lassen, beste taz

11. Juni 2016

Hekmut SchmidtWas für ein grandioser SPD-Scheiß da in Hannover! Als Schmidt damals von 1974 bis 1982 Kanzler war, hatte ich wahrlich meine Probleme mit vielen seiner politischen Positionen. Atomenergie, Doppelbeschluss und auch sonst so manches. Ich habe ihn nie persönlich kennen gelernt, aber -so war zu hören- er hat damals „meine“ Juso-Argumentationskarte zum Atomstaat verboten, die ich für den Bundesarbeitskreis ‚Umwelt‘ der SPD-Jugendorganisation Jungsozialisten geschrieben hatte. Da erschien dann eine, „meine“ Karte weniger,  die über die den terroristischen und sonstigen Gefahren und dem Kontrollwahn des Atomstaats. Das Verbot ist natürlich längst total egal (war aber ausgesprochen richtig, meine Argumentationshilfe).

Aber jetzt, nach der Schmidt’schen Lebensleistung diese Provinz-Diskussion in Hannover: Eionfach nur peinlich und zum Fremdschämen. Auch die von mir geschätzte taz lebt fest in der eng gezurrten Peinlichkeitsschleife. Lies mal:

Einzig, dass Schmidt in der Wehrmacht Oberleutnant war, ist angesichts der unzähligen Straßen, die nach tatsächlichen Kriegsverbrechern und Kolonialisten benannt sind, nicht das Problem. Zumal es in Hannover um die Umbenennung der Hindenburgstraße geht: Hindenburg – Kriegstreiber, Verbreiter der Dolchstoßlegende und Reichspräsident, der Hitler zum Kanzler machte – sollte in einer demokratischen Bundesrepublik nicht mit der Benennung von Straßen und Plätzen gefeiert werden. Ihn durch Helmut Schmidt zu ersetzen, ist allerdings genauso falsch. Das militärische Denken und Handeln, ja dessen Glorifizierung, setzte sich mit Schmidt nach 1945 fort.

Zwar sprach er später nur vom „Scheißkrieg“, wenn es um die von der Nazi-Diktatur angeführte Zerstörung Europas ging, aber die 2014 erschienene Schmidt-Biografie von Sabine Pamperrien zeigt, dass Schmidts Haltung bis 1945 weniger eindeutig war: Seine Position gegenüber… [mehr bei der taz]
Könnt Ihr das mal lassen, beste taz?

Manfred W. Jürgens

27. Juli 2015

schloss_clemenswerth_00Manfred W. Jürgens
Der Seelenfänger
Sögel  – Schloss Clemenswerth
noch bis Sonntag 30.08.2015  –  Di-So 10 – 18h
Jürgens ist ein Vertreter des „Neuen Realismus“. Er verbrachte, weiß die Internetseite von Schloss Clemenswerth, vor vielen Jahren ganze Tage in der Dresdener Gemäldegalerie Alte Meister, um ausgesuchte Bilder zu betrachten. Nach ersten abstrakten Arbeiten arbeitet der in Hamburg und Bremen lebendenJ ürgems seit nunmehr 35 Jahren  „wie die alten Meister“ und sagt: „Mit den alten Meistern verbindet mich ihr Hang zu Schönheit und Perfektion und ihre Neugierde an den dunklen Flecken in unseren Seelen.“ Zu seinen Modellen zählen Berühmtheitheiten wie Helmut Schmidt, Ulrich Tukur und lokale Bekanntheiten wie Erna Thomsen aus St. Pauli (Foto unten).
ErnaThomsen
Die Clemenswerther Ausstellung zeigt einen Überblick des Werkes von Manfred W. Jürgens.
  • Samstag 08.08. / Sonntag 09.08. jeweils 15 Uhr
    Führung durch die Ausstellung
    Manfred W. Jürgens führt gemeinsam mit seiner Frau Bärbel Koppe an beiden Tagen des Kunstmarktes ParkArt durch die Ausstellung und erzählt von den „Geschichten hinter den Bildern“. 

mehr

((Fotos © Manfred W. Jürgens).

