100 Jahre Frauenwahlrecht

15. Januar 2019

Als sich Frauen in Deutschland im November 1918 das passive und aktive Wahlrecht erkämpfen, lagen hinter ihnen jahrzehntelange Kämpfe gegen immense Widerstände. Auch 100 Jahre nach der neu erworbenen politischen Ermächtigung sind engagierten Frauen solche Auseinandersetzungen bis heute nicht fremd. Am 19. Januar 1919 wählen in Deutschland Frauen zum ersten Mal: Die Nationalversammlung.

Übrigens: Ist es nicht typisch für unsere traditionell wenig fortschrittliche Region, dass es in Lingen(Ems) und Umland keine Erinnerung an diesen 19. Januar 1919 gibt, an dem Frauen erstmals wählten? Wie es leider auch kein Gedenken an die Gründung des SPD-Wahlvereins in Lingen am 2. Dezember 1918 gab…

Codewort

4. Mai 2018

Es ist eine schockierende Statistik: Laut Bundeskriminalamt stirbt in Deutschland alle drei Tage eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. Das Hauptproblem: Betroffene können in ihrer Notsituation meist keine Hilfe rufen. Gemeinsam mit der Kreativagentur Grey will das deutsche UN Women Komitee jetzt eine öffentliche Debatte starten, die das Thema „aus der Tabuzone holt“, wie Geschäftsführerin Bettina Metz betont. Denn: „Frauen sollen wissen, wo und wie sie Hilfe bekommen.“

Zu diesem Zweck haben das UN Women Komitee und die Werbeagentur den Prototyp eines Sprachassistenten entwickelt, der auf den Bauteilen basiert, die Amazon anderen Unternehmen zur Verfügung stellt, damit diese die Alexa-Technologie in ihre Produkte integrieren können. Das Besondere an dem „Echo of Help“: Er kann über ein persönliches Codewort einen stillen Alarm an vordefinierte Kontakte senden – und Frauen so dabei helfen, sich aus Gewaltsituationen zu befreien.

Ob Alexa, Siri oder der Google Assistant: Sprachassistenten und smarte Lautsprecher sind eines der großen Hype-Themen 2018. Außer in Produktspots der jeweiligen Hersteller sind die Assistenten bislang selten Gegenstand von Werbekampagnen. Das ändert sich jetzt mit einer genauso cleveren wie wichtigen Idee von UN Women Deutschland und Grey Düsseldorf. Das Duo setzt mit einer simplen Weiterentwicklung von Amazons Echo-Gerät ein starkes Zeichen gegen häusliche Gewalt.

Alle Informationen zu dem Auftritt hält UN Women auf der Website Echo-of-Help.com bereit. Zudem verbreitet die Organisation die Kampagne unter dem Hashtag #EchoOfHelp in den sozialen Netzwerken. Zudem weist das Komitee auf das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen hin.Und es gibt auch berechtigte Kritik an digitalen Sprachassistenten.

(Quelle: Horizont.net)

63. FilmFest Osnabrück

21. Oktober 2016

osnabrueckDas 31. Unabhängige FilmFest präsentiert zwischen dem 19.-23. Oktober spannende und engagierte Filme am Puls der Zeit. Die Sehnsucht nach einem Stück Heimat sowie der Umgang mit Traditionen stellen dabei eine thematische Rahmung für die 63 Lang- und Kurzfilme dar, die aus 876 eingereichten Produktionen ausgewählt wurden. So wird die Identitätssuche auch direkt im Eröffnungsfilm „Die letzte Sau“ aufgegriffen, der zwischen Heimatfilm und Roadmovie pendelnd, die tragikomische Parabel eines modernen, bayrischen Don Quijote erzählt, der gegen die Mühlen der Landwirtschaftsindustrie ankämpft. In „Haus ohne Dach“ begeben sich drei Geschwister zurück in ihre ehemalige kurdische Heimat und werden dabei gezwungen sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen, während sich die jungen Iranerinnen in „Starless Dreams“ innerhalb der Mauern eines Jugendgefängnisses besser aufgehoben fühlen, als im Kreise ihrer eigenen Verwandten.

Zahlreiche Gäste aus der Filmbranche werden an den fünf Festivaltagen in Osnabrück ihre neuesten Produktionen persönlich präsentieren, darunter Aron Lehmann, Regisseur des Eröffnungsfilms „Die letzte Sau“, die Gewinnerin des Max-Ophüls-Preises des Jahres 2007 Sung-Hyung Cho, die ihre Dokumentation „Meine Brüder und Schwestern im Norden“ vorstellt, oder die Regisseurinnen Soleen Yusef („Haus ohne Dach“), Manuela Bastian („Where to, Miss?“) und Anca Miruna Lazarescu („Die Reise mit Vater“). Der Deutschlandpremiere von „Was Männer sonst nicht zeigen“ wird der finnische Regisseur Mika Hotakainen beiwohnen und für die Weltpremiere von „Melody of Things“ hat sich die französische Regisseurin Maité Maillé angekündigt. Ebenso werden Produzent Gunter Hanfgarn („Der Weg nach La Paz“), Co-Regisseur und Hauptdarsteller von „Those Who Jump“ Abou Bakar Sibidé und der belgische Regisseur Pieter-Jan De Pue („Das Land der Erleuchteten“) zu den Screenings ihrer Filme anwesend sein und für eine anschließende Fragerunde zur Verfügung stehen. Und mit Lucas Flasch hat sich der Drehbuchautor des, gerade mit dem Studenten-Oscar in Silber ausgezeichneten, Kurzfilms „Das Ende der Welt“ angekündigt.

