#AF16/2

24. Juni 2016

Hier sind die Highlights auf dem Abifestival 2016, das diesmal ein wenig im Schatten des Hurricane-Festivals steht, aber weiterhin etwas ganz wichtiges für sich verbuchen kann: Umsonst & Draußen.

Insgesamt ist das Abifestival in diesem Jahr sehr stark HipHop geprägt, ob nun durch „Mainstreamigeren“, wie den von OK KID oder eher „Underground“ wie von SSIO, Lance Butters oder LGOONY – wobei man schnell ahnt, warum es eher „Underground“-Material ist. Denn im Radio kann man viele Songs nicht senden; mitunter ist es wirklich nicht jugendfrei.

SSIO
Derber HipHop, mal gefühlt auch etwas zu derb. Dennoch: Mit mehr als einer halben Million Facebook-Fans einer der bekanntesten deutschsprachigen HipHoper.

OK KID
Wer im Moment Radio in NRW hört, kommt an ihnen nicht vorbei. OK KID! Leider sträflichst vernachlässigt durch den betulichen NDR. OK KID sind die deutschsprachigen Newcomer des Jahres. Obwohl sie in die Kategorie „Popband“ fallen, sind ihre Texte eher von Sprechgesang geprägt.

Großstadtgeflüster
Eine sehr „berlinerisch“ geprägte Elektro-Kombo aus… Berlin! Wikipedia sagt: „Musikalisch bewegt sich Grossstadtgeflüster zwischen Elektropop und Elektropunk. Die Texte drehen sich dabei oft um Themen wie persönliche Freiheit und ein Leben abseits der Norm.“

De Fofftig Penns
Plattdeutscher Hiphop. Auch bekannt von und durch Stefan Raabs „Bundesvision-Songcontest“ und natürlich durch dieses Blog, weil: Sie waren schon in Lingen. Und auch schon beim Abifestival.

Hier das komplette Line-up mit der Anfahrt zum Must-Go-Termin dieses Wochenendes und vielleicht sogar mit ein paar meteorologischen Aufregern zwischendurch. Viel Spaß

Beatschicht live – Roger & Schu
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Fr 19.02.2016 Sa 20.02.2016 – 21 Uhr

Eintritt 16,00 € zzgl. Gebühren

„Zwei nicht zu trennen so wie Cocktails und Kopfweh,
….wir bleiben hip bis wir hops gehn“ („Funky & Frech“)

Die Geschichte des HipHop ist – wie jene vieler eher linker Parteien – reich an wortgewaltigen Doppelspitzen: Method Man und Redman, Kool Savas und Eko oder jüngst wieder Afrob und Samy Deluxe. Aber was anderswo als „Kollaboration historischen Ausmaßes“ gewürdigt wird, hat bei „zwei hochbegabten Hochstaplern“ vom Münchner Blumentopf ganz pragmatische Gründe. Oder, wie Roger und Schu selbst das ausdrücken: „Wir haben halt immer noch richtig Bock, Rap zu machen“.
Applaus deshalb für zwei der schlimmen Finger, die es als ganze Hand bis zur Weltmeisterschaft gebracht und anschließend den Philip Lahm gemacht haben: Schluss mit der Raportage, Vollsprengung mit Topf und Texta, zurück zu dem Ding, das man seit 1992 praktisch hauptberuflich macht und zusammen mit einer Frischzellenkur namens Maniac jetzt auf ein personalreduziertes neues Level hievt. Genau so einen wie den Produzenten von den Demograffics habe man nämlich gebraucht, so Roger, „jemanden, bei dem das Talent noch größer
ist als der Name“. Und der Regensburger dankt es auf gut bayerisch mit „Gnackbreakerbeats“ über die es neben klassischem Storytelling schon auch mal die ein oder andere Punchline setzt. Ansonsten sind, so Roger, die Zutaten ähnlich wie beim Blumentopf, „aber der Koch ist ein ganz anderer“. Herausgekommen ist ein leidenschaftliches und augenzwinkerndes Manifest für den Spaß an der Rapmusik: Eine 15 Tracks starke Rede zur Lage der HipHop-Nation, vorgetragen von zwei ihrer „Altkanzler“, die es sich selbst im fortgeschrittenen Alter nicht nehmen lassen, das Ding
anschließend auch noch durch die Clubs zu tragen. Und zwar mit einer Message, wie sie nach Hymnen wie „Deine Jungs / Meine Jungs“ deutlicher kaum sein könnte: „Wir sind 40er in dem Ding, wir wollen nicht die 20er sein. Damit musst Du spielen. Das muss Dir klar sein.“, so Roger. Zumal es durchaus sein kann, das Roger & Schu jetzt doppelt so hart ran müssen. Denn die Zukunft von Blumentopf ist bekanntlich nun mit dem Aus der Kombo besiegelt. Und wer ausser den beiden verbleibenden Sprechgesangs-Triebtätern sollte wohl das Erbe der Münchner HipHop-Legende in die Zukunft tragen?
Als gemeinsames Soloalbum ist „Clap Your Fingers“ dabei der beste Beweis dafür, dass sich auch zwei Finger noch bestens zur Faust ballen lassen. Und die bekommt ihr beattechnisch zeitgemäßes Hallelujah nicht nur von Maniac, sondern auch noch von dessen Partner Dexter, vom Hamburger Urgestein I.L.L. Will und von Bubu Styles besorgt, während DJ Sixkay für die Cuts verantwortlich zeichnete. Vor diesem Hintergrund mag es komisch klingen, wenn man feststellt, dass man Rap als Lebensinhalt mittlerweile vielleicht mehr brauche als das umgekehrt der Fall ist.
Aber genau diese Erkenntnis und Bescheidenheit sind es, die HipHop in dieser Zeit tatsächlich noch fehlen könnten.

 

(Quelle)

Ich war drei Jahre in Lingen

22. Dezember 2013

Für die Hiphop-Szene, die Lingener. Gottseidank, die Theorieprüfung hat sie bestanden- in Altenesch. „Ich war drei Jahre in Lingen und das war die reinste Hölle.“ Karahsche. Wow!

JP

17. März 2013

Wir brauchen Hiphop