Für diesen Sonntag, an dem das Wetter umschlagen wird, habe ich dann einen, für dieses Blog ungewöhnlichen Lesebefehl: Eine ungehaltene Predigt des Osnabrücker Generalvikar Theo Paul, der Stellvertreter des Bischofs von Osnabrück und Leiter der Verwaltung des Bistums ist. In seinen Blogbeiträgen greift er nicht selten aktuelle Themen auf. Lest selbst:

„Eigentlich wollte ich“, schreibt Theo Paul im Blog des Bistums Osnabrück, „diese Predigt am 8. Mai auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Fullen bei einer Gedenkveranstaltung halten. Wegen des Coronavirus musste die Veranstaltung leider abgesagt werden. Trotzdem denken wir an 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs, 75 Jahre Ende des Faschismus. Erinnerungsarbeit ist Friedensarbeit. Hören wir nicht auf zu rufen: Nie wieder Krieg.“

„Liebe Mitchristen!

75 Jahre Befreiung vom Faschismus – Ende des II. Weltkriegs

27. Januar
75 Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer der Shoah

2. März
Vatikan öffnet die Archive zu Papst Pius XII. Welche Rolle hat er im II. Weltkrieg, im Holocaust eingenommen?

Der Tag der Befreiung vom Faschismus stellt auch die Frage nach der Rolle der Christen und der Kirche in der Zeit der Nazi-Diktatur.

Wir sind auf dem Gelände eines Konzentrationslagers. Wie konnte es dazu kommen? Warum haben so wenige Menschen sich zur Wehr gesetzt, als ihre jüdischen Nachbarn verfolgt und verschleppt wurden? Als christliche Kirche warnen wir heute vor wachsendem Hass bzw. Antisemitismus und prangern die steigende Tendenz an, die Ereignisse der Shoah zu verharmlosen oder gar zu leugnen.

Verachtung und Hass entwickeln sich allmählich aus Worten, Stereotypen und Vorurteilen – durch rechtliche Ausgrenzung, Entmenschlichung und Gewalteskalation. An diesem Tag des Gedenkens bringen wir für die Opfer dieses schrecklichen Verbrechens Respekt und Trauer zum Ausdruck. Wir danken allen, die ihr Leben eingesetzt haben, um unser Land vom Faschismus zu befreien. Wir verneigen uns vor allen, die in diesem Befreiungskampf ihr Leben verloren haben.

Vor einigen Monaten ist er gestorben, der seine ganze Theologie – als Theologie „nach Auschwitz“ verstanden hat. Johann Baptist Metz plädierte für eine moralische Auffassung von Tradition, die nur dann Maßstäbe für das eigene Handeln aus der Geschichte gewinnt, wenn sie sich der katastrophischen Dimension der Geschichte stellt. Wir können keine Verkündigung an Groß Fullen, Esterwegen, Bockhorst, Groß Hesepe – Auschwitz, Bergen-Belsen, Dachau vorbei praktizieren. Nur mit Blick auf die verstummten Opfer können wir uns den Menschen der Gegenwart zuwenden. Dieser 8. Mai ist Tag der Befreiung, Gedenktag an die Opfer der Kriege und Eingeständnis in die Verstrickung in Schuldzusammenhängen von Christen und Kirche in ein System von Unrecht und Gewalt.

1982 war ich das erste Mal zu einem Gedenkgottesdienst in Groß Fullen. Wir wollten an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Damals wurden wir damit konfrontiert, dass wir doch endlich die Zeit des Nationalsozialismus ruhen lassen sollten. Es sei schon soviel darüber geschrieben worden. Wir haben – Gott sei Dank – nicht geschwiegen. Die kleine Pax Christi-Gruppe und auch andere Institutionen haben die Erinnerung an das Grauen des Faschismus wachgehalten. Ob gelegen oder ungelegen – auch heute 2020, wer hätte es für möglich gehalten, dass wir mit einem um sich greifenden Populismus, der mit seinen einfachen und oft menschenverachtenden Antworten große Sorgen bereitet, konfrontiert werden. In unserem Land macht sich ein zunehmender Antisemitismus breit. Ich erinnere an den Mord von Kassel, den Anschlag von Halle und die Morde von Hanau. Wer hätte dies 1982 für möglich gehalten. Wir können unser Zusammenleben nicht gestalten ohne die Gläubigen des Judentums, die Muslime und alle Migranten in unsere Sorge mit einzuschließen.

