wie nett

23. Dezember 2012

Ach, wie nett. Wahlkreisfavorit Heinz Rolfes (CDU) steht auf seiner jetzt doch mit ein paar Inhalten gefüllten Internetseite Kopf*. Wie lautet das CDU-Motto? „So machen wir das.“Ob der regionale Kandidat dabei wohl an die aktuellen Umfragen zur Landtagswahl am 20. Januar gedacht hat? Die können einen als CDU-Mann doch schon mal durcheinander bringen.

Auch dem schwarz-gelben Ministerpräsident David McAllister steigen die Verhältnisse gerade etwas zu Kopf: „Die FDP kann sieben Prozent schaffen“, analysierte McAllister laut der CDU-treuen Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Wir erkennen, die CDU beginnt mit ihren Fans die schon seit langem erwartete Leihstimmenkampagne zur Rettung der Klientelpartei FDP. Hilft aber auch nicht.

Bildschirmfoto 2012-12-23 um 19.50.41

*Nachtrag:
Er hat’s dann noch gemerkt, dass er auf dem Kopf stand. Inzwischen ist der faux-pas behoben. Doch dunkel ist es geblieben. Auf dem Foto und -siehe oben- gleichermaßen auch für die Niedersachsen-Union. Ich finde auch, nach zehn Jahren ist es wieder an der Zeit für einen Wechsel in diesem, unserem Lande.

Transparency

21. April 2011

Offener Brief an die
– Chefredaktion der Lingener Tagespost
– Direktion des Ludwig Windhorst-Hauses

Betreff: AKW-Lobby in Lingen – Ein Fall für Transparency Deutschland?

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 11. April 2011 veranstaltete das LWH Lingen eine Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Nichts ist mehr wie es war – Kernenergie nach Fukushima“.

Am 9.4. wurde die Öffentlichkeit in der Lingener Tagespost (LT) auf diese Veranstaltung eingestimmt: Dem Leiter des Kraftwerkestandortes Lingen wurde durch ein Interview Raum gegeben für die in der Headline zitierte beschwichtigende These: „Wir lernen aus Fukushima und werden nachrüsten, wo es notwendig ist“. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass „die Betreiber des Kernkraftwerkes Emsland in Lingen davon ausgehen, dass das Kraftwerk noch eine lange Laufzeit vor sich hat“.

Die Veranstaltung im LWH wurde am 13.4. in der LT vom selben Autor kommentiert.

Als gebürtige Lingenerin mit persönlichen Bindungen, d.h. Verwand- und Bekanntschaften vor Ort, die die Veranstaltung besuchten, stellte sich nach Austausch heraus, dass der von Burkhard Müller verfasste Kommentar/Artikel in keiner Weise mit der Wahrnehmung vieler Teilnehmer übereinstimmt und der Öffentlichkeit bzw. den Lesern der Zeitung wesentliche Inhalte und Argumente vorenthalten wurden. Zudem gibt es deutliche Unterschiede zur Qualität der Berichterstattung in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, in der der Journalist Bernhard Remmers am 13.4. mit dem Titel „Misstrauen bei Atomfreunden“ seine Sicht der Veranstaltung mit mehr Inhalt füllte. Daneben muss sich auch der Diskussionsleiter der Veranstaltung die Frage gefallen lassen, warum dem Leiter des Atomkraftwerks Lingen auf dem Podium ein knapp 40minütiger Vortrag eingeräumt wurde, obwohl doch die offizielle Vorgabe für die Podiumsvertreter war, ein maximal 5-7-minütiges Statement zu halten.

Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit als Revisorin sowie meiner Mitgliedschaft bei Transparency Deutschland haben die beschriebenen Umstände ein Misstrauen bei mir hervorgerufen, ob in Lingen die Trennung von wirtschaftlichen Interessen einerseits und dem Gemeinwohl verpflichteten Bildungs-/ Aufklärungsauftrag andererseits – d.h. die für eine breite öffentliche Diskussion der wissenschaftlichen Erkenntnisse und Hypothesen erforderlichen Foren der Information und Meinungsbildung bereitzustellen, keine verfälschende Berichterstattung zuzulassen und interessengeleitete Aussagen als solche zu kennzeichnen – gewährleistet ist.

Für mich stellen sich folgende Fragen:

1. Unternehmen versuchen durch Einrichtung Interner Kontrollsysteme (IKS) die Ordnungsmäßigkeit ihrer Geschäftsprozesse sicherzustellen und damit zur Qualitätssicherung der Leistungserbringung beizutragen.
Welcher internen Kontrollmechanismen bedient man sich in Ihren Branchen (Zeitung, Bildungshaus) bzw. Häusern, um sicherzustellen, den oben genannten Auftrag zu erfüllen? Beziehungsweise – sofern Ihre Ziele von den oben eingeforderten abweichen: Wie lautet der Auftrag, den Sie sich gegeben und ggf. in Leit-/Richtlinien dokumentiert haben?
2. Angesichts zunehmender Wirtschaftskriminalität und Korruption setzen Unternehmen/ öffentlicher Dienst zunehmend auf die Vorgabe allgemeinverbindlicher Verhaltenskodizes, um der Vermischung privater und beruflicher Interessen der Mitarbeiter vorzubeugen. Gibt es solche Ansätze in Ihren Häusern/Branchen?

Über eine Antwort bzw. eine ggf. durch diesen Brief angeregte Diskussion würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Birgit Heitker
Händelstr. 9
59348 Lüdinghausen

mehr zur Podiumsdiskussion im EVW-Podcast

Partnerschaft

17. Juli 2010

Bernhard Remmers, 51-jähriger „Korrespondent der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) in Osnabrück, hat nach Angaben des Branchendienstes Kress.de als Hobby den VfL Osnabrück und „gute Liturgie“. Jetzt hat er in dieser Woche für seinen Arbeitgeber HAZ den Blick nach Lingen  gerichtet und getitelt „Keiner will Bürgermeister werden“. Hannover wird aufmerksam auf die immer hektischer nach einem eigenen und -vor allem- präsentablen Kandidaten für die OB-Wahl am 12. September suchende Lingener CDU. Ralf Büring, Irene Vehring, Werner Hartke, Godehard Ritz, Andreas Kaiser, Uwe Hilling, ein Bruder von Hermann Kues, dessen Vorname mir gerade entfallen ist Matthias Kues, Heinz Tellmann, Martin Suresch, Ulrich Witte  ja schließlich sogar der ideenreiche Heinz Rolfes – alle werden und wurden gehandelt, aber keiner von ihnen will, soll oder darf bisher.

Nicht zuletzt das Privatleben spiele eine Rolle, denn „Frauen und Männer mit Karrierepotential möchten freie Zeit behalten für Partnerschaft und Familie“, weiß Journalist Remmers. Bemerkenswert für die Union: Partnerschaft nennt Remmers dabei zuerst!

Also hofft Lingens FDP-Chef Jens Beeck weiter auf die Tigerentenlösung, nämlich darauf, dass er der gemeinsame Kandidat von schwarz-gelb wird. Deshalb wohl hat er bisher seine längst beschlossene OB-Kandidatur nicht bekannt gegeben. Beeck soll sogar schon mal vorsichtig bei der ratlosen Ratsmehrheit angeklopft haben, aber da habe die Union abgewunken. Mal sehen, wie lange noch.