Der Erste Weltkrieg war Nährboden für den Faschismus in Italien und den Nationalsozialismus in Deutschland. So wurde er zum Vorläufer des Zweiten Weltkriegs. Wegen der Verwerfungen, die der Erste Weltkrieg in allen Lebensbereichen auslöste, und seiner bis heute nachwirkenden Folgen gilt er als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Er markiert das Ende des Zeitalters des (Hoch-)Imperialismus. Die Frage der Schuld am Ausbruch dieses Krieges wird bis heute kontrovers diskutiert, die entsprechende Fischer-Kontroverse in den 1960er Jahren ist inzwischen ihrerseits ein Teil der deutschen Geschichte. Auf kulturellem Gebiet bedeuteten das vieltausendfache Fronterlebnis in den Schützengräben, das Massensterben und die durch Not bedingten Umwälzungen des Lebensalltags eine fundamentale Veränderung der Maßstäbe und Perspektiven in den Gesellschaften der Krieg führenden Staaten.

Auch das Lingener Emslandmuseum greift das Thema 100 Jahre danach auf. Mit der Ausstellung „Heinrich Lagemann – Ein Soldat aus Lingen“  widmet es sich dem persönlichen Schicksal des einfachen deutschen Soldaten Heinrich Lagemann aus Lingen (Ems). Ich habe früher schon auf die Ausstellung hingewiesen. Inzwischen ist dazu ein Kurzfilm erschienen.

Die Ausstellung selbst ist noch bis zm 8. Juli im Emslandmuseum, Burgstraße 28b, Lingen (Ems) zu sehen. Sie ist dienstags bis sonntags von 14.30 – 17.30 Uhr geöffnet.
Eintrittspreis: Erwachsene 4,- € (ermäßigt 2 Euro), Kinder 2,- €, Familienticket 10,- €.

(Quellen: wikipedia; Stadt Lingen(Es))

Heinrich Lagemann (1896-1918) – Ein Soldat aus Lingen
Ausstellung: 100 Jahre Erster Weltkrieg
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 28b
noch bis zum 8. Juli 2018
dienstags – sonntags 14.30 – 17.30 Uhr

Eintritt 4€ (erm. 2 €), Familienkarte 10 €.

Die Ausstellung schildert das Schicksal der Lingener Familie Lagemann (Foto lks) im Ersten Weltkrieg (1914-1918). Vier Kinder, der Vater beim Eisenbahnwerk, die Mutter Hausfrau. Als 1914 der Krieg ausbricht, ist es für die Familie eine Ehrenpflicht, dass sich der älteste Sohn Heinrich (Jahrgang 1896) freiwillig zum Fronteinsatz meldet.
Mehrere hundert Feldpostbriefe, Foto- und Ansichtskarten zwischen Front und Heimat spiegeln das Alltagsleben eines jungen Soldaten an allen Kampfschauplätzen des Ersten Weltkriegs (Russland, Balkan, Flandern, Frankreich), aber auch die verzweifelte Versorgungslage der Bevölkerung in der Eisenbahnerstadt Lingen.
Gleich zu Beginn des Krieges lernt Heinrich Lagemann die junge Mimi Kehr aus Jena kennen. Aus flüchtiger Bekanntschaft und Brieffreundschaft wird Liebe, obwohl sich die jungen Leute in vier Kriegsjahren nur an wenigen Urlaubstagen sehen können. Eine außergewöhnliche Liebesbeziehung in schwerer Zeit. Immer in der Hoffnung auf Frieden und Überleben.
Die geplante Verlobung muss mehrfach verschoben werden, weil Heinrich Lagemann keinen Urlaub erhält. Sie platzt durch die deutsche Frühjahrsoffensive 1918, den letzten großen Angriff der Deutschen an der „Westfront“. Dabei kommt Heinrich Lagemann am 14. April 1918 ums Leben.
Alle Zukunftsträume der Familie und des jungen Paares sind dahin. Mimi heiratet später einen anderen, die Eltern suchen Trost in den alten Parolen von Militarismus und Nationalismus.
(Quelle: Emslandmuseum)