Fachkräftemangel

26. Januar 2018

Fachkräftemangel herrscht in der Region an Ems und Vechte. Dies hat seine hausgemachten Gründe, wie beispielsweise Thomas Pertz weiß. Und ich weiß, was man sonst noch dagegen tun kann. Social-Bee hat mir da vier  Bewerbungsvideos geschickt. Gucken Sie mal:

500.000 Geflüchtete in Deutschland suchen einen Job. Und das, obwohl viele von ihnen längst ihre Fähigkeiten bereits bewiesen haben. Auf der Flucht. #employrefugees

Fachkräfte

9. September 2010

Während wenig intelligent Ausländerbehörden in der Region auf Weisung rückwärtsgewandter Innenminister damit befasst sind, Menschen dahin zurückzuschicken, von wo sie vor zehn, zwanzig und mehr Jahren zu uns kamen, ist längst deutlich, wie kurzsichtig und schädlich dies ist; auch junge Leute, die hier zur Schule gegangen und ausgebildet sind, sollen dahin müssen, wo sie noch nie waren – in die ehemalige Heimat ihrer Eltern.

Wir  brauchen aber dringend mehr Zuwanderung. Mit dieser Forderung hat sich Klaus Zimmermann, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), in die aktuelle Integrationsdebatte eingeschaltet. Um den Wohlstand zu sichern, müsse man pro Jahr mindestens eine halbe Million Menschen ins Land holen, sagt der Ökonom. 500.000, jedes Jahr. Denn ab 2015 droht Deutschland insgesamt ein massiver Fachkräftemangel. In unserer Region besteht er bereits. Angesichts der verheerenden Folgen für das Renten- und Sozialsystem hat sich Klaus Zimmermann daher für eine deutlich offensivere Einwanderungspolitik ausgesprochen. Deutschland benötige „dringend Arbeitskräfte und Zuwanderer aus dem Ausland“, sagte der Wissenschaftler Mitte der Woche dem „Hamburger Abendblatt“. Nötig seien „mindestens netto 500.000 mehr Menschen pro Jahr, um unsere Wirtschaftskraft dauerhaft zu sichern“. (mehr...) In Lingen sind dies übrigens etwa 300/400 Fachkräfte jährlich – plus Familien. Wir werden diese Zuwanderung  bekommen, aber unsere Stadt ist darauf nicht vorbereitet, obwohl sie  schon heute -s.o.- unter Facharbeitermangel leidet.

Lingen braucht aus demselben Grund außerdem eine engagierte, bislang unzureichende Frauen- und Kinderpolitik. Junge Frauen in unserer Stadt müssen sich immer noch entscheiden: Kind oder Arbeit. Es fehlen nämlich Betreuungsangebote für (kleine) Kinder. Deshalb ist das Programm von OB-Kandidatin Sabine Stüting (BN) der richtige Schritt: Sie will eine Betreuungsgarantie für jedes Kind ab 1 Jahr. Ein ehrgeiziges, richtiges Ziel, über das ihre Kandidatenkonkurrenz bislang kein Wort verloren hat. Die kandidierenden Männer diskutieren über Gewerbegebiete.  😦

(Kinder im Haus des Kindes, Lingen Foto: © Stadt Lingen)

Fachkräfte

24. September 2008

Ich bin ja immer noch in der SPD. Deshalb schreibt mir neuerdings Dieter Steinecke E-Mails. So etwas nennt sich Mobilisierung, und ich erkenne: Der Bundestagswahlkampf 2009 hat begonnen. Dieter Steinecke kenne ich seit gefühlt 30 Jahren. Er ist eine ehrliche Haut, rollt das rrrrrrr, wie kaum ein Zweiter, und ist aber in Lingen nahezu unbekannt. Seine Bekanntheitsquote liegt so bei geschätzt < 1% , obwohl er SPD-Bundestagsabgeordneter aus Uelsen in der Grafschaft Bentheim ist und Lingen in seinem Wahlkreis liegt. Deshalb schreibt er E-Mails. Das macht ihn bekannter.

Heute hat er mir geschrieben:

„Deutschland steuert auf einen Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften zu. Bereits heute melden immer mehr Unternehmen Probleme bei der Suche nach hochqualifizierten Beschäftigten, vor allem im naturwissenschaftlich-technischen Bereich.“

Er hat seiner E-Mail ein „Kompaktinfo“ (welch ein Wort!) beigefügt.

Darauf habe ich spontan allergisch reagiert und mich sofort an eine Gruppe von Beamten erinnert, die -von wenigen Ausnahmen abgesehen ( ich kenne nur zwei!) – eine ganz besonders negative, vom Steuerzahler unterhaltene Spezies darstellt: Die Beamten in den Ausländerbehörden. Dieter Steinecke habe ich deshalb flugs so auf seine E-Mail so geantwortet:

Lieber Dieter Steinecke,

dass es einen Fachkräftemangel in unserem Land geben wird, wissen wir seit Jahren. Daher ist es gut, dass sich die Politik der Sache annimmt.

Eine Lösung, jedenfalls ein Teil einer menschlichen Lösung ist ganz einfach: Hier lebende Flüchtlinge und Kinder von Flüchtlingen sollten endlich akzeptiert werden und einen sicheren Status erhalten. Es ist ein völlig absurdes Verhalten, wenn hier mit großem Aufwand schulisch ausgebildete junge Menschen abgeschoben werden, vorher keine berufliche Ausbildungsmöglichkeit erhalten und von der Integration bewusst ausgeschlