Plattes Land

10. September 2012

Wo sitzen die Gerüchtemacher? Heute in der FAZ über Bettina Wulffs Versuch, ein Gerücht zu stoppen:

„…Einige christlich-demokratische Abgeordnete des niedersächsischen Landtages haben ihre Wahlkreise in Gegenden Niedersachsens, die so ziemlich das Gegenteil derjenigen CDU sind, die eine moderne Großstadtpartei sein will. Dort war die Trennung und spätere Scheidung Wulffs von seiner ersten Frau Christiane und die Inszenierung des neuen, jungen Glücks in der Boulevardpresse nicht gut angekommen. Das offenbarte die Landtagswahl 2008, in der die  CDU Verluste verzeichnete und Demoskopen feststellten, dass ältere Frauen vom Lande sich von Wulff abgewendet hatten. Welcher Parteifreund, der eine offene Rechnung mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten gehabt haben könnte, auch immer der Urheber von Gerüchten dieser Art gewesen sein mag, der fruchtbare Nährboden war jedenfalls das platte Land zwischen Weser und Ems….“

Nach einmal Huiiii in meinem heutigen Blog.

Abschaffen

23. November 2011

Gestern in der Faz: Der Aufruf, den Verfassungsschutz abzuschaffen!

Zehn Menschen könnten noch leben, wenn die Geheimdienste ihre Arbeit getan hätten. Es ist Zeit, sie abzuschaffen.
Von NILS MINKMAR

Es ist die größte Schande seit Bestehen der Republik, und täglich wird sie größer. Nicht nur hat unser Heer von Staatsanwälten, Polizisten und Geheimdienstlern die längste rechtsradikale Mordserie unserer Geschichte nicht stoppen können; sie haben sie nicht einmal als solche erkannt. Auch die Aufklärung der Taten haben die Neonazis selbst besorgt.

Überrascht zeigte sich Bundesanwalt Rainer Griesbaum in der ARD, weil die Ermittlungen seiner Behörde keine rechtsterroristischen Strukturen hätten erkennen lassen. So sagte es auch Bundesinnenminister Friedrich nach den Anschlägen von Norwegen, im Sommer: Wir hätten hierzulande keine Strukturen von Naziterroristen. Als gebe es eine Meldepflicht für Terrorgruppen, als wäre nicht der Mord der Terror, sondern erst das Begleitschreiben dazu.

Die Verfassungsschützer wiegelten in ihren Berichten Jahr um Jahr ab. Und die Ministerpräsidenten der betroffenen Bundesländer, die Dienstherren der zuständigen Polizei? Schweigen.

Man hätte es wissen können…“

(weiter bei der FAZ)

Meppen

3. Oktober 2011

Heute habe ich mit reichlicher Verspätung ein Stück „emsländische“ Literatur entdeckt. Den „Jugendroman“ von Gerhard Henschel.  Sein Inhalt:

Martin Schlosser, der Held des Kindheits- und Jugendromans, bricht als Dreizehnjähriger in der emsländischen Kleinstadt Meppen zu neuen Abenteuern auf, im leuchtenden Sommer 1975, und sie führen ihn tief hinab in die Gräuel der Pubertät und in den Kampf mit einer Welt, die einfach nicht begreifen will, dass er es gut mit ihr meint: Er möchte für Deutschland Tore schießen und in einer großen Liebe die Erfüllung all seiner Träume finden. Ist das zu viel verlangt? Am Anfang sieht es ganz so aus, und am Ende erst recht…


So führt der Klappentext von Gerhard HenschelsJugendroman in das Buch ein.

Die FAZ rezensierte das vor einem Jahr. Die Internetseite Perlentaucher berichtete anschließend: „Für Freunde autobiografischer Großprojekte a la Walter Kempowski haben Rezensent Wolfgang Schneider : Den „Jugendroman“ von Gerhard Henschel, in dem der Autor erneut seiner „archivalischen Obsession“ nachgehe und sich an die Ödnis seiner Provinzjugend in den Siebzigern erinnere. Zwischen Klavierstunde und Gartenarbeit erwachen nun auch erste sexuelle Regungen bei dem pubertierenden Protagonisten und so amüsiert sich der Kritiker, wenn der Ich-Erzähler sein zur Konfirmation geschenktes Fremdwörterlexikon eifrig nach Worten wie „Penetration“ oder „Pessar“ durchsucht. Neben solch einfühlsamen „Wortfetischismen“ gelinge dem Autor vor allem die „anekdotische Zuspitzung“ der immer wieder in die Erzählung montierten Redensarten und Werbesprüche der Siebziger. So ganz könne der Roman dann aber doch nicht mit Kempowskis Weltkriegserinnerungen mithalten, meint der Rezensent; dazu seien die Siebziger schlichtweg zu „langweilig“.

