nicht von selbst!

23. Januar 2016

GrafschaftBentheimNonno de Vries, ehemaliger Landrat im Landkreis Grafschaft Bentheim (Wappen lks), hat an diesem Mittwochabend  in Schüttorf aus seinem 800-Seiten-Manuskript über die Grafschaft vor und während des Nationalsozialismus vorgelesen. Die Suche nach einem Herausgeber gestaltet sich schwierig.

Der Sozialdemokrat ist dazu tief in die Lokal- und Regionalgeschichte eingetaucht. Für sein umfangreiches Buchprojekt hat den Vries drei Jahre lang Quellen studiert und Sekundärliteratur gesichtet. Herausgekommen ist ein 800-seitiges Buchmanuskript mit dem Titel „Demokratie kommt nicht von selbst! – Ein Beitrag zur Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit in der Grafschaft Bentheim bis 1945“. Einen Herausgeber hat er noch nicht gefunden.

Ursprünglich hatte die Grafschafter SPD an de Vries gebeten, ein Buch zur lokalen Parteigeschichte zu schreiben. Es sollte 2013 zum 150-jährigen Bestehen der Sozialdemokraten erscheinen. Dazu kam es nicht: „Ich wollte mich zeitlich nicht unter Druck setzen lassen und nur die Zeit bis 1945 beleuchten, weil ich an der Zeit danach selbst beteiligt bin“, sagte de Vries am Mittwochabend dazu. Dort trug er einen kleinen Auszug seines Manuskriptes zum Thema „Kirchenkampf in der Grafschaft Bentheim“ vor. Bei seinen Recherchen hatte de Vries außerdem festgestellt, dass es zur Geschichte der SPD in der Grafschaft nur sehr wenig Material für die Zeit vor 1945 gibt. Vieles sei von den Nationalsozialisten nach dem Parteiverbot vernichtet worden. „Aus der Not habe ich dann eine Tugend gemacht und überparteilich über Kaiserreich, Weimarer Republik und Nationalsozialismus geschrieben“, sagte der Schüttorfer, der selbst lange in der Lokalpolitik aktiv war.

[Quelle und mehr bei den Grafschafter Nachrichten].

Vorbilder

20. November 2014

Bildschirmfoto 2014-11-17 um 05.48.02
Für Horst Dudeck (Foto u. re.) ist die Sache eindeutig: Ihm geht es bei seiner Facebook-Seite über Historische Häuser in der Grafschaft Bentheim „ebenso wenig um Heimattümelei oder gar Rückwärtsgewandheit wie um die Ablehnung von Fortschritt und Modernität. Im Gegenteil – ohne Achtsamkeit für das Vergangene fehlt uns der (unverstellte?) Blick auf das Gegenwärtige und das Kommende. Beides hat seine Berechtigung oder anders gesagt: das Eine ist nichts ohne das Andere.“

Der in Neuenhaus lebende Fotograf präsentiert historische Bauwerke in der benachbarten Grafschaft, „die es wert sind, hier einer – hoffentlich weiter wachsenden – interessierten „Fangemeinde“ präsentiert zu werden“.

DudeckFast alle der gezeigten Häuser zeigen sich von ihrer besten Seite. Mit viel Liebe und Geld saniert bzw. restauriert, weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand belassen bzw. wieder hergerichtet, in Teilen modernisiert und an die heutigen Bedürfnisse angepasst, zeigen sie diesen einzigartigen Charme, der von alten Häusern ausgeht. Bei den meisten abgebildeten Objekten gibt es zusätzlich für den Betrachter Informationen durch den -wie er sich nennt- Bildermacher, wann und durch wen das Haus errichtet und genutzt wurde.

