Disco Ensemble

26. März 2017

Disco Ensemble
Afterlife Tour 2017
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Fr 31.03.17 – 21 Uhr
Karten: 14 Euro + VVK

Das finnische Quartett DISCO ENSEMBLE veröffentlichte vor zwei Monaten sein fünftes Studioalbum „Afterlife“. DISCO ENSEMBLE existiert seit rund 20 Jahren und die Musiker haben ihren Stil seither immer wieder dezent, aber deutlich gewandelt. Das macht die Vielfalt der Jungs aus: Dass sie Punkrock genauso beherrschen wie klassische Rock’n’Roll-Rhythmen, Post-Hardcore genauso im Repertoire haben wie Riffrock-Bretter. Sie haben in der Heimat vier Alben in den Top Ten platzieren können und klingen wie die Hausband auf einer Party, bei der die Getränke nie zur Neige gehen und auf dem Swimmingpool immer genug Gummitiere treiben, um jederzeit für einen weichen Fall zu sorgen. „Afterlife“ ist eine weitere Rock’n’Roll-Injektion, deren Bestandteile sich im Wesentlichen aus Rollsplitt und Chrom zusammensetzen, um mal geschickt auf das Verhältnis zwischen Rauheit und Melodie anzuspielen.

DISCO ENSEMBLE haben ein Faible für Gitarrenschneisen, sie mögen aber auch Synthesizer, weil man damit so schön musikalisch airbrushen kann, bis man das Gefühl bekommt, sein Leben in einem Kinofilm zu verbringen. Und dann ist da noch die Stimme von Miikka, die in entscheidenden Momenten in den Turbo-Boost schaltet und fast schon opernhaft an derselben Decke herumschwirrt, wo auch schon der ein oder andere Metal-Sänger sein Graffito hinterlassen hat. Kurz gesagt: Wenn DISCO ENSEMBLE auf der Bühne stehen, steht innerhalb kürzester Zeit der Saal unter Strom. Denn erst live kondensiert die geballte Kompetenz an lautstärkeorientiertem E-Gitarren-Krach, und hymnischer Melodieführung und treibender Rhythmus-Gruppe zu einer grandiosen Party. Jetzt hat das DISCO ENSEMBLE bestätigt, dass sie neben ihren Auftritten beim Southside und dem Hurricane Festival eine ausgedehnte Deutschlandtour antreten werden und unter anderem auch in Lingen im Alten Schlachthof einen Tourstopp einlegen. Die Tickets dafür sind ab sofort im VVK erhältlich. (Quelle)

Disco Ensemble

28. August 2013

Disco Ensemble
Warriors Tour 2013

Lingen (Ems)  –  Alter Schlachthof
Donnerstag, 12.09.2013  –  20 Uhr

Eintritt: 15  € zzgl. VVK

Schon im April 2011 gastierten die Finnen vielumjubelt im Alter Schlachthof. Jetzt präsentierem sie im Rahmen ihrer Deutschlandtour Warriors u.a. ihr neues, gleichnamiges Album.

Schwarzfahrer

10. Juni 2013

BahnhofLingenDie Technokraten sind los und haben wieder in ganzer Breite… Guckst Du:

Für die Regionalzüge zwischen Elbe und Ems gilt ab dem 9. Juni 2013 der neue Niedersachsentarif. Im Zug können dann keine Fahrkarten mehr nachgelöst werden. Wer ohne Ticket in einen niedersächsischen Regionalzug steigt, fährt ab sofort als Schwarzfahrer und zahlt bei einer Kontrolle 40 Euro. [Quelle und mehr]

Wer einmal nach dem Warten in einer Schlange vor einem dieser bisweilen störrischen Automaten versuchte, noch eine Fahrkarte zu lösen, während der Zug einfuhr, weiß, was ich meine. Kurzum: Wer kommt auf solch eine kunden- und bahnfeindliche Idee?

Verbraucherverbände kritisieren die Technokratenidee als „extrem fahrgastunfreundlichen Rückschritt“. Jürgen Klimpel vom Bahngastverband „Pro Bahn“ sagt mit Blick auf zerknitterte Geldscheine: „Ich kann doch kein Bügeleisen immer in der Tasche haben und die Noten vorher bügeln. Oder wir hatten doch neulich den Fall, dass die neuen Fünf-Euro-Noten gar nicht vom Automaten akzeptiert wurden. Also, man kann nicht bei diesen Ausnahmefällen sagen, jetzt bist Du Schwarzfahrer oder Du bist kriminell.“

Vor einiger Zeit durfte ich in Finnland mit der Eisenbahn fahren. Dort gibt es in jedem Zug einen markierten Bereich, in dem Reisende ohne Ticket Platz nehmen können, damit ihnen durch den Zugbegleiter eine Fahrkarte verkauft wird. Wer außerhalb dieses Bereichs ohne Fahrkarte angetroffen wird, fährt schwarz. Eine einfache, effektive Idee.  Hier werden wir stattdessen zu einem Volk von Schwarzfahrern, weil es eine neue, reichlich idiotische Niedersachsenregel gibt.

Ich sage dieser Neuigkeit mal eine Halbwertszeit von einem Monat voraus. Dann haben sich so viele Bahnfahrer empört, dass sie in der Versenkung verschwindet.

