2. Mai 1933

2. Mai 2018

Heute vor 85 Jahren:

“Im Frühjahr 1933 zerstörten die Nationalsozialisten, kaum an die Macht gekommen, die Mitbestimmung in den Betrieben und zerschlugen die Gewerkschaften. Die Gewerkschaften hatten Gewaltbereitschaft und Machtwillen der Nationalsozialisten unterschätzt. Am Ende stand die politische und organisatorische Vernichtung der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Tausende Gewerkschaftsmitglieder wurden in Zuchthäuser und Konzentrationslager gesperrt, in die Emigration getrieben oder ermordet. Viele engagierten sich im Widerstand gegen das nationalsozialistische Terrorregime.

Die Gewerkschaften haben aus diesen Erfahrungen gelernt. Unveräußerliche Menschenrechte, eine unabhängige Einheitsgewerkschaft und Mitbestimmung gibt es nur in einer demokratischen Gesellschaft. Freiheit, Demokratie und Solidarität in Arbeitswelt und Gesellschaft zu stärken und gegen den Rechtsextremismus zu verteidigen — das ist das Vermächtnis von 1933.”

Hier ein Film für die politische Bildungsarbeit der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2013 bei youtube.

Mehr Infos beim DGB.

eigentlich

16. Juni 2017

In der Kabarettsendung „Die Anstalt“ stand heute vor einem Monat die «Leiharbeit» im Mittelpunkt. Mehr als 150 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter reagierten anschließend auf die öffentlich-rechtliche Einladung zur Klage gegen den Europäischen Gerichtshof (EuGH) und meldeten sich bei Arbeitsrechtler Professor Wolfgang Däubler.

Monat für Monat führen Max Uthoff und Claus von Wagner durch die Anstalt und zeigen dabei nicht nur die Absurditäten des politischen Alltags in Deutschland auf, sondern schaffen es, komplizierte Hintergründe verständlich zu erklären, größere Zusammenhänge aufzudecken und mit Fakten zu unterfüttern.

Weil Kritik allein aber nicht reicht, werden einzelne Themen mit Aufrufen verknüpft- so in der letzten Sendung. Schwerpunkt war die Ausdifferenzierung der legalen Arbeitsverhältnisse hin zur Dreiklassengesellschaft am Band. Daneben ging es auch um  Didier Eribon (Zitat: «Sie lesen einen französischen Soziologen, um etwas über deutsche Arbeiter zu erfahren?»), das bedingungslose Grundeinkommen, Handelsbilanzen und die Auswirkungen der deutschen Lohnentwicklung auf Griechenland.

Anschaulichen wurden diesmal die Gewerkschaften, allen voran die IG Metall gelassen links überholt. Mit Humor wurde der Irrglauben an «betriebliche Bündnisse» und «Verhandlungen am Katzentisch» aufgedeckt und gezeigt, welche Löcher und Ausnahmen durch Gesetze und Tarifverträge gestanzt wurden, die immer weiter zulasten von Leiharbeitern gehen und gingen. Thematisisert wurde auch die Rolle der Agentur für Arbeit, die mit ihrer Sanktionspolitik den Zwang zur Leiharbeit und die Prekarisierung von Normalbeschäftigung fördert, obwohl eine EU-Richtlinie die Gleichbehandlung von Stammbeschäftigten und Leiharbeitern vorsieht.

Bis jetzt hat noch niemand gegen die Ungleichbehandlung von Stammbelegschaft und Leiharbeitern in Deutschland geklagt. Dies könnte sich nun ändern. Die Adresse des Arbeitsrechtsanwalts Wolfgang Däubler wurde groß (prof.daeubler(at)labournet.de) mit dem Hinweis eingeblendet, dass eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof die bestehende Ungleichbehandlung und das Lohndumping einschränken könnte. Über 150 Zuschriften klagewilliger Leiharbeiter gingen anschließend bei dem renommierten Arbeitsrechtler ein. Jetzt werden Unterstützer gesucht, um die Klage finanziell zu ermöglichen.*

So erledigte „Die Anstalt“ auf kreative Art eine Aufgabe, für die eigentlich Gewerkschaften zuständig wären…

 

(Quelle)

Los ocho de Airbus

5. Februar 2016

Am 9. Februar beginnt in Getafe nahe Madrid der Strafprozess gegen die „8 von Airbus“ [„Los ocho de Airbus“]. Betroffen sind davon zunächst die Gewerkschafter Tomás García, Enrique Gil, Rodolfo Malo, José Alcazar, Raúl Fernández, Armando Barco, Jerónimo Martín und Edgar Martín. Ihnen drohen langjährige Freiheitsstrafen, nachdem sie sich vor mehr als fünf Jahren an einem Streik („huelga“) beteiligt hatten, der ein politischer war. Längst wird dieses Strafverfahren in Spanien als exemplarisches Vorgehen gegen die grundrechtlich garantierte Streikfreiheit verstanden. Es ist eben nicht „nur“ ein weiterer von zahlreichen Prozessen, die in der Europäischen Union kollektive Arbeitnehmerrechte betreffen, die ihr Grundrecht auf Streik in Anspruch nehmen, sondern ein Verfahren, mit dem offenbar mittels des Strafrechts prinzipiell Grundfreiheiten eine enge Grenze gezogen werden sollen. Das führt in Spanien aktuell dazu, dass nicht nur gewerkschaftsübergreifend Solidarität mit den Angeklagten entsteht, sondern auch, dass politische Organisationen und Institutionen Partei für die Angeklagten und damit für das demokratischen Streikrecht ergreifen.

