Leben hinter Wall und Graben
Aussstellung(seröffnung)
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 28b
Heute – 16 Uhr
Freier Eintritt zur heutigen Veranstaltung

Lingen als Festungsstadt behandelt die neue Sonderausstellung „Leben hinter Wall und Graben“, die am heute um 16 Uhr im Emslandmuseum eröffnet wird. Sie geht der Frage nach, wie bis heute Traditionen aus den Zeiten der Festung Lingen Geschichte, Stadtbild, Brauchtum und Leben in Lingen (Ems) formen. Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsproduktion der Museen in Lingen und Coevorden unter dem Dach des niederländisch-deutschen Projektes „Grenzkultur“ der Emsländischen Landschaft und der Ems-Dollart-Region.
Alte Stadtansichten und Festungsgrundrisse zeigen nachvollziehbar das enge Nebeneinander von Zivilbevölkerung und Militär in einer mit Wall und Graben befestigten Garnisonsstadt. Kupferstiche dokumentieren nicht nur die militärischen Ereignisse, sondern auch die fatalen Folgen für die Bewohner einer Festungsstadt. Authentische Zeugnisse aus der Festungszeit sind die zahlreichen Bodenfunde aus der Lingener Innenstadt. Sie stammen größtenteils aus dem Nachlass des Lingener Archäologen Hartmut Oosthuys und werden hier erstmals in ihrer ganzen thematischen Breite gezeigt. Kanonen- und Musketenkugeln erinnern an die Kämpfe um die Festung Lingen. Fragmente von Weinkrügen, Bierhumpen und Tabakpfeifen spiegeln das Alltagsleben der Soldaten. Aus den Bürgerhaushalten stammen Küchengeschirre und Alltagsgegenstände. Ofenkacheln und Reste bemalter Fensterschreiben dokumentieren, wie die Menschen in den spanischen und niederländischen Zeiten in Lingen wohnten.
Die Ausstellung zeigt auch, wo bis heute Spuren der Festungszeit sichtbar sind und welche Traditionen in Lingen auf die Festungszeit zurückgehen – von alten Straßennamen  bis zum Kivelingsfest. Zwei kurz Dokufilme über die Belagerungen 1597 und 1605 sowie eine Stadtführung auf den Spuren der Oranier runden das Angebot ab.
Zur Ausstellungseröffnung heute um 16.00 Uhr lädt das Museum herzlich ein. Das Café im Kutscherhaus mit selbstgebackenem Kuchen ist ab 14.00 geöffnet.
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Der Kupferstich von  Johan Orlers (Leiden, NL) zeigt die Belagerung Lingens durch Moritz von Oranien für die Utrechter Union im Jahr 1597. Textquelle

Silvester im Emslandmuseum

29. Dezember 2015

Silvester im Emslandmuseum
Lingen (Ems) – Burgstraße 28b

Donnerstag, 31.12.2015  –  14 bis 17 Uhr
Eintritt frei
Zum 11. Mal (!) lädt der Heimatverein Lingen (Ems) am Silvesternachmittag ab 14 Uhr zu einem gemütlichen Jahresrückblick in das Emslandmuseum ein. Neben einem Musikprogramm und verschiedenen Wortbeiträgen steht im Mittelpunkt wieder eine Präsentation alter Fotos aus Lingen.

Andreas_EiynckNeben historischen Aufnahmen aus dem Bildarchiv des Museums präsentiert Dr. Andreas Eiynck (Foto9 um 15.00 Uhr und um 16.00 Uhr auch erstmals Fotos aus dem Nachlass des 2015 verstorbenen Hartmut Oosthuys. Der begeisterte Archäologe und Heimatforscher hat dem Emslandmuseum nämlich nicht nur zahlreiche seiner Fundstücke, sondern auch etliche tausend Fotos vermacht, mit denen er seit den 1970er Jahren den Wandel des Lingener Stadtbildes über mehrere Jahrzehnte begleitet hat.

Ab 14.00 Uhr stimmen Hans Stoll und Franz Wübben die Gäste mit bekannten Liedern und Schlagern von damals auf das Programm ein, das um 14.30 Uhr von der Heimatvereinsvorsitzenden Hanni Rickling eröffnet wird. Um 15.00 und um 16.00 Uhr beginnt der fotografische Spaziergang durch das alte Lingen. Unter dem Motto „Namen, Häuser, Gassen“ werden Straßen und Plätze, Häuser und Familien von anno dazumal präsentiert.

Kaum zu glauben, wie ländlich manche Ecken in Lingen vor wenigen Jahrzehnten noch waren. Aber rasch setzte ein rasanter Wandel ein. Der Autoverkehr eroberte die Innenstadt, bis seit den 1970er Jahren die heutige Fußgängerzone entstand. Doch auch damit waren viele Veränderungen im Stadtbild verbunden, vom Bau des Inneren Ringes bis zur Neugestaltung der Innenstadt. Gerade diese jüngeren Veränderungen hat Hartmut Oosthuys in seinen Aufnahmen dokumentiert. Als aufmerksamer Archäologe hat er nämlich nicht nur viele Ausgrabungen begleitet, sondern auch die zugehörigen Abbrüche und Neubauten festgehalten. Bei vielen Fotos glaubt man kaum, dass sie noch vor wenigen Jahrzehnten in Lingen entstanden sind. Durch die Gegenüberstellung der alten Schwarzweißfotos und der späteren Farbaufnahmen seit den 70er Jahren werden 150 Jahre Stadtgeschichte wieder lebendig: alte Geschäfte und Handwerksbetriebe, historische Straßen und Plätze, Eisenbahnwerk und Industrieanlagen.
Das Café im Kutscherhaus lädt am Silvesternachmittag von 14.00 bis 17.00 Uhr zum Besuch ein. Neben Kaffee und Kuchen locken dort auch Silvesterpunsch und frisch gebackene Neujahrshörnchen, die natürlich auch schon auf Silvester schmecken. Auch ein Stand mit interessanten Heimatbüchern steht bereit.
Der Eintritt zur Silvesterveranstaltung ist frei, um eine Spende für die Flüchtlingshilfe wird gebeten. Alle Helfer und Aktiven arbeiten hier ehrenamtlich und der gesamte Erlös kommt Flüchtlingsfamilien zugute, die in Lingen eine neue Heimat suchen. Der Heimatverein lädt alle interessierten Lingener und Auswärtigen zu diesem Silvestertreffen ein.
(Foto Andreas Eiynck; von J.-H. Janßen CC)