Eva Essmann ist tot.

8. November 2021

Eva Essmann ist tot.

Nach langer mit großer Geduld und Kraft ertragenen Krankheit starb die große Lingener Mäzenin am vergangenen Sonntag und damit genau an dem Tag, an dem dank ihrer Hilfe 2.000 Exemplare der Lebensgeschichte des Lingener Ehrenbürgers und Shoa-Überlebenden Bernhard Grünberg an Schülerinnen und Schüler übergeben werden konnten. Der Feierstunde, bei der das Buch von Angela Prenger und Friedhelm Wolski-Prenger über Grünbergs Leben vorgestellt wurde, im Großen Saal „ihrer“ Lingener Wilhelmshöhe schickte sie dieses Grußwort, das jetzt ihr Vermächtnis ist:

„Liebe Angela Prenger,
lieber Dr. Friedhelm Wolski-Prenger,
lieber Georg Aehling, liebes Forum Juden-Christen,
verehrte Vertreterinnen und Vertreter von Rat und Verwaltung der Stadt Lingen und des Landkreises Emsland,
liebe Schülerinnen und Schüler aus Lingen sowie dem weiteren Kreis Emsland,
sehr geehrte Herren und Damen,

sehr habe ich mich gefreut über die Nachricht, dass Angela und Friedhelm Wolski-Prenger es übernommen haben, sich um Bernhard Grünbergs Biografie zu kümmern und diese dann auch aufzuschreiben. Sie wollten damit endlich seinem schon lange gehegten Wunsch entsprechen, ein Dokument zu schaffen, das auch nach seinem Tod noch von seinem Leben zeugen sollte – einem Leben, das ganz besonders in seinen jungen Jahren ein schweres und durch die Naziherrschaft in Deutschland auch ein bedrohtes Leben war: allein weil er wie seine ganze Familie jüdischen Glaubens war.

Noch mehr habe ich mich gefreut, als ich erfuhr, dass das Buch nun fertigge-stellt ist – in kürzester Zeit, mit akkuratester Genauigkeit und in einer glänzenden und großartigen Ausstattung. Dafür sage ich den Autoren und dem Verleger Georg Aehling meinen herzlichen und großen Dank.

Schließlich freue ich mich sehr darüber, dass es durch mein Zutun und meine Schenkung an das Forum Juden-Christen möglich wurde, dieses wichtige Buch heute kostenlos an Euch, die Schülerinnen und Schüler aus Lingen und Umgebung abgeben zu können. Für die Idee und die Anregung dazu danke ich, wenn ich auch gar nicht mehr vom Sinn des Vorhabens einer Lebensbeschreibung von und für den Holocaustüberlebenden Bernhard Grünberg überzeugt werden musste, meinen Freunden Doris und Heribert Lange. Zudem ist es für mich eine große Genugtuung, dass ich auf diese Weise zu dem Werk der Erinnerung an Bernhard Grünberg beitragen konnte, dem ich selbst ja ebenfalls freundschaftlich verbunden war und verbunden bleibe: eine glückliche Fügung also, für die ich dem lieben Gott dankbar bin.

Gar nicht glücklich bin ich allerdings darüber, dass ich heute nicht selbst zu Ihnen sprechen und Schüler*innen und ihren Schulen das wunderbare Grünberg-Buch als Geschenk übergeben kann. Deshalb haben Doris und Heribert Lange diese Aufgabe nun für mich übernommen. Auch dafür möchte ich mich bedanken.

Ich grüße Sie alle sehr herzlich und wünsche Ihnen, besonders aber den jungen Menschen, die hierher auf die Wilhelmshöhe gekommen sind, viel Interesse zum Lesen der Lebensgeschichte Bernhard Grünbergs und Gewinn und Bereicherung davon, wenn sie’s zu Ende gelesen haben.

Ihr, die noch jungen Menschen, müsst die dunkle, leidvolle und überaus traurige Geschichte dieses jüdischen Lingener Jungen aus der Zeit Nazi-Deutschlands weitertragen, damit sie NIE vergessen wird und sich NIE wiederholt. Denn „ … in der Erinnerung liegt“, so steht es im jüdischen Talmud, “das Geheimnis der Erlösung“. 

7.11.2021 Eva-Maria Essmann“


Nachtrag:
Die Verstorbene hatte darum gebeten, bis zu ihrer Beisetzung keine Nachrufe zu veröffentlichen. Das war mir nicht bekannt, Aus Respekt vor dem Wunsch der Verstorbenen hab ich nach einem entsprechenden Hinweis diesen, bereits veröffentlichten Nachruf aus dem sichtbaren Blog genommen.
RK


Foto Eva-Maria Essmann © Andre Sobott HEH Stiftung

Eine Veranstaltung auf der Wilhelmshöhe spürt dem Leben des Lingener Ehrenbürgers Bernhard Grünberg nach, der als 15-Jähriger in einem Kindertransport die Shoa überlebte. In Lingen im Emsland, schreibt die Website 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland,  stellen die Autoren ein packendes Biografieprojekt vor: „Bernhard Grünberg – Allein in die Freiheit. Wie ein emsländischer Junge Hitler überlebte.“

Bernhard Grünberg, später Bernard Grunberg, entkam als 15-Jähriger dem Naziterror als Teilnehmer eines Kindertransports. In England, wo er unter Einsamkeit und Ungewissheit über das Schicksal seine Familie litt, arbeitete er in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben. Seit den 1980er-Jahren kam er regelmäßig in seine Geburtsstadt Lingen, wo er erfuhr, dass seine Eltern und seine Schwester ermordet worden waren.