Der Anlass: Am 29. September 2010 fand in Spanien ein landesweiter Generalstreik statt, der sich gegen ein der Austeritätspolitik geschuldetes Kürzungspaket und Gesetzesvorhaben zur Deregulierung des Arbeitsmarkts der damaligen Regierung Zapatero richtete. Dabei kam es vor den Toren des Airbus-Werks in Getafe zu Auseinandersetzungen, als eingesetzte Bereitschaftspolizei die Blockade des Firmengeländes auflösen wollte und dabei auch Schusswaffen einsetzte. Wie fast immer bei derartigen Auseinandersetzungen werden jetzt die Streikenden beschuldigt.

Der Beitrag  „The trial of the Airbus Eight: “If we lose, Europe moves backwards”“ von Esther Ortiz  in der Equal Times stellt den historischen Zusammenhang her: Zum ersten Mal seit 1972 soll in Spanien Artikel 315.3 des spanischen Strafgesetzbuches angewendet werden, der noch aus der faschistischen Franco-Diktatur stammt (und nie abgeschafft wurde…). Er stellt das Streikpostenstehen unter Strafe – und damit natürlich erst recht das, was die Streikenden getan haben: „Las mismas penas del apartado segundo se impondrán a los que, actuando en grupo, o individualmente pero de acuerdo con otros, coaccionen a otras personas a iniciar o continuar una huelga.

2. Mai 1933

7. Mai 2013

2Mai1933Zum 80. Mal jährte sich am 2. Mai 2013 die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten. Gewerkschaftliche Beiträge, Sonderseiten und Ausstellungen hat dazu LabourNet Germany, die Plattform  der gewerkschaftlichen Linken [mehr…] zusammengestellt:

  • Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933: Als die Nazis die Gewerkschaftshäuser überfielen
    2. Mai 1933, überall in Deutschland: Nazi-Schlägertrupps stürmen die Gewerkschaftshäuser. Eine freie Arbeitnehmervertretung gibt es ab sofort nicht mehr. Bis zu diesem Tag dachten die Führungen der freien Gewerkschaften noch, der Nazispuk wäre bald vorbei – und setzten auf Disziplin statt offenen Widerstand. Ein fataler Irrtum…” IG Metall-Meldung vom 02.05.2013
  • Anpassung und Widerstand
    Am 2. Mai 1933 zerschlugen die Nazis die freien Gewerkschaften: Die ­kompromißbereite ADGB-Spitze begünstigte Hitlers Kurs auf eine »Volksgemeinschaft« – an der Basis entwickelte sich dagegen Abwehr.
    Artikel von Stefan Heinz in Junge Welt vom 02.05.2013
  • Zerschlagung der Gewerkschaften 1933
    zerschlagung-1933-e1364460143541“Am 2. Mai 2013 jährt sich die Zerschlagung der Gewerkschaften durch das nationalsozialistische Regime zum 80. Mal. Dieses historische Datum nehmen wir zum Anlass, dem Ende der freien Gewerkschaften zu gedenken. Diese Website erzählt von der zerstörten Vielfalt gewerkschaftlichen Lebens in Berlin und erinnert an die Personen, die die damaligen Ereignisse miterlebt haben.”
    Eine Sonderseite des DGB
  • 80 Jahre Zerschlagung der deutschen Gewerkschaften – Erfahrungen, Lehren, Erinnerungen
    “Die vom Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum in Zusammenarbeit mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und der Hans-Böckler-Stiftung organisierte wissenschaftliche Tagung widmete sich der Frage, ob man Gewerkschaftsgeschichte als Erinnerungsgeschichte schreiben kann und welche Erkenntnisgewinne von einem solchen erinnerungshistorischen Zugang zu Gewerkschaftsgeschichte zu erwarten sind. In seiner Einleitung zur Tagung stellte STEFAN BERGER (Bochum) zugespitzt die Frage, wie die Erinnerung an den 2. Mai 1933, die Besetzung der Gewerkschaftshäuser in Deutschland und die Auflösung der Gewerkschaften, die Geschichte der Gewerkschaften im Exil, im Krieg und in den zwei Nachkriegsdeutschland geprägt hat…”
    Tagungsbericht von Stefan Berger, Ruhr-Universität Bochum, bei Clio-online-Historisches Fachinformationssystem e.V.
  • 2. Mai 1933: Zerschlagung der Gewerkschaften – Zerstörte Vielfalt
    Der Deutsche Gewerkschaftsbund erinnert mit einer Interseite an das gewaltsame Ende der freien Arbeiterbewegung in Deutschland. Die Seite “Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 – Zerstörte Vielfalt” wurde gemeinsam mit Studierenden der Freien Universität Berlin aufgebaut.
    Siehe dazu die Seite beim DGB mit allen weiteren Links

(CC mit Dank an LabourNet Germany)