Der 1962 geborene, in Hannover, Koblenz, Vallendar und eben in Meppen aufgewachsene Autor studierte Germanistik, Soziologie und Philosophie in Bielefeld, Berlin und Köln und lebt heute als freier Schriftsteller in Hamburg. Er veröffentlichte Satiren, Sachbücher und Romane, darunter „Kulturgeschichte der Missverständnisse“ (mit Brigitte Kronauer und Eckhard Henscheid, 1998) und „Jahrhundert der Obszönität: Eine Bilanz"" “  (mit Eckhard Henscheid, 2000). Mehr

FR

5. April 2011

In dieser Woche werde ich nach rund 40 Jahren ein Zeitungsabo kündigen. Das der „Frankfurter Rundschau“. Irgendwann 1970/71, früh im Studium habe ich sie abonniert. Jahrzehnte hat sie mich begleitet und war an vielen schwarzen Tagen in Lingen angesichts der morgendlich-filzkonservativen Lektüre der Region zum freien Lüften wichtig. Deshalb bin ich den FR-Machern dauerhaft dankbar.

Die „Frankfurter Rundschau“ war eine der großen, bundesweiten Qualitätszeitungen. Das ist lange her und seit dem Monatsanfang auch endgültig vorbei.
Die „Eff-Err“ gehörte in den 70er Jahren (nicht nur) zur aufgeklärten Linken „wie der Trenchcoat“ (so die Ruhrbarone und ähnliches schreibt die  Süddeutsche).  Seit Jahren ging ihre Auflage aber zurück. Die FAZ war inzwischen die bessere Frankfurter und die taz die frechere linke Zeitung. Seit 1990 wurde die „Frankfurter Rundschau“ zunehmend überflüssig. Nun wird sie zu einer reinen Frankfurter Regionalzeitung. Verleger Alfred Neven DuMont erklärt es  den Lesern: Die Gesellschafter der Frankfurter Rundschau haben …

Also, ich werde kündigen. Es fällt mir nicht leicht. Ich hoffe, dass die Süddeutsche die morgendliche Lücke schließt. Nur twitter, iPad und PC ist mir allemal zu wenig.

-.-.-.-.-.-.-
aufgefrischt: Hier noch mehr über die alten Zeiten und die FR

Eidesstattlich

31. Mai 2009

Europaflagge_1500x1000Heute in einer Woche ist Europawahl. Angesichts der immer weiter zunehmenden Bedeutung, die die Europäische Union für das Leben jedes Einzelnen hat, keineswegs eine „eher nicht so wichtige Wahl“, wie einer meiner Söhne meinte; da irrt der Nachwuchs und ich muss wohl noch einmal nacharbeiten. Jetzt gibt es auch plötzlich ein kleines und feines Thema im außerordentlich müden Wahlkampf. Das Thema behandelt nicht Europa, sondern die Spitzenkandidatin der FDP und ist auf eine besondere Weise durchaus eidesstattlich:

Sicher haben Sie schon einmal den Begriff „Eidesstattliche Versicherung“ gehört. Wikipedia erklärt, um  was es sich dabei handelt:

Die Versicherung an Eides statt (oder eidesstattliche Versicherung) ist im deutschen Recht eine besondere Beteuerung, mit der derjenige, der diese Versicherung abgibt, bekräftigt, dass eine bestimmte Erklärung der Wahrheit entspricht. Besondere Rechtsbedeutung erlangt die Versicherung an Eides statt dadurch, dass nach § 156 StGB die Abgabe einer unwahren eidesstattlichen Versicherung vor einer im konkreten Einzelfall zur Abnahme der Versicherung zuständigen Behörde eine Straftat darstellt. Ist jemand also rechtlich zum Abgeben einer solchen Erklärung verpflichtet und lügt dabei, macht er sich strafbar; die damit bekräftigte Erklärung ist darum potentiell vertrauenswürdiger.

Verwendet werden Eidesstattliche Versicherungen gern und häufig, wenn Gerichte einstweilige Verfügungen erlassen sollen. Kläger, die in einem solchen Verfahren Antragsteller heißen, müssen dabei ihre Behauptungen dem Gericht gegenüber glaubhaft machen. Dazu dient die Eidesstattliche Versicherung. Auch bei Streit von Prominenten mit  Zeitungen zum Beispiel. Ist man oder frau dann aber besonders forsch, geht das auch mal daneben. Gründlich.

Wenn Sie also hierzu Lehrreiches über eine offenbar falsche eidesstattliche Versicherung und eine Spitzenkandidatin  im Besonderen lesen wollen und was dies mit Europa und  der anstehenden Wahl im Allgemeinen zu tun hat, dann klicken Sie einfach einmal hier

Was das alles mit diesem kleinen Blog zu tun hat? Nun, das verrät DERWESTEN.de . Blogger halten zusammen.