er Gedenktag der Befreiung von Faschismus ist für uns verbunden „mit einem Suchen, was den Frieden schafft“. Friede will als „Fried-Fertigkeit“ ständig gelebt werden, gerade in einer Welt der Friedlosigkeit. Mehr als zwanzig militärische Konflikte kostet jedes Jahr Tausenden von Menschen das Leben und treibt Abertausende in die Flucht. „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ klagte der jüdische Dichter Paul Celan im Jahre 1944 in seinem Gedicht „Todesfuge“. Wir sind eine der größten Waffenschmieden der Welt. Wir liefern militärische Rüstung in die verschiedenen Konflikt-herde. Gegenwärtig scheint die Menschheit wieder wild entschlossen, ihre eigene Vernichtung vorzubereiten. Abrüstungsverträge werden aufgekündigt, es droht ein neues atomares Wettrüsten. Mehr noch: Die Arsenale sollen zusätzlich um neue, angeblich kleine taktile Atomwaffen erweitert werden. Kein Wunder, dass namhafte Atomwissenschaftler ihre sogenannte „Weltuntergangsuhr“ von fünf auf zwei Minuten vor zwölf vorgestellt haben.

Kein Zweifel: Der „Kalte Krieg“ ist wieder aus der Rumpelkammer auf die Weltbühne zurückgekehrt. Die Rüstungshaushalte werden wieder erhöht. Waffenstarrend stehen sich die Völker gegenüber. Wir wissen doch: Rüstung tötet, auch ohne Krieg. Denn Rüstung ist Mord an den Bedürftigsten dieser Welt. Ohne Militärausgaben wäre es ein Leichtes, Armut und Not zu überwinden. Kein Kind müsste mehr Hungersterben, kein Flüchtling mehr im Mittelmeer ertrinken. Lebensmittel statt Raketen, Decken statt Bombenteppiche.

Wir sind in einer Zeit der Neuausrichtung der Kirche. Es ist ein Segen, dass Papst Franziskus nicht nur die Archive von Papst Pius XII. öffnet. Er ermutigt uns, den Konflikten der Welt nicht auszuweichen. Die Kriege in Syrien, Irak, Kongo, Mali, Lybien … lösen Flucht und Verfolgung aus.

„Wenn wir die Probleme nicht lösen, wenn wir Mauern aufbauen und Abgrenzungen in Gang bringen. Die Welt kann nur bestehen, wenn wir Brücken bauen und Menschen in Frieden leben …. Wir brauchen Dialog, Gerechtigkeit, die Austrocknung der Gewalt und Hoffnung für die Völker, dass sie vorankommen im Kampf gegen Ungerechtigkeit und Verfolgung. Die Kirche hilft, als Werkzeug für Frieden und Versöhnung aller Menschen zu dienen. Wir verlieren die Identität als Christen, wenn wir uns abgrenzen, das war auch immer eine Gefahr in der Geschichte der Kirche.“ (Papst Franziskus)

