Heute ist der Internationaler Tag des Flüchtlings. Weltweit sind rund 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Sie fliehen vor Krieg, Verfolgung, Hunger, Ausbeutung. Auch während und nach der Flucht sind Geflüchtete vielfältigen Gefahren ausgesetzt und leben vielfach, auch in Deutschland, unter prekären, menschenunwürdigen Bedingungen.

Dazu erklärt Kai Weber vom Flüchtlingsrat Niedersachsen:

„Die Mitgliedstaatten der Europäischen Union werden nach wie vor nicht ihrer humanitären und völkerrechtlichen Verantwortung gerecht. Statt Verantwortung für den internationalen Flüchtlingssschutz zu übernehmen und die Rechte von Schutzsuchenden zu garantieren, setzen die reichen Staaten des Nordens, darunter Deutschland, immer mehr auf Abwehr und Abschottung.”

Zum Internationalen Tag des Flüchtlings fordert der Flüchtlingsrat Niedersachsen einen radikalen Wandel der Asyl- und Flüchtlingspolitik sowie eine Neuorientierung der öffentlichen Debatte:

„Wir fordern:

  • Menschenwürde und Menschenrechte gelten für alle Menschen gleichermaßen. Es darf keine Entrechtung und Isolierung von Geflüchteten geben. Die Asylrechtsverschärfungen der letzten Jahre müssen rückgängig gemacht werden.
  • Statt auf Abschottung und Abschiebungen muss der Fokus der Politik auf.“

Der Weltflüchtlingstag wurde erstmals 1914 von Papst Benedikt XV. (Foto lks, gemeinfrei) unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges ausgerufener Gedenktag, der seither jährlich abgehalten wird. Seit 2001 wird der 20. Juni auch von den UN als Weltflüchtlingstag begangen. Hier die zentrale UN-Seite . 2019 Thema: #StepWithRefugees — Take A Step on World Refugee Day

„Im Januar 2001 hatte die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der Resolution 55/76 den 20. Juni zum fortan jährlich begangenen Weltflüchtlingstag erklärt. Einerseits wollten die Vereinten Nationen damit an den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des „Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“ (besser bekannt als „Genfer Flüchtlingskonvention“) erinnern. Das Dokument gilt als wegweisend für die Arbeit des UNHCR.“ Quelle: http://www.bpb.de/.. 

Dieser Tag ist der UN- bzw. UNHCR-Versuch einen weltweiten  einheitlichen Tag zu etablieren. Bisher hatten viele Länder ihre eigenen nationalen Flüchtlingstage begangen und einzelnen Bischofskonferenzen haben zum Teil andere Tage festgelegt, so in Lateinamerika den 12. Oktober, dem Tag der Entdeckung Amerikas. Die Wahl fiel auf dieses Datum, da der 20. Juni zuvor in etlichen Ländern bereits Afrika-Flüchtlingstag gewesen war.

Dokumente zum Weltflüchtlingstag:
* UN-Beschluss zum Tag vom 4. Dezember 2000 (auf Seite 39 vom 146 Seiten) >>A/RES/55/76 (ohne Abstimmung)
* UN-Seite zum World Refugee Day >>http://www.un.org/en/events/refugeeday/
* für Deutschland: >>http://www.unhcr.de/unhcr/events/weltfluechtlingstaag.html

Aktuelles zum Weltflüchtlingstag unte #worldrefugeesday bei twitter: 

Eine der aktuellsten und wichtigen Seiten zum Tag und Thema ist der offizielle twitter-Kanal des UNHCR (mit fast 2 Mill. Lesern), wo allerdings leider viele Tweets ohne einen Hashtag veröffentlicht werden:  UNHCR bei twitter hier.

100 neue

3. April 2019

Ein Aufruf des Niedersächsischen Flüchtlingsrats!

Für ihr zivilgesellschaftliches Engagement werden die Landesflüchtlingsräte in Deutschland derzeit heftig attackiert. Vertreter*innen von CDU/CSU sowie BAMF-Leiter Hans-Eckhard Sommer fabulieren schon, unsere Arbeit unter Strafandrohung zu stellen und öffentliche Mittel zu streichen. [Ganz vorn dabei der sich oft so  leutselig gebende Osnabrücker CDU-Bundestagsabgeordnete Mathias Middelberg.] Daher ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um Mitglied beim Flüchtlingsrat Niedersachsen zu werden und unsere Arbeit zu unterstützen. Wir brauchen jetzt 100 neue Mitglieder, um unsere Arbeit fortsetzen zu können!

Hier klicken: Mitgliedsantrag ausfüllen und per Post an uns zurückschicken

Wir lassen uns nicht einschüchtern und stehen fest zu unserer menschenrechtsbasierten Arbeit. Wir engagieren uns als unabhängige Menschenrechtsorganisation weiterhin für eine von Offenheit und Humanität geprägte Flüchtlingspolitik und werben für ein Europa der Menschenrechte, des Flüchtlingsschutzes und der Solidarität.