Schmidt

26. April 2015

aus Hal Fabers heutigem WWWW:

„…Dank eines Geheimvermerks gibt es bekannt gewordene Selektoren, die wiederum zu Signaturen führen und damit zum Löschen dieser Signaturen, inklusive dem Killen von Warren Weinstein und Giovanni Lo Porto. Wobei es bei allem Protest unerheblich ist, ob Ramstein beteiligt ist, denn die Satelliten-Links von Intelsat zu den Drohnen sind dreifach redundant ausgelegt. Inmitten der neu anschwellenden Verärgerung über den BND und seine Zusammenarbeit mit der NSA, die nun sogar die Bundesanwaltschaft mobilisieren soll, sei darum dank b’s weblog auf die analoge Sprache verwiesen, mit der Ex-Bundeskanzler Schmidt die Arbeit der Geheimen schilderte:

„1969 wurde ich Verteidigungsminister, ich war damit auch zuständig für den Militärischen Abschirmdienst. Mein endgültiges Urteil wurde bestätigt. Deshalb habe ich mir später als Regierungschef niemals einen Bericht des BND vorlegen lassen. Ich wusste, die Einschätzung des Geheimdienstes beruhte zum Teil auf dem Abhören von Telefonen, manchmal auf Indizien und oft auf Eindrücken, die stark gefärbt waren durch die politische Präferenz des Berichtenden. Abgesehen davon: Jedermann weiß, dass die Auslandsgeheimdienste in aller Welt Dinge treiben, die nach dem dort geltenden Gesetz verboten sind. Oder sie tun, was das Gesetz befiehlt, und tun aber auch das, was das Gesetz nicht befiehlt. Deshalb sind Gremien eingerichtet worden, die kontrollieren sollen, was die Geheimdienste tun. In diesen Kontrollkommissionen sitzen Leute, die sich wichtig fühlen, aber kaum etwas ausrichten. Warum sollte ich also diese Berichte lesen? Ich habe das persönliche Gespräch mit Nixon, mit Kissinger, mit Ford und Reagan immer vorgezogen, desgleichen mit Breschnew und mit Honecker.

…“

Wilde Mischung

21. Januar 2014

Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D. und ZEIT-Herausgeber, hat seinen 95. Geburtstag gefeiert – hier zeigt die ZEIT Ausschnitte des sonntäglichen Festakts in Hamburg. Satz des Tages: „Ich halte die Aufhebung [der Gefahrenzone] für eine kluge Maßnahme.“

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Schmidt in Münster

25. September 2012

Mit einem Aufruf zu mehr deutschem Engagement für Europa hat Helmut Schmidt am Wochenende in Münster den Preis des Westfälischen Friedens in Empfang genommen. ‚Wir müssen nicht nur Fürsprecher der Europäischen Union sein. Sondern wir müssen proaktiv handeln‘, forderte Schmidt am vergangenen Samstag bei der Preisverleihung im Rathaus am Prinzipalmarkt der Stadt. Dort und in Osnabrück beendete 1648, also  vor 364 Jahren  die Unterzeichnung des Westfälischen Friedens den 30-jährigen Krieg.

Die Deutschen warnte der 93-jährige Sozialdemokrat davor, die EU scheitern zu lassen. Deutschland demonstriere den anderen Staaten, dass es die stärkste Wirtschaftsmacht Europas sei. ‚Und leider Gottes ist ein Teil der öffentlichen Meinung in Deutschland heute von national-egoistischer Sichtweise geprägt‘, sagte der Altkanzler. Eine einzelne Regierung könne in dieser Welt aber nichts mehr bewirken.

Anschließend feierten Tausende Münsteraner Helmut Schmidt.

Bernd Schlömer

29. April 2012

Bernd Schlömer kommt aus Meppen, genauer aus dem Meppener Stadtteil Bokeloh. In der Kreisstadt ist er 1971 geboren und aufgewachsen. 1990 machte er am Meppener Marianum  sein Abitur. Anschließend ging es zum Grundwehrdienst zu den Panzergrenadieren in die Frieslandkaserne Varel; nach dem Grundwehrdienst studierte an der Universität Osnabrück Sozialwissenschaften und war mehrere Jahre in der studentischen Selbstverwaltung der Universität tätig, unter anderem als ASTA-Referent. Nach dem Diplom studierte Bernd Schlömer in Hamburg noch Kriminologie, schloss dieses Studium ebenfalls mit einem Diplom ab und sagt heute:  „Ich wäre auch gerne Gefängnisdirektor geworden“. Nach seinem Studium arbeitete er im Bundesverteidigungsministerium, der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg und heute als Referent für Haushalts-, Organisations- und Verwaltungsangelegenheiten mit der Verantwortung für die Finanzen der  Universitäten der Bundeswehr.

Seit 2009 ist er Mitglied der damals drei Jahre alten Piratenpartei (Mitgliedsnummer 2483). Seine Motive einzutreten: „Im Zentrum steht das freie Individuum. Das ist klassischer Liberalismus plus Staatsskeptizismus“. Vorbilder sind für ihn Liberale wie Gerhard Baum oder Burkhard Hirsch sowie Ex-Kanzler Helmut Schmidt (SPD). Für ihn bedeutsam sind solidarisches Handeln, Gemeinwohl sowie ein „bedingungsloses Einkommen, damit sich die Menschen entwickeln können“. Viele Politiker in anderen Parteien, verriet er im Gespräch der NWZ,  empfindet er als „Würdenträger über den Wassern“. Er selbst möchte auch in der Parteispitze versuchen, „Ehrfurcht und Anstand zu bewahren“.

