Gärten und Bronze

4. Juni 2011

Zwei Wochenendtipps:

Am Sonntag, den 5. Juni 2011, in der Zeit von 10.00 bis 17.00 Uhr öffnen in Herbrum bei Papenburg (Emsland) fünf private Gartenbesitzer ihre Gartenpforten und laden alle Gartenliebhaber zu einen Besuch ein. Unterschiedliche Gärten in verschiedenen Stilrichtungen stehen den Besuchern offen und geben einen Einblick in die Vielfalt heimischer Gärten.

Es besteht für jeden Besucher die Möglichkeit, seine eigene Gartentour durch Herbrum zu unternehmen. Hierbei ergibt sich sicher auch der eine oder andere interessante Erfahrungsaustausch zwischen den Besuchern und Gartenbesitzern.

Ein Flyer mit der Beschreibung und den Standorten der einzelnen Gärten kann von der Internetseite des veranstaltenden Heimatvereins Herbrum  heruntergeladen werden. Der Eintritt in die und in den Gärten ist frei.

Eine Alternative oder eine Ergänzung zur Gestaltung des Wochenende sind die Uelser Bronzezeittage am Samstagnachmittag, den 4. und Sonntag, den 5. Juni.  von 12 bis 18 Uhr. Sie finden zum siebten Mal auf dem Bronzezeithof in Uelsen (Grafschaft Bentheim) statt – zu denen wir auch in diesem Jahr ein buntes Treiben um Handwerk und Kunst, Musik und Kulinarisches auf die Beine stellen werden.

„Entdecken Sie urgeschichtliche Funde, Keramiken, Werkzeuge und deren Repliken in einer Dauerausstellung in Blekker’s Hofcafé.
Hautnah erleben Sie die Geschichte der frühen Uelser Menschen am Riedberg. Informationstafeln und filmische Darstellungen liefern Ihnen Antworten und neue Fragen rund um das Thema Bronzezeit in Uelsen und Umgebung.
Die Dauerausstellung kann kostenlos zu den Öffnungszeiten des Cafés besucht werden.
Öffnungszeiten Blekker’s Hofecafé von Mittwoch – Sonntag: 14 – 18 Uhr“

Eintritt: Erwachsene 2 Euro, Kinder 1 Euro (ohne Gewähr – die im Internet zugänglichen Meldungen sind leider eher rudimentär.

Lebendige Ems

27. November 2010

Der Patient Ems soll wieder gesund, der schwer geschädigte Fluss naturnah umgestaltet werden. Darauf zielt ein neues Projekt der Umweltorganisationen BUND, NABU und WWF (World Wide Fund For Nature) ab. Innerhalb von drei Jahren wollen sie im Rahmen der „Perspektive Lebendige Unterems“ verschiedene Konzepte für eine ökologische Verbesserung erarbeiten, kündigten Vertreter der drei Organisationen vorgestern in Emden an. Die rund 830 000 Euro teure Studie soll jedoch, so die Organisatoren, “ keine Vorstudie zum Bau eines Emskanals sein. Es soll jedoch auch untersucht werden, ob ein Kanal parallel zur Ems eine Alternative sein könnte“. Anwohner und Politiker in der Region lehnen einen solchen Kanal ab.

In dem Projekt ‚Perspektive Lebendige Unterems’ wollen die Umweltverbände BUND, NABU, WWF und die TU Berlin gemeinsam mit lokalen Gruppen verschiedene Naturschutzziele für die Untere Ems erarbeiten und die Chancen für eine Umsetzung prüfen. Dabei sollen Möglichkeiten der Renaturierung der Unteren Ems entwickelt und für die Öffentlichkeit visualisiert aufgearbeitet werden. Anlass ist der dringende Renaturierungsbedarf der Ems. Als Folge der intensiven Baggerungen zur Herstellung der notwendigen Überführungstiefen für die Transfers großer Kreuzfahrtschiffe von Papenburg nach Emden haben sich die ökologischen Verhältnisse soweit verschlechtert, dass im Sommer keine Fische mehr in der Unterems leben können. Flusstypische Lebensräume durch Uferbefestigungen, Verschlickung und Absinken der Wasserstände sind nach Angaben der Umweltverbände in großem Umfang verloren gegangen. Das Projekt hat eine Gesamtlaufzeit von 33 Monaten und wird durch Mittel des Emsfonds und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

„Das gemeinsame Vorhaben der Umweltverbände hat das Ziel, die Perspektive einer lebendigen Unterems zu entwickeln und konkrete Schritte zur Umsetzung vorzubereiten“, sagte Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Geschäftsführer, BUND Niedersachsen. Dabei werden drei verschiedene Szenarien erarbeitet und anschaulich visualisiert. Neben einer Renaturierung der Ems zwischen Herbrum und Gandersum unter Beibehaltung der Schifffahrtsnutzung werden auch die Möglichkeiten der Renaturierung der Unterems zwischen Leer und Papenburg entwickelt. Außerdem sollen Maßnahmen für eine Renaturierung für den Emsabschnitt zwischen Leer und Dörpen aufgezeigt werden.

