Vienna Clarinet Connection
Café Europa 2.0
Lingen (Ems) – Kunsthalle, Kaiserstrae 10a
Sonntag,  22. Juli – 18 Uhr

Karten: 17 €  (erm. 15 )

Vienna Clarinet Connection sind Helmut Hödl(Klarinette), Rupert Frankhäuser (Klarinette), Hubert Salmhofer (Bassetthorn) und Wolfgang Kornberger (Bassklarinette).

Das „Café Europa 2.0“-Konzert des Quartetts findet in Kooperation mit summerwinds münsterland statt. Das internationale Musikfestival rund um das Thema Holzblasinstrumente findet zum fünften Mal statt – noch bis zum 2. September mit insgesamt 39 Konzerten in Westfalen und einem einzigen in Niedersachsen, dem der  Vienna Clarinet Connection an diesem Sonntag in Lingen (Ems).

„Kaffee mögen sie alle, die Menschen aus West-, Mittel- und Osteuropa und dem arabischen Raum. Egal, wo sie her sind, es zieht sie ins Kaffeehaus, zum Klatsch, zum Streit, um einander das Herz auszuschütten, zur Zeitungslektüre, zum Flirten oder bloß Chatten, auf einen duftenden Espresso, den gemütlichen „Verlängerten“, zum Schauen und Staunen oder auch Ins-Gespräch-Kommen mit Fremden. Wie die Zunge, die den Kaffee, die fremde Aromen überhaupt begehrt, kennt die Musik keine Grenzen. Sie sucht das Andre, integriert es, erweitert und verändert sich selbst durch es. Kein Wunder, dass die Vienna Clarinet Connection die ethno-kulturelle Vielfalt des Wiener Kaffeehauses fasziniert, zu Bearbeitungen und eigenen Kompositionen anregt. In ihrem „Café Europa“ spiegeln die Virtuosen diesen gastlichen Ort: Vier hochkarätige Individualisten, die wie ein einziger Organismus atmen, spielen Musik, die von vielen Kulturen erfüllt ist, und spicken sie mit spritzigen Moderationen.“

PROGRAMM

Percy Aldrige Grainger (1882-1961): Molly On The Shore
Alexander Kukelka (*1963): Czernowitzer Skizzen
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Scherzo aus „Sommernachtstraum“
Helmut Hödl (*1969): Quartett Nr. 2
Traditional: Beautiful Milka
Hubert Salmhofer (*1964): O Bijav
Franz Schubert (1797-1828): Impromptu Nr. 2 in Es-Dur
Tscho Theissing (*1959): Duna Lied
Helmut Hödl: A Tribute To Itchy Fingers

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Kunsthalle | Lingen(Ems)

Seit 1997 präsentiert die Kunsthalle Lingen Kunst renommierter zeitgenössischer Künstler*innen, die sich mit soziologischen, politischen und philosophischen Fragen auseinandersetzen. Dazu gibt es ein umfangreiches Vermittlungs- und Begleitprogramm. Die Kunsthalle befindet sich in Halle IV der ehemaligen Königlich Hannoverschen Bahnhofswerkstätten, die seit 1856 in Lingen an der Hannoverschen Westbahn entstanden.

(Quellen: PM Stadt Lingen, Summerwinds)

 

Lingen im 19. Jhdt.

16. Dezember 2017

Lingen im 19. Jahrhundert
Herbstvortrag des Stadtarchivs von Dr. Mirko Crabus
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 5/6
Di 19.12. – 19 Uhr

Eintritt frei

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung Lingens zwischen 1815 und 1904.

