Heute am Samstag

15. Juni 2019

FahrRad

16. Juli 2018

Der inhaltliche Stilstand in der kommunalen Politik unserer Stadt ist atemberaubend. Jetzt will die CDU die Öffnungszeiten der städtischen Parkhäuser verlängern. Wieder einmal kein Wort über das Radfahren. Fortschrittliche, nachhaltige Politik geht anders.  Hier ein Bericht auf Niederlande.Net über die Anstrengungen im Nachbarland.“

Die Niederlande sind als Fahrradland bekannt. Nun will NL-Staatssekretärin Stientje van Veldhoven in dieser Legislaturperiode erreichen, dass rund 200.000 Pendler nicht länger mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Dabei liegt die durchschnittliche Distanz, die gependelt wird, zwischen 15 und 35 Kilometer. Wie will Staatssekretärin Van Veldhoven diese Anzahl an Pendlern dazu bringen, zukünftig mit dem Fahrrad zu fahren?

Im Koalitionsvertrag der niederländischen Regierungskoalition werden Van Veldhoven 100 Millionen Euro zugeteilt, die sie zu diesem Zweck einsetzen kann. Mit diesem Betrag will die Regierung Projekte unterstützen, die dafür sorgen sollen, dass mehr Arbeitnehmer mit dem Fahrrad pendeln. Bis zu 40 Prozent der Projektkosten sollen dabei von der niederländischen Regierung übernommen werden.

Allerdings hat das Auto besonders bei längeren Arbeitswegen einen Vorteil: Es ist schneller. Darum will van Veldhoven die bestehenden Fahrradwege kritisch analysieren und Möglichkeiten entwickeln, verzögernde Effekte zu reduzieren. Zu diesen zählen unter anderem unübersichtliche Kreuzungen, schlecht geschaltete Ampeln oder unsinnige Wegeführung.  So berichteten regionale Medien im letzten Jahr beispielsweise über eine Ampel in Enschede, an der Radfahrer oft sinnlos lang warten müssen.

Auch soll die Verbindung zwischen Öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrradfahren verbessert werden. Oft werden sogenannte Fahrradstationen an Bahnhöfen durch alte Fahrräder blockiert, die kaum öfter als ein oder zweimal in der Woche gebraucht werden. Durch eine sichere Abstellmöglichkeit für Fahrräder soll erreicht werden, dann Pendler auch mit ihren „normalen“ Fahrrädern zum Bahnhof fahren und nicht nur mit alten, kaputten Rädern, bei denen ein Diebstahl nicht schlimm wäre.

Darüber hinaus sollen Pendler einen Stoß in die richtige Richtung bekommen, in dem Erkenntnisse aus der Verhaltenspsychologie angewandt werden. Falls jemand bereits seit Jahren jeden Morgen mit dem Auto dieselbe Route zur Arbeit fährt, dann ist ein solches Verhalten schwer zu durchbrechen. Hier wiegt die Gewöhnung des Pendlers schwerer als andere Faktoren. Vor allem Menschen, die ihre Arbeitsstelle wechseln und eine neue Stelle anfangen, sollen daher dazu bewegt werden, mehr mit dem Fahrrad zu fahren. Es fällt leichter, sein Verhalten zu ändern, wenn man sowieso gezwungen ist, Teile seiner alten Routine zu durchbrechen.

Eine weitere Taktik, mit der Pendler dazu bewegt werden könnten, ihr Verhalten zu ändern, ist das Aufzeigen von Vorteilen, die das Fahrradfahren mit sich bringt. So reduziert Bewegung Stress und führt zu einer Abnahme der Krankentage. Das Unternehmen Douwe Egberts, das für seinen Kaffee bekannt ist, hat sogar Arbeitnehmern, die näher als 7.5 km an ihrem Arbeitsplatz in Utrecht wohnen, verboten, ihr Auto auf dem Firmengelände zu parken. Dadurch sollen mehr Arbeitnehmer stimuliert werden, mit dem Fahrrad zu kommen.

