Bürgermeisterwechsel

11. Juni 2015

In Lingens Partnerstadt Salt in der autonomen Region Katalonien dürfte es bald einen neuen Bürgermeister geben. Denn der bisherige, konservative Amtsinhaber Jaume Torramadé  steht nach acht Jahren vor der Abwahl, nachdem seine CiU deutlich Stimmen bei der Kommunalwahlen vom 24. Mai einbüßte und die Wahlgewinner von der unabhängigen katalanische ERC, nicht davon überzeugen konnte, sich die Macht zu teilen und den Bürgermeister je zwei Jahre durch CiU und ERC zu stellen. Es zeichnet sich nämlich jetzt ab, dass die ERC mit Frontmann Jordi Viñas (5 Sitze), die katalanischen Sozialisten um Iolanda Pineda (3) und die lokale, linkskritische IpS-CUP („Independents per Salt-Candidatura d’Unitat Popular„) mit Spitzenkandidat Ferran Burch (3) eine „gemeinsame starke Stadtregierung“ bilden wollen. Zusammen verfügen die drei Parteien über 11 der 21 Ratsvertreter und damit über die absolute Mehrheit. Das erste Ziel: Sie wollen gemeinsam einen linken Bürgermeister wählen und das wird Jordi Viñas (Foto) sein.

Nach zwei Wochen politischer Verhandlungen hat ERC, sagte Viñas, die absolute Mehrheit gesichert und man habe miot PSC und IPS-CUP ein Programm formuliert „für eine Regierungsmannschaft mit dem notwendigen Minimum von elf Stadträten“.

Iolanda Pineda kündigte an, dass die neue Dreiparteien-Koalition aus drei Partnern  Jordi Viñas (ERC) zum Bürgermeister wählen will. „Bei so vielen Gruppen im Stadtrat wird es eine starke Regierung und eine stabile Mehrheit geben“, sagt Bürgermeisterkandidat Jordi Viñas. Die Mitgliederversammlungen von PSC, IpS-CUP und ERC haben die Ergebnisse der dreiwöchigen Verhandlungen jedenfalls gebilligt.

Gewählt wird der neue Bürgermeister am morgigen Samstag um 12 Uhr im Rathaus von Salt.

Salt im Umbruch

21. Mai 2011

Auch in Lingens katalonischen Partnerstadt Salt wird am Sonntag ein neues Kommunalparlament gewählt. Dabei dürfte es für die nur mit knapper Mehrheit regierenden Sozialisten und ihre Bürgermeisterin ganz eng werden. Denn in ganz Spanien demonstrieren vor allem junge Leute gegen die trostlose Situation. Die Bewegung „DEMOCRACIA REAL YA!“ (übersetzt: Echte Demokratie Jetzt!) bringt seit Tagen Tausende vor allem junger Spanier auf die Straßen und Plätze.  Sie fordert die Abkehr von den beiden großen spanischen Parteien PSOE/PSC und Partido Popular. Denn das Land steckt in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Nahezu die Hälfte der jungen Menschen ist ohne Arbeit. In Salt kommen noch ganz andere Probleme hinzu.

Salt wird seit der letzten Kommunalwahl von Bürgermeisterin Iolanda Pineda (PSC, Foto re.) geführt. Die Sozialistin hofft darauf, das dies auch so bleibt, um „weiterhin die begonnene gute Arbeit und die grundlegende  Weiterentwicklung der Stadt“ fortsetzen zu können.   In einem Interview mit Europa Press räumte  Pineda ein, sie müsse Salt in Zeiten der Krise regieren. Es sei schade, dass man deshalb  nicht alles Notwendige umsetzen könne: Das Hauptproblem: Salt hat als Vorort des prosperierenden Girona innerhakb weniger Jahre mehr als 40% (!) Zuwanderung – vor allem aus Nordafrika und ist damit völlig überfordert. Heute hat die mit nur 3% der Ausdehnung Lingens flächenmäßig sehr kleine Kommune mehr als 30.000 Einwohner, allein 10.000 sind in den letzten 10 Jahren hinzugekommen, fast alle Migranten. Salt ist inzwischen die  am dichtesten besiedelten Stadt der Region.

Die sich daraus ergebenden Probleme  zeigten sich in den letzten Monaten massiv, als die Partnerstadt Lingens landesweit Schlagzeilen machte. Nach dem Tod eines jungen Einwanderers auf der Flucht vor der Polizei kam es Anfang dieses Jahres zu Demonstrationen und Unruhen; ähnlich dann im März, als ein Kolumbianer den 22-jährigen Oscar Cruz Bernal tötete (Videos unten).

Pineda sagt,  sie habe bei all den Schwierigkeiten einen guten Job gemacht, und hofft optimistisch trotz Wirtschaftskrise auf die Unterstützung der Menschen: Es gebe sicherlich Skeptiker, vor allem die, die neue Arbeitsplätze brauchten,  aber es gebe  auch viele, „die unseren  Mut und Einsatz für die Menschen positiv bewerten“. Ihre Partei PSC habe erkannt, dass die konkreten Erfahrungen der Menschen  mit ihrer lokalen Führung vor Ort die Sicht der Dinge verändere. Salt müsse in vier Bereichen voran gebracht werden müssten. Die PSC-Bürgermeisterin nannte die Stadtentwicklung, eine gute, solide Ausbildung, die wirtschaftliche Entwicklung und die Gewährleistung der Sicherheit für die Bürger. Sollte Pineda die Wahl verlieren und auch kein Mandat im Stadtrat erringen, plant sie, ihre Stadt eine Zeit ganz zu verlassen.  „Dann möchte ich den Kopf wieder frei bekommen“, hat sie vorausschauend angekündigt.

Am Sonntag bewerben sich  insgesamt neun verschiedene Parteien um die Mandate in Salt, darunter auch Iolanda Pinedas  Hauptrivale Jaume Torramadé ( CiU), der von 1999 bis 2007 bereits Bürgermeister in Salt war und den die amtierende Bürgermeisterin abgelöst hatte.

Außerdem kandidieren bei den Kommunalwahlen noch die ERC mit Spitzenkandidat Josep Soler, die Uanabhängige Wählergemeinschaft Salt mit Ferran Burch, Frank Martinez führt die regionale ICV; es tritt an die Bewegung Social Republicano für Salt mit Maria del Carmen Martínez, die Partido Popular (PP) unter Führung von Gil Felip, die „Menschen für Salt“ mit Spitzenkandidat Antonio Rodriguez und die Plataforma por Catalunya mit Carles Bonet als Nummer eins.