So ist die Dudeck-Seite mit inzwischen weit mehr als 1200 Fans angesichts all des kleinbürgerlichen Gemoseres „auf Facebook“ ein echter, positiver Hingucker. Einziger Kritikpunkt mag sein, dass die abgebildeten historischen Gebäude einfach zu schön, zu ästhetisch wirken; architektonische Sorgenkinder findet man nämlich nicht, obwohl es auch in der Grafschaft Bentheim -wie allerorten- zügellose Eingriffe in historische Bausubstanz und verfallende Baudenkmale gibt; an die denkt man angesichts all der abgebildeten architektonischen Juwelen sofort, für die der Initiator Horst Dudeck ausdrücklich darum bittet, die Fotos und Beiträge „zu teilen“, wie Facebook das Weiterverbreiten nennt.

„Sie haben recht, wenn Sie dies sagen“, antwortet Horst Dueck und ergänzt: „Zurzeit sehe ich für mich zeitlich allerdings keine Möglichkeit, dieses „Fass aufzumachen“. Es ist ja nicht damit getan, auf vom Verfall oder vom Abriss bedrohte Gebäude aufmerksam zu machen. Dadurch wird vielmehr auch ein Prozess in Gang gesetzt, der eine intensive Beschäftigung mit der Thematik  voraussetzt. Dies wäre zwar wünschenswert, ist von mir momentan aber nicht zu leisten. Immerhin schärft die Facebookseite bei den Menschen das Bewusstsein für die Wahrnehmung und den lohnenswerten Erhalt dieser Gebäude. Und das ist gut so und schon mal ein guter Anfang.“

Hoffen wir also, dass die Dudeck-Vorbilder auf diese Weise auch den anderen, bedrohten Baudenkmalen helfen können.

(Foto: Bildschirmfoto oben und Porträt Horst Dudeck © Facebook/privat)

Tag des offenen Denkmals

13. September 2014

DSC04462Denk mal: Vielleicht hätten wir an oder zu diesem morgigen  Tag des offenen Denkmals (rechts im Wortsinn ein lingentypyisches  offenes Baudenkmal) einmal gemeinsam aufarbeiten können, bei wievielen Baudenkmalen in unserem Städtchen die Bauverwaltung in der letzten Zeit kräftig daran mitgewirkt hat, ihnen den Garaus zu machen und warum.

Man könnte auch nachfragen, weshalb es keinen Denkmalschutzbeauftragten in Lingen gibt. OK, die Antwort auf diese Frage ist einfach: Eine Kultur der Kritik ist in Lingen nicht vorhanden und ein solcher Ehrenamtler könnte ja Probleme machen, wenn mal wieder jemand zulasten eines Baudenkmals Mammon in die Hand nimmt.

Außerdem wissen wir doch alle, dass unsere Behörden keine Fehler machen (niemals !) und die kleinen alltäglichen Desaster an Emstunnel, Ausländerabschiebereien, Tierschutz, Geld im Altenlingener Forst versenken und eben Denkmalabriss keine Fehlleistungen der jeweiligen Verwaltung sondern notwendig und richtig sind. Also entschuldige ich mich gleich dafür, über derlei überhaupt nachgedacht zu haben. Und das Ende Juli zerstampfte Arbeiterwohnhaus in der Kaiserstraße war ja gar kein Arbeiterwohnhaus und konnte daher weg, weil es natürlich kein Baudenkmal sondern eine Signalstation der oberen Denkmalschutzbehörde in Oldenburg war. Vor dem Abriss wurde nämlich signalisiert, dass…

Kommen wir auf den Denkmal-Tag zurück: Dieses Jahr steht der Tag des offenen Denkmals am morgigen Sonntag unter dem Motto „Farbe“. Da nun fehlen dem aufmerksamen Lingener mindestens zwei Bauwerke in seiner Stadt: Einmal die alte Schepsdorfer Kirche die farblich  eingeflattert ist (Bild re) und natürlich das rot-blaue Farbspiel a la Baurat Lisiecki in der Schützenstraße (Bild lks), wo mal eben ein Baudenkmal des Lingener Architekten Hans Lühn durch das OK der Bauverwaltung verhunzt wurde.

