Stefan Wenzel

26. Januar 2015

Ein bisschen RTLNord-PR für Niedersachsens grünen Umweltminister Stefan Wenzel muss auch mal sein, vor allem wenn es auch einige  Informationen -jenseits des Fahrplans- gibt:

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1987

22. Januar 2012

Atom-Diskussion des NDR in Lingen vor 25 Jahren: „Das Entsorgungsproblem ist noch nicht endgültig gelöst…. Wir haben Zeit genug, das Problem endgültig zu lösen.“

Gorleben via Spreeblick

5. Dezember 2011

Ein lesenswerter Rückblick – gefunden auf Spreeblick:

Castor 2011 – Eine Reportage in Bild, Text & Ton

Von Gregor Fischer (Fotos) und Deborah Seifert (Text, Interviews)

Der Castorticker meldet:
Mi, 16:01 – Vallones – Der Castor ist losgefahren. Aus verschiedensten Quellen ist zu hören, dass er bis morgen in Frankreich bleiben soll.

Donnerstag Mittag. Es ist noch sehr ruhig im Wendland. Ein Kind hüpft von der Schule nach Hause. Eine alte Dame geht mit ihrem Hund spazieren. Der Fleischer hat schon geschlossen. Eine Bushalte steht verlassen neben der Elbe. Nur ein Plakat mit gelben Kreuz deutet auf das hin, was in den nächsten Tagen erwartet wird. Der Castorzug wird wieder durchrollen. Er transportiert Brennelemente aus deutschen AKWs aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage von La Hague zurück nach Deutschland.
Read on my dear…

Emsland

24. September 2010

Internetumfragen sind hipp. Sie suggerieren dem klickenden Leser, mit zu entscheiden. Wahrscheinich wird irgendwie auch ein Cookie gesetzt, damit dann zielgenau Werbung… je nachdem, welche Variante bei der Abstimmung gewählt wird. Auf der Internetseite des EL-Kurier, des kostenlosen Werbeblatts aus dem NOZ-Verlag, habe ich eine Gorleben-Abstimmung entdeckt  . Das Voting der Woche: „Gorleben als atomares Endlager – finden Sie das richtig?“ (Bildausschnitt re.)

Nun weiß man zwar bei derartigen reinen Prozentangaben nie, wie viele Internetbesucher tatsächlich abgestimmt haben, doch dass die Mehrheit der EL-Internetleser „Gorleben als atomares Endlager“ für richtig hält, dürfte bundesweit reichlich einmalig sein. Zumal auch die Bundesregierung offiziell den gasgefährdeten Salzstock ja erst einmal bloß weiter „erkunden“ will. (Dazu kurz auch noch jenseits des Themas diese Neuigkeit aus Deutsch-Absurdistan…)

Aber vielleicht wollen sich die emsländischen Atommülfans auch nur den Tatbestand verdrängen, dass Geologen den Salzstock im nordemsländischen Wippingen für den am besten geeigneten halten, um Atommüll abzulagern, wenn…. Das wäre ja auch deshalb ganz großartig, weil man dann den Transrapid nicht mehr mit Millionen Euro Steuergeldern am Leben erhalten müsste. Denn das Endlager wären Hunderte von Arbeitsplätzen für 300.000 Jahre und mehr. Hermann Bröring, übernehmen Sie!

Teil

18. September 2010

Mit einem tagesaktuellem Thema startete gestern in Hannover das Junge Schauspiel  in die Theaterspielzeit 2010/2011. Mitten im zweiten Frühling der Atomenergie errichtet es  in Hannovers Altstadt ein Hüttendorf – frei nach dem historischen Vorbild der Freien Republik Wendland. Ein 10-tägiges Theater-Experiment.

Den Hannoverschen Ballhofplatz bespielt das junge Schauspiel  bis zum 26. September 2010 mit „Freie Republik Wendland – Reaktiviert„. Um gegen die Errichtung eines Atommüllendlagers zu protestieren, hatten im Sommer 1980 bei Gorleben Atomkraftgegner das Gelände der Tiefbohrstelle 1004 besetzt und dann ihren eigenen Staat gegründet. Nach 33 Tagen wurde die Aktion von mehreren tausend Bundesgrenzschutzbeamten durch einen massiven Polizeieinsatz beendet.

Zum 30-jährigen Jubiläum lädt nun das Junge Schauspiel Hannover „alle Menschen von 0-99 Jahren“ ein, einen Staat nach eigenen Vorstellungen zu bauen. In einem errichteten Hüttendorf finden tagsüber Workshops und Vorträge, Podiumsdiskussionen (u. a. mit Jürgen Trittin), thematische Filmabende, Theateraufführungen und Konzerte statt.

Das muntere Theaterprojekt über die Anti-Atom-Bewegung in den 80er Jahren hat für Ärger mit der erneut griesgrämig-verklemmt wirkenden CDU gesorgt. Einige Programmpunkte seien eindeutig parteipolitisch, kommentiert der CDU-Landtagsabgeordnete Dirk Töpffer. Der Steuerzahler zahle für pseudointellektuelle Gespräche mit dem ehemaligen Bundesumweltminister Trittin, sagte Töpffer. „Das halte ich schlicht für ungesetzlich.“  Man ist sofort versucht, „Huch“ zu rufen (wer will, darf auch „Hurz“ singen).

Theater-Intendant Lars-Ole Walburg ging sogar auf die Kritik ein: „Es geht hier nicht nur um Atomkraft.“ Mit der theatralen Hüttenaktion solle vor allem über Utopien und unser Demokratieverständnis diskutiert werden. Regisseur Florian Fiedler wies darauf hin, dass man sich beim Theater bemüht habe, auch Atomkraftbefürworter zu Streitgesprächen einzuladen – leider vergeblich. Bei allen großen Energieversorgern sei angefragt worden, aber niemand wollte mit aufs Podium. Herrlich!

Ich hab mir erst einmal die Augen gerieben ob dieser ganzen Posse. So verschroben wie Herr Töpffer kann niemand sein, meine ich jetzt – selbst wenn er ein 2006 in Hannover gescheiterter OB-Kandidat ist. Deshalb bin ich mir inzwischen  fast sicher, dass dieses provinzielle Stammtischgerede des lokalen CDU-Kleingeistes ein geschickt inszenierter Teil des Hannöverschen Theaterprojekts ist. Der antagonistische Widerspruch zwischen Realität und Utopie vielleicht?  Ein weiterer  Teil der christdemokratischen Performance ist offenbar auch der heutige Mittagstermin des CDU-Mannes: Das Herbstfest vom Kronsbergkreis mit der Freiwilligen Feuerwehr Bemerode, Hinter dem Dorfe, 30539 Hannover. Sollten Sie allerdings noch etwas unsicher sein, fragen Sie vielleicht mal direkt nach: Dirk.Toepffer@lt.niedersachsen.de