So sieht unsere Arbeit konkret aus:

  • Verbesserung der Lebenssituation von Geflüchteten durch konkrete Projektarbeit
  • Unterstützung von Geflüchteten bei der Integration in den Arbeitsmarkt
  • Begleitung der Aufnahmebedingungen in Niedersachsen
  • Unterstützung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und jungen Volljährigen
  • Beratung zur Familienzusammenführung
  • Stärkung von geflüchteten Frauen
  • Arbeit zu Gewaltschutz und Gewaltprävention
  • Fach- und Rechtsberatung für Menschen mit prekärem Aufenthaltsstatus
  • Gewährleistung, dass von Abschiebungen bedrohte Menschen ihre Rechte kennen und durchsetzen können
  • Austausch mit politischen Gremien, Ministerien und Behörden
  • Öffentlichkeitsarbeit für die Interessen von Geflüchteten

Hier gibt es den Mitgliedsantrag des Flüchtlingsrats Niedersachsen zum Herunterladen (unsere Satzung findet sich hier). Einfach ausfüllen und per Post an uns zurück! Wer nicht Mitglied werden will, kann uns durch eine Spende unterstützen.

Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
IBAN: DE 28 4306 0967 4030 4607 00
BIC: GENODEM1GLS
GLS Gemeinschaftsbank eG
Verwendungszweck: Spende

Aktion II

28. Juni 2015

Mit einem symbolischen Grab in der Bahn-Unterführung am Theo-Lingen-Platz haben sich jetzt auch in Lingen (Ems) -leider unbekannte- Aktivisten an den Protestaktionen gegen die europäische Flüchtlingspolitik und deren Folgen beteiligt.

Am vergangenen Wochenende hatte es in Berlin den Auftakt der Proteste gegeben. Ein  „Zentrum für politische Schönheit“ hatte vor dem Reichstagsgebäude Gräber ausgehoben, um symbolisch Flüchtlinge aus dem Mittelmeer zu beerdigen.

Jetzt kam es zu Aktionen in Osnabrück und heute auch in Lingen, wo an einem aufgestellten Holzkreuz die Aufschrift FOR THE UNKNOWN REFUGEE auf das Flüchtlingssterben aufmerksam machen.

GrabBahnhof

 

(Foto: WaslosinLingen)

Bestandsaufnahme

24. Oktober 2013

bestandsaufnahme_heftDer Niedersächsische Flüchtlingsrat versucht mit einer „Bestandsaufnahme: Flüchtlinge in Niedersachsen“, die Situation der Flüchtlinge in unserem Bundesland im Umbruch zwischen den Jahren 2012 und 2013  nachzuzeichnen. Aktuelle flüchtlingspolitische Tendenzen und Entwicklungen auf internationaler und bundesdeutscher Ebene sind knapp gehalten – dafür beschäftigt sich die Organisation  in ihrem Bericht ausführlich mit den flüchtlingspolitischen Entwicklungen und Debatten in Niedersachsen. “ Wir hoffen, damit ein lesenswertes Informations- und Nachschlagewerk geschaffen zu haben“, sagt Dr. Gisela Penteker, die  Vorsitzende des Flüchtlingsrats, eines eingetragenen Vereins mit Sitz in Hildesheim.

Zunächst widmet sich die Broschüre der Darstellung der Situation von Flüchtlingen in Europa und in Deutschland. Dann werden die landespolitischen Aspekte und Entwicklungen behandelt. Gisela Penteker: „Ausführlich stellen wir noch einmal die wenig menschenfreundlichen Formen und Spielarten niedersächsischer Flüchtlingspolitik im Jahr 2012 dar und beschreiben die Debatten, Einzelfälle und Themen, die sich am Ende auch auf den Wahlkampf auswirkten. „Ministerpräsident David McAllister erklärte seine Wahlniederlage am Ende selbst mit der rigiden Härte der von Innenminister Uwe Schünemann betriebenen Flüchtlingspolitik: „Das hätte ich nach einem Wahlsieg geändert. Die Leute tun doch niemandem etwas, und wenn man sich die demografische Entwicklung anschaut, müssen wir über jeden froh sein, der kommt.”

Der Paradigmenwechsel in der niedersächsischen Flüchtlingspolitik ist eingeleitet, die Weichenstellungen hin zu einem menschenrechtlich orientierten Umgang mit Flüchtlingen sind getan. Der Niedersächsische Flüchtlingsrat kündigt an, „diesen Prozess zu begleiten – solidarisch, kritisch und natürlich unbestechlich. Wir freuen uns über jede ernst gemeinte Kritik und wünschen Ihnen und Euch eine anregende Lektüre.“

(Bestandsaufnahme als pdf (30 MB!) )