6.9.44

6. September 2014

Mit einer Andacht, einer Gedenkveranstaltung und zwei Theateraufführungen erinnert die Stadt Emden heute an die Zerstörung der Stadt vor 70 Jahren.

Der 6. September ist der Tag in der Geschichte der ostfriesischen Stadt. An diesem Tag wurde Emden aufgrund eines Flächenbombardements der Alliierten großflächig bis auf die Grundmauern zerstört. Der Angriff hatte das Ziel der größtmöglichen Zerstörung. Innerhalb von weniger als einer halben Stunde wurden von 181 Bombern annähernd 18.000 Bomben auf die Stadt geworfen. 46 Emder/innen wurden getötet, 109 verletzt und 21.000 Einwohner wurden obdachlos. In Folge dessen wurde das Stadtgebiet innerhalb des Wallgürtels zerstört.
Dieser Tag soll und wird dauerhaft im kollektiven Gedächtnis der Stadt bleiben, dies ist eine Aufgabe für den Rat und die Verwaltung der Stadt.

Aus Anlass des 70. Jahrestages der Zerstörung Emdens am 6. September 1944 bereitet die Stadt Emden unter anderem in Zusammenarbeit mit Vertretern des Bauvereins Neue Kirche Emden e.V., des Arbeitskreises Bunkermuseum sowie dem Arbeitskreis 6. September die Gedenkfeierlichkeiten vor. Das Gedenken und die mit diesem Tag verbundenen schrecklichen Erinnerungen werden am 6. September und in den darauf folgenden Wochen mit verschiedenen Veranstaltungen in der Neuen Kirche, der A Lasco Bibliothek und dem Kulturbunker begangen.

Ablauf der Gedenkfeierlichkeiten am 6. September 2014:
17.15  Uhr Ökumenische Andacht am Bunkermuseum
17.45  Uhr Gang zur Johannes a Lasco Bibliothek
18.00  Uhr Beginn der Gedenkfeier in der JAL
– Auszug aus dem Theaterstück „… und du bist ab“;
Jugendliche Mitglieder des Ensembles der Theaterwerkstatt der Malschule erzählen auszugsweise von
september_6_nachricht_dac9731abd• den noch sorgenfreien Alltag der Kinder in den 30er Jahren
• das Verschwinden von Menschen
• den bereits eingeschränkten Alltag
• Fakten zum Krieg und zur Zerstörung Emdens am 6. September 1944
18.08  Uhr Rede des Oberbürgermeisters
18.18  Uhr Musik (Musische Akademie)
18.24  Uhr Schweigeminute
18.25  Uhr Prosatext „Dann gibt es nur eins!“ von Wolfgang Borchert (Friedensforum)
18.30  Uhr Musik (Musische Akademie)
18.36  Uhr Gedicht (Malschule, Frühling in Bunker-Ruinen, verfasst von Ruth Müller-Kaiser)
18.42  Uhr Ökumenischer Segen und Läuten der Glocken
18.45  Uhr Ende der Veranstaltung

EMmm

30. August 2011

Den Sprachwitz kennen Sie doch, oder?
„Ostfriesische Stadt mit einem Buchstaben?“  „EMmm!“

Auch im kreisfreien Emden wird am 11. September gewählt und die größte Stadt Ostfrieslands bekommt neben einem neuen Stadtrat auch einen neuen Oberbürgermeister. Der seit 25 Jahren zunächst ehrenamtlich und später hauptamtlich als OB agierende Sozialdemokrat Alwin Brinkmann geht  in den Ruhestand. Die Bilanz des unspektakulär agierenden 65-jährigen Ostfriesen kann sich sehen lassen, berichtet der NDR:

„Mit ausgezeichneten Kontakten zur roten Landesregierung konnte Brinkmann in Emden zahlreiche Projekte anschieben: die Johannes-a-Lasco-Bibliothek aus Ruinen der Großen Kirche aufbauen, den Binnenhafen umgestalten, einen Industriepark für Volkswagen-Zulieferer bauen, das Landesmuseum und die Kunsthalle erweitern.

Zuletzt gelang es ihm, die seit Jahren leer stehende Kaufhalle zu erwerben, die nun in ein Einkaufszentrum umgebaut werden soll, eine Promenade am Roten Siel zu bauen – und das wohl wichtigste Projekt in Gang zu bringen: Nach dem Scheitern der Projekte Dollart-Hafen und Vorhafen soll am Rysumer Nacken ein neuer Hafen für die ganz großen Schiffe gebaut werden, als Basis-Hafen für Offshore.“

Der scheidende OB Brinkmann sagt auch:  „Nirgendwo kann man so mitbestimmen, was passiert, wie in einer Kommune.“  Ein wichtiger und richtiger Satz. Man sollte ihn all denen ins Stammbuch schreiben, die beim Stichwort Kommunalwahlen abwinken und zuhause bleiben.

(Foto: Alwin Brinkmann, © Inselmann wikipedia CC)