„Frühlingsgefühle – Alles um Liebe“
Liederabend
mit Lisa Wittig (Sopran), Szymon Chojnacki (Bass-Bariton) und Lisa Wolfert (Rezitation)
Lingen (Ems) – Kulturforum St. Michael, Langschmidtsweg 68a

Sa 11. Mai – 20 Uhr
Karten VVK 20 € (erm. 15 € für Kinder, Schüler und Studenten)
Abendkasse: 23 € (erm. 18 € für Kinder, Schüler und Studenten)

„Die ersten Sonnenstrahlen, das junge Grün an den Bäumen, zarte Blumen, erstes Verliebtsein und hoffnungsvolle Lieder – so stellt man sich den Frühling vor, der Einzug bei uns gehalten hat!

Berühmte Komponisten, wie Clara und Robert Schumann, Johannes Brahms, Franz Schubert und Franz Liszt, haben sich mit viel Liebe und Sehnsucht diesem Thema gewidmet und Werke geschrieben, die über die Zeiten hinweg aktuell und beliebt geblieben sind.

Eine Auswahl ihrer Lieder stellen die Sopranistin Lisa Wittig, der Bass-Bariton Szymon Chojnacki, die Schauspielerin Lisa Wolfert und die Pianistin Lisa Wellisch im frühlingshaft geschmückten Kulturforum vor; alle Künstler haben ihr Fach studiert und sind Preisträger verschiedener Wettbewerbe.

Dazu berichten sie über manche Hintergründe, die diese wunderschönen Melodien entstehen ließen. Genießen Sie u.a. Schuberts „Leise flehen meine Lieder“ und Schumanns „Märzveilchen“ und sehen Sie fröhlich und beschwingt dem weiteren Verlauf des Jahres entgegen.“ (Quelle, Foto: pixabay)


Die Reuschberger Kulturkirche St. Michael schließt Ende Mai. Samstag ist daher die vorletzte Veranstaltung in diesem, von den Kulturmäzenen Harald Müller (†2015) und Ulrike Müller vor dem Abriss geretteten, ehemaligen Sakralbau der 60er Jahre. In dem Gebäude werden künftig Kindergartenkinder spielen.

Auch wenn nach dem Umbau im neuen Obergeschoss ein Raum für Veranstaltungen leiben soll, ist dieser gegenüber dem heutigen Saal nur halb so groß. Dies verhindert viele Veranstaltungen, die mehr Publikum als 199 Besucher benötigen. Daher habe ich Zweifel,  ob das Konzept des Kulturforums nach dem Umbau noch tragen wird. Das finde ich ausgesprochen schade; denn für die Kita-Kinder gab es andere Möglichkeiten auf dem Grundstück, das durch eine Grundstücksersteigerung durch die Stadt im vergangenen Jahr noch erweitert wurde. Dort entsteht allerdings ein Pkw-Parkplatz und die katholische Kirche wollte das Kirchengebäude nicht mehr als Veranstaltungsraum nutzen, obwohl sie es vor  20 Jahren abreißen wollte. 

(Foto: flickr/milanpaul)

50 Jahre Grundsteinlegung Michaelkirche
Konzert und Festakt

Lingen (Ems) – Kulturforum St. Michael, Langschmidtsweg 60a
Sonntag, 26. August 2ß19  –  16.30 Uhr

Vorverkauf: 18 € (erm. 13 €). Tageskasse: 21 € (erm. 16 €)

Es war im Jahr 1968, als feierlich der Grundstein für die Michaelkirche im Lingener Stadtteil Reuschberge gesetzt  wurde. Über drei Jahrzehnte diente die Kirche als Zivil- und Militärkirche, bis sie schließlich vor mehr als fünfzehn Jahren zu einem Konzert- und Theatersaal wurde, der unter der Leitung des gemeinnützigen Vereins „Kulturforum Sankt Michael“ steht.

