Flächenfaktor 2

18. Januar 2013

Wussten Sie, dass die Niederländer für den Abbau ihrer Massentierhaltung Prämien an die holländischen Landwirte zahlen? Die sacken dann das Geld ein und wollen auf der deutschen Seite der Grenze neue, riesige Massentierhaltungen bauen, zum Beispiel einen 8000-Schweine-Megastall in Rhede (Ems). Man könnte kotzen, bei dieser Art Politik.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff, berichtete gestern SPON, kritisiert: „Deutschland ist der Mastplatz Europas. Die Fleisch-für-die-Welt-Politik von Schwarz-Gelb führt zu einem Maststallboom, der die Grenzen des Erträglichen sprengt.“ Gemeinsam mit den Grünen-Abgeordneten Bärbel Höhn und Dorothea Steiner (Osnabrück( hat Ostendorff die Daten bei den zuständigen Genehmigungsbehörden der Länder und Kreise abgefragt und zusammengestellt.

„Wer Gülleseen, Antibiotikamissbrauch und die Ausbreitung gefährlicher multiresistenter Keime stoppen will, muss der Expansion von Tierfabriken ein Ende setzen“, sagt Ostendorff. Ostendorff weist der Massentierhaltung auch Mitverantwortung für die wachsenden Probleme mit multiresistenten Keimen zu. Erst vergangene Woche hatte die Grünen-Bundestagsfraktion antibiotikaresistente Keime in Schweinemett nachgewiesen. Deutschland liegt laut der Studie „Fleischatlas“ der Heinrich-Böll-Stiftung und des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weltweit auf einem der vorderen Plätze beim Einsatz von Antibiotika pro Kilo erzeugtem Fleisch.

Wie katastrophal sich die Massentierhaltung entwickelt und sich wie ein schwärendes Furunkel auf unsere Region gelegt hat zeigt diese Deutschlandkarte, die auf der Grundlage der von den Grünen erhobenen Daten erstellt worden ist:

Tierdichte

Noch Fragen zu diesem Flächenfaktor?

(Quelle: Spiegel-online)

Wiesenhof

8. April 2011

„Die romantische Vorstellung vom bäuerlichen Leben, die zum Beispiel der größte Hühnerfleischproduzent Wiesenhof mit einer ländlichen Idylle auf seinen Verpackungen suggeriert, gibt es nirgendwo mehr“, sagtFriedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis’90 – Die Grünen, und bezeichnet „diese Art der Verbrauchertäuschung als Betrug“ Seine Forderung: eine bessere Kennzeichnungspflicht für alle Lebensmittel. Ganz bewusst werde der Kunde nicht aufgeklärt. „Als die Eier aus Käfighaltung mit der Ziffer 3 als solche gekennzeichnet wurden, ging die Nachfrage in den Keller“, verweist der Politiker auf das Kaufverhalten der Bevölkerung. „Der Verbraucher ist nicht so dumm, wie oft behauptet wird“, so der grüne Bundestagsabgeornete vor einigen Tagen in Westfalen.

Inzwischen hat der so kritisierte Produzent Wiesenhof ein weiteres Problem. Die Unterbringung seiner Arbeiter der Wiesenhof- Großschlachterei in Lohne (Kreis Vechta) gerät in die öffentliche Wahrnehmung. Der Eindruck: Die meist aus Osteuropa stammenden Männer werden genauso zusammengefercht wie das Geflügel in den Massentierställen. Da sind es 22 Hühner auf den Quadratmeter, acht Hühner-Generationen im Jahr, ganze acht Cent Gewinn pro Tier. Es rechnet sich, weiß Ostendorff.

Das Neue: Bei den Arbeitern der Geflügelindustrie ist es inzwischen ähnlich: Zwölf Männer in einem Wohnhaus, das eigentlich nur für den Platzbedarf einer Kleinfamilie gedacht war. Das ist kein Einzelfall. 19 solcher überbelegten Häuser gibt es allein in Lohne (Landkreis Vechta). Die so untergebrachten Arbeiter aus Osteuropa arbeiten für die Großschlachterei von Wiesenhof, Deutschlands größtem Markengeflügel-Produzent. Der NDR berichtet: „Für viele Lohner und ihre Stadt-Spitze sind diese Arbeiterquartiere eine Zumutung. Sie wollen dem ein Ende setzen.

Der Unmut in der Nachbarschaft der Häuser ist groß: „Die Parkplatzsituation ist katastrophal“, stöhnen die Anlieger. „Die Häuser leiden. Samt Kanalisation sind sie einfach nicht auf so viele Menschen ausgelegt“, sagen die Menschen auf der Straße.
Auch Lohnes… “

Lesen Sie weiter auf der Seite des NDR, wie der Landkreis Vechta auf die Missstände reagiert und weshalb sich sonst noch manche Lohner ihre Gedanken machen.