Impfmüdigkeit

20. Januar 2019

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat jetzt Impfgegner und Impfmüdigkeit („Vaccine hesitancy„) zu den zehn aktuell größten Bedrohungen für die Weltgesundheit erklärt. Laut WHO verhindern Impfungen nämlich jedes Jahr weltweit zwei bis drei Millionen Todesfälle. Weitere 1,5 Millionen könnten vermieden werden – wenn die Impfbereitschaft besser wäre. Die Gründe für Impfmüdigkeit seien vielfältig. Nachlässigkeit, schwieriger Zugang zu den Impfstoffen oder mangelndes Vertrauen. Welchen Folgen das habe, zeige das Beispiel Masern: Die Zahl der Fälle ist 2017 weltweit um 30 Prozent gestiegen. Ein Grund sei die wachsende Zahl der Impfgegner in Industrienationen. Auch in Deutschland verdreifachte sich die Zahl der Masernfälle auf mehr als 900.

Ein Grund hierfür sind falsche Behauptungen. Gegner der Masern-Schutzimpfung haben immer wieder neue Nebenwirkungen der Schutzimpfung gegen Masern in den Raum gestellt. Die Mutmaßungen, dass Allergien, Asthma, Diabetes mellitus oder Morbus Crohn durch Impfungen ausgelöst würde, konnten allesamt nicht bestätigt werden.

Obwohl die Impfung gegen Masern als notwendig und sicher gilt, wurde in einzelnen Publikationen kritisiert, dass die Studien zur Untersuchung der Nebenwirkungen der MMR-Impfung nicht ausführlich genug und bezüglich des Studiendesigns teilweise inadäquat seien.[88] Dagegen hat Ende 2013 das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) alle vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2012 gemeldeten Verdachtsfälle ausgewertet. Es konnte kein neues Risikosignal entdeckt werden, damit bleibt das PEI bei einer positiven Risiko-Nutzen-Bewertung der monovalenten und kombinierten Masernimpfstoffe. Die WHO sagt kurz: Sicher!

Als größte globale Gesundheitsrisiken stuft die Weltgesundheitsorganisation auch Ebola, HIV, Dengue-Fieber, Antibiotika resistente Keime, Übergewicht, chronische Krankheiten – und die Luftverschmutzung ein: Neun von zehn Menschen weltweit atmen laut WHO Tag für Tag dreckige Luft. Sieben Millionen Menschen sterben vorzeitig an den Folgen – zum Beispiel an Krebs oder Herz-Lungen-Krankheiten.

Heute ist Welt-Aids-Tag

1. Dezember 2018

https://www.welt-aids-tag.de/aktion-2018/Noch immer werden viele Menschen mit HIV aufgrund ihrer Infektion diskriminiert – in der Familie, im Freundeskreis, im Job, in der Freizeit und sogar im Gesundheitswesen.

Diskriminierung tut weh – und macht krank. So berichten immer wieder Menschen mit HIV, dass sie aus Angst vor Diskriminierung keine ärztliche Hilfe gesucht haben, obwohl es nötig war. Menschen mit HIV leiden außerdem häufiger unter Depressionen, die ebenfalls oft unbehandelt bleiben.

Ausgrenzung behindert aber auch die HIV- und AIDS-Prävention. So kann Angst vor Diskriminierung etwa dazu führen, dass HIV-Testangebote nicht genutzt werden. Statt eine Infektion früh zu behandeln und so die Chance auf ein langes Leben mit HIV zu nutzen, kann HIV dann unbemerkt die Gesundheit schwer schädigen. Unbehandelt bleibt HIV außerdem übertragbar.

Mit der Kernbotschaft „Stopp Diskriminierung von Menschen mit HIV“ regt die diesjährige Gemeinschafts-Aktion des Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS) die Betrachterinnen und Betrachter dazu an, ihre eigenen Denk- und Verhaltensweisen gegenüber HIV-Positiven und mögliche Vorurteile aus dem eigenen Kopf zu streichen. Damit Menschen mit und ohne HIV im Alltag ganz entspannt zusammenleben können.

(Quelle)

Risikogruppe

2. Dezember 2012

220px-Province_Saxony_(1815-1937)Im Netz kursierte schon der Vorschlag, das Bundesland Sachsen-Anhalt wieder an die Russen zurückzugeben – so schräg und rechtsstaatlich durchgeknallt sind die Vorschläge, die aus dem auch sonst nicht selten als Schlusslicht glänzenden Sachsen-Anhalt zu hören sind.

