Geschwurbel

10. Juli 2020

Wochenlang hat die niedersächsische Gesundheitsministerin eine „kompaktere Form“ bzw. eine „vereinfachte“ Coronaschutz-Verordnung des Landes angekündigt. Zur Erinnerung: Die ersten Maßnahmen waren als sog. Allgemeinverfügung 1,5 Seiten lang, zwischendurch erreichten die Experten dann mehr als 33 Seiten, jetzt sind es immer noch 22 Blatt, die heute im Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes Niedersachsen veröffentlicht wurden. Wir finden handwerklich schlechte Arbeit, sprachlichen Müll und einen Wust von juristischem Geschwurbel, etwa „zum Beispiel“ „insbesondere“ „einschließlich“ „ausschließlich“ „entsprechend“ so:

„Die Veranstalterin oder der Veranstalter einer Veranstaltung in geschlossenen Räumen, insbesondere einer kulturellen Veranstaltung wie zum Beispiel einer Aufführung der darstellenden Künste, der Musik oder der Literatur einschließlich einer Vorführung in einem Kino, hat sicherzustellen, dass die Besucherinnen und Besucher das Abstandsgebot nach § 1 Abs. 3 Sätze 1 und 2 einhalten. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher darf 500 Personen nicht übersteigen. Die Veranstalterin oder der Veranstalter hat zudem sicherzustellen, dass alle Besucherinnen und Besucher sitzend an der Veranstaltung teilnehmen. Die Veranstalterin oder der Veranstalter hat Maßnahmen aufgrund eines Hygienekonzepts nach § 3 zu treffen; sie oder er ist zur Datenerhebung und Dokumentation nach § 4 verpflichtet. Die Veranstalterin oder der Veranstalter hat im Übrigen sicherzustellen, dass jede Besucherin und jeder Besucher eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, soweit und solange die Besucherin oder der Besucher nicht nach Satz 3 sitzt; § 2 ist entsprechend anzuwenden. Für ein gastronomisches Angebot während einer Veranstaltung im Sinne des Satzes 1 gilt § 10 Abs. 1 und 2. Für Veranstaltungen im Sinne des Satzes 1, die ausschließlich von Personen in Fahrzeugen besucht werden, gilt ausschließlich § 25 Abs. 3 entsprechend.“

Soweit und solange nicht nach Satz 3 sitzt…Wahnsinn, wie man so daneben formulieren kann.