Saubermänner

5. Oktober 2012

GEMA-und-mehr-Zuschrift:

Hallo Robert,

in einem Naherholungsbereich in Darme kommt es des Öfteren zu eigenartigen Verunreinigungen. So geschah es, dass ein Mülleimer aus der Verankerung gehoben wurde und der Müll wahllos verteilt wurde. Drei Jungs, die nichts damit zu tun hatten (einer davon ist mein Neffe), wollten diesen Dreck wieder loswerden. Zum Dank habe ich Ihnen dieses einfache Video versprochen.

Wenn Du dafür Verwendung in Deinem Blog hast, würde ich mich das natürlich freuen. Die Situation in unserer Stadt hat sich nach meinem Dafürhalten verschlechtert.

http://www.youtube.com/watch?v=lFznM-3iZdg&feature=plcp

Grüße aus Darme

„Die Rocky´s“
und Jörg-Friedrich Küster

Ergebnis

12. September 2010

Nach der Oberbürgermeisterwahl vom heutigen Sonntag gibt es in zwei Wochen eine Stichwahl zwischen den Kandidaten Hans-Josef Leinweber (CDU) und dem parteilosen Dieter Krone. Keiner der insgesamt sechs Kandidaten konnte die erforderliche absolute Mehrheit erzielen. Der CDU-Kandidat stürzte gegenüber den 65 % für OB Heiner Pott im Jahr 2006 brutal ab. Die Ergebnisse der Wahl:

Hans-Josef Leinweber (CDU): 39,19%
Jens Beeck (FDP): 23,24%
Jörg-Friedrich Küster (Die Linke): 1,34%
Sabine Stütung (Die BürgerNahen): 7,20%
Wilfried Fenslage (Einzelwahlvorschlag): 1,26%

Dieter Krone (Einzelwahlvorschlag): 27,77%

Die Wahlbeteiligung liegt bei 45,64%. Insgesamt waren 42.735 Wahlberechtigte zum Urnengang aufgerufen.

(Quelle: Ems-Vechte-Welle; der Internetserver der Stadt ist leider auch abgestürzt. Kein Wunder bei dem Ergebnis 😉 )

Nachtrag: Hier die offizielle Bekanntmachung de Wahlergebnisses

Niederlage

7. September 2010

Noch ein kurzes Wort zur Podiumsdiskussion in Halle IV. Sie war ein großer Erfolg für die kommunale Demokratie und Selbstverwaltung: Denn in Halle IV hörten rund 800 Lingenerinnen und Lingener zu und viele Hundert an den Radiogeräten der Übertragung durch die Ems-Wechte-Welle. Sie war eine ebenso große Niederlage für die Moderatoren Jürgen Blohm und Thomas Pertz, die der Veranstaltung keine Struktur zu geben vermochten. Schlimmer noch: Sie waren damit extrem einseitig. Dies zeigt dieser Beitrag der Redezeiten der Kandidaten, die auf dem Podium saßen.

Sabine Stüting 11:49 min
Hans-Josef Leinweber 17:43 min
Dieter Krone 22:40 min

Wilfried Fenslage 8:49 min
Jens Beeck 23:49 min
Jörg-Friedrich Küster 12:32 min

Rest (Moderation, Fragen) ~ 25:24 m

Zusammengerechnet ergibt das ~123 Minuten. Wenn Moderatoren es -wie heute- zulassen, dass ein Kandidat fast drei Mal so lange spricht wie derjenige mit der geringsten Redezeit, haben sie schlecht gearbeitet und gezeigt, dass sie überflüssig waren. Auch Sabine Stüting ist nach der Zeitauswertung masssiv durch die Moderatoren benachteiligt worden. Ihre Aussagen waren trotzdem oder gerade deshalb überzeugend. Sie war prägnant, kurz und präzise.

Fazit

7. September 2010

Die heutige OB-Kandidaten-Diskussion hat nur teilweise das gehalten, was von ihr erwartet worden war. Das lag daran, dass beide Moderatoren Jürgen Blohm (VHS) und Thomas Pertz (LT) ihren Job nicht gemacht haben. Sie haben nicht eingegriffen, wenn die fünf Männer auf dem Podium wieder ihr Gerede begannen. Sie haben sie reden lassen, nicht nachgefragt, nicht unterbrochen, wenn einmal mehr nur Allgemeinplätze zu hören waren. Wie es anders geht, hatten vor Wochenfrist die beiden Emsvechtewelle-Moderatoren

Auch dies hätten sie unterbinden oder jedenfalls offen legen müssen: CDU-Kandidat Leinweber las seine Statements zu einem Großteil vom Blatt ab. Man hatte ihm oder er hatte sich -wohl als Reaktion auf sein Gestammel vor einer Woche im Lookentor- die wesentliche Aussagen aufgeschrieben. Er las vom Zettel ab. Unter den Augen des klugen Ersten Stadtrats Büring, der die Diskussion die ganzen zwei Stunden lang stehend neben dem Podium verfolgte (Foto).