Vergangene Woche wurde schon heftig kritisiert, dass künftig in Sachsen-Anhalt Zwangstests auf Hepatitis- und HIV-Infektionen ermöglicht sein sollen.  Betroffen seien „Risikogruoppen“. Zu dem Personenkreis werden gemeinhin Homosexuelle, Drogenabhängige, Obdachlose und Ausländer gezählt. Bisher ist ein Test beim Verdacht einer HIV-Infektion nur möglich, wenn der Betroffene zustimmt.

Und jetzt wird bekannt, dass nach demselben Entwurf für die Änderung des Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung die Polizei auch weitreichende Vollmachten erhalten soll. Bspw soll  dieTelekommunikationsunternehmen zwingen können, ihre Dienste für einen bestimmten Zeitraum und Ort einzustellen. Dies ist nicht unbedingt an den Vorbehalt einer richterlichen Entscheidung oder auch nur eine Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft gebunden.

„Die Polizei kann von jedem Diensteanbieter verlangen, Kommunikationsverbindungen zu unterbrechen oder zu verhindern, wenn dies zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes oder für Leib, Leben oder Freiheit einer Person erforderlich ist. Die Unterbrechung oder Verhinderung der Kommunikation ist unverzüglich herbeizuführen und für die Dauer der Anordnung aufrechtzuerhalten“, heißt es konkret in dem Entwurf.Konkret bedeutet dies, dass zum Beispiel ein polizeilicher Einsatzleiter unkontrolliert die Abschaltung von Mobilfunk-Sendemasten anordnen kann, wenn er eine Gefahrenlage zu erkennen meint. Angesichts dessen wie frei die so genannte „Gefahr im Verzug“ von der Polizei immer wieder interpretiert wird, muss damit gerechnet werden, dass Einsätze der Behörde beispielsweise auf Demonstrationen immer wieder damit einhergehen, dass das Mobilfunknetz lahmgelegt wird, um eine Koordination der Teilnehmer über moderne Kommunikationswege oder die Dokumentation des polizeilichen Vorgehens per Videostream zu behindern.

Erst nachdem die Abschaltung erfolgt ist, muss sich die Polizei mit einem Richter in Verbindung setzen, der dann über die weitere Dauer zu entscheiden hat. Ohne eine gerichtliche Order kann die Unterbrechung der Kommunikationswege aber immerhin auf maximal zwei Tage ausgedehnt werden. 

Eine weitere Änderung im Gesetzesentwurf sieht vor, dass das Landeskriminalamt in Sachsen-Anhalt in Gefahrensituationen ebenfalls eigenmächtig „von öffentlichen und nichtöffentlichen Stellen die Übermittlung von personenbezogenen Daten bestimmter Personengruppen“ anordnen können soll. Alle anderen Behörden, Unternehmen und Organisationen wären damit verpflichtet, den Beamten Zugriff auf ihre Datenbestände zu geben, damit diese mit anderen Datenbanken abgeglichen werden. Einschränkungen sind hierfür von dem Gesetzesentwurf überhaupt nicht vorgesehen.

Ich denke bei alldem spontan, an den gut fünf Jahre zurückliegenden Einsatz der Polizei im Nachbarbundesland Mecklenburg-Vorpommern anlässlich des sog. G8-Gipfels in Heiligendamm. Abgesehen vom verfassungswidrigen Einsatz der Bundeswehr mit Tornado-Kampfflugzeugen, dem rechtswidrigen Einsperren von Demonstranten in Käfigen, die in Gänze menschenrechtswidrig war, einem rechtswidrigen Demonstrationsverbot, waren selbst die Razzien vor dem Politikertreffen rechtswidrig. Also, was eigentlich war da in Mecklenburg-Vorpommern rechtsstaatlich? Dass für das Abschalten der Grundlagen unseres Gemeinwesen übrigens irgendein einziger Verantwortlicher zur Rechenschaft gezogen worden wäre, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich sind die beamteten Verfassungs- und Rechtsstaatsbrecher sämtlich noch befördert worden, anstatt sie zu entlassen (oder zumindest in den Streifendienst zurückzubeordern, wenn sie da jemals waren).