Immerhin wird der Denkmal-Tag dieses Jahr nicht vergessen, wie weiland zu Zeiten des uns gottseidank abhanden gekommenen Oldenburgers, der als Stadtbaurat Lingen acht Jahre überwiegend schreckliche Architektur hinterlassen hat; doch Architektur ist ja nur Geschmacksache, wusste eine Ratskollegin jüngst zu plappern. Na dann ist sie ja auch nicht wichtig!

Unten die regionale Denkmal-Programmkarte für Sonntag, den Tag des Denkmals [bitte Grafik anklicken; viel Spaß dabei]. Hier noch ein kleiner Hinweis, was Sie selbst tun können, um Baukultur vor Kommerz und privatem Klüngel zu sichern.

Bildschirmfoto 2014-09-12 um 22.06.26

Abfall

16. Mai 2014

Der NDR meldet: „Biogasanlagen stehen als Maisvernichter in der Kritik. Nun könnte das Image der Verwertungsanlagen weiter beschädigt werden: Im Emsland und Südoldenburg soll mit illegalen Müllmischungen gehandelt worden sein. Die Staatsanwaltschaften Osnabrück und Oldenburg ermitteln gegen mehrere Betreiber in den Landkreisen Emsland, Grafschaft Bentheim, Cloppenburg und Osnabrück. Im Visier steht auch eine niederländische Firma, die den Abfall verkauft haben soll.

Geklärt werden muss…“ [weiter beim NDR]

Weihnachtstelefon

23. Dezember 2013

zoom_NDR_logo_08Für viele Menschen ist Heiligabend nicht nur eine „stille Nacht“, sondern auch eine „einsame Nacht“. Für sie gibt es das NDR 1 Weihnachtstelefon: Evangelische und katholische Christen sind Heiligabend am Telefon von 18 bis 22 Uhr erreichbar – unter ihnen katholische Ordensleute, evangelische Pastorinnen und Pastoren und ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger. Sie bieten Gespräche und auf Wunsch auch einen weihnachtlichen Segen an.
In allen norddeutschen Landesprogrammen wird während der Weihnachtssendungen auf die kostenlose Telefonnummer (08000) 60 70 80 hingewiesen. [mehr…]

Ich besetze übrigens an diesem Weihnachtsfest das Notdienst-Telefon der Strafverteidiger im Emsland und der Grafschaft Bentheim. Nummer 0172 2866905. Da wünsche ich Ihnen allerdings (nicht ganz selbstlos), dass Sie diese Nummer nicht anrufen müssen. Denn schöne und ruhige Weihnachten sind schon etwas richtig Feines.

Für Marc

20. Dezember 2013

…den (seit Gerhard Rachuts Zeiten) emanzipiertesten Vorsitzenden des großartigsten Ausschusses, den der Lingener Stadtrat vorzuweisen hat: Der Verkehrsausschuss. Für Marc (m)ein Weihnachtsgeschenk aus der Grafschaft Bentheim. Ein Nordhorner Frauenparkplatz.

Nordhorn_P

weiterhin

29. Dezember 2012

Noch zum Jahresende eine erfreuliche Nachricht für deutsche Kiffer (und ihre Anwälte) durch taz-Blogger Falk Madeja:

„Ausländer dürfen weiterhin in den Niederlanden kiffen. Diverse Gemeinden können einfach nicht auf die Einnahmen verzichten, so Amsterdam, Rotterdam und Enschede. Es gab den Versuch, Coffeehop-Besucher nur noch lokal mit Hilfe einer Anwesenheitspflicht in der jeweiligen Gemeinden zuzulassen. Gecancelt.
Das Staatsfernsehen NOS befragte 100 Gemeinden mit einem oder mehr Coffeeshops, es reagierten 55. Dvon gaben 26 an, dass Ausländer weiter kiffen dürfen.“

Also werden weiterhin in Coevorden, Emmen, Winschoten, Groningen, Hengelo, Enschede  und anderswo nebenan niederländische Polizeibeamte nahe den einschlägigen Coffeeshops in ihren Autos sitzen und bei ihren deutschen Kollegen anrufen, dass jetzt gleich der und der Coffeeshop-Besucher mit dem und dem NOH-, LER- oder EL-Kennzeichen angerauscht kommt und man ihn doch erwarten möge.