Themenschwerpunkte: Ankommen in der Fremde, engagiertes Kino aus der islamischen Welt und der Umgang mit traditionellen Rollenbildern

Mit dem Thema Flucht setzt sich das 31. Unabhängige FilmFest Osnabrück auf multiperspektivische Weise auseinander: So eröffnet „Les Sauteurs – Those Who Jump“ einen authentischen Einblick in die Lebensrealität der am Rande der abgeschotteten europäischen Grenze in Afrika ausharrenden Flüchtlinge. „Meteorstraße“ beschäftigt sich indessen, im Rahmen einer kraftvollen Coming-of-Age-Story, mit der Radikalisierung junger Asylanten, während in „Haus ohne Dach“ die Verarbeitung einer Flüchtlingsvergangenheit thematisiert wird.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt, nach Festivalleiterin Julia Scheck, auf Filmen aus der islamischen Welt: So setzen sich „Starless Dreams“ aus dem Iran, „Kaum öffne ich die Augen“ aus Tunesien und „Sand Storm“ aus Israel auf sehr unterschiedliche Weise mit der Stellung der Frau in vom Islam geprägten Ländern auseinander. Der semidokumentarische Film „Das Land der Erleuchteten“ konfrontiert mit der verstörenden Wirklichkeit von Kindern, die im vom Krieg gezeichneten Afghanistan um ihr Überleben kämpfen. Und der klaustrophobische Thriller „Clash“ generiert in der Enge eines Polizei-Gefängniswagens ein fassettenreiches Abbild der zerrissenen ägyptischen Gesellschaft. Das von Nordmedia geförderte Werk von Regisseur Mohamed Diab ist Ägyptens offizieller Kandidat für den Auslands-Oscar 2016.

Auch die Rechte der Frauen und der weibliche Umgang mit (einschränkenden) Traditionen stehen beim 31. Unabhängigen FilmFest im Fokus: „Kaum öffne ich die Augen“ und „Sand Storm“ präsentieren junge Protagonistinnen, die sich den althergebrachten Rollenbildern nicht mehr einfach fügen wollen und diese hinterfragen. Die Situation der Frauen in Indien wird in der bewegenden Dokumentation „Where to, Miss?“ beleuchtet, welche die junge Devki auf ihrem steinigen Weg in die berufliche Unabhängigkeit als Taxifahrerin in Dehli begleitet. Das serbische Drama „A Good Wife“ zeichnet derweil das Leben einer Frau, die unter den einst begangenen Kriegsverbrechen ihres Ehemannes zu leiden hat, während der mexikanische Filmessay „Tempestad – Der Sturm“ zwei aufrüttelnde Mütterschicksale behandelt und dabei die Willkürentscheidungen des mexikanischen Staatsapparates anprangert.

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SprachLOS

17. April 2016

Apropos Sprache. Da gibt es in dieser Woche dies in unserem Städtchen:

SprachLos

هذا عرض لتعلم اللغه الالمانيه للنساء والاطفال للاندماج الاجتماعي : محادثه واللعاب
وتعارف الغايه منها تعلم اللغه الالمانيه بطريقه سهله ولطيفه ..
يبدأ يوم 21/05/2016
أول يوم يكون هو حصه تعارف
للراغبين بالتسجيل العنوان هو
Kaiserstr. 10c , 49809 Lingen
Halle l/ll KC0302 .
الحصه الاولى للتعارف في الساعه الرابعه عصرا حتى الساعه الخامسه والنصف
16Uhr-17.30 Uhr ..
وشكرا اخوكم علي المعيني ..

Abteilung 5

28. Januar 2013

Bildschirmfoto 2013-01-23 um 07.49.27Heiner Pott, Lingens früherer Oberbürgermeister, arbeitet im niedersächsischen Sozialministerium. Als Staatssekretär organisiert der Christdemokrat seit dem 27. April 2010 das große Ministerium mit seinen fünf Abteilungen und dem sperrigen Namen Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration. Keine Frage: Jede Regierung wird eine solche politische Führungsposition mit einem Mann oder einer Frau eigener Wahl besetzen.  Nach der von der bisherigen schwarz-gelben Koalition verlorenen Landtagswahl sind also die Tage von Heiner Pott als Staatssekretär gezählt. Er wird, wenn es zu einer rot-grünen Landesregierung kommt, in den Ruhestand versetzt. All dies ist nichts Ungewöhnliches und für ein demokratisches System völlig normal. Nur Dampfplauderer an deutschen Stammtischen regen sich sinnfrei darüber auf.

Schon am Montag nach der Wahl, also  sehr schnell wurde berichtet, dass Heiner Pott künftig „eine neue Aufgabe in der Privatwirtschaft wahrnehmen wird“ oder will. Er werde in den Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen (vdw) „wechseln“, meldete die Lokalpresse und Journalist Burkhard Müller wusste auch, dass der Wechsel zum „vdw“ schon seit längerer Zeit unter Dach und Fach sei. Einen „Plan B“ für den Fall einer CDU-Wahlniederlage hat er also gehabt, unser Heiner. Das ist sicherlich klug gewesen. Aber ein Geschmäckle hat der „Plan-B-Wechsel“ doch. Denn links sehen Sie aus dem Organisationsplan des Sozialministeriums die Abteilung 5, und Sie erkennen, was zu den dienstlichen Aufgaben von Staatssekretär Heiner Pott gehört: Bauen und Wohnen in Niedersachsen. Und jetzt geht er eben zum Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen… 

An anderer Stelle werden solche nahtlosen Beamtenwechsel zu Lobby- und Interessenvertretungen auch gern schon mal kritisiert.