1815 wird Lingen Teil des Königreichs Hannover. Doch ein wirtschaftlicher Aufschwung bleibt zunächst aus. Lingen habe, so ein Zeitgenosse, eine Kaserne ohne Soldaten und einen Hafen ohne Schiffe. Dann aber erhält Lingen 1856 den Anschluss an die Hannoversche Westbahn (Bahnhof Lingen – Farbstiftzeichnung von Friedrich Gottlieb Müller um 1860 © Stadtarchiv Lingen), das Eisenbahnausbesserungswerk entwickelt sich bald zum größten Arbeitgeber der Stadt und die Bevölkerungszahlen steigen deutlich. Der Ems-Vechte-Kanal wird eröffnet, dann der Dortmund-Ems-Kanal. 1904 schließlich bricht die Kleinbahn Lingen-Berge-Quakenbrück zu ihrer ersten Fahrt auf.

All das hat auch Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben. Das gerade gegründete Bonifatius-Hospital muss schon bald erweitert werden, und der Lingener Viehmarkt erlangt überregionale Bedeutung. Durch die Industrialisierung entsteht aber auch eine neue Form von Armut. Arbeiterinnen und Arbeiter leiden oftmals unter niedrigen Löhnen und widrigen Arbeitsbedingungen. Dennoch findet die Sozialdemokratie in Lingen nur wenige Fürsprecher. Vielmehr sind es die katholischen Zentrumsanhänger und die protestantischen Nationalliberalen, die sich in Lingen während des Kulturkampfes erbitterte Auseinandersetzungen

Lac-Mégantic

7. Juli 2013

Die Güterzug-Kastastrophe von Lac-Mégantic ließ mich heute morgen darüber nachdenken, was in Lingen (Ems) los wäre, würde ein mit chemischen Produkten beladener Zug entgleisen und in Brand geraten. Zum Beispiel bei einem Crash in die Wohnsiedlung Neue Heimat oder in die Justizvollzugsanstalt. Sie kennen die Antwort: Es wäre nicht auszudenken.

Die Anlieger der Bahnstrecke, die vor 170 Jahren als Hannoversche Westbahn entstand,  fordern schon seit Jahren mehr Sicherheit und einen deutlich besseren Lärmschutz. Nach der Erneuerung des Gleiskörpers ist der Zugverkehr nämlich viel lauter geworden. Und auch deutlich schneller. Die Güterzüge knallen geradezu mit hohem Tempo mitten durch unsere Stadt, so dass man schon als Passant -beispielsweise am Bahnübergang Georgstraße- körperliches Unbehagen verspürt, wenn sie vorbei rasen.

Niemand sollte darauf vertrauen, dass schon nichts passieren wird. Das Gegenteil ist nämlich der Fall: Was schief gehen kann, geht schief. So sagt es Murphy’s Gesetz und seine lokale Unterregel: „Hagedorn’s law“. Also sollte, bevor ein politisch tätiger Bahnvorstand nach Lingen reist (update:für noch eine Wahlkampfverandstaltung), so schnell wie möglich das Tempo der durch Lingen fahrenden Züge verringert werden, vor allem der Güterzüge. Ich darf schließlich auch nicht meinen Tanklaster mit 100 km/h durch unsere Stadt fahren. Auch wenn es langsamer zugeht, kann natürlich ein Zug immer noch entgleisen, doch vielleicht sind dann die Folgen nicht so schrecklich wie gerade im Osten Kanadas. Den Nachteil kann man allemal verschmerzen: 2 Minuten Zeitverlust.

ps Und bei der Gelegenheit noch einmal: Die Lärmschutzwand für den „Soziallärms“ des an- und abfließenden Verkehrs zur neuen Emslandarena gehört natürlich nicht an die Westseite der Bahn, sondern -hoch und effektiv genug- an deren Ostseite, damit der Galgenesch auch etwas mehr Ruhe vor dem Zuglärm hat. Bisher nämlich planen die Experten anders. Für die Emslandarena kommt jetzt sofort Lärmschutz an die Westseite und in ein paar Jahren gibt es auch gegenüber an der Ostseite der Bahnstrecke eine zweite Lärmschutzwand. Da ist sie wieder, die Fachidiotie deutscher Bürokraten.