Zum Hagedorn-Störfall vom Mittwoch diese -natürlich nicht unfehlbare- Übersicht – als Grundlage für eine notwendige Diskussiont:

20.35 Uhr
Durch eine defekte Pumpe in der Nitrozellulose-Produktion entweichen 5 Kubikmeter Säure. Aus der Säure bildet sich Nitrose-Gas, die Anwohner hören einen Knall. (Quelle)

20.54 Uhr
Anwohner informiert die Rettungsleitstelle Emsland über Schefelgeruch (Quelle NOZ Printausgabe 6.7.)

21.22 Uhr
Polizei fordert über die Leitstelle die Feuerwehr an (Quelle NOZ Printausgabe 6.7.)

21.24 Uhr
Alarmierung der Feuerwehr Lingen  (Quelle NOZ Printausgabe 6.7.)

21:39 Uhr
Erster Tweet von @marc2704 bei @waslosinlingen „Facebook sagt Hagedorn brennt.“

21.40 Uhr
Türen Fenster schließen (Posting von Matthias Gessner in der Facebook-Gruppe Du weißt, Du kommst aus Lingen/Ems, wenn…)

21.41 Uhr
Nachfragen und neues Posting: UNBEDINGT FENSTER TÜREN SCHLIESSEN…KEIN WITZ (Matthias Gessner, FB)

21.47 Uhr
GELBE und WEISSE WOLKE, also FENSTER & TÜREN ZU (Quelle Matthias Gessner, FB)

21.49 Uhr
LT mit Kurzmeldung auf der Internetseite. „Kleine Explosion“ bei Hagedorn.

21.50 Uhr
Ems-Vechte-Welle: Bei Hagedorn hat es einen Gefahrgutunfall gegeben. (Quelle)

22.00 Uhr
Bei der Beseitigung der Gefahrenstoffe verletzt sich ein Feuerwehrmann , als er in ausgetretene Säure stürzt und wird mit Verätzungen ins Krankenhaus gebracht.  (Quelle)

22.01 Uhr
ALSO WIEDER KEIN WITZ….ALLES WAS IN SCHEPSDORF LINGEN DRAUSSEN IST, SOLLTE REIN GEHEN. VERSTÄRKUNG UNTERWEGS (Quelle Matthias Gessner, FB)

22.02 Uhr
Knapp eines Stunde nach der Explosion: Eintreffen des ABC-Zuges Bawinkel; die ABC-Kräfte nehmen kurz danach mit Prüfröhrchen Scahdstoffmessungen auf. (ungesichert Quelle Mark Rohwetter, fb,)

22.03 Uhr
LT Chef Thomas Pertz twittert „Kleine Explosion, Nitrogase ausgetreten, Fenster schließen“ (Foto re.)

22.05 Uhr
Verkehrsnachrichten bei Radio FFN: Türen und Fenster geschlossen halten.

22.16 Uhr
Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Holthausen-Biene (Quelle Raphael Korte, FB)

23.25 Uhr
Schulklasse muss das Kanu- und Klettercamp verlassen und wird in den Emslandhallen untergebracht. (Quelle), freiwillig, heißt es später (Quelle). Stadt Lingen teilt wiederum später aber  mit,  sie sei evakuiert worden. (Quelle)

23.30 Uhr
Mehr als zwei Stunden nach der Explosion: Erste, kaum lesbare („Unfall bei Hagedorn“) Twittermeldung der Stadt Lingen (Ems) (Foto oben re.).

23.32 Uhr
Stadt Lingen (Ems) informiert erstmals auf ihrer facebook-Seite: „Der ABC-Zug Bawinkel ist unterwegs. Die Anwohnerinnen und Anwohner sind gebeten worden vorsorglich Fenster und Türen geschlossen zu halten.“

o.10 Uhr
OB Dieter Krone teilt mit, dass der Einsatz beendet ist und keine Gefahr mehr für die Bevölkerung besteht. (Quelle)

0.35 Uhr
Stadtbrandmeister Günter Reppien: Die Grenzwerte sind auf dem Gelände überschritten worden. Außerhalb des Zauns hat es aber keine Überschreitungen gegeben.  (Quelle) Später (5.7)  dann, man habe keine die Grenzwerte übersteigende Konzentration feststellen können (Quelle NOZ Printausgabe 6.7.)

0.50 Uhr
Eine Anwohnerin, die unter Atembeschwerden leidet (später Herzbeschwerden, Quelle), wird ins Krankenhaus gebracht. (Quelle)

früher Donnerstagmorgen:
Sprecher der Polizei Lingen:  Ob Gefahr für die Anwohner bestand, kann der Polizeisprecher nicht sagen. (Quelle)

Später um 7.00 Uhr
Durch die ausgetretenen Gase bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Bevölkerung. (Quelle)

Wer weitere Details kennt, kann sie mir gern emailen; ich trage sie dann -in dieser Farbe gekennzeichnet- nach.

