trialogisch

28. August 2012

Gerade einmal 18 Schüler haben sich angemeldet in dieser neuen Schule in Osnabrück. Es bleibt also noch viel zu tun für ein zukunftweisendes Schulprojekt, das am nächsten Mittwoch startet. „Bisher hingen an den Wänden der Klassenzimmer der Johannisschule in Osnabrück nur Kreuze. In diesem Schuljahr werden sich auch Halbmond und Menora dazugesellen, denn die katholische Johannisschule wird zur Drei-Religionen-Schule. Jüdische, christliche und muslimische Kinder werden ab dem 5. September gemeinsam die Schulbank drücken. Die Idee für das trialogische Schulkonzept ist aus der Not geboren. Denn in den vergangen Jahren hatten sich immer weniger katholische Schüler an der Johannisschule angemeldet. Die Schulstiftung des Bistums Osnabrück, die Trägerin der Schule ist, musste handeln und…“

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Drei

21. März 2011

In Osnabrück steht eine so genannte Drei-Religionen-Grundschule vor der Verwirklichung. Am vergangenen Freitag unterzeichneten Juden, Katholiken und Muslime einen Kooperationsvertrag für dieses neue Schulkonzept. Im Sommer 2012 soll die erste Klasse starten. Tatsächlich ist die Schule bisher die einzige ihrer Art in Deutschland.

An der Johannisschule, bisher eine  Grundschule für Schüler katholischen Bekenntnisses, der aber die notwendigen 80% katholischen Kinder ausgehen, sollen künftig jüdische, christliche und muslimische Kinder Religionsunterricht in ihrem jeweiligen Bekenntnis erhalten. Gleichzeitig sollen sie aber auch die Besonderheiten und Feste der anderen Religionen kennenlernen.

Nicht zu den Unterzeichnern zählt jedoch die Evangelische Kirche. Sie lehnt den Vertrag ab. Wichtige Aspekte darin entsprächen nicht einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, sagte der Osnabrücker Superintendent Friedemann Pannen. „Einer der Hauptgründe ist für mich ein Passus im Vertrag, nach dem Geistliche andersgläubige Schüler von religiösen Feiern ausschließen können“, so Pannen. Die Herausforderung bestehe aber gerade darin, „religiöse Feiern für alle Schüler offen zu halten“.

Das ist nur einer von insgesamt sieben Kritikpunkten am Kooperationsvertrag. So fordert der evangelische Kirchenkreis, dass sich auch Kinder ohne Religionsangehörigkeit an der Schule anmelden können, was nach den jetzigen Vertragsbestimmungen aber nur geht, wenn noch Plätze frei sind.

Auch dass die Vertragspartner kein gemeinsames Leitbild für die Schule entworfen haben, kritisiert Friedemann Pannen. Stattdessen gilt das Leitbild der Schulstiftung des Bistums Osnabrück, die Trägerin der Drei-Religionen-Schule ist. Winfried Verburg, Leiter der Schulabteilung des katholischen Bistums Osnabrück, sagt: „Wir bedauern, dass der Kirchenkreis nicht dabei ist“.

Auch Avni Altiner, der Vorsitzende des Landesverbandes der Muslime in Niedersachsen (Schura), bedauerte am Rande der Vertragsunterzeichnung die Absage der evangelischen Kirche: „Ich hätte mir gewünscht, dass sie dabei ist“, sagte er. Die multireligiöse Schule sah er als „Gewinn für die Religionsgemeinschaften“ und zeigte sich froh, „dass es sie überhaupt gibt“.

Zu den weiteren Unterzeichnern des Vertrags gehören neben dem Bistum die türkisch-islamischen DITIB-Gemeinde Osnabrück und die Jüdische Gemeinde Osnabrück. Deren Vorsitzender Michael Grünberg findet es „schade“, dass die evangelische Kirche nicht dabei ist. Schließlich gehe es bei der Kritik des Kirchenkreises nur um „Feinheiten“…

(Quellen: NDR, taz)