Kirche als Sauerteig – als Sakrament in den Friedensprozessen unserer Tage. Ganz im Sinne von Abraham Joschua Heschel, der sagt: „Unser Zeitalter bedeutet das Ende der Selbstzufriedenheit, das Ende des Ausweichens, das Ende der Selbstsicherheit. Gefahren und Ängste sind Juden und Christen gemeinsam; wir stehen zusammen am Rande des Abgrunds. Die Interdependenz der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der ganzen Welt ist eine grundlegende Tatsache unserer Situation. Störung der Ordnung in einem „kleinen Land irgendwo auf der Welt er-weckt Befürchtungen bei den Menschen auf der ganzen Welt. Beschränkung auf die eigene Gemeinschaft ist unhaltbar geworden …. Die Religionen der Welt sind so wenig selbständig, unabhängig oder isoliert wie Einzelmenschen oder Nationen. … Keine Religion ist ein Eiland. Wir alle sind miteinander verbunden. Verrat am Geist auf Seiten eines von uns berührt den Glauben aller. Ansichten einer Gemeinde haben Folgen für andere Gemeinden.“ (Abraham Joschua Heschel, Keine Religion ist ein Eiland (1965), in „Christentum aus jüdischer Sicht“, herausgegeben von Fritz A. Rothschild)

Bringen wir diese globale Sicht in die Debatten ein. Die Opfer des Faschismus rufen uns zu: Nie wieder Krieg. Nie wieder Faschismus. Nie wieder Schweigen.

Die Tatsache, dass flüchtende Menschen viele Risiken auf sich nehmen, um in Europa Schutz zu suchen, ist eine positive Aussage über Europa. „Die Flüchtlinge sehen das vereinte Europa als Raum, in dem die Menschen-rechte geachtet und gewährt werden. (P. Peter Balleis SJ) So ist „das Europa der Menschenrechte“ herausgefordert, diese Rechte zu gewähren. Der Umgang mit den Flüchtlingen ist der Testfall, wie ernst es unser Kontingent wirklich mit den Menschenrechten nimmt. „Flüchtlinge sind Menschen, die Krieg und Not erlebt haben, sie wollen mehr als jeder andere Frieden und in Frieden leben. Sie helfen uns das Gute des friedlichen Europas zu schätzen und zu wahren.“

Liebe Mitchristen! Ich bin dankbar für die Gedenkstättenarbeit vieler Christen in den zurückliegenden Jahrzehnten. Dankbar können wir sein für das Engagement von Gemeinden und Christen bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Danke für Pax Christi und anderen Friedensinstitutionen für ihren Protest gegen Waffenexporte und Aufrüstungsentscheidungen. In allen diesen Bemühungen können wir Spuren entdecken, die dem Frieden dienen.

Wenn ich an diesem Ort des Grauens und der Verstorbenen stehe, kommt mir ein Auftrag der Christen und der Kirche in Erinnerung. Wir sind nicht da, um alle Fragen beantwortbar zu machen, sondern, so hat J. B. Metz formuliert, um von uns unbeantwortete Fragen unvergesslich zu machen. Als Glaubende haben wir nicht auf alles eine Antwort, sondern wir haben immer noch eine weitere Frage (eine Frage zuviel), die wir ins Gebet verwandeln können, die wir einfach stellen.

Wenn wir von Gott sprechen, zu ihm beten, dann können wir auch die Entfeindung leben, eine universale Solidarität gestalten, die ihren letzten Grund in Gott hat. Erinnerungsarbeit ist Friedensarbeit. Wir hören nicht auf zu rufen: Nie wieder Krieg.“


Sie finden die ungehaltene Predigt hier als PDF-Datei.

Nachtrag: „Auf dem Friedhof Groß-Fullen ruhen 133 sowjetische Kriegsgefangene, ein Dalmatiner, ein Marokkaner, ein Kroate und ein unbekannter Albaner sowie ca. 1.500 unbekannte Russen. Die hier ursprünglich bestatteten 751 italienischen Militärinternierten wurden in den fünfziger Jahren exhumiert und auf den italienischen Ehrenfriedhof in Hamburg-Öjendorf umgebettet oder in ihr Heimatland überführt.
Um zum Kriegsgefangenenfriedhof Gross-Fullen zu gelangen, biegt man zwischen km 23,5 und 23,6 von der „Süd-Nord-Straße“ in die „Weststraße“ ein, folgt dem Schild „Kriegsgräberstätte“ und gelangt nach 500 m zu dem linkerhand gelegenen Friedhof des Lagers X Fullen.“ (Quelle)