Das neu erschienene Buch über Bernhard Grünberg wird in einer Matinee mit 300 Gästen, vor allem Lehrerinnen- und Schülerinnenvertreter*innen, vorgestellt. Die musikalische Begleitung übernehmen der Kantor der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, Baruch Chauskin, sowie das jüdische Duo NIHZ aus Nordhorn.

Nach der Begrüßung durch den amtierenden Vorsitzenden des Forum Juden Christen Walter Höltermann sprechen die Autoren der Lebensbeschreibung, Angela Prenger und Dr. Friedhelm Wolski-Prenger, über ihre Begegnungen mit Bernhard Grünberg und lesen aus ihrem Buch. Eine Rezension erfolgt durch eine Schülerin. 2.000 Exemplare der Biografie übergibt Heribert Lange, ehem. Vorsitzende des Forum Juden-Christen, in Klassensätzen an Vertreter*innen von Schulen. Ermöglicht wurde dies durch die HEH Essmann Stiftung und ihre Vorsitzende Eva Essmann.


Bernhard Grünberg – Allein in die Freiheit
Wie ein emsländischer Junge Hitler überlebte
von Angela Prenger und Dr. Friedhelm Wolski-Prenger,
Edition Virgines (7. November 2021)
352 Seiten, 18,- Euro.
ISBN-10 ‏ : ‎ 3948229198
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3948229191

Das Buch kann lokal   hier bestellt werden sowie bei den bekannten Grossisten und Versendern.


Crosspost von bnlingen.wordpress.com / Quelle: JLID

Last minute

10. September 2011

Ein kleiner „last minute Wahbeitrag“ sei mir noch gestattet: Als besonders unehrlich und nicht nur als Ausdruck schlechten Gewissens und entsprechender Politik habe ich in diesem Wahlkampf empfunden, dass der 57-jährige CDU-Landratskandidat Reinhard Winter mit keinem Wort  in seinen Programmaussagen das drängende ökologisch-wirtschaftliche Thema „Massentierfabriken“ erwähnt. Deshalb bin ich dem Meppener „Aktionsbündnis Bauernhöfe statt Agrarfabriken Nord-West“ sehr dankbar, dass er dem schweigsamen  und auf seinen Wahlplakaten dank Bildbearbeitungsprogramm nur halb so alt wie 57 erscheinenden Kreisrat das Notwendige gefragt hat. Es sind sieben Fragen zur Massentierhaltung im Emsland und das Aktionsbündnis stellt Winters Antworten neben die der mit ihm konkurrierenden Landratskandidaten Dr. Friedhelm Wolski-Prenger (SPD) und Nikolaus Schütte zur Wick (Bündnis ’90/Die Grünen) sowie der im Kreistag vertretenen UWG*, für die mangels eigenem Landratskandidaten deren Kreistagssprecher antwortet, der Meppener Architekt Günther Pletz.

Die 4 x 7 Antworten empfinde ich als sehr aufschlussreich. CDU-Mann Winter nimmt darin -wie auch anders!- eine gänzlich verwaltungsunkritische, rückwärts gewandte Schönrede-Position ein.

Lesen Sie selbst!

* Die Lingener Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“ hat in den beiden Kreistagswahlkreisen insgesamt zehn Kandidaten für die Wahl zum Kreistag Emsland aufgestellt. Sie kandidieren morgen auf der Liste der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) Emsland.

Landratskandidat

24. Mai 2011

Bündnis’90/Die Grünen im Landkreis Emsland gehen jetzt auch mit einen eigenem Kandidaten in die Wahl des Landrates. Die CDU hat den bisherigen Ersten Kreisrat Reinhard Winter aufgestellt. Der  gilt angesichts der bisherigen Mehrheitsverhältnisse als Favorit. Die SPD hat Dr. Friedhelm Wolski-Prenger nominiert; der 58-jährige ist Vorsitzender der Emsbürener SPD, Mitglied im dortigen Gemeinderat und unterrichtet an der Marienhaus-Schule in Meppen unter anderem Politik, Sozialrecht und Rechtskunde.

Die Grünen – beflügelt durch die bundesweiten Umfrage- und Wahlergebnisse – schlagen nun jedenfalls den 40-jährigen Papenburger Nikolaus Schütte zur Wick als Landrat des Kreises Emsland  vor (Foto lks hintere Reihe Mitte – mit Freunden; (c) Grüne. Schütte zur Wick (Leitspruch: „Schwarze Regionen begrünen!“) stellt sich als Landwirt, Lehrrettungsassistent und  Versicherungsfachmann vor und war auch schon als Eventmanager tätig.  Mehr findet sich auf seiner facebook-Seite. Facebook ist bekanntlich ein soziales Netzwerk; es muss den Kandidaten Reinhard Winter und Friedhelm Wolski-Prenger allerdings noch erklärt werden.

Frauen kandidieren übrigens nicht bei der Landratswahl. Oder willst Du, Sabine? 😉

Der Landrat des Kreises Emsland wird bei der Kommunalwahl am 11.September gewählt.