Auch der zunehmende Gebrauch von sogenannten E-Bikes kann die Zahl der Autopendler reduzieren.  So bekommen Mitarbeiter der Uniklinik Groningen bis zu 25 Prozent Rabatt beim Kauf eines E-Bikes. Auch stehen auf den Fahrradparkplätzen Ladestationen für E-Bikes zur Verfügung. Rund die Hälfte des Krankenhauspersonals kommt bereits mit dem Rad zur Arbeit, obwohl sie rund 20 km pendeln müssen.

Gegen den häufigen Regen während des Fahrradfahrens schützt übrigens ein von einem südniederländischen Unternehmen hergestellter Regenschirm, der fest auf E-Bikes montiert werden kann und laut dem Fietsersbond (deutsch „Fahrradverband“), der den Schirm bereits 2013 testete, sehr gut gegen Regen schützt.“

Aber wir wissen gemeinsam, dass Lingen zwar mal Teil der Niederlande war, aber seit 1702 nicht mehr ist. Trotzdem wäre es doch schön, endlich zu handeln und nicht nur unter Absingen von eigenkomponirten Lobeshymnen Konzepte zu beschließen aber dann untätig zu bleiben. Geld gäbe es ohne Ende:

So bekommen die deutschen Kommunen erneut Geld für ihre Maßnahmen für den Klimaschutz, berichtet das Deutsche Institut für Urbanistik

Seit dem 1. Juli und noch bis zum 30. September 2018 können Kommmunen, gemeinnützige Sportvereine, kommunale Unternehmen und andere lokal Aktive Fördergelder beantragen, um Klimaschutzprojekte umzusetzen. Gefördert werden beispielsweise strategische und investive Maßnahmen, wie der Austausch von herkömmlichen in LED-Leuchten oder die Schaffung von Radwegen.

Ermöglicht wird dies durch die Kommunalrichtlinie des Bundesumweltministeriums und die Nationale Klimaschutzinitiative.

Mit welchen Maßnamen hat sich da wohl die Stadt Lingen beworben?

Raten Sie mal!

Rush Hour in Amsterdam

29. Juni 2018

Ronny Kraak schreibt:

„Ich bin kein Autofahrer und tue mich wohl auch deshalb ziemlich leicht damit, die Autos aus den Innenstädten verbannen zu wollen. Gut, manchmal profitiere ich auch davon, dass ich in einem Auto sitze, das gerade durch eine Innenstadt gurkt, am Ende aber fände ich es dennoch plausibel, wenn in ab halbgroßen Innenstädten nur Fahrräder, der ÖPNV, Fußgänger und Lieferfahrzeuge unter 7,5 Tonnen unterwegs sein würden. Für die Umwelt, die Sicherheit aller und vor allem einem Puls, der keinen zwangsläufig zum Ausrasten bringt, was hierzulande bei allen daran teilnehmenden Parteien ja ganz gerne mal der Fall ist.“

Dann zeigt er ein, wieer sagt „nicht repräsentatives Beispiel einer Rush Hour“ in Amsterdam. Kraak kommentiert: “ Ich weiß, dass es auch dort an anderen Plätzen sehr viel aufgeregter zugeht, was meistens ja auch dem Autoverkehr geschuldet ist. Klar. Aber: wenn all die hier gezeigten Radfahrer im Auto nach Hause fahren wollten, gäbe es an dieser Kreuzung sicher ganz andere Wartezeiten.“

Tja, guckste hier:

 

geliebt

18. Mai 2015

Fahrraddieb-Wedding-Fahrrad-geliebt-Fahrradliebe

[Tipp: Einfach das NotesofBerlin-Foto anlicken. Vielleicht hilft’s ein bisschen]

VELOBerlin Film Award

22. Februar 2015

VELOBerlin_film_award_presse-linkVELOBerlin Film Award heißt der internationale Onlinepreis für – Fahrradfilme. Bis zum 21. März 2015 kämpfen 18 nominierte Fahrradfilme aus 11 Ländern um die Stimmen des fahrradbegeisterten Onlinepublikums.
Innerhalb von nur zwei Monaten wurden über 120 Kurzfilme aus 30 Ländern eingereicht, gesichtet und bewertet. 18 Finalisten aus 11 Ländern sind jetzt für die Online Abstimmung ausgewählt. Sie zeigen mit Gefühl, Witz und Charme auf ganz unterschiedliche Art und Weise, was Radfahren und Fahrradkultur weltweit bedeuten.

