Unverpackt

16. Januar 2020

Lingen soll einen  „Unverpackt-Laden“ bekommen. Dieser soll als Genossenschaft organisiert werden. im neuen Geschäft bekommt man ganz ohne Verpackung, verschiedene Lebensmittel wie Nudeln, Getreide, Nüsse, aber auch andere Dinge die täglich gebraucht werden, wie z. B. Waschmittel. Das Projekt nennt sich Lingen Unverpackt und soll, wenn alles klappt, als neue Genossenschaft an den Start gehen.

„Lingen Unverpackt eG“ wird am Montag, 27. Januar in der Kirchstraße 2 die Türen öffnen, also mitten in der Stadt an der Zufahrt zur Tiefgarage am Markt. Leicht erreichbar sind von dort Stadtbibliothek, Krankenhaus und TPZ. Ganz in der Nähe sind außerdem der Wochenmarkt sowie einige weitere umweltbewusste Einzelhändler, bei denen der Einkauf plastikfrei ergänzt werden kann. Pkw-Parkplätze sind in der Tiefgarage vorhanden und ein großzügiger Fahrradparkplatz ist direkt vor der Tür.

Was noch fehlt, sind Menschen aus Lingen, die am besten als Genossinnen und Genossen der neuen Genossenschaft das Projekt Lingen Unverpackt eG unterstützen möchten.  

Die Initiatoren um Teresa Metz-Meuter, Dayana Metz und Sandra Reichenberger geben über alle Fragen, die das Projekt betreffen, hier Auskunft.  Und sie fragen: „Was würdest du gerne im Unverpackt Laden kaufen? Schreib die Antwort in die FB-Kommentare!“

Website: www.lingen-unverpackt.de/

Facebook: Lingen Unverpackt

Mitnahmeeffekte

21. April 2018

Wirklich, das will ich vor dem Wahltag noch los werden. In der Podiumsdebatte am vergangenen Montag habe ich aus meiner Meinung keinen Hehl gemacht, dass nur das Ausweisen von weiteren Landwirtschaftsflächen für den Wohnungsbau keine nachhaltige Wohnungsbaupolitik darstellt. Es nutzt der Ökonomie wenig und schadet der Ökologie.

Das folgt schon daraus, dass nun wirklich nicht jede/r mehr als 300.000 Euro für ein neues Wohnhaus ausgeben kann. Wir brauchen zusätzliche neue Wege, um Wohnraum für alle zu schaffen:

Mit der Gründung der Wohnungsbaugenossenschaft LWB Lingener Wohnbau eG besitzt unsere Kommune jetzt ein Instrument, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dass diese Gründung vier Jahre und nach der Gründungsversammlung noch einmal vier Monate gedauert hat, bis sie im Genossenschaftsregister eingetragen, also handlungsfähig ist sehr nervig, aber nicht zu ändern.Die Genossenschaft muss bezahlbare Wohnungen auch in den Ortsteilen bauen und auch für Studenten, weil sie mit ihren WG’s auch angestammte Mieter aus 3-Zimmer-Wohnungen verdrängen, die dann an Studenten-WGs vermietet monatlich 700  Ertrag bringen, bei einer Familie aber nur 450 Euro.

Wir müssen etwas gegen die Gentrifizierung tun. Sie ist kein Großstadtproblem: Mein Einsatz und der Kampf der Bürgernahen für den Erhalt der beiden Mehrfamilienhäuser am Beginn der Straße „Am Neuen Friedhof“ waren vergeblich. Die Bagger haben intakten, bezahlbaren Wohnraum in dieser Woche vernichtet. Jetzt entstehen dort Kleinapartments für Lingener, die mehr als das Doppelte an Mieten zahlen können. Ich rechne mit Monatsmieten von 9 bis 10 Euro in den künftigen Wohnungen. Insgesamt zeigt sich eine ausgesprochen schlechte Entwicklung, wenn dafür intakte Häuser abgerissen werde. Wr müssen also handeln um Mieter in günstigen Wohnungen zu schützen und diese Wohnungen nachhaltig zu modernisieren, angesichts der vielfachen öffentlichen Fördermittel meines Erachtens kein Problem. Eingeführt werden sollte ein allgemeines kommunales Vorkaufsrecht, um gewachsene Stadtteile vor Spekulation zu sichern.

Das gilt auch für Baulücken. Hier hat die Stadt inzwischen ein Baulückenkataster geschaffen, das ständig aktualisiert werden muss.

Notwendig ist auch der Ausbau des Projekts „Jung kauft Alt“. Seine nach jahrelangen Debatten beschlossene Variante ist allerdings in Lingen mit 75.000 Euro so bzw zu klein angelegt. Es kann wirklich nichts anderes bewirken als flotte Mitnahmeeffekte.

Und, wenn es um neue Baugebiete geht, die ich ohnehin lieber Wohngebiete nennen möchte, kann Bauern erschinglicher werden. Eine Lösung dafür ist die Vergabe von Erbbaurechten. Bei einem aktuellen Grundstücksgeschäft im Stadtteil Bramsche habe ich den Bischof in Osnabrück gebeten, jedenfalls auch Grundstücke im Wege des erbbaurechts zu vergeben. Dies ist auch deshalb ein guter Weg, weil die Kirche bei Familien mit Kindern geringere Erbbauzahlungen verlangt (mehr…) Der Bischof hat reagiert und ich hoffe auf ein Ziel führendes Gespräch mit den Verantwortlichen in der Diözesanspitze. Die Wohnungsbauförderung des Bistums ist auch ein guter Vorschlag für die Vergabe städtischer Wohnungsbaugrundstücke – auch für die Ortsteile.

Ich freue mich über weitere Vorschläg für den Wohnungsbau in unserer Stadt.