Fazit:
Zunächst einmal mehr furchtlose Lingener Feuerwehrleute, denen für ihren Einsatz zu danken ist.

Dann sofort ins Auge springende, zahlreiche massive Widersprüche und am Ende dieser üblich dumme Satz, dass „zu keinem Zeitpunkt Gefahr…“. Kommunikationsdefizite in großem Ausmaß.

Die „Zu keinem Zeitpunkt Gefahr“-Erklärung ist falsch. Nitrogase oder ausgelaufene Säure, in denen man zu Fall kommt, sind keine Kleinigkeit. Ein Vollalarm für 170 Feuerwehrleute ist keine Kleinigkeit.  Wenn aber jetzt schon so etwas Beschwichtigendes gesagt wird, darf man Zweifel haben, ob wir je erfahren werden, was Mittwochabend im Detail geschehen ist. Oder haben Sie -15 Monate nach dem BP-Desaster- eigentlich schon gehört, was die Ursache für das Tankerinferno im Hafen der BP am 28.03.2011 war? Das nur so und beispielhaft zur Erinnerung.

„Unterdessen hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beim Oberbürgermeister eine öffentliche Sondersitzung des Umweltausschusses des Lingener Rates beantragt. Wie aus dem Schreiben hervorgeht, soll über folgende Punkte beraten werden: Unfallhergang, Informationspolitik der Behörden, Umgang mit solchen Störfällen in der Zukunft und Konsequenzen für den Betrieb Hagedorn.“ (weiß die LT) Das finde ich gut, bin aber skeptisch, dass der Ausschuss korrekt informiert wird. Da muss schon genau nachgefragt werden.

Eins

26. Oktober 2011

Die geschätzte Bürgerschaft soll bitte nicht annehmen, dass die im Rat der Stadt vertretenen. neu gewählten Mitglieder vor dem 1. November, dem Beginn der Ratsperiode,  nichts zu tun hätten. Heute Abend beispielsweise hat im Rathaus das dritte interfraktionelle Treffen im Sitzungssaal „P05“ stattgefunden. teilgenommen haben Vertreter von CDU, SPD, Bündnis’90/ Grüne, Ratsherr Jens Beeck sowie Marc Riße und ich von der Lingener Wählergemeinschaft Die BürgerNahen.

Was soll ich sagen? Es ging u.a. um die Besetzung der Ausschussvorsitze im neuen Stadtrat, der sich am kommenden Mittwoch konstituiert. Insgesamt waren es so 13, 14 kommunale Gremien. Vergeben werden die Vorsitzendenposten nach dem Wahlsystem  d’Hondt. Also mussten mangels Einigung die Vorsitzenden Nr. 8, 9 und 10  zwischen CDU, Grüne und BN gelost werden. Edeltraut Graeßner (SPD) bastelte geschwind drei Stimmzettel mit handgeschriebenen Nummern 1, 2 und 3, die gemischt wurden und dann im Hut eines anwesenden Ratsmitglieds verschwanden (Foto). Dann wurde gezogen. Nr. 1 gewann und das war der Zettel, den ich der Kopfbedeckung entnahm. Das Ergebnis: Die BürgerNahen stellen den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses der Stadt. Das Amt wird wahrscheinlich der bekennende Rad- und BMW-Fahrer Marc Riße übernehmen. Die BN besetzt übrigens auch das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden im Sportausschuss. Favorit hier dürfte Atze Storm sein. Die Grünen zogen Nr. 2 und übernehmen den Vorsitz im Umweltausschuss, und die Union erhält den Vorsitz im Ausschuss für Soziales, Familie und Integration, der sich künftig auch um Gesundheitsfragen kümmern soll.

Gar nicht mehr freuen darf sich bei der CDU der bisherige, durchaus selbstbewusst agierende Vorsitzende des Planungs- und Bauausschusses Reinhold Diekamp. Der ERE-Betriebsrat wurde -für was auch immer- von der neuen CDU-Fraktion -man sagt wohl- abgestraft und verlor sein Mandat im Verwaltungsausschuss ebenso wie den Vorsitz des Planungs- und Bauausschusses. Den erhält jetzt Ratsneuling Günter Reppien (CDU). Neuer Vorsitzender des Jugendhilfeausschuss wird Björn Roth (CDU) und Irene Vehring (CDU) verliert ihren Vorsitz des Kulturausschusses an Edeltraut Graeßner (SPD). Die Sozialdemokraten stellen mit dem Brögberner Hermann-Otto Wiegmann auch den neuen Schulausschuss-Vorsitzenden.