Dienstaufsicht

14. Juli 2015

Sie nervt, dieses selbstherrliche Gebaren der CDU-Ideologen im Landkreis Emsland. Da unterhält der Landkreis als Schulträger seit über 20 Jahren in Lingen (Ems) eine Gesamtschule, die zu den besten Schulen in Niedersachsen zählt. Die Einrichtung enthält nach dem quälend engen Beschluss des Landkreises, mit dem sie auf Druck der Eltern in der legendären Lingener Initiative „Aktion 108″ geschaffen wurde, aber nur die Jahrgangsstufen 5 bis 10. vorübergehend“ setzte man vor 24 Jahren dazu. Von wegen „vorübergehend“. Die Oberstufe fehlt der Schule an der Heidekanpstraße bis heute, obwohl sie integraler Bestandteil jeder Gesamtschule ist. So steht es nicht im Handbuch fortschrittlicher Bildungspolitiker sondern im Niedersächsischen Schulgesetz: „In der  Gesamtschule werden Schülerinnen und Schüler des 5. bis 13. Schuljahrgangs unterrichtet“ und dort können „dieselben Abschlüsse“ wie an den anderen Schulformen „erworben werden“.

Den Landkreis Emsland interessiert das nicht. Er setzt sich über das Gesetz hinweg. Gerade erst hat der Schulausschuss des Landkreises einen geradezu schüchternen Antrag von Bündnis’90/Die Grünen mit CDU-Mehrheit abgelehnt, eine Planungsgruppe für die Oberstufe an der Gesamtschule Lingen einzurichten wegen der Raumfrage usw…

heiligenstadt_fraukeVermutlich hätte ich den Antrag auch nicht befürwortet, weil er überhaupt nicht nötig ist. Alles Notwendige steht nämlich im Schulgesetz, und das hat die staatliche Verwaltung zu beachten und umzusetzen. Das Gesetz gilt nämlich meines Wissens auch im Emsland – trotz Landrat Reinhard Winter und seiner seltsam-unverkrampften CDU-Polittruppe. Also ist die Oberstufe an der Gesamtschule in Lingen weniger ein Fall für Interviews als vielmehr für die Dienstaufsicht des Landes Niedersachsen. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD, Foto lks) soll einfach handeln und dafür sorgen, dass im Emsland das Schulgesetz eingehalten wird. Basta.

(Fotorechte hier)

 

Bürgerentscheid

25. Juli 2014

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Die geplante Ersatzgrundschule bei der Firma Rosen Engineering kann nicht kommen, wenn die Verantwortlichen die Verfassung ernst nehmen. Auch pädagogisch ist sie mehr als problematisch.

Was also tun? Die Idee, die jetzt bei den Lingener BürgerNahen diskutiert wird, dürfte die richtige Lingener Antwort auf die auch in diesem kleinen Blog erörterten Sonderungsprobleme sein. In Lingen entsteht eine internationale, zweisprachige Grundschule für alle. Die Bürgerinnen und Bürger können sie durchsetzen, wenn sie es wollen.

Die SPD ist schon jetzt gefordert. Gleichermaßen lokal wie in Hannover.  Was spricht in diesen Zeiten gegen diese moderne Grundschule, liebe Kultusministerin?

macht ernst

22. März 2014

10x13_heiligenstadt_frauke_cnmi_zoomNiedersachsen macht ernst und kippt das umstrittene Turbo-Abi am Gymnasium als erstes Bundesland komplett. Ab 2015 soll das Abitur nach 13 Jahren wieder die Regel sein. Am Donnerstag stellte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD Foto lks) die Details dieser Abi-Reform vor. Tags zuvor hatte eine eigens zur Frage der Zukunft des Abis am Gymnasium einberufene Expertenkommission abschließend getagt.

Seit vergangenem Sommer hat sich das Gremium aus Lehrern, Schülern, Eltern und Verbänden mit verschiedenen Möglichkeiten befasst, um den Abistress an Niedersachsens Gymnasien zu mildern: Ein abgespecktes G8, sprich acht Jahre bis zum Abi mit weniger Prüfungsfächern und Klausuren, die Rückkehr zu neun Jahren oder ein paralleles Angebot von G8 und G9. Die Ergebnisse der Kommission sind nun Basis für Heiligenstadts Reformpläne. Ihren Grundsatzentscheid für die Rückkehr zum G9 hatte die Ministerin allerdings schon im Februar verkündet. Zuvor hatte Heiligenstadt über Monate stets darauf verwiesen, auf die Empfehlungen der Expertengruppe warten zu wollen.

Konkretes konnte Heiligenstadt im Februar noch nicht vorlegen. Wie genau ihre Abi-Reform aussehen soll, liefert sie jetzt nach: Ab dem Schuljahr 2015/16 soll das G9 wieder für alle GymnasiastInnen der fünften bis achten Klasse gelten. Der erste Jahrgang soll demnach 2020/21 wieder das Abi nach insgesamt 13 Schuljahren absolvieren. Und auf dem Weg dahin wolle man SchülerInnen „Zeit zum Lernen und zum Leben geben“, wie es Heiligenstadt formuliert.

Die…[weiter bei der taz]

( Foto: ©SPD-Landtagsfraktion)