Jetzt also kein exekutiver sondern ein gesetzgeberisch-geplanter Rundumanschlag auf Menschenwürde und andere Verfassungsrechte durch die Risikogruppe der parlamentarischen und/oder ministeriellen Technokraten in Sachsen-Anhalt.  Fefe kommentiert: „So ist das halt in einem Polizeistaat. Irgendwann hat man alle Vorschläge durch und dann bleibt nur noch so ein Mist übrig, den man der Polizei noch als ungerechtfertigte Sonderermächtigungen einräumen kann. Alles andere dürfen die schon.“

(Foto: CC Die preußische Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt (später Freistaat Anhalt) in ihren Grenzen bis 1945; Quelle)

Rote Schleife

1. Dezember 2012

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Rote Schleife.
1. Dezember.
Weltaidstag

Aidshilfe

5. Oktober 2012

Heute begeht die Aidshilfe Emsland mit dem Sitz in Lingen den 25. Jahrestag ihrer Gründung. Mit einem Tag der offenen Tür. Auf der Internetseite lese ich:

„Vision
Die ehemals Infizierten, die Ehrenamtler und die wenigen hauptamtlichen Mitarbeiter der früheren AIDS-Hilfen treffen sich zu einem gemütlichen Beisammensein. Zur Feier des Jahrestages der Vereinsauflösung. Die Krankheit ist medizinisch besiegt. Und der politische Irrglaube, dies könne ein dauerhafter Erfolg sein, obwohl er nur einem Teil der Weltbevölkerung zuteil wird, konnte genauso überwunden werden.

Die Weltgemeinschaft hat sich ihrer Verantwortung gestellt: Aus Solidarität, Verantwortungsbewusstsein und nicht zuletzt der Einsicht, dass der Kampf gegen das tückische Virus niemals gewonnen werden kann, wenn die sog. „Erste Welt“ zuhause siegt, während das Virus im Rest der Welt weiter mutieren und Resistenzen bilden kann.

Wir werden gewachsen sein. Toleranter, aufmerksamer, weltoffener und solidarischer als zu Beginn der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Bis zu diesen Tagen in der Zukunft bleibt unsere Aufgabe der Einsatz für Aufklärung – Betreuung – Solidarität.“

HIV

16. Juli 2010

Am Sonntag beginnt in Wien die 18. Welt-Aids-Konferenz, zu der mehr als 20.000 Teilnehmer erwartet werden. Weltweit sind nach Angaben der Vereinten Nationen 33,4 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Allein im vorletzten Jahr  starben zwei Millionen Menschen an den Folgen der Immunschwächekrankheit.

Zu beklagen sind seit Ausbruch der Epidemie vor knapp 30 Jahren  25 Millionen Aids-Tote weltweit. Im südlichen Afrika leben 22,4 Millionen Menschen mit HIV oder Aids. Das sind etwa zwei Drittel aller HIV-Infizierten weltweit. In Deutschland leben etwa 67.000 Menschen mit dem HI-Virus, im Emsland geschätzt mehr als 200, derer sich die AIDS-Hilfe Emsland angenommen hat

Dem Berliner Robert-Koch-Institut zufolge sind bundesweit die Neuinfektionen während der vergangenen zehn Jahre  deutlich gestiegen. Steckten sich 2001 insgesamt 1440 Menschen neu mit HIV an, waren es im vergangenen Jahr mehr als 2.850 Menschen.

Die Deutsche Aids-Hilfe sieht trotz dieser Zahlen in der Bundesrepublik keine „neue Sorglosigkeit“. „Wir sind davon überzeugt, dass das sehr, sehr selten ist. Weder Umfragen noch unsere Erfahrungswerte bestätigen das“, sagte die Aids-Hilfe-Geschäftsführerin Silke Klumb am Freitag in Berlin. Man müsse immer die individuellen Lebensumstände der Patienten im Blick haben. „Es gibt Situationen, da sind sie rein psychisch nicht in der Lage, auf sich selbst zu achten und sich zu schützen“, sagte Klumb.

Schwerpunkt der Arbeit der Aids-Hilfe sei im Moment unter anderem die Arbeit mit Prostituierten, sagte Klumb. Viele der Prostituierten aus osteuropäischen Ländern hätten einen „katastrophalen Bildungsstand“ und seien kaum informiert über Krankheiten. Hier versuche die Aids-Hilfe, feste Kontakte zu knüpfen, um alle der beteiligten Frauen zu erreichen. Es sei aber ein Gerücht, dass der  Infektionsgrad unter Prostituierten gestiegen sei.

Nachtrag vom 23.07.: Inzwischen ist die Konferenz zu Ende gegangen. Hier berichtet die NZZ über die Ergebnisse.

Quellen: © afp/ddp/aerzteblatt.de/NZZ