Bildnachweise: KZ Groß Fullen, GNU; Johann Baptist Metz, GNU; Paul Celan von Richard Sennett CC BY-NC-ND 2.0; Abraham Joshua Heschel, CC Peter1c Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international,; Peter Balleis, CC von 19MS68 – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“

Interpretationshoheit

10. August 2019

Einmal mehr meldet sich (nur) die taz mit einem Beitrag über die elende Art und Weise, wie das offizielle Emsland die Interpretationshoheit um die Gedenkstätten im Emsland  gewinnen will.

taz-Redakteurin Simone Schnase hat die im CDU-Dunst des Landkreises verdeckten Informationen zusammengetragen. Die Autorin hat die Aufarbeitung der NS-Geschichte im Emsland und die Eröffnung der Gedenkstätte Esterwegen seit mehr als 10 Jahren begleitet, damals noch als Redakteurin des emsländischen Stadtmagazins „Emskopp“. Für ihren 2011 dort erschienenen Artikel „Die Emslandlager und ihre Folgen: Eine Geschichte von 1933 bis in die Gegenwart“ erhielt sie 2012 den Alternativen Medienpreis

Also mein „Lesebefehl“ an diesem Samstag:

Es ist 18 Jahre her, dass der Landkreis Emsland das bis dahin von der Bundeswehr genutzte Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Esterwegen übernahm, um dort eine Gedenkstätte einzurichten für die insgesamt 15 emsländischen Konzentrations- und Strafgefangenenlager, in denen während der NS-Zeit vorwiegend politisch Verfolgte und Kriegsgefangene inhaftiert waren.

2011 wurde die Gedenkstätte Esterwegen feierlich eröffnet – aber jetzt, keine acht Jahre später, droht die Kooperation zwischen dem Landkreis als Träger der Stiftung, die die Gedenkstätte betreibt, und dem für die Erinnerungsarbeit verantwortlichen Verein Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager (DIZ) zu zerbrechen.

Denn drei der vier hauptamtlichen DIZ-MitarbeiterInnen sind in diesem Jahr in den Ruhestand gegangen, der Leiter des Zentrums, Kurt Buck, geht Ende des Jahres in Rente und bisher ist beim Verein keine der Stellen neu besetzt worden. Finanziert wurden die MitarbeiterInnen bisher vom Land Niedersachsen, vom Landkreis und von dem mehr als 300 Mitglieder zählenden Verein. Die frei werdende Stelle von Kurt Buck will sich das DIZ auch künftig durch das Land Niedersachsen, genauer gesagt durch die Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, finanzieren lassen – aber jetzt beansprucht der Landkreis Emsland diese Förderung für sich. „Es geht im Wesentlichen um die Frage, wer bei einer der wieder zu besetzenden Stellen sinnvollerweise Anstellungsträger ist“, heißt es dazu vom Landkreis.

Eine Antwort auf diese Frage gibt es zumindest aus seiner Sicht bereits:…

weiter bei der taz


Die Emslandlager

1933 wurden die KZ Börgermoor, Esterwegen und Neusustrum fertiggestellt, bis 1937 kamen Aschendorfermoor, Brual-Rhede, Walchum und Oberlangen hinzu, ab 1938 Wesuwe, Versen, Fullen, Groß-Hesepe, Dalum, Wietmarschen, Bathorn und Alexisdorf.

In den Emslandlagern wurden insgesamt 70.000 Menschen inhaftiert, darunter politische Gefangene, Homosexuelle, wehrmachtgerichtlich verurteilte Soldaten und sogenannte Nacht-und-Nebel-Gefangene .

1939 übernahm die Wehrmacht drei Lager und nutzte sie als Kriegsgefangenenlager für weit über 100.000 Soldaten aus der Sowjetunion, Frankreich, Belgien, Polen und Italien. 1944/45 dienten die Lager Dalum und Versen der SS kurzzeitig als Außenlager des KZ Neuengamme. Insgesamt sind in den Emslandlagern rund 30.000 Menschen ums Leben gekommen.

