Raphael Bonitz +

27. Januar 2012

Gestern am Nachmittag ist Raphael Bonitz in seiner Geburtsstadt Lingen (Ems) gestorben. Nur 9 Tage nach seinem Geburtstag traf ihn während seiner pädagogischen Arbeit unvermittelt ein tödlicher Herzinfarkt.

Raphael Bonitz war gleichermaßen ein ungewöhnlich kreativer Akteur wie kritischer Beobachter der Lingener Kultur- und Kunstszene, das belegt auch seine facebook-Seite. Die Liebe zu Musik, Kunst und Kultur hatten ihm seine Eltern in die Wiege gelegt. Auf seiner Internetseite beschreibt er sich als „ein Musiker? ein Musik- und Geschichtenerfinder? … ein Raphi …“ und berichtet:

„Ich bin das siebte Kind und der vierte Sohn des Kirchenmusikdirektors Eberhard Bonitz (1921-1980) und seiner Ehefrau, der Musik und Religionslehrerin Elisabeth Menzel (1919-2001) Geboren wurde ich 1957 in Lingen (Ems), einer Stadt im südlichen Emsland, Niedersachsen. Mein Sohn Björn Vogel lebt als bildender Künstler in Berlin und ist  mit Shauna Newman verheiratet.

Nach Abitur und Zivildienst studierte ich in Darmstadt und Berlin. 1984 kehrte ich in meine Geburtsstadt zurück und leite dort seit 1998 als künstlerischer Leiter das Jugend Musik Kolleg Lingen, unterrichte die Instrumente Violine, Gitarre und Schlagzeug und bin für die Betreuung der Ensembles und Bands zuständig. Seit 2001 arbeite ich auch als freier journalistischer Mitarbeiter der LINGENER TAGESPOST im Bereich Kultur und schreibe u.a. Rezensionen.

Seit Februar 2010 arbeite ich in einem Institutionsübergreifendem Projekt zwischen dem Theaterpädagogischen Zentrum Lingen, Lingener Kunstschule und Jugend Musik Kolleg Lingen gemeinsam mit Elke Hölscher <Kunstschule> und Tom Kraus <TPZ>  bzw. Patricia Ens <TPZ> zusammen: die „buntwäsche“ richtet sich an Kindergarten. und Vorschulkinder und verbindet die darstellende Kunst, die bildende Kunst und Musik miteinander. Inzwischen geht bereits der zweite Kurs äußerst erfolgreich zuende.

Neben diesen Tätigkeiten arbeite ich auf verschiedenen anderen künstlerischen Gebieten. So komponierte ich gemeinsam mit Waltraud Oudehinken <Getelo> 2000 das Kindermusical „die sternentaler“ nach einer eigenen Geschichte, frei nach den Gebrüdern Grimm. Dieses Musical wurde in einer Sprecherfassung 2001 uraufgeführt und erlebte 2003 in der Bühnenfassung von Harald Poker <Lingen> als Musical seine Premiere. Es folgten, gemeinsam mit Waltraud Oudehinken und Linda Moeken <Nordhorn> kompositorische Mitarbeit an den Musicals „Max Quaks“ – nach Elke Heilsberger <Bargterheide>, Premiere 2004 sowie „Clementine“, Premiere 2005 und „Das kleine Volk“, Premiere 2007, von Harald Poker.Neueste Projekte mit diesem Team waren die Kindermusicals „Sophus“, Premiere 2009 und „Kleine Nixe Ariella“, Premiere 2011.

Für den Komponisten Peter Hastedt <Villingen-Schwenningen> schrieb ich Libretti nach eigenen Vorlagen für die Singspiele „Die Hl. Nacht der Tiere“ sowie „Der Besucher in der Orgel“. Diese wurden mehrmals in Villingen-Schwenningen aufgeführt. 2006 schrieb ich die Vorlage und den Sprechertext für ein Varusprojekt der Nordhorner Gruppe Raumprojekto.H.r“ mit dem Titel „Der längste Tag“. Die Musik zu diesem großangelegten Werk in dolby sorround stammt von Linda Moeken, Waltraud Oudehinken, Jörg Moeken und Christian Schröer. Sprecher ist Pierre Ruhlmann.

Für die „projekt-band“ im Jugend Musik Kolleg, die auch von mir geleitet wird, schreibe bzw. arrangiere ich Songs. Desweiteren bin ich Verfasser zahlreicher Kindergeschichten, die natürlich auch für Erwachsene geeignet sind.“

Raphael Bonitz wurde nur 55 Jahre alt. Er wird nicht nur in unserer Stadt  fehlen.

Nachtrag:
Hier geht es zum Nachruf in der „Lingener Tagespost“

Nachtrag:
Raphael Bonitz wird am Freitag, 3.2. um 11 Uhr 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof in Lingen beigesetzt. 

(Foto: © privat)

Sampler

23. September 2011

Ja, ich weiß, dass ich zu spät bin. Denn „Lingen Bandsampler Nummer Eins“ ist bereits heute vor einer Woche erschienen. Aber über den  Querschnitt der heimischen Musikszene muss natürlich auch in diesem Blog (noch) berichtet werden. „Das musikalische Spektrum reicht vom zarten Chanson-Pop bis zum Metal-Gewitter, mit einem leichten Übergewicht zu letzterem. Die Bandbreite ist erfreulich, die allgemeine Qualität des Dargebotenen ebenfalls. Ein Sonderlob geht an die Produktion: keiner der Titel hört sich an, als wäre er im Übungskeller aufgenommen – die Bands können sich in Bestform präsentieren.“ So informiert die Ems-Vechte-Welle.

Das Ganze dient einem guten Zweck,  der Reinerlös fließt an das Lingener  Jugend Musik Kolleg deswegen ausnahmsweise die ausdrückliche Empfehlung der Ems-Vechte-Welel, der ich mich anschließe: Kaufen!