An die Grundsteinlegung vor 50 Jahren möchte das Kulturforum mit einem Konzert und einem Festakt erinnern. Die Pianistin Julia Hermanski, im Duo mit Ihrem Partner Karol Strzelecki an der Violine, und das „Mercator“ Streichensemble gestalten die Feier, zu der neben Vertreter naus Kirche, Politik und Bundeswehr viele Besucher au der Lingener Bürgerschaft erwartet  werden.
Eine Gedenktafel wird an das Jahr der Grundsteinlegung erinnern.. Gespendet wurde sie von der emco Group Lingen, die für das Projekt Kulturforum Sankt Michael mit dem Deutschen Kulturförderpreis der Wirtschaft ausgezeichnet wurde,. Unvergessen ist nicht nur an diesem Tag das Engagement des vor drei Jahren gestorbenen emco-Chefs Harald Müller und seiner schwer erkrankten Frau Ulrike Müller, ohne die es diese kulturelle Einrichtung nicht gäbe.

wohltuend

1. Juni 2016

KulturforumMichael

Die Idee, die ehemalige Michaelskirche im Stadtteil Reuschberge künftig nicht mehr dem Verein Kulturforum zu überlassen, sondern dort einen Kindergarten zu eröffnen oder zu erweitern verdient das Vorwort „Schnaps-“ . Dabei lässt mich der Umstand immer wieder den Kopf schütteln, wie herzlich wenig einzelne Zeitgenossen mit Kulturangeboten anfangen können, wenn bspw. vorwurfsvoll „in den sozialen Medien“ über das Kulturforum zu lesen ist, es sei überflüssig und „Was machen die denn eigentlich?“

Nun, vorgestern Abend tagte das Kulturforum in der Kindergartenfrage, und es wurde -ich höre einstimmig- eine Erklärung beschlossen, die ich wohltuend sachlich nenne und die auf alle Fragen die ntowendige Antwort gibt. Vor allem diese: Die Michaelskirche bleibt Kulturforum. Hier der Wortlaut.

„Der Verein „Kulturforum St. Michael“ möchte seine jetzige Arbeit in der umgestalteten früheren St. Michael Kirche fortsetzen. Dies gilt aus heutiger Sicht auch für den Zeitraum über den 31.12.2023 hinaus.

Begründung:

Auf maßgebliche Initiative des vor einigen Monaten verstorbenen Unternehmers Harald Müller wurde vor rund 14 Jahren das Kulturforum St. Michael geschaffen, um die frühere St. Michael Kirche zu erhalten und mit einem eigenen kulturellen Konzept zu nutzen.

Die ehemalige Kirche präsentiert sich heute als moderne Begegnungsstätte für Konzerte, Theater und besondere Projekte. Sie wurde nach ihrem Trägerverein in „Kulturforum St. Michael“ umbenannt. Mit seinem Konzept möchte das Kulturforum in Lingen eine Lücke zwischen größeren und kleinen Kulturbetrieben in einem hierfür geeigneten einzigartigen Gebäude schließen. Dieses Ziel wurde nach Auffassung des Kulturforums auch erreicht. Das kulturelle Angebot in unserer Stadt konnte durch zahlreiche attraktive Veranstaltungen erweitert werden, wobei das Kulturamt der Stadt beteiligt wurde.

Zu erwähnen sind hier u. a. die mehrfache Auslobung eines gut dotierten Jugendkuiturpreises, für den Bewerbungen aus der gesamten Region eingingen und das traditionelle Adventskonzert des „Leipziger Bach Orchesters“. Alle Mitglieder unseres Vereins nehmen ihre Tätigkeit ausschließlich ehrenamtlich wahr.