Von Fahrradmusikvideos wie dem gespenstisch-nächtlichen „Ghostriders II“ aus Frankreich über das animierte historische Radrennen „Cyclopedes“ aus der Schweiz zu Dokumentarfilmen über die Herausforderungen an kubanische Fahrradmechaniker („Havana Bikes“) und die Liebe von australischen jungen Frauen zur ihrer Szene („Fixed on Fixed“) – aus welchem Teil der Welt die Filme auch kommen, ob als kurze Spielfilme, Animationen, Dokumentationen oder experimentelle Videos – sie geben der Fahrradkultur ihren jeweiligen Rahmen.

Auch zwei Berliner Beiträge sind im Rennen um die Preise im Wert von über 2.000 Euro: „Mianzi Rei – My legs my gears“ ist ein ästhetisch inszenierter Dokumentarfilm über die Liebe zum Bahnradsport und bei „Berlin to Prague without a map“ wird sich der Herausforderung gestellt, ganz ohne technischen Schnickschnack den Weg durch halb Mitteleuropa zu finden.

Alle 18 nominierten Filme können bis zum 21. März 2015 auf www.veloberlinfilmaward.com angesehen und bewertet werden. Die Entscheidung über Gewinner und Verlierer trifft das radbegeisterte Online Publikum weltweit.

Expertengruppe

6. Juli 2013

Bildschirmfoto 2013-07-06 um 10.42.38Die Sonne scheint, ich muss in den Knast* und zögere noch ein bisschen herum. In der Presse habe ich eben gelesen, dass künftig auch Akkus an Fahrrädern für die Beleuchtung sorgen können sollen. Mir fiel ein, was Jörg Kachelmann dazu vor Wochenfrist getwittert hat. Nämlich dies:

Damit Sie wissen, warum Sie in Ihrem Land sinnloserweise so viele Steuern zahlen: So ist das Beleuchtungswesen von Fahrraedern in Deutschland aktuell geregelt (Wiki):

Der Mann mit dem Titel Wettermoderator verlinkte zu diesem Text. Der lässt mich trotz des herrlichen Sommerwetters dann doch etwas frösteln.

In Deutschland ist für den Betrieb eines Fahrrads im öffentlichen Straßenverkehr der Aufbau der Fahrradbeleuchtung gesetzlich in § 67 StVZO (Lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern) sowie in den TA 4 (Bautechnische Anforderungen), 6 (Lampen), 14b (Schlußleuchten für Fahrräder und ihre Anhänger), 14c (Begrenzungsleuchten), 18 (Rückstrahler), 18a (retroreflektierende Streifen an Reifen von Fahrrädern), 23 (Scheinwerfer für Fahrräder) und 24 (Fahrradlichtmaschinen) geregelt. Kinderfahrräder sind von den Vorschriften zur Beleuchtung nicht betroffen, da es sich dabei gemäß § 16 Abs. 2 StVZO nicht um Fahrzeuge im Sinne der Vorschrift handelt.

Eine seit 1998 diskutierte Fahrradausrüstverordnung (FAusrüstV) mit Änderungen einiger dieser Vorschriften wurde 2006 vom Bundesrat abgelehnt.

Vorgeschrieben sind:

  • eine Lichtmaschine mit einer Nennleistung von mindestens 3 W, deren Nennspannung 6 V beträgt (eine Batterie darf zusätzlich verwendet werden)
  • ein nach vorn wirkender Scheinwerfer für weißes Licht
  • mindestens ein nach vorn wirkender weißer Rückstrahler, dieser darf im vorderen Scheinwerfer integriert sein
  • eine Schlussleuchte für rotes Licht, deren niedrigster Punkt der leuchtenden Fläche sich nicht weniger als 250 mm über der Fahrbahn befindet
  • mindestens ein roter Rückstrahler, dessen höchster Punkt der leuchtenden Fläche sich nicht höher als 600 mm über der Fahrbahn befindet
  • ein mit dem Buchstaben „Z“ gekennzeichneter roter Großflächen-Rückstrahler (die Schlussleuchte sowie einer der Rückstrahler dürfen in einem Gerät vereinigt sein)
  • nach vorn und nach hinten wirkende gelbe Rückstrahler an den Fahrradpedalen
  • mindestens zwei um 180° versetzt angebrachte, nach der Seite wirkende gelbe Speichenrückstrahler an den Speichen beider Räder oder ringförmig zusammenhängende retroreflektierende weiße Streifen an den Reifen oder in den Speichen beider Räder.

