Vorgelegt hat jetzt der Heimatverein Lingen (Ems) eine kleine Broschüre mit seinem Programm für das zweite Halbjahr 2019. Es enthält Bemerkenswertes zur Lokalgeschichte unserer Stadt wie des Umlandes.

So geht am 28. August nachmittags eine Fahrt in das benachbarte Beesten, wo unter anderem im Ortskern das Töddenhaus Urschen (Foto lks) besichtigt wird, dessen vorbildliche Renovierung 2013 die verstorbene Lingener Architektin Petra Berning verantwortete.

In Lingen (Ems) wird am 11. September der Neue Friedhof vorgestellt; er entstand als Kriegsgefangenenfriedhof, als dort im Zweiten Weltkrieg fast 1000 Soldaten beigesetzt wurden. Reichlich euphemistisch heißt es dazu im Programmheft des Heimatvereins, die Soldaten seien „bei Flugzeugabstürzen, an Kriegsverletzungen und an Krankheiten“ gestorben. Tatsächlich hatten die russischen Kriegsgefangenen ein furchtbares Schicksal. und auch die verbliebenen  „Kriegsgräber“ auf dem Neuen Friedhof sind nicht immer nur ehrenvoll behandelt worden. Ich bin mir allerdings sicher, dass Benno Vocks dazu die richtigen klaren Worte finden wird; er führt nämlich über den größten Lingener Friedhof.

„Lingen im Nationalsozialismus“ war in diesem Frühjahr der Höhepunkt der von Museumsleiter Andreas Eiynck geprägten Reihe Mittwochs im Museum“. Er musste gleich mehrfach wiederholt werden; Hunderte Lingener nahmen teil. Am 22. Oktober widmet nun Lingens Stadtrchivar Mirko Crabus seinen Herbstvortrag demselben Thema: „Lingen im Nationalsozialismus“. Angekündigt ist ein „ebenso differenzierter wie facettenreicher Überblick“. Das verspricht -gerade im Vergleich mit Eiyncks Vortrag- einen spannenden Abend, auf dem sicher einmal mehr deutlich werden wird, welche gewalttätige Menschenverachtung, welchen Rassismus und welche Rechtlosigkeit die (Lingener) Nationalsozialisten in unserer Stadt praktizierten.

Am 26. November referiert Redakteur Manfred Fickers in derselben Reihe des Stadtarchivs über „Lingen und die französische Revolution 1789 bi 1802“. Beide Veranstaltungen finden im Professorenhaus statt.

Andreas Eiynck setzt im kommenden Halbjahr seine erfolgreiche Mittwochs-im-Museum-Reihe mit den 70er, 80er und 90er des vergangenen Jahrhunderts in Lingen fort, bevor Ulli Brinker -nach seinem Vortrag über Südafrika im vergangenen Jahr- jetzt am 19. Dezember mit einem Vietnam-Vortrag sowie dann am letzten Tag des Jahres die traditionelle Silvesterveranstaltung im Emslandmuseum mit einem fotografischen Rückblick „Lingen Abbruch und Neubau“ (Andreas Eiynck) und Kaffee, Glühwein und Neujahrshörnchen das Jahr 2019 zu Ende gehen lassen.

Die Vorträge des Stadtarchivs sind übrigens kostenfrei, bei den anderen Veranstaltungen wird ein Kostenbeitrag erhoben.


(Foto: Töddenhaus Urschen, Foto: © Stadt Freren)

Lingen 1960

12. Oktober 2017

 

Im Jahre 1960, ein Jahr vor dem Mauerbau, besuchte eine Delegation aus Pritzwalk die Stadt Lingen (Ems), um die „wahren Verhältnisse“ in der DDR darzulegen. Doch die Situation eskalierte. Mittendrin Lingens damaliger Bürgermeister Robert Koop (CDU). Ein spannendes Thema aus der Zeit des Kalten Krieges,  über das Benno Vocks im Rahmen einer Veranstaltung des Heimatvereins Lingen ( Ems) am kommenden Dienstag, 17. Oktober 2017 referiert. Angehörige der damaligen Protagonisten aus Lingen und Pritzwalk diskutieren mit; darunter auch der Betreiber dieses kleinen Blogs.