(Foto: Bahnsteig im Bahnhof Lingen © milanpaul)

 

Feuerwerk

22. Dezember 2011

Die Verantwortlichen des Landkreises Emsland bejubeln die der Region zugeschriebene Dynamik, was ich mehrfach in diesem kleinen Blog als reichlich sinnfrei kritisiert habe. Am 5. und 6. Dezember war man im Emsland wieder einmal ganz dynamisch, als in Papenburg der auf der britischen Isle of Man registrierte Frachter „Thor Liberty“ Fracht aufnahm (Foto lks: Laderaum des Schiffes): 69 „Patriot“-Raketen und 150 Tonnen Sprengstoff (offenbar hochexplosive Pikrinsäure). Die hat gestern an Bord des Frachtschiffes die Polizei  im finnischen Kotka entdeckt, weil – wie Medien berichten-   insgesamt 150 Tonnen militärischer Sprengstoff  „nicht vorschriftsgemäß verpackt waren“ (!), was Hafenarbeitern aufgefallen war. Waffen und Sprengstoff sollten wohl nach Südkorea. Der NDR präzisiert, es handele sich um einen genehmigten Waffen-Transport der Bundesregierung in das ostasiatische Land.  Das Besondere: Waffen und Sprengstoff waren flott als Feuerwerk deklariert. SPIEGEL-online berichtet heute weiter dies:

„Bei den in Finnland sichergestellten „Patriot“-Flugabwehrraketen handele es sich um eine deutsche Lieferung für Südkorea, teilte das Hauptzollamt Oldenburg mit. Nach Angaben des deutschen Zolls waren die Waffen im Papenburger Hafen verladen worden und hatten im Emder Hafen das deutsche Zollgebiet verlassen. In beiden Häfen seien sie von den Zollbeamten kontrolliert worden. Die Ausfuhr von Kriegswaffen ist per Gesetz streng reglementiert. Es habe eine Sammelausfuhrgenehmigung und eine Genehmigung nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz vorgelegen. „Ausführer war das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung“, sagte der Sprecher. Die Ausfuhr von Waffen sei für den Emder Zoll nicht außergewöhnlich. „Das kommt öfter vor“, sagte er.

Weitere Auskünfte konnte das Hauptzollamt wenig später nicht mehr erteilen. Man möge sich an das Bundesfinanzministerium wenden, es sei oberster Dienstherr in Zollangelegenheiten, sagte ein Sprecher des Zollamts SPIEGEL ONLINE. Doch auch dort ist die Informationslage eher spärlich: Die „Thor Liberty“ habe Fracht an Bord gehabt, die „ordnungsgemäß angemeldet und anschließend ausgeführt wurde“, sagte eine Sprecherin.

Angaben zum genauen Inhalt der Fracht? Keine.

Ein Kommentar zu Berichten, die Lieferung sei nicht fachmännisch gesichert worden? Fehlanzeige.

Angaben dazu, warum die Fracht als „Feuerwerk“ deklariert worden sei? Keine.“

Soweit der SPIEGEL.

Deklariert als Feuerwerk? Nun – das in den USA hergestellte Waffensystem „Patriot“  dient der Abwehr von Flugzeug- und Raketenangriffen. Die Flugkörper können eine fast vierfache Schallgeschwindigkeit erreichen und sollen Ziele in großer Höhe  und einer Entfernung von mehr als 100 Kilometern treffen. Pikrinsäure detoniert bei sehr raschem Erhitzen oder durch eine Initialzündung mit größerer Kraft als TNT. Da frage ich mich, ob solche Ladung auf einem Schiff gut aufgehoben ist, das erst einmal quer durch den Kontinent schippert, um wie ein DHL-Laster hier und da noch diverse andere Güter aufzunehmen. In Kotka beispielsweise Ankerketten.

Jetzt wird jedenfalls finnisch korrekt untersucht. Und die „Thor Liberty“ liegt – ganz undynamisch- im finnischen Kotka fest.

(Foto: © www.marinetraffic.com)

Update:  Das Hamburger Blatt bläst heute, am Freitag,  zum Rückzug. Zitat:

„So nahmen die Behörden am Freitag ihre Behauptung zurück, dass die Raketen als „Feuerwerkskörper“ deklariert worden seien. Im Rundfunksender YLE sagte ein Zollsprecher, dass Beamte das englische Wort „rocket“ falsch übersetzt hätten. Auch der Sprengstoff hätte sich entgegen ersten Angaben als legal an Bord befindlich und als vorschriftsmäßig gelagert erwiesen. “

mehr hier (auch die kritischen Kommentare sind lesenswert)

Update 2: Am 2. Weihnachtstag haben die finnischen Behörden die Beschlagnahme aufgehoben. Mehr hier… 

Perussuomalaiset

19. April 2011

Wilders & Co machen sich jetzt auch in Finnland breit. Die Rechtspopulisten „Wahre Finnen„, auf finnisch Perussuomalaiset, haben bei den finnischen Parlamentswahlen am letzten Sonntag mit 560.000 Stimmen 19 % erreicht. Bemerkenswert: Eine halbe Million Finnen sorgt dafür, dass die EU-Solidarität wackelt. Die Rechtsausleger,  weiß der Spiegel, lehnen die Partnerschaft von Schwulen und die Abtreibung ab, sind gegen außerehelichen Sex und Frauen im Pfarramt, und gegen Ausländer und die EU sowieso. Also: Es sind rechtsgewirkt-altbackene, frauenfeindliche Fortschrittsgegner, und sie setzen sich seltsamerweise  in einem Land in Szene, das mit 3 % den niedrigsten Ausländeranteil aller EU-Staaten hat und das zu den Gewinnern der Europäischen Einigung zählt.

Allerdings wissen Europäer längst, dass die wahren Finnen Lordi heißen. Wer wollte dieser Erkenntnis widersprechen.