Bildschirmfoto 2016-05-31 um 22.19.49In vertrauensvoller Zusammenarbeit wurde zwischen der Eigentümerin des Grundstücks – der Kirchengemeinde St. Bonifatius – und dem Trägerverein ein Nutzungsvertrag über 10 Jahre abgeschlossen, der im Jahre 2012 um weitere 10 Jahre bis zum 31.12.2023 verlängert wurde. Deutlich mehr als 200.000,00 € wurden für eine Bestuhlung anstelle der Kirchenbänke, eine neue Bühne mit einer modernen Beleuchtung und weitere Umbaumaßnahmen aufgewendet. Öffentliche Mittel wurden hierfür nicht in Anspruch genommen. Die Firma Müller (Emco Group) hat hierfür alle Kosten übernommen, die nicht durch Eintrittsgelder oder kleinere Spenden gedeckt wurden. Dies gilt auch für die Kosten des laufenden Betriebes, die jährlich eine namenharte Summe ausmachen. Der Verein bewertet diese Unterstützung als besonders erwähnenswert.

Die Firma Emco Group wird auch nach dem frühen Tod von Harald Müller ihre finanzielle Unterstützung weiter leisten. Der geschäftsführende Gesellschafter der Firma, Herr Christian Gnaß, hat dankenswerter Weise den Vorsitz im Trägerverein übernommen und,damit auch persönlich sein Engagement für das Kulturforum bekundet.

Das Verhältnis zwischen der Kirchengemeinde St. Bonifatius und dem Verein Kulturforum St. Michael war immer vertrauensvoll. Der Pfarrer der Kirchengemeinde hat erheblich zur Gründung des Trägervereins beigetragen. Auch das Miteinander des auf dem Grundstück befindlichen Kindergartens der Kirchengemeinde St. Bonifatius mit unserem Verein war stets von gutem Einvernehmen getragen. Die derzeit in Aussicht genommene Erweiterung des Kindergartens dürfte nach Auffassung des Vereins auch ohne Inanspruchnahme des Kirchengebäudes auf dem rund 7.000 qm großen Grundstück möglich sein.

Wegen des besonderen Zuschnitts des früheren Kirchengebäudes und seiner spezifisch technischen Ausstattung ist der Betrieb des Kulturforums nicht auf andere Räumlichkeiten in der Stadt zu übertragen. Die umgestaltete Kirche ist somit das Fundament für die weitere Arbeit des Kulturforums. Wenn dem Verein das Kirchengebäude entzogen würde, würde dies nach Einschätzung seiner Mitglieder das Ende des Kulturforums bedeuten.

(Foto: © Kulturforum St. Michael, Lingen (Ems))

Harald Müller gestorben

18. Dezember 2015

ihk_mueller-harald-emco-foto_maHarald Müller ist tot. Der Lingener Unternehmer starb heute nach langer, mit großer Tapferkeit ertragenen Krankheit. Mit Harald Müller ist eine der prägenden Unternehmerpersönlichkeiten unserer Stadt gegangen. Seit 1975 stand er an der Spitze des von seinem Vater gegründeten EMCO-Unternehmens mit inzwischen weltweit über 1000 Mitarbeitern, davon etwa die Hälfte in Lingen. Die Firmengruppe ist mit ihren Geschäftsfeldern Emco (Bau, Klima, Bad, Elektroroller), den Novus-Büroartikeln und dem Spezialbereich Dahle (u.a. Aktenvernichter und Papierschneidemaschinen) breit aufgestellt. Zuletzt wagte sich Harald Müller vor fünf Jahren auf den Markt der Elektroroller; die hatte er in China entdeckt und war sofort Feuer und Flammer. Überhaupt war der Lingener einer der Ersten, der schon vor 30 Jahren Kontakte in das fernöstliche „Reich der Mitte“ knüpfte. Bemerkenswert war auch, dass der Unternehmer immer wieder auch fertigungsaufträge an die Behindertentagesstätte des Lingener Christophoruswerks vergab. Damit schuf er „eine Brücke für die behinderten Menschen in den normalen Arbeitsalltag hinein“, lobte dazu Lingens OB Dieter Krone, als er Harald Müller vor drei Jahren im Auftrag des niedersächsischen Ministerpräsidenten den Verdienstorden des Landes überreichte.