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Silvester im Emslandmuseum

29. Dezember 2015

Silvester im Emslandmuseum
Lingen (Ems) – Burgstraße 28b

Donnerstag, 31.12.2015  –  14 bis 17 Uhr
Eintritt frei
Zum 11. Mal (!) lädt der Heimatverein Lingen (Ems) am Silvesternachmittag ab 14 Uhr zu einem gemütlichen Jahresrückblick in das Emslandmuseum ein. Neben einem Musikprogramm und verschiedenen Wortbeiträgen steht im Mittelpunkt wieder eine Präsentation alter Fotos aus Lingen.

Andreas_EiynckNeben historischen Aufnahmen aus dem Bildarchiv des Museums präsentiert Dr. Andreas Eiynck (Foto9 um 15.00 Uhr und um 16.00 Uhr auch erstmals Fotos aus dem Nachlass des 2015 verstorbenen Hartmut Oosthuys. Der begeisterte Archäologe und Heimatforscher hat dem Emslandmuseum nämlich nicht nur zahlreiche seiner Fundstücke, sondern auch etliche tausend Fotos vermacht, mit denen er seit den 1970er Jahren den Wandel des Lingener Stadtbildes über mehrere Jahrzehnte begleitet hat.

Ab 14.00 Uhr stimmen Hans Stoll und Franz Wübben die Gäste mit bekannten Liedern und Schlagern von damals auf das Programm ein, das um 14.30 Uhr von der Heimatvereinsvorsitzenden Hanni Rickling eröffnet wird. Um 15.00 und um 16.00 Uhr beginnt der fotografische Spaziergang durch das alte Lingen. Unter dem Motto „Namen, Häuser, Gassen“ werden Straßen und Plätze, Häuser und Familien von anno dazumal präsentiert.

Kaum zu glauben, wie ländlich manche Ecken in Lingen vor wenigen Jahrzehnten noch waren. Aber rasch setzte ein rasanter Wandel ein. Der Autoverkehr eroberte die Innenstadt, bis seit den 1970er Jahren die heutige Fußgängerzone entstand. Doch auch damit waren viele Veränderungen im Stadtbild verbunden, vom Bau des Inneren Ringes bis zur Neugestaltung der Innenstadt. Gerade diese jüngeren Veränderungen hat Hartmut Oosthuys in seinen Aufnahmen dokumentiert. Als aufmerksamer Archäologe hat er nämlich nicht nur viele Ausgrabungen begleitet, sondern auch die zugehörigen Abbrüche und Neubauten festgehalten. Bei vielen Fotos glaubt man kaum, dass sie noch vor wenigen Jahrzehnten in Lingen entstanden sind. Durch die Gegenüberstellung der alten Schwarzweißfotos und der späteren Farbaufnahmen seit den 70er Jahren werden 150 Jahre Stadtgeschichte wieder lebendig: alte Geschäfte und Handwerksbetriebe, historische Straßen und Plätze, Eisenbahnwerk und Industrieanlagen.
Das Café im Kutscherhaus lädt am Silvesternachmittag von 14.00 bis 17.00 Uhr zum Besuch ein. Neben Kaffee und Kuchen locken dort auch Silvesterpunsch und frisch gebackene Neujahrshörnchen, die natürlich auch schon auf Silvester schmecken. Auch ein Stand mit interessanten Heimatbüchern steht bereit.
Der Eintritt zur Silvesterveranstaltung ist frei, um eine Spende für die Flüchtlingshilfe wird gebeten. Alle Helfer und Aktiven arbeiten hier ehrenamtlich und der gesamte Erlös kommt Flüchtlingsfamilien zugute, die in Lingen eine neue Heimat suchen. Der Heimatverein lädt alle interessierten Lingener und Auswärtigen zu diesem Silvestertreffen ein.
(Foto Andreas Eiynck; von J.-H. Janßen CC)