„Das Projekt setzt auf den Dialog mit Naturschützern und Politik vor Ort“, erklärte Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen. „Wir wollen eine gemeinsame, realistische Vision davon entwickeln, wie eine lebendige Ems das Leben in der Region positiv beeinflussen kann.“ Dabei geht es den Umweltverbänden um eine umfassende ergebnisoffene Betrachtung. „Inwieweit diese Szenarien anschließend verwirklicht werden können, hängt vom politischen Willen und der Akzeptanz in der Bevölkerung ab, die Verbände werden aber ihre Unterstützung anbieten“, betonte Dr. Buschmann.

„Die wirtschaftlichen Belange der Region haben zu einer weitgehenden Zerstörung der Unterems geführt“ sagte Beatrice Claus vom WWF. „Nun geht es darum, eine Balance zwischen Ökonomie und Ökologie an der Ems zu finden, damit die gesamte Region von Naturschutzbemühungen profitiert.“

Hintergrund des Projekts ‚Perspektive Lebendige Ems’

Das Vorhaben soll die Perspektive einer lebendigen renaturierten Unterems entwickeln und visualisieren sowie Möglichkeiten zu deren Umsetzung aufzeigen. Im Dialog mit Natur- und Umweltschützern vor Ort sollen praxis- und umsetzungsnahe Renaturierungskonzepte für die Unterems erarbeitet und konkrete Schritte zur Umsetzung der Renaturierung vorbereitet werden. Im Einzelnen soll das Projekt folgende Aktivitäten umfassen:

  • Konkretisierung der übergeordneten Naturschutzziele für die Unterems auf der Basis naturschutzrechtlicher Grundlagen, insbesondere unter Berücksichtigung der Wasserrahmenrichtlinie und Fauna-Flora-Habitat Richtlinie, und des ökologischen Entwicklungspotenzials der Ems unter Berücksichtigung hydromorphologischer Parameter,
  • Entwicklung und Visualisierung von folgenden drei Renaturierungsszenarien:
  • Szenario A: Renaturierung der Unterems zwischen Leer – Papenburg (vollständige Verlagerung der Berufsschifffahrt auf den Kanal)
  • Szenario B: Renaturierung der Ems zwischen Leer – Dörpen (vollständige Verlagerung
  • der Schifffahrt auf den Kanal)
  • Szenario C: Renaturierung der Ems unter Beibehaltung der Schifffahrtsnutzung
  • Aufbau eines Dialogprozesses mit Natur- und Umweltschützern vor Ort zur Positionsfindung und Definition der Naturschutzziele,
  • Interaktive Weiterentwicklung der Szenarien für eine renaturierte Unterems gemeinsam mit Natur- und Umweltschützern vor Ort und den Gremien zur Prüfung der Machbarkeit eines Emskanals,
  • Vergleich und Bewertung der Szenarien hinsichtlich der Erreichung der Naturschutzziele, der Auswirkungen auf die Nutzungen an der Ems, des Entwicklungspotenzials, der Realisierbarkeit, Unterhaltungsaufwand und der Eingriffsminimierung,
  • Vorbereitung der Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen.
  • Das Vorhaben soll begleitend zu den laufenden Prozessen zur Entwicklung eines nachhaltigen Gesamtkonzepts für die Entwicklung der Unterems durchgeführt werden und zur Klärung der Frage beitragen, inwieweit die naturschutzfachlichen Renaturierungsziele mit den unterschiedlichen Lösungsvarianten erreicht werden können. Die Projektergebnisse sollen in die Prozesse und Gremien zur Machbarkeitsstudie ‚Emskanal/ Renaturierung der Ems’ eingebracht werden und umgekehrt soll das Projekt die Erkenntnisse und Ergebnisse aus den Gremien nutzen.

(Foto: Ems nahe Lingen, © dendroaspis2008 flickr)