Neben der unternehmerischen Leistung ist der Name des Verstorbenen seit Jahrzehnten mit der Lingener Kunstszene verbunden. Harald Müller war ein großartiger Mäzen, vielleicht der größte in der Region. Unvergessen ist das Symphoniekonzert der Halleschen Philharmonie, mit der Harald Müller vor 20 Jahren den Wiederaufbau des abgebrannten EMCO-Werks II am Hessenweg feierte. Es war das am besten besuchteste Symphoniekonzert, das je in Lingen ausgeführt wurde. Er förderte den Kunstverein, überreichte 2010 den Kunstpreis an Birgit Megerle  und sponserte das TPZ. Vor allem: Ohne ihn gäbe es das einzigartige Kulturforum St. Michael nicht. Er verhinderte dessen geplanten Abriss und machte aus der aufgegebenen, spröden Reuschberger Kirche einen Platz für Kunst und Kultur. Hoffen wir, dass sein Wunsch in Erfüllung geht und diese Stätte erhalten bleibt.

Ach ja, 1998 sponserte er, als ich ihn fragte, auch einen Trikotsatz für die damalige E-Jugend des TuS Lingen und finanzierte maßgeblich die Fahrt der Nachwuchsfußballer in die damals noch auserkorene neue Partnerstadt Salt. Das machte er ganz vertraulich und mit einem sympathischen „Psst, nicht drüber reden!“…

Harald Müller wird sehr vielen in unserer Stadt fehlen.

Harald

4. September 2010

Gestern Abend wurde der 19. Lingener Kunstpreis verliehen. Die 1983 von Heiner Schepers, damals Geschäftsführer des Kunstvereins Lingen, initiierte Auszeichnung verdient längst die Bezeichnung „renommiert“. Oder um in der Sprache unserer politischen Regionalliga zu sprechen: Sie erfüllt oberzentrale Anforderungen. Ich könnte jetzt über die Peinlichkeit  polemisieren, dass bei der Preisverleihung zwar mehr als 100 Gäste anwesend waren aber kein einziger Vertreter der Stadt Lingen (Ems). Niemand aus der Verwaltungsspitze, keine Bürgermeisterin, keine Kulturausschussvorsitzende. Nun, jeder blamiert sich, so gut er kann.

Statt dessen will ich lieber einige Worte über Harald Müller (Foto unten) schreiben. Der Chef der Lingener Erwin-Müller-Gruppe ist bekanntlich ein gegenüber den Künsten und der Kultur sehr aufgeschlossener  Mann. Ohne ihn gäbe es beispielsweise nicht das Kulturforum in der ehemaligen Reuschberger Kirche St. Michael. Legendär ist schon seine Entscheidung Mitte der 1990er Jahre, den abgeschlossenen Wiederaufbau des abgebrannten Emco-Werks II in der neuen Werkhalle mit einem Sinfoniekonzert der Halleschen Philharmonie zu feiern. Gestern nun überreichte Harald Müller den 19. Lingener Kunstpreis in der Kunst-/Halle IV an Preisträgerin Birgit Megerle; er hatte die Preissumme zur Verfügung gestellt.

Anschließend sprachen wir am Rande der Megerle-Ausstellung einige Minuten miteinander und da berichtete der bescheidene Mäzen von seinem jüngsten wirtschaftlichen Projekt. Bei einem  China- Besuch im vergangenen November seien ihm Elektroroller aufgefallen. „Kein Krach, kein Gestank!“  und er  habe sich gefragt, warum es eigentlich „die nicht in Deutschland“ gebe. In Europa sei die Elektromobilität völlig verschlafen worden. „Aber die Chinesen…die bauen Millionen jedes Jahr“ Da sei ihm die Idee für sein neues Projekt gekommen. Man habe Prototypen der fahrbaren Untersetzer aus China geholt, zerlegt, verbessert.  Jetzt könne es losgehen. Über eine eigens gegründete Gesellschaft emco-electroroller wolle er die Elektrofahrzeuge  importieren und verkaufen, zuerst hier und „im Raum bis Hamburg“. „Später vielleicht…wir werden sehen!“ Vier Modelle gebe es in fünf Farben. „Gedrosselt auf 25 km/h für den Radweg, 45 km/h auf der Straße“. Das preiswerteste Modell koste rund 1700 Euro, seine Reichweite betrage 65 Kilometer – „ideal für die Stadt“.

