Radeberger

5. Dezember 2017

Heute noch ein Werbe-Clip. Als ich ihn schmunzelnd sah, fiel mir auf, dass ich lange kein Radeberger mehr getrunken habe. Dabei ist Radeberger einfach ein leckeres Bier, ein echter Genuss in diesen warm-klebrigen Glühweintagen.

Die Brauerei aus Radeberg bei Dresden ist nach eigenem Bekunden die erste in Deutschland, die ausschließlich nach Pilsner Brauart braute. Gegründet 1872 durfte die Exportbierbrauerei ihr Radeberger Pilsner ab 1905 als „Tafelgetränk Seiner Majestät des Königs Friedrich August von Sachsen“ (Friedrich August III.) benennen. Na bitte! Zu DDR-Zeiten gab es das Spitzenerzeugnis im Westen eigentlich nur in den Mitropa-Waggons der Bahn. Und im Osten war es als Bier für den Export für die werktätige Bevölkkerung auch nur sehr schwer erhältlich.

Inzwischen ist die „Radeberger.-Gruppe“ die größte Brauereigruppe in Deutschland, gehört längst zum Oetker-Konzern und zu den Radeberger angeschlossenen Getränkegroßhändlern zählt ganz vorn Essmann aus Lingen-Schepsdorf.

Hier die Reifeprüfung für ein frisch-gekühltens Radeberger-Pilsner. Prost! 😉

Oha!

16. September 2012

Sonntägliche Posthalterei-Diskussion in der offenen Facebook-Gruppe Du weißt Du kommst aus Lingen/Ems wenn:

Felix Reis:
„Unglaublich! Da wird mit viel Steuergeldern die Alte Posthalterei in Lingen renoviert. Sonntagnachmittag – Altstadtfest – strahlender Sonnenschein – die Stadt voller Menschen – Straßencafes voll! Nur vor der Alten Posthalterei leere Stühle. Keine Bewirtung. Kunden stehen vor der Tür und lesen, dass Sonntags erst ab 17 Uhr geöffnet ist. So verärgert man die Gäste!“

Peter Koch:
Das mit den Steuergeldern ist zwar ärgerlich, aber damit hat ein Pächter nichts zu tun. Er kann aber sehr wohl selbst entscheiden, ob und wann er seine Gaststätte öffnen will.
Lasst daraus keine politische Diskussion werden!

Felix Reis:
Was heißt politische Diskussion? Jeder Laie kann sich doch vorstellen, dass man, wenn man eine Gaststätte übernommen hat, auf neue Kunden angewiesen ist und jede Gelegenheit nutzen sollte!

Robert Koop sen:
Politisches? Um Gottes Willen! Darüber wird nur gestammtischt, aber doch hier nicht…
Der Grund für die Schwierigkeiten der Alte Posthalterei ist eine unbefriedigende Vertragslage, die sich nach 20 Jahren überlebt hat.  Das fordert die (Kommunal-)Politik, die sich aber bisher raus hält. An dieser Stelle der Stadt ist der Betrieb eben nicht nur Privatsache, Peter Koch!

Der zweite, aktuellere Grund ist eine Koronarerkrankung, die die designierte (Unter-)Pächterin unmittelbar vor der Eröffnung leider auf die Intensivstation brachte. Wenn ich richtig informiert bin, betreibt Hauptpächter Essmann die Posthalterei vorübergehend in eigener Regie. Dies könnte die heutige Schließung erklären, die natürlich ein Unding ist.

Peter Koch:
Also willst du jetzt sagen, das die Stadt das Recht hat zu bestimmen, wann die Posthalterei geöffnet zu sein hat?

Robert Koop sen:
Ja.

Peter Koch:
Oha!

Zeitläufe

2. August 2012

Im letzten Spätsommer galt es eigentlich als ausgemacht, dass Holger Laschet, der jahrelang Hutmachers Deele kultiviert bekochte, in die Alte Posthalterei (Foto re., 1950 Jahre) wechseln wolle. Das scheiterte dann wohl u.a. an der Renovierung der in die Jahre gekommenen Küche der städtischen Lokalität mit undichten Leitungen, Abflüssen und ähnlichem Renovierungsstau, die -wen wundert’s!- Laschet partout nicht selbst zahlen wollte. Hauptpächter Getränke Essmann hatte für diesen Fall aber keinen „Plan B“,  stand nach Laschets Absage ohne Betreiber des Hauses da und die Stadt leistete sich seither die Peinlichkeit ihrer geschlossenen Lokalität am Markt. Dazu diese Entwicklung:

4. Januar 2012 Alte Posthalterei in Lingen ist geschlossen – Neuer Pächter vielleicht schon Anfang Februar

Seitens der Stadt habe man im vergangenen Jahr oben und unten neue Fenster eingebaut und damit, so weit es die historische Gebäudesubstanz zulasse, Maßnahmen zur Dämmung abgearbeitet. …

16. April 2012 Seit dem 1. Januar 2012 steht das denkmalgeschützte Haus aus dem Jahre 1653 in Lingens guter Stube leer und soll nun, den Leerstand nutzend, weiter saniert werden. Kommt nichts dazwischen, wird die Gaststätte am 23. April eingehaust. Eine Woche später, am 30. April, soll mit der Dachsanierung begonnen werden.

26. Juli 2012 „Alte Posthalterei“ in Lingen will Mitte August eröffnen
„Daher wurde vorzeitig mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen, die eigentlich für die zweite Jahreshälfte geplant waren. In Vorjahren hatte die Stadt im Erd- und Obergeschoss bereits neue Fenster einbauen lassen.“

Bis Montag war ich skeptisch, ob es denn endlich klappt. Zwar hat die Renovierung aus Steuermitteln 50% mehr gekostet als veranschlagt -in Zahlen: 210.000 € statt 140.000 €- (aber dafür bleibt die Miete wenigstens stabil 😉  ).

Und dann sah ich auf dieser (zuverlässigen) lokalen Webseite den Hinweis auf das 19. Altstadtwirtefest – pardon: das 19. Musikfest der Altstadtwirte am Samstag, 11. August 2012 mit 12 x Musik in 11 Kneipen rund um den Markt. Und da ist die „Alte Posthalterei“ dabei. Angekündigt ist die Gruppe „Spielsucht“ (kenn‘ ich noch nicht) — in der neuen Alten Posthalterei! Nach viel Getöse und sieben Monaten geschieht doch noch etwas.  So sind sie, die Lingener Zeitläufe.

Nachtrag:
Doch nicht. Es geschieht doch nicht. Angeblich ein Wasserschaden