Menetekel

31. Mai 2010


Huch! Noch ein Rücktritt. Ich meine, es war doch nur (m)ein bisschen Kritik an unbedachtem Geplapper und an falscher Wortwahl erst hier und dann hier. Da muss die wie der Kritisierte doch nicht gleich zurücktreten – erst Irene und jetzt noch Horst!  Nein, da müssen andere Gründe eine Rolle spielen. Eine Alternative wäre sicherlich, wenn Stefan Raab mit seinen brainpool-Leuten die öffentliche Darstellung… Aber singen kann seit Walter Scheel keiner der Kandidaten (Hinweis für die jüngeren Leser: der Walter konnte auch Postkutsche!) und Guildo Horn ist ja (wirklich!) sowieso Horst Köhler… Sie sehen mich verwirrt, wenn auch endlich fieberfrei. Ich verwerfe also die schräge Konzeptidee. Nur das kleine, beißende Youtube-Video darf bleiben.

Denn natürlich ist der Rücktritt Köhlers nicht bloß ein Amtsverzicht wie damals bei Amtsvorgänger Heinrich Lübke. Er ist für Schwarzgelb ein Menetekel und mehr als das -zudem in der Rücktrittsrede bedauerlicherweise fehlende- Eingeständnis eines völlig verunglückten Interviews. Es ist die Konsequenz kalter Ablehnung des Mannes aus den schwarz-gelben Reihen. Horst Köhlers schwarz-gelber Spiegel: Freunde, Ihr könnt es nicht.

Die Politik, die Bloggerszene und die drum rum sind allesamt sprachlos: Guido Westerwelle wie erwartet sogar mit Worten. Verwirrt mit Grund sind auch die Kollegen bei den Ruhrbaronen, die sowieso gerade inhaltlich etwas abdrehen. Sie dröhnen uns gleich „Kriegs-Köhler“ um die Ohren. Setzen Jungs, Neustart versuchen!  Michael Sprengs Analyse passt da -wieder mal- schon eher.

Also ein Menetekel, weshalb ich nicht viel darauf setze, dass in einem Jahr die Bundeskanzlerin noch Angela und der Außenminister Guido heißt. Übrigens: Es ist keine Schande, drei Mal anzutreten, wenn man für ein Amt kandidiert, Frau Schwan.