„Eine ‚Tankfüllung Strom‘ kostet den Zweiradfahrer rund 35 Cent,“ hat Müllers Vertriebschef Oswald Gerl errechnet. „Eine Strecke von 100 Kilometern kostet also nur einen halebn Euro Cent. Der Nutzer ist somit nicht nur äußerst umweltfreundlich unterwegs, sondern spart auch noch enorme Spritkosten.“  Allerdings beträgt die Ladezeit bis zu sechs Stunden – immer noch ein Problem für Elektrofahrzeuge.

Interesse ist da. So drängten sich gestern die Menschen um die fünf Elektroroller, pardon emco-electroroller (Firmenlogo oben links), die in der Lookentor-Einkaufspassage präsentiert werden sind. Die ersten 500 Exemplare sind in nur zwei Monaten verkauft worden. Zweirad-Hilmes in Bawinkel vertreibt sie und drei Lingener Händler, darunter Radel-Bluschke, ebenso.

Bekanntlich nutzen Elektromobile der Umwelt nur, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren. Werner Neumann, Energiefachmann des BUND: „Ein durch Elektroautos steigender Stromverbrauch darf nicht aus neuen Kohlekraftwerken bedient werden. Dann wäre die CO2-Bilanz schlechter als bei einem Pkw mit Benzinmotor. Das Elektromobil darf nicht zum Kohle- und nicht zum Atomstromauto werden.“

Harald Müller hat darauf eine richtige Antwort. Er will in den Elektrotankstellen ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien bereitstellten. Das notwendige öffentliche Stromtankstellen-Netz entwickelt gerade der Lingener Helge Kropik. Seine Idee: Tanken für eine jährliche Flatrate von rund 30 Euro, für die unbegrenzt im Netz aufgeladen werden kann.

Es war ein mehr als interessantes  Gespräch mit dem EMCO-Chef und beeindruckt haben mich dabei besonders die Tatkraft und Entschlussfreude des immerhin bereits 69-jährigen Lingener Unternehmers. Ich bin gespannt, wie sich das Projekt entwickelt. Hoffentlich hervorragend.

(Foto: © PR)

Kunstpreis

3. September 2010

19. Lingener Kunstpreis an Birgit Megerle
Eröffnung, Fr 3. September, 19.00 Uhr
Kunst-/Halle IV, Kaiserstraße
Ausstellung vom 4. September bis 14. November 2010

Bereits zum 19. Mail wird in diesem Jahr wird der etablierte und renommierte Lingener Kunstpreis vergeben. Seit 1983 widmet er sich ausschließlich Künstlerinnen und Künstlern, die im Medium Malerei arbeiten, bisherige Preisträgerinnen und Preisträger waren u.a. Jochen Twelker (1990), Karin Kneffel (1994), Antje Majewski (1998), Cornelius Völker (2004), im Jahr 2008 erhielt ihn Julia Oschatz.

Insgesamt zwölf national und international namhafte Galerien wurden um jeweils zwei Vorschläge gebeten. Das Niveau der eingereichten Bewerbungen war erstaunlich hoch. Die Jury, bestehend aus den Mitgliedern des Arbeitskreises Ausstellungen Sigrid Hohoff, Petra Kunzelmann und Richard Lange sowie Melanie Bono (Kuratorin für zeitgenössische Kunst am Westfälischen Landesmuseum in Münster), Dr. Vanessa Joan Müller (Direktorin Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf) und Meike Behm ist zu dem Ergebnis gekommen, den Preis an die 1975 in Geisingen geborene Künstlerin Birgit Megerle zu verleihen, die heute in Berlin lebt.