Zusätzlich sind zulässig:

  • eine zusätzliche, auch im Stand wirkende Schlussleuchte für rotes Licht
  • zusätzliche nach der Seite wirkende gelbe rückstrahlende Mittel.

In einigen Punkten sind die Bestimmungen der StVZO bereits überholt. Inzwischen gibt es nach StVZO zugelassene Rücklichter, die Rücklicht und Standlicht in einer einzigen Leuchte vereinigen und Fahrradscheinwerfer, die nach vorn eine Standlichtfunktion besitzen. Auch wäre durch LED-Technologie für eine mit Glühlampen erreichbare Helligkeit eine wesentlich geringere elektrischen Leistung ausreichend. Aufgrund der nach wie vor vorgeschriebenen 3 W Leistung sind LED-Lampen wesentlich heller.

Folgende Ausnahmen gelten für Rennräder mit maximal 11 kg Gewicht:

  • Anstelle der Lichtmaschine dürfen Batterien für den Betrieb von Scheinwerfer und Schlussleuchte genutzt werden.
  • Scheinwerfer und Schlussleuchte müssen nicht fest am Fahrrad angebracht sein; sie sind jedoch mitzuführen und wenn erforderlich zu benutzen.
  • Scheinwerfer und Schlussleuchte brauchen nicht zusammen einschaltbar zu sein.
  • Die Nennspannung des Scheinwerfers darf auch niedriger als 6 V sein.
  • Für die Dauer der Teilnahme an Rennen sind Rennräder von den Vorschriften zur Beleuchtung befreit.

Seit 2006 muss die Beleuchtungsstärke des Frontscheinwerfers im Kernausleuchtungsbereich in 10 Metern Entfernung mindestens 10 Lux betragen (siehe 10-Lux-Regelung).

Alle benutzten Komponenten müssen das deutsche Prüfzeichen tragen. Diese Zulassung wird vom Kraftfahrt-Bundesamt vergeben und ist erkennbar an einer Zulassungsnummer mit einer Wellenlinie, dem Großbuchstaben K und einer Nummer. Bei Fahrrädern ohne Befestigungselemente am Rahmen ist eine Verwendung von abnehmbar aufgeklemmten Leuchten zulässig. Diese müssen jedoch auch das Prüfzeichen tragen. Ob auch andere Leuchten ohne das Zulassungskennzeichen toleriert werden, hängt vom Ermessen des kontrollierenden Polizeibeamten ab.

Die Dynamopflicht wird von der Gewerkschaft der Polizei als technisch überholt eingeschätzt.Anfang Januar 2013 gab das Bundesverkehrsministerium bekannt, dass eine Expertengruppe [!!] die „lichttechnischen Vorschriften“ der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung prüfe. Die Prüfung solle klären, ob die bisherige Regelung, die einen fest montierten Dynamo vorschreibt, inzwischen technisch überholt sei und die Dynamopflicht zugunsten von batteriebetriebenen Lichtern aufzuheben sei.

Gestern nun hat der Bundesrat die Dynamopflicht offenbar gestrichen. Die Funktionäre stöhnten Dynamosofort:

„Die Dynamopflicht ist ja gerade 75 Jahre alt geworden“, sagte Rechtsreferent Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club ADFC. Sie sei aus Sicht seines Verbandes keineswegs überflüssig. „Wir könnten uns aber im Prinzip auch mit einer Wahlfreiheit anfreunden.“ Eine Dynamopflicht gebe es nirgendwo sonst in Europa.

Übrigens: „Fahrräder und Schlitten müssen mit mindestens einer helltönenden Glocke ausgerüstet sein; ausgenommen sind Handschlitten“ (§ 67 StVZO). Ich finde, eine Expertengruppe unserer Verwaltung sollte auch noch mal über Handschlitten reden. Dringend.

*ps Ich geh jetzt los. In den Knast (wen es interessiert: Beruflich ).