Kommunal

26. Mai 2014

Bildschirmfoto 2014-05-25 um 22.55.30Bei den gestrigen Bürgermeisterwahlen in unserer Region war die große Überraschung die Abwahl des Meppener CDU-Bürgermeisters Jan Erik Bohling durch den parteilosen Herausforderer Helmut Knurbein, den u.a. SPD und Grüne unterstützten. Aus dem Stand erzielte der neue Mann 52,5%; der noch amtierende Bürgermeister kam nur auf magere 39,5%. – eigentlich eine für Außenstehende nachvollziehbare Quittung, wenn man sich an dieses Video des neuen Meppener Bürgermeisters erinnert und die Webseite der Nachbarstadt anschaut, die am Tag der Europa- und Bürgermeisterwahl mit „Urlaub in Meppen“ aufmacht und die Wahlen nur unter „Ferner liefen…“ erwähnt (Screenshot lks). Wer sich so unpolitisch einbettet, darf sich nicht wundern, meine ich.

Mein Lingener Anwaltskollege Peter Egbers hat in Geeste ein ausgesprochen respektables Ergebnis mit 43,3%  erzielt. Aber die CDU-Hochburg gewann CDU-Mann Helmut Höke mit überzeugenden 56,7%.

In Herzlake bleibt Ludwig Pleus (parteilos) Bürgermeister. Er erreichte 52,2 % und wies damit Hans Bösken (CDU) mit 32,2 % und Ulrich Ostermann (SPD) mit 15,6 % auf die Plätze.

In Emsbüren wird es für den unabhängigen Amtsinhaber Bernhard Overberg (parteilos) bei der notwendigen Stichwahl in drei Wochen schwierig, aber keineswegs unmöglich; denn der vor allem wirtschaftlich erfolgreiche Amtsinhaber bekam zwar die meisten Stimmen (43,6%), muss aber trotz seiner Pole-Position für eine neue Amtszeit den Gegenkandidaten Klaus Hemme (CDU) überflügeln, der gestern 36,1 % erreichte. Der weitere Kandidat Dieter Bünker landete zwar abgeschlagen mit 20,3% auf Rang 3; doch auch Bünker hat ein CDU-Parteibuch, so dass man gespannt sein darf, wie sich seine Wähler am Sonntag nach Pfingsten entscheiden.

Einen klaren Erfolg gab es in Papenburg für den amtierenden Bürgermeister Jan Peter Bechtluft. Schon im ersten Wahlgang entschieden sich 54,4% für den Amtsinhaber. Dabei hatte bei der Kandidatensuche die Papenburger CDU ihren Mann Monate warten lassen, bevor sie den Bürgermeister dann doch offiziell aufstellte. Eine Quittung der Wählerinnen  und Wähler könnte die niedrige Wahlbeteiligung von nur 44,8% sei. Die Anspannung für Bechtluft war sehr groß. Als er das Ergebnis erfuhr, kamen dem Mann die Tränen. Auf den SPD-Gegenkandidaten Jürgen Broer entfielen ordentliche 36,0% auf den Grünen Nikolaus Schütte zur Wick für ihn enttäuschende 9,6%. 

In Sögel bleibt Günter Wigbers (CDU) Bürgermeister. Für ihn stimmten 53,7 % der 7.212 Wähler. Auf den parteilosen Sögeler Frank Klaß, den der SPD-Samtgemeindeverband und die  CDU Börger (!) unterstützten, bekam 46,3 % Bemerkenswert. In Börger erhielt Wigbers nur 13,2 % der Stimmen – eine Reaktion auf die harten Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem dortigen Gemeinderat.

Zur Grafschaft Bentheim:
In Wietmarschen-Lohne, der Immer-mehr-und-größer-wenn-wir-auch-nicht-wissen-warum-Nachbargemeinde, gewann der CDU-Kandidat Manfred Wellen mit beeindruckenden 65,2% die Bürgermeisterwahl. Die drei Gegenkandidaten hatten keine Chance und lagen am Ende nahezu gleichauf um die 10%. Auch sonst gab es in der Grafschaft Bentheim keine Überraschungen, wenn man vom mit 66,1% überragenden Sieg des Bentheimer Bürgermeisters Volker Pannen (SPD) absieht; das hatten manche im Vorfeld ganz anders sehen wollen; doch CDU-Kandidat Heiner Beernink erreichte nur 33,9%. Hier die weiteren Resultate aus dem Nachbarkreis.

Und dann gab es noch die Kommunalwahlen im benachbarten Nordrhein-Westfalen. Hier alles westfälischen Resultate auf der interaktiven Seite des WDR:

Bildschirmfoto 2014-05-25 um 22.53.01

 

[Korrektur]

nach wie vor

18. März 2014

ZeliDie LT (Burkhard Müller) berichtet:

„Rund 60 Zuhörer sind [heute] am Dienstagabend der Einladung des Ortsrates Brögbern gefolgt, um im Gasthaus Sperver in Brögbern die weitere Diskussion um das geplante Krematorium in dem Lingener Ortsteil direkt mit zu verfolgen.

Nachdem Ortsbürgermeister Ludger Ströer gleich eingangs erklärt hatte, dass der Ortsrat bereits im Dezember 2013 diesem Vorhaben aus „grundsätzlichen Überlegungen“ einstimmig ablehnend gegenüberstehe, betonte er zudem: „Soweit ich weiß, gibt es auch noch kein offizielles Votum seitens des Stadtrates, wohl aber Absichtserklärungen, an den Planungen für diesen Standort festzuhalten.“

Nach dem Vortrag von Stadtbaurat Lothar Schreinemacher wollten die Mitglieder des Ortsrates unter andrem wissen, warum der Schornstein des Krematoriums 18 Meter hoch sein müsse, wie es um die Kontrolle der Anlage, hinsichtlich ihrer Technik bestellt sei und wer garantiere, dass nur Leichname aus dem vereinbarten Gebiet verbrannt würden?

Schreinemacher erläuterte, dass der geplante Schornstein sich etwa drei Meter über den dortigen Baumwipfeln befinden müsse, um eine ordentliche Luftabfuhr zu gewährleisten. Ferner machte der Stadtbaurat darauf aufmerksam, dass die Stadt Lingen die Anlage überwachen werde und die gesammelten Daten auch öffentlich gemacht würden.

In Sachen „Verbrennungs-Tourismus“ machte Helmut Höke, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, deutlich, dass einmal im Jahr geprüft werde, wie viele Verbrennungen stattgefunden hätten und woher die Leichname gekommen seien.

In der sich anschließenden Bürgerfragestunde wurde deutlich, dass sich die anwesenden Brögberner nach wie vor gegen den geplanten Bau des Krematoriums stemmen werden.

Keinen Zweifel ließen aber auch der Grundstückseigner Heinz-Hermann Tyding sowie Bert van der Weide und Wim van der Lee (beide RE-Spectrum) an dem Festhalten ihres Vorhabens. „Stimmt der Stadtrat dem Bau des Krematoriums zu, werden wir an unseren Plänen festhalten. Unbedingt“, erklärten sie.“

(Bericht in der Lingener Tagespost)

[ps Foto: die 1963 verschickte Postkarte zeigt natürlich nicht Brögbern, sondern das Zeli-Kino in Lingen- Damaschke. Aber es steht Brögbern drauf]

Fundstück

21. März 2011


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