HanfDann sehen die Bundesdeutschen kurz oder weit hinter der Grenze überrascht eine Polizeikelle und hören nach dem Stopp aus polizeilichem Mund die Lüge des Jahres: „Allgemeine Verkehrskontrolle!“, dürfen („wegen des intensiven Marihuanageruchs“) aussteigen, damit sodann bundesdeutsche Ordnungshüter oft nicht vorhandene, aber dann -im Gegensatz zum Kollegentipp aus den Niederlanden- allemal aktenkundig gemachte, gerötete Skleren feststellen; alsdann darf „natürlich freiwillig“ am Straßenrand gepinkelt und die Urinprobe sofort positiv getestet werden; der dann fälligen Blutprobe stimmt der überforderte Kiffer wiederum freiwillig mittels Unterschrift auf Formblatt zu, der längst herbeigerufene Arzt zapft Blut ab. Die roten Skleren sind dann zwar nicht selten weg, wenn der Arzt nachschaut, aber es reicht selbst bei Minigehalt von THC im Blut meistens für eine fette Ordnungswidrigkeit mit mindestens 500 Schleifen,  einem Monat Fahrverbot und vier Punkten. Vor allem ist spätestens nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens auch die Fahrerlaubnis futsch, weil man zwar (grundsätzlich und in Grenzen) unter Alkohol fahren darf, sofern man kein Führerscheinneuling ist, aber nicht einmal minimalst angekifft, wobei unter Umständen sogar Dabeisitzen, also passiver Konsum reicht. Dann ist der Lappen weg; das praktiziert die Straßenverkehrsbehörde. Gnadenlos.

Also Freunde des auf Gottes Erde wachsenden Hanfes (Foto), wenn ihr schon in den Niederlanden kifft, nutzt Bus und Bahn, fahrt frühestens nach Tagen wieder und denkt daran, dass der Erwerb zwar im Nachbarland nicht bestraft wird aber hierzulande auch dann strafbar ist, wenn ihr -sofern Deutsche/r- in Holland die Zubereitungen der indischen Hanfsorte Cannabis sativa kauft und sie dort konsumiert. Dies ergibt sich aus § 7  Abs. 2 StGB und dem Umstand, dass der Kauf von Cannabis auch in den Niederlanden strafbar ist (allerdings dort nicht verfolgt wird). Deshalb sollte man strikt schweigenund nichts sagen, falls man  polizeilich kontrolliert und befragt wird und außerdem überhaupt nichts unterschreiben. Immer!  Und nach dem Verlassen der Polizeiwache einen nicht im Miet- oder Erbrecht sondern in BtM-Sachen erfahrenen Anwalt aufsuchen oder anrufen.

(Foto. Hanf  (C) Bart Pogoda / www.bartpogoda.com)

Um Grenzen, Zoll und Schmuggel geht es an diesem Mittwoch, 10. Oktober um 16.00 und um 19.30 Uhr, im Lingener Emslandmuseum. Museumsleiter Dr. Andreas Eyinck präsentiert Spannendes, Tricks und Schliche aus der Welt der heimlichen Grenzgänger von einst. Den Rahmen der Veranstaltung bildet die aktuelle Ausstellung „von Räumen und Grenzen“.

Um 1800 führte die damalige französische Verwaltung im Binnenland das „Douane-System“ ein, mit Zöllen an den Außengrenzen und Freihandel im Binnenland. Leittragende dieser an sich sehr fortschrittlichen Art der Besteuerung waren die Grenzregionen, deren Wirtschaftsradius durch die neuen Zollgrenzen beschnitten wurde.

