15.000 mal haben Bernd Robben und Hartmut Lensing seit dem Herbst vor drei Jahren ihr Buch Wenn der Bauer pfeift, müssen die Heuerleute kommen!“ verkauft – eine einzigartige Hommage an die amen und ausgebeuteten Heuerleute im deutschen Nordwesten. Es sind -glaube ich- insgesamt sechs Auflagen verkauft. Jetzt präsentieren die beiden ihre nächstes Werk: „Heuerhäuser im Wandel – Vom ärmlichen Kotten zum individuellen Traumhaus“. Regional gegliedert berichtet es vom Leben in den Wohnstätten der Heuerleute und was aus ihren Häusern heute geworden ist, wenn etwas aus ihnen geworden ist.

Bernd Robben: „Ich ein wenig stolz darauf, dass es gelungen ist, eine Reihe besonders fähiger Volkskundler und Historiker Nordwestdeutschlands dafür zu gewinnen, jeweils ein Fachthema zum Heuerhaus in möglichst nur einer Doppelseite wirklich verdichtet vorzustellen.“ Das darf der ehemalige Lehrer auch sein. Denn der neue Bildband über das Leben auf dem Land wird mit Beiträgen zum Thema „Heuerhäuser“ und „Leben im Heuerhaus“ bereichert, geschrieben von über die Rehion hinaus namhaften Autoren wie Dr. Andreas Eiynck, Christiane Cantauw, Dr. Heinrich Stiewe, Dr. Lutz Volmer, Dr. Timothy Sodmann, Dr. Christof Spannhoff, Niels Juister, Ralf Weber, Dr. Helmut Lensing, Dr. Bernd H. Schulte, Timo Friedhoff und Dr. Christian Westerhoff.

Um was geht es? Ältere Bewohner unserer Region erinnern sich noch. Überall im ländlichen Außenbereich fand man aufgegebene Heuerlingskotten, die Wind und Wetter überlassen langsam verfielen. Aufgrund ihrer einfachen, möglichst kostengünstigen Bauweise galten sie oft als dörfliche „Schandflecken“. Vielfach gab es sogar Abbruchprämien, um sie schnell verschwinden zu lassen.

Wer heute durch den Nordwesten fährt, erkennt die verbliebenen Heuerlingskotten nicht wieder. Meist abseits vielbefahrener Wege haben kreative Menschen mit viel Liebe zum Detail eine Reihe dieser Kotten für die Gegenwart bewahrt und daraus jeweils ihr ganz individuelles Traumhaus  geschaffen. Das Buch belegt mit vielen, geradezu opulenten Fotos, wie sich die ehemals einfachen Behausungen der damaligen ländlichen Unterschicht zu traumhaft schönen Landhäusern gewandelt haben.

Man braucht kein Prophet zu sein, um dem neuen, 335-seitigen Buch einen ähnlich großen Erfolg vorher zu sagen wie dem Erstlingswerk der beiden Heuerlingsforschern.

So kann das Buch schon jetzt vorbestellt werden:
„Heuerhäuser im Wandel – Vom ärmlichen Kotten zum individuellen Traumhaus“ von Bernd Robben und Helmut Lensing ist eine gemeinsame Arbeit mit dem Fotografen Martin Skibicki und dem Maler Georg Strodt. Es erscheint im „Verlag der Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte“ und kann zum Buchhandelspreis von 29,90 Euro zuzüglich 4,- Euro Versandkosten innerhalb Deutschlands vorbestellt werden.

Das Buch (ISBN 978-3-9818393-2-6) ist ab dem 16. Oktober im Handel. Vor(-Bestellungen) sind zu richten an: shop(at)emslandgeschichte.de

Heuerlinge.BuchklappeBernd Robben und Helmut Lensing
„Wenn der Bauer pfeift, müssen die Heuerleute kommen!“
Eine Buchvorstellung
Emsbüren – Heimathof, Ludgeristraße
Heute – 16 Uhr
Eintritt frei

Nahezu 400 Jahre war in Nordwestdeutschland das Heuerlingswesen der wesentliche Bestandteil des Lebens auf dem Land. Die „Heuerleute“ prägten gerade auch das Emsland, weshalb bis zu 80 Prozent der angestammten Bevölkerung Heuerleute unter ihren Vorfahren finden. Zugleich gab es in der Gesellschaft und in Familien bis in die jüngste Zeit geradezu offene Wunden wegen des Verhältnisses zwischen Heuerleuten und Bauern, andere Familien waren froh, die Armut auf dem Lande endlich hinter sich gelassen zu haben und wollten hierüber nicht mehr sprechen. Das sind die Gründe, weshalb bisher die Geschichte der Heuerleute nicht aufgearbeitet wurde. Die Geschichte dieses regionalen Prekariats war tabu.

Denn schon wer als Heimatforscher und Geschichtsarbeiter über die Heuerleute sprach, geriet in die „historische Schmuddelecke“, wie mir einer der Protagonisten unlängst sagte. So wurde „verdrängt, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung im Emsland einst zur Schicht der Heuerleute gehörte. Sie bildeten mit ihrer Arbeit und ihren Einkünften durch Landwirtschaft, Handwerk und Hollandgang in der Summe die tragende Säule für die Agrarproduktion und die Volkswirtschaft der gesamten Region“ (Andreas Eiynck).

Erst jetzt und nach langen Recherchen haben Bernd Robben und Helmut Lensing die Geschichte der Heuerlinge im Nordwesten aufgearbeitet. Beide präsentieren heute (16. November) um 16 Uhr im Heimathof Emsbüren ihr Buch „Wenn der Bauer pfeift, müssen die Heuerleute kommen“. Musikalisch wird die Veranstaltung umrahmt vom Panikorchester Emsbüren und Günter Janssen (Spökenkieker).

Das Werk von Robben und Lensing zeigt auf, wie das Heuerlingswesen entstand, wie die Heuerleute lebten und wohnten, wie sie nach Unabhängigkeit vom Bauern und nach eigenem Land strebten; dazu besiedelten sie unter primitivsten Bedingungen Moore und Heiden, gingen zur Saisonarbeit in die Niederlande („Hollandgänger“), wanderten zahlreich nach Nordamerika aus und suchten beständig ihre schwierige wirtschaftliche Situation zu verbessern. Erst während der Wirtschaftswunderjahre verschwand ihre Lebens- und Wirtschaftsform. Zahlreiche Illustrationen und anschauliche Quellen lassen die Geschichte der Heuerlinge von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende vor wenigen Jahrzehnten wieder lebendig werden.

Heuerlinge

Bernd Robben und Dr. Helmut Lensing
„Wenn der Bauer pfeift, müssen die Heuerleute kommen!“
Betrachtungen und Forschungen zum Heuerlingswesen in Norddeutschland
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Studiengesellschaft für emsländische Regionalgeschichte (November 2014)
ISBN-10: 398140419X
ISBN-13: 978-3981404197