Fünf Tage vor der OB-Wahl sind -aller salbungsvollen Worte und Phrasen zum Trotz- die Unterschiede der Kandidaten längst klar und deutlich. Ich beschreibe sie so:

Die CDU präsentiert mit Hans-Josef Leinweber alles andere als einen guten Mann. Er ist Beamter und das zeigt auch sein wenig souveränes Auftreten. Man kann sich nicht vorstellen, dass er unsere Stadt führt, dass er Ziele aufzeigt und Vorstellungen entwickelt, wie und wohin es gehen soll. Er liest ab. Das sagt alles. Er als OB und Stadtbaurat L. im Amt – keine schöne Vorstellung.

Jens Beeck findet ausnahmslos alles richtig, spricht  von „Entscheidungen“, die „wir“ getroffen haben. Wie ein Fußballer, der seit 19 Jahren nur auf der Tribüne sitzt, aber so tut, als sei er aufm Platz. Er hat in den 19 Jahren nur geredet, gestaltet hat die CDU. An anderer Stelle habe ich schon gelesen, dass er nach seinen Aussagen der wahre CDU-Kandidat sei – allerdings ohne soziale Bezüge, kapitalorieniert und bürgerfern, weil er alles besser zu wissen vorgibt.

Dieter Krone war heute zweifellos stärker als in den letzten Wochen. Er hat auch fast am meisten geredet. Auch seine Positionen sind aber konservativ, was seine rot-grünen Unterstützer verdrängen. Ich fürchte, sie würden bei einer Wahl Krones schnell erschrocken aufwachen. Denn schon eine leidlich organisierte CDU-Ratsmehrheit würde ihn einfangen und einbinden, hat er doch keine soziale oder ökologische Vita aufzuweisen. Deshalb würde er nur einen Winter lang tanzen und sich dann von früheren (ehrenamtlichen) OBs wie Ulla Ramelow oder Hans Klukkert schnell nicht mehr unterscheiden. Ich fürchte, er ist ein großer rot-grüner Irrtum.

Die auch bei der heutigen Diskussion überforderten Jörg Küster und Wilfried Fenslage haben keine Chancen. Küster, den die Muse in den 1990er Jahren küsste und der flotte Musik machte, ist heute so unendlich verkniffen, wie ich mir einen OB nicht vorstellen mag. Und Wilfried Fenslage ist als Versicherungsmakler zweifellos besser aufgehoben.

Keine Frage, dass ich für Sabine Stüting werbe; denn ich bin von ihr überzeugt, nicht nur weil sie -sorry, Jungs!- die höchste Intelligenz aller Bewerber hat. Ungeschminkt ehrlich ist schon ihr Wahlplakatfoto – im Gegensatz zu den photoshop-bearbeiteten Männerbildern.
Vor allem inhaltlich überzeugt sie mit einer nach vorn gerichteten Politik: Sparen in der Verwaltung wegen der Haushaltsmisere hat sie (als erste) gefordert, die Wiederaufforstung in Altenlingen, ihr Einsatz für Frauen und Betreuungsgarantie für Kinder ab 1, etwas das die männliche Konkurrenz nicht ein Mal verbalisiert hat, ihre Bereitschaft, den demografischen Wandel als etwas zu begreifen, das zum Gestalten zwingt (und nicht zu neuen Baugebieten in Baccum oder sonstwo, Dieter Krone!).  Sie präsentiert ein modernes Programm. Heute Abend erhielt ich nach der Diskussion eine cc-E-Mail an Sabine Stüting, die ich an dieser Stelle ausschnittsweise zitiere, weil sie meine Meinung wiedergibt:

Liebe Sabine,
wir möchten Ihnen zu Ihrem Auftritt in Halle IV sehr herzlich gratulieren. Sie waren offen und darum auch glaubwürdig, klar in der Argumentation und der Begründung Ihrer Aussagen und die Aussagen waren vernünftig, d.h. unideologisch, plausibel und überzeugend….

So isses. Sabine Stüting wird Lingen führen, nicht verwalten. Fürs Verwalten hat sie hoch qualifizierte Verwaltungsbeamte. Sie wird sich nicht vereinnahmen lassen.

Eigenschaft

1. September 2010

Köstlich!

Gerade habe ich beim Frühstück die Lingener Tagespost gelesen und mir Gedanken über die Aussagen von OB-Kandidat Jörg Küster (Die Linke) gemacht, als mein Blick auf diese Anzeige des CDU-Kandidaten Hans-Josef Leinweber (Scan re.) fiel.

Geben Sie zu, dass es Ihnen auch aufgefallen ist, sofern Sie die Zeitung samt Anzeige heute gelesen haben. Der Mann aus Geeste beansprucht  in seiner -übrigens mit rund 600 Euro einschl. Steuern nicht ganz billigen- Anzeige zwar weiterhin, kompetent und erfahren zu sein. Bloß die dritte Eigenschaft hat er nicht mehr, die noch auf seinen Plakaten prangt. Sie  ist völlig verschwunden.

Herrn Leinweber fehlt nach eigener Darstellung inzwischen die Eigenschaft  bürgernah. Bürgernah ist ihm tatsächlich in nur vier Wochen Wahlkampf abhanden gekommen. Selbsterkenntnis? Selbstkritik ? Vorsicht? Vielleicht wissen Sie ja mehr?

Kandidatin Sabine Stüting ist jedenfalls wieder einzig – bürgerNah.