Die umgehende Reaktion der Grenzbewohner darauf war die heimliche Einfuhr von Waren an den Zollstationen vorbei – der Schmuggel oder Schleichhandel.

Die Schmuggler hatten die bessere Ortskenntnis. Nachts fuhren sie mit Booten über die Ems oder fuhren ihre Frachten durch unbewohntes Gelände fernab der Kontrollstellen. Geöffnete Giebelluken oder weiße Bettlaken zeigten an, wo Gefahr durch die Douanebeamten drohte und wo die Luft rein war. Später verlagerte sich der Schmuggel an die niederländische Grenze, denn neue Zölle und Steuern führten ab 1815 zu einem ganz unterschiedlichen Preisgefüge diesseits und jenseits der Grenze. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 nahm wegen der hohen Einfuhrzölle der Schmuggel stark zu, und auch die Grenzkontrollen wurden kontinuierlich verstärkt. Zollstreifen entlang der Grenze und im gesamt Zollgrenzbezirk machten den Schmugglern das Leben schwer, aber immer wieder kamen sie auf neue Tricks und fanden neue Schmugglerpfade.

Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde das Schmuggeln entlang der Grenze im Emsland und der Grafschaft Bentheim zur echten Massenbewegung und war für viele Familien die einzige Möglichkeit, in den Genuss von Kaffee, Tabak oder anderen Gütern zu kommen, die in Holland viel preiswerter waren. Doch auch gewerbliche Schmugglerbanden schalteten sich ein und ließen ihre Waren von ortkundigen Trägern im Ameisenverfahren über die Grenze schaffen.

Mit Romantik hatte das ganze wenig zu tun – Schmuggeln erfüllte schließlich zu allen Zeiten den Tatbestand der Steuerhinterziehung. Die Grenzbewohner sahen das zwar anders, aber manche Schmugglertour endete mit tödlichem Ausgang. Und hohe Geld- oder sogar Gefängnisstrafen waren an der Tagesordnung. Auch über diese Schattenseiten des Schmugglerwesens wird bei der Veranstaltung anschaulich berichtet.

Wegen der Umbauarbeiten im Emslandmuseum findet die Veranstaltung in den benachbarten Räumen der früheren Buchhandlung van Acken (Burgstraße 30) statt. Beginn ist um 16.00 Uhr bzw. um 19.30 Uhr.
Eintritt 5 Euro (Mitglieder des Heimatvereins 3 Euro)
(Quelle)

Tag des offenen Denkmals

7. September 2012

Rund ums Holz – der diesjährige Tag des offenen Denkmals widmet sich dem Naturbaustoff Holz. Deutschlandweit lädt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Besucher an diesem Wochenende zur Besichtigung von Bau- und Bodendenkmälern ein. Es ist der 27. Tag des offenen Denkmals.

Holz hat als zentraler Baustoff eine lange Tradition, entsprechend facettenreich ist das Programm: Unter den 8.000 geöffneten Denkmälern sind von sakralen Bauten über königliche Holzlager, Fachwerkhäuser bis hin zu Brückenbauten zu entdecken. Die Schauplätze können selbständig oder über die angebotenen Führungen besichtigt werden. Engagierte Bürger wie Fachleute werden ihre Bauten mit Fokus auf dem Baustoff Holz vorstellen und dabei auf seine Eigenschaften und vielseitige Verwendbarkeit eingehen.

Auch in der Region an Ems und Vechte finde ich mehrere „offene Denkmale“, bei deren Präsentation mir allerdings bisweilen die kulturelle Qualität der Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Denkmal zugunsten von reiner Unterhaltung und manchem Trallala zu sehr in den Hintergrund rückt. Mag kann mich gern für puristisch halten, aber was beispielsweise Kutschfahrten am Tag des offenen Denkmals für eine Bedeutung haben, erschließt sich mir nicht. Nun denn -mit einem Klick auf die Karte gelangen sie auf die niedersächsische Seite der Aktion und können sich dort weiter orientieren.