Stuttgart 21, Atomwende, die Rekommunalisierung von Versorgungsbetrieben und natürlich das neue digitale Zeitalter sind für den Mann aus Meppen-Bokeloh wichtige Beispiele einer anderen Politik. „Wir stehen an der Schwelle zu neuem Denken und Handeln“, sagt er. und fordert freien Zugang zu Bildung, Toleranz, Integration, eine zeitgemäße Familienpolitik und ein neues Urheberrecht.

Damit will Bernd Schlömer mit seinen Piraten 2013 die „stärkste liberale Partei“ Deutschlands werden. “Ich werde mich dafür einsetzen, innovative sozial-liberale Ideen zu entwerfen, die den Anforderungen im Informationszeitalter zum Wohle der Bürger gerecht werde.” sagte „der überzeugte Katholik“ zur MT.  Den 80jährigen Vater in Meppen hat er längst überzeugt: „Er wählt jetzt auch die Piraten!“

Schlömers Tag, erfuhr die „Meppener Tagespost“ unlängst bei einem abendlichen Interview, „ist minutengenau durchstrukturiert, erst abends um 21.30 Uhr hat er Zeit für ein Telefongespräch mit der einstigen Heimatzeitung. Morgens um sechs steht der 41-Jährige auf und beantwortet eine Stunde lang E-Mails. Dann geht es zur Arbeit ins Ministerium, abends ab sechs Uhr ist er wieder Pirat, hat Sitzungen, muss neue Mails sichten, 200 am Tag.“
Ob Bernd Schlömer die in diesem Tagesprogramm deutlich werdende Disziplin liebt, weiß ich nicht. Aber er schätzt sie zweifellos: „Ohne Disziplin geht nichts“, sagt der Vater von  zwei Kinder. In der Woche arbeitet er in Berlin, das Wochenende verbringt er in Hamburg. Alle zwei Wochen besucht er seinen 8jährigen Sohn in Osnabrück.  Da blieb bisher keine Zeit, um mit dem Lokalsender ev1.tv zu sprechen, trotz Einsatz der Grafschafter Piraten aus Nordhorn. Das wird künftig noch deutlich schwieriger.
Denn gestern in Neumünster wählten 1500 Mitglieder der Piratenpartei Bernd Schlömer zu ihrem Bundesvorsitzenden.
(Quellen: NWZ, MT, wikipedia Foto:  © Piratenpartei CC)

Sturmflut 1962

16. Februar 2012

Deichbruch nordwestlich der Seeschleuse Papenburg am 16./19. Februar 1962.

In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 bricht eine schwere Sturmflut über Norddeutschland herein. Auch im nördlichen Emsland gibt es schwere Schäden. Besonders schlimm aber trifft es Hamburg. Zahlreiche Deiche brechen, das Wasser überflutet ein Sechstel der Hansestadt. 315 Menschen sterben, Tausende werden obdachlos oder verlieren Hab und Gut. Wie haben Betroffene und Helfer die Sturmflut erlebt? Wie verlief die Rettungsaktion unter Leitung des damaligen Polizeisenators Schmidt? Was tut die Stadt heute, um sich vor Hochwasser zu schützen?

Hintergründe, Bilder und Berichte von Zeitzeugen.

Das alles auf der Internetseite des NDR.

Helmut Schmidt

4. Dezember 2011

 

Kategorien

16. Juli 2011

„Ich teile die Menschheit deshalb gern in drei Kategorien ein. Die erste Kategorie, das sind die normalen Menschen. Wir alle haben sicher als Jungs mal Äpfel geklaut, aber dann sind wir doch anständige Kerle geworden. Normale Menschen also, das sind vielleicht 98 Prozent. Zweite Kategorie, das sind die mit einer kriminellen Ader. Die gehören vor Gericht, und wenn sie schuldig gesprochen sind, dann gehören sie ins Gefängnis. Und die dritte Kategorie sind Investmentbanker und Fondsmanager.

Dabei ist das Wort Investmentbanker nur ein Synonym für den Typus Finanzmanager, der uns alle, fast die ganze Welt, in die Scheiße geritten hat und jetzt schon wieder dabei ist, alles wieder genauso zu machen, wie er es bis zum Jahre 2007 gemacht hat.“ …

Helmut Schmidt in DIE ZEIT von dieser Woche

Guido

15. Dezember 2010