Der wohl bekannteste Inhaftierte des KZ Esterwegen war Carl von Ossietzky, der aufgrund der Spätfolgen der Haftbedingungen am 4. Mai 1938 starb.

Das weltbekannt gewordene„Moorsoldatenlied“ entstand 1933 im KZ Börgermoor.


(Foto: Gedenkstätte Esterwegen, Frank Vincentz, GNU Free Documentation License.
Quele: Simone Schnase taz)

Nie erschienen

12. Mai 2012

Fleurop lässt grüßen! Gerade empöre ich mich über diese peinlich-arroganten Worte der Pressesprecherin des Kreises Emsland Anja Rohde. In diesen Tagen jährt sich bekanntlich zum 67. Mal die Befreiung der Emslandlager; aber  der Landkreis Emsland hat gar nicht so richtig dran gedacht. Denn da sagt die Dame auf Anfrage der Presse tatsächlich:

Wir werden in der alten Rheder Kirche und am Ossietzky-Denkmal in Esterwegen Kränze niederlegen“, sagt Kreissprecherin Anja Rohde auf die Frage, ob es denn von Seiten des Landkreises eine Gedenkveranstaltung gebe. „Allerdings wird dies kein offizieller und auch kein öffentlicher Akt. Die Kränze sollen ein Zeichen für die Besucher sein.

So ist es eben, wenn man lediglich aus parteipolitischen Gründen glaubt, gedenken zu müssen, und man nicht mit dem Herzen dabei ist.

Heute informiert die taz-nord über dies:

„In diesem Jahr könnte die deutsch-niederländische Initiative 8. Mai ihre Gedenkveranstaltung im Emsland zum Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus zum ersten Mal auf der Gedenkstätte Esterwegen ausrichten. Die hat Ende Oktober letzten Jahres zur Erinnerung an die Opfer der 15 Konzentrations- und Strafgefangenenlager im Emsland eröffnet.

Die Initiative, zu der auch ehemalige Gefangene gehören, wird sich am heutigen Samstagnachmittag allerdings nicht dort treffen, sondern, wie in jedem Jahr seit 1985, auf dem Lagerfriedhof Bockhorst bei Esterwegen.

Nikolaus Schütte zur Wick, Fraktionsvorsitzender der Grünen im emsländischen Kreistag, ist sich sogar sicher: „Selbst wenn die Initiative beantragt hätte, ihre Veranstaltung an der Gedenkstätte abzuhalten, wäre das bestimmt nicht genehmigt worden.“

Die Veranstaltung der NS-Opfer wird von den Vertretern des Landkreises gemieden. Nie erschienen ist der ehemalige…“

weiter bei der taz

Mehr im taz-Kommentar von Simone Schnase
und über die Ab- und Hintergründe hier 

und online im Emskopp

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DIE EMSLANDLAGER

„1933 wurden die Kozentrationslager Börgermoor, Esterwegen und Neusustrum fertiggestellt, bis 1937 kamen Aschendorfermoor, Brual-Rhede, Walchum und Oberlangen hinzu, ab 1938 Wesuwe, Versen, Fullen, Groß-Hesepe, Dalum, Wietmarschen, Bathorn und Alexisdorf.

In den Emslandlagern wurden insgesamt 70.000 Menschen inhaftiert, darunter politische Gefangene, Homosexuelle, wehrmachtgerichtlich verurteilte Soldaten und sogenannte Nacht-und-Nebel-Gefangene .

1939 übernahm die Wehrmacht drei Lager und nutzte sie als Kriegsgefangenenlager für weit über 100.000 Soldaten aus der Sowjetunion, Frankreich, Belgien, Polen und Italien. 1944/45 dienten die Lager Dalum und Versen der SS kurzzeitig als Außenlager des KZ Neuengamme.

Insgesamt sind in den Emslandlagern rund 30.000 Menschen ums Leben gekommen.“ (Quelle)