde wolle vorerst die L 46 nur im Grafschafter Bereich reparieren.  Eine Komplettsanierung würde nämlich bis zu vier Mio Euro kosten. Deshalb werden erst einmal auf emsländischer Seite nur „neue Verfahren der Sanierung untersucht“. So drücken sich Verwaltungen immer aus, wenn in Wahrheit nichts passiert.

Ende 2009Im Frühjahr 2010 hatten die Sozialdemokraten ihren jetzt abgeschlossenen, pfiffigen Wettbewerb landesweit ausgeschrieben; etwa 50 Nominierungen aus ganz Niedersachsen trafen bei ihnen daraufhin ein.

Suchauftrag

3. Januar 2010

Bei booklooker.de habe ich einen Suchauftrag platziert – seit ich dort per Zufall ein wunderschönes kleines Buch mit einer Werkschau des Lingener Baumeister Gerhard Lühn gefunden habe, der in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts einige markante Bauwerke in unserer an Baudenkmalen armen Stadt errichtete.  Man weiß ja nie, ob es nicht noch einmal einen solchen Glücksmoment geben könnte. Meine Suchbegriffe: „Lingen“ und „Ems“ – beide Begriffe. Nur „Lingen“ führt nämlich zu massenhaften Angeboten von Büchern des Kölner Lingen-Verlags, und wer will das schon?
Seit Monaten gibt es eigentlich nichts Neues, immer nur so was Langweiliges:

Es wurden 6 Artikel zu folgendem Suchauftrag angeboten.
Stichwort: Lingen Ems

Hugenberg, Josef: Sonne über Rom.
57,57 Euro, Versand: 1,75 Euro
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Diverse: Der Riesenschnauzer – Erste Schritte zum Familien- und Schutzhund. Der Film enthält Anweisungen zur Ausbildung zwischen drei und neun Monaten, Leinenführigkeit, Begleiten ohne Leine, Sitz, Platz, Ablegen, Hereinkommen, Revieren, Steh, Beute machen, erstes
36,95 Euro, Versand: 2,00 Euro
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Diverse: Der Riesenschnauzer, Teil II: Die konsequente Ausbildung. Dieser Film zeigt die konsequente Ausbildung eines Riesenschnauzers zum Familien- und Gebrauchshund. In Verbindung mit dem ersten Teil ist dieser Film das A & O der Hundeausbildung. VHS-Video, Far
36,95 Euro, Versand: 2,00 Euro
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Diverse: Der Deutsche Schäferhund, Teil II: Die konsequente Ausbildung. Der Film zeigt die konsequente Ausbildung eines Deutschen Schäferhundes zum Begleit- und Schutzhund. Von der Begleithundeprüfung bis zu den Schutzhundprüfungen I, II und III : es bleiben kein
36,95 Euro, Versand: 2,00 Euro
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Spirago, Franz: Beispiel-Sammlung für das christliche Volk, insbesondere für Prediger und Katecheten. 3. Aufl. 12.-16. Tsd.
55,70 Euro, Versand: 2,00 Euro
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Spirago, Franz: Katholische Volks-Predigten zum Gebrauche für Seelsorger und Katecheten. 1. u. 2. Aufl. 1.-10. Tsd.
44,10 Euro, Versand: 2,00 Euro
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Was soll man daraus entnehmen, wenn aus Lingen über Rom der Riesenschnauzer die katholischen Predigten aufgehen lässt? Eigentlich nur, dass der kulturelle Beitrag des südlichen Emslandes im deutschen Sprachraum ausbaufähig ist. Damit wären wir wieder bei Landrat Hermann Bröring, der bekanntlich in seiner jüngsten Video-Neujahrsbotschaft schon den Begriff Kultur vermissen ließ und auch zu Bildungsproblemen eher Ausbaufähiges zustande brachte. Aber er hat inzwischen reagiert und in seinem Wortbeitrag für die Lokalzeitung nachgelegt. Bildung, Kultur – alles da. Nur ist es fast schon ein Menetekel, dass ich Brörings Ausführungen im Internet nicht wiederfinde. Wer kann mir helfen?

Apropos geholfen. Das hat der Landkreis Emsland just einem aus dem -in jeder Hinsicht- eigenen Stall. Ohne öffentliche Ausschreibung hat er nämlich (s)einen neuen Kreisbaurat  gewählt. In geheimer Wahl wurde Dirk Kopmeyer neuer Amtsinhaber. Durchaus beeindruckend: Während der Sitzung des Kreistages gaben 58 Abgeordnete dem 49-Jährigen ihr Votum, einer lehnte ihn ab, und einer enthielt sich der Stimme. Kopmeyer  tritt im September 2010 die Nachfolge von Amtsinhaber Martin Zeller an, der dann in Pension geht. Die Wahlbeamtenstelle ist mehr als ordentlich mit der Besoldungsgruppe B4 dotiert; so viel bekommt  zB auch der Präsident des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg.

Das Verfahren ist ein Problem: Über sein Programm im Lande der Intensivmastställe und des Flächenverbrauchs berichtet die Lokalpresse: Kopmeyer versprach, sich zukünftig verstärkt dafür einzusetzen, „die Belange des Landkreises voranzutreiben“. Na bitte! Und weil das einw so großartige Ankündigung ist und der Mann außerdem auch noch CDU-Bürgermeister in Menslage (Landkreis Osnabrück) ist, also politisch passt, hat man eben gleich auf eine öffentliche Ausschreibung der Führungsposition verzichtet. Mit Dreiviertelmehrheit hat der Kreistag diese Mauschelei abgesegnet. Die schon aus Gründen des politischen Anstandes in einer Demokratie notwendige Ausschreibung  forderte nur UWG-Kreistagsabgeordneter Günther Pletz, da „dies bei Dezernentenstellen üblich“ sei. CDU-Fraktionsvorsitzender Heinrich Hövelmann erklärte gelassen: „Wenn wir uns doch bereits weitgehend auf Dirk Kopmeyer im Vorfeld geeinigt haben, wäre dies unehrlich gegenüber weiteren Bewerbern.“  Was er mit „wir und mit „uns“ meinte, bleibt ein bisschen vage. Tja, es ist eben, wie es ist. Wenn man die Personalsache schon zurecht gemauschelt hat, soll niemand stören. Eine Konsequenz zahlenmäßig und politisch schwacher Kreistagsminderheiten bei gleichzeitig selbstbewusster „Machen-wir-eben-so“-CDU  und vor allem auch fehlender öffentlicher Kontrolle.

Noch dies: Ich find’s wirklich bloß peinlich, dass dieses verfilzte CDU-Vorgehen von den offenbar gänzlich rückgratfreien Karin Stief-Kreihe (SPD) und Nikolaus Schütte zur Wick (Grüne) befürwortet wurde: „Unisono“, wie die Presse meldete, sprachen sie  von einem „ausgezeichneten und qualifizierten Mitarbeiter“,  der seit 1991 beim Landkreis arbeitet und Chef des Abfallwirtschaftsbetriebes ist. Vielleicht sollte ich bei booklooker.de mal einen Suchauftrag nach aufrechten Kreistagsabgeordneten im Emsland eingeben. Aber da, fürchte ich, wird es kaum erbauliche Ergebnisse geben…

(Foto: Stefan Erdmann, pixelio.de)