Die bundesweite Eröffnung findet übrigens in der Hansestadt Bremen mit einem musikalischen Rahmenprogramm statt. Hier das Programm zum Tag des offenen Denkmals:

www.tag-des-offenen-denkmals.de

Das Programm zum Tag des offenen Denkmals gibt es auch als mobile App!  Infos finden sich hier.

(Text/Quelle)

Over de Grens

10. August 2012

Auch bei den Nachbarn im Westen regt sich Protest gegen immer mehr Hähnchenmast: Sie legten nach einem Bericht des NDR durch die niederländische Forstverwaltung („Staatsbosbeheer“) und den Naturschutzbund Natuur en Milieu Overijssel Beschwerde gegen die Erweiterung eines  Hähnchenmastbetriebs  im deutschen Gildehaus (Grafschaft Bentheim) ein. Ein entsprechendes Schreiben sei bei der Kreisverwaltung der Grafschaft Bentheim eingegangen, bestätigte jetzt ein Kreissprecher in Nordhorn. Der Protest der niederländischen Nachbarn richtet sich gegen die Kippenstal-Pläne von Landwirt Heinrich Rikhof, der seine direkt an der niederländischen Grenze gelegene Hähnchenmastanlage an der Haarer Straße um 40.000 auf  „119.625 Mastplätze vergrößern“ will.

Die Anlage wurde -wie auch anders!- Mitte Juni genehmigt; ich finde nichts darüber, dass dem  „over de Grens“ eine Nachbarbeteiligung vorausgegangen wäre. Wohl deshalb war die Einspruchsfrist von einem Monat möglicherweise verstrichen, wie die deutschen Verantwortlichen betonen. Ich lese, die Kreisverwaltung wolle die niederländische Beschwerde aber „auf jeden Fall beantworten“, so der NDR. Ach so: Beantworten!

Der Grund für die niederländischen Proteste: In 200 Metern (!) Entfernung von dem Maststallriesen befindet sich auf niederländischem Boden das Naturschutz- bzw. FFH-Gebiet Dinkelland in der Gemeinde Beuningen (Foto oben, heutiger Zustand), wissen der NDR und  auch die niederländische Tageszeitung Tubantia. Das  allerdings wäre eine Ungeheuerlichkeit, hätte die deutsche Verwaltung trotz dieses Naturschutzgebiets das Vorhaben genehmigt. Der Vertrag von Aarhus jedenfalls legt für  deutsche Behörden etwas anderes fest. Ganz abgesehen von dieser rechtlichen Seite:  Mit welcher politischen Berechtigung eigentlich will der Grafschafter Landrat Friedrich Kethorn (CDU)  gegen Lärm des neuen Flughafen Enschede protestieren, wenn man gleichzeitig selbst seine Nachbarn nicht beteiligt bzw. ihre Naturschutzrechte mit behördlichen Füßen tritt? Dabei fragt man sich, wie überhaupt das genehmigt werden konnte, was dort in Naturschutzgebietsnähe entstanden ist.

Die deutschen NABU-Naturschützer haben übrigens rechtzeitig gegen die Genehmigung Widerspruch eingelegt. Sie fürchten die hohen Stickstoffbelastungen und damit Schäden für Moore und Heiden. Auch die Belange besonders geschützter Tiere seien nicht berücksichtigt worden. Auf vorangegangene Warnungen habe der Landkreis Grafschaft Bentheim als Genehmigungsbehörde nicht reagiert. Man hoffe, dass von dem Schritt positive Auswirkungen auf andere Genehmigungsverfahren im Landkreis ausgingen, bei denen ähnliche Mängel aufträten, sagte eine NABU-Sprecherin.

(Quelle)