Vor 150 Jahren

30. September 2019

Heute vor 150 Jahren wurde die Jüdische Gemeinde Lingen im damaligen Stadthaus am Markt gegründet. Isaac Friedland wurde zum ersten Gemeindevorsteher gewählt. Er war dabei übrigens weder eingeladen noch anwesend und nahm die Wahl erst fünf Tage später durch Erklärung gegenüber dem damaligen preußischen Bürgermeister Werner von Beesten an, der dafür staatlicherseits zuständig war.

In einem Monat, am Reformationstag, wird ab 11:30 Uhr im Saal der Wilhelmshöhe an „150 Jahre Gründung der Jüdischen Gemein­de Lingen“ erinnert –  veranstaltet durch die Jüdische Ge­meinde Osna­brück, die Stadt Lingen (Ems) und das Fo­rum Ju­den-Christen. Den Festvortrag hält dabei Prof. Andreas Nachama, Vorsitzender der Allgemeinen Rabbi­nerkonferenz Deutsch­lands (ARK), jüdischer Vor­sitzender des Gesprächskreises Christen und Ju­den beim Zentralkomitee der Katholiken. Nacha­ma spricht zum Thema Judentum in Deutsch­land heute – das Projekt „House of One“ in Berlin.

Die Lingener Jüdische Gemeinde bestand nur etwas mehr als 70 Jahre, bevor sie und ihre Mitglieder dem antisemitischen Wahn der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Ihr letzter Vorsteher war Jacob Wolff, nachdem der Platz zwischen Lindenstraße und Konrad-Adenauer-Ring benannt ist. Nach der Reichspogromnacht in das KZ Buchenwald verschleppt, kam Wolff nach Wochen krank i unsere Stadt zurück und starb am 4. April 1941. Seine Leiche wurde nachts in einem Handwagen zum Jüdischen Friedhof an der Weidestraße gebracht und  heimlich dort begraben. Es war die letzte Beerdigung  dort, bis 1976 dort die jüdische Buchhändlerin Helga Hanauer beigesetzt  wurde. die Lingenerin hatte ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern den Spiegel vorgehalten und in einem einfachen Leserbrief gefragt, weshalb bei der1000-Jahrfeier der Stadt im Jah 1975  die Verfolgung, Entrechtung und Ermordung der Lingener Juden nicht erwähnt wurde.

Aktuell fordert das Forum Juden-Christen eine umfassende, wissenscaftliche Darstellung und Aufarbeitung der Geschichte Lingens während der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 in Auftrag zu geben. Dies ist im Rathaus nur auf eingeschränkte Unterstützung gefalle; während die CDU-Mehrheitsfraktion gleich „die ganze Geschichte der Stadt im 20. Jahrhundert“  dargestellt wissen und so die NS-Zeit faktisch in einen allgemein-unverbindlichen Kontext einbinden will, gibt es keine sichtbare Unterstützung durch Oberbürgermeister Krone. Ihm, so heißt es, sei das Projekt zu teuer. Die Aufarbeitung des Dunklen und Verbrecherischen in der Geschichte Lingens ist trotz mahnender Worte für manche offenbar immer noch (oder schon wieder?) ein Problem.

Hier aus dem Lingener Stadtarchiv die Niederschrift ser Gemeindegründung am 30. September 1869:

Klima-Gruppe Emsland

27. Mai 2019

Klima-Gruppe Emsland
Erstes Treffen und Gründung
Lingen (Ems) – Litfass, Clubstraße 5
Dienstag, 28. Mai – 19 Uhr

„Auf der ganzen Welt bewegt sich was, Gruppen und Organisationen rufen zu mehr Nachhaltigkeit und einem bewussten und gerechten Umgang mit dem Planeten auf. Fridays for Future stehen jede Woche weltweit mit großen Gruppen auf der Straße.

Im Emsland ist bisher noch nicht so viel los. Das wollen wir ändern, wie das stattfinden kann das wollen wir gemeinsam mit euch im Litfass besprechen. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist riesig: Workshops, Stadtspaziergänge, Sommercamps, Demos, Filmabende, und mehr. „