Birgit Megerles figurative und abstrakte Malerei charakterisiert eine künstliche, steife und bühnenhafte Atmosphäre. Beispielsweise wirken die von ihr realistisch dargestellten Frauenfiguren, die mit ihren dynamischen und forschen Posen Zielstrebigkeit und Handlungsbereitschaft signalisieren, unter anderem aufgrund einer diffusen Lichtwirkung gleichzeitig seltsam irreal und entrückt. Modisch gekleidet und doch wie entrückt, aufeinander bezogen und doch in sich gekehrt, klar konturiert und doch wie in einem Grauschleier gefangen, treten sie den Betrachtern wie auf einer Bühne entgegen. Trotz ihrer zeitgenössischen Bezüge vermitteln die Arbeiten das Gefühl, sie seien aus der Zeit gefallen, so dass von ihnen eine geradezu berauschende Wirkung ausgeht. Assoziationen an bühnenhaftes Geschehen werden durch eine Installation der Arbeiten im Raum verstärkt, indem die Bilder nicht nur an die Wand gehängt werden, sondern auf den Boden gelegt oder auf die Erde gestellt, so dass Betrachter unmittelbar zu einer leiblichen Auseinandersetzung mit den Bildern herausgefordert werden. Trotz ihres figurativen Charakters werden keine nachvollziehbaren Erzählungen präsentiert, so dass im Werk Birgit Megerles gesellschaftliche Zwänge und Möglichkeiten verhandelt werden, ohne Lösungen zu vermitteln.

Die Kunsthalle Lingen freut sich sehr, Birgit Megerle ihre erste institutionelle Einzelausstellung auszurichten, die von einem Katalog begleitet wird.

Die Ausstellung und der Katalog werden unterstützt durch den Freundeskreis des Lingener Kunstpreises, die Stadt Lingen (Ems) und den Landkreis Emsland. Der Lingener Kunstpreis wird in diesem Jahr von Herrn Harald Müller von der Erwin Müller Gruppe Lingen gestiftet.

(Text und Foto: © Kunstverein Lingen)

Kunstpreis

16. Juli 2010

Der (19.) Lingener Kunstpreis 2010 geht in diesem Jahr an die in Berlin lebende Malerin Birgit Megerle. Die mit 7500 Euro dotierte Auszeichnung wirdvim September an die 1975 im baden-württembergischen Geisingen geborene Künstlerin vergeben werden.

Birgit Megerles figurative und abstrakte Malerei charakterisiert eine künstliche, steife und bühnenhafte Atmosphäre. So wirken die von ihr realistisch dargestellten Frauenfiguren, die mit ihren dynamischen und forschen Posen Zielstrebigkeit und Handlungsbereitschaft signalisieren, „unter anderem aufgrund einer diffusen Lichtwirkung gleichzeitig seltsam irreal und entrückt“ (NOZ). So thematisiert das Werk Birgit Megerles  gesellschaftliche Zwänge und Möglichkeiten gleichermaßen. Die Kunsthalle Lingen zeigt vom 4. September bis zum 14. November eine Einzelausstellung von Birgit Megerle. Dazu erscheint auch ein Katalog.

Der Lingener Kunstpreis hat sich als Förderpreis für junge deutsche Künstler längst bundesweit einen Namen gemacht. Er wird in diesem Jahr von Harald Müller, geschäftsführender Gesellschafter der  Erwin Müller Gruppe,  gestiftet.

Die Jury des Kunstvereins, die die Preisentscheidung traf, bestand aus den Mitgliedern des Arbeitskreises Ausstellungen Sigrid Hohoff, Petra Kunzelmann und Richard Lange sowie Melanie Bono (Kuratorin für zeitgenössische Kunst am Westfälischen Landesmuseum in Münster), Dr. Vanessa Joan Müller (Direktorin Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf) und Geschäftsführerin Meike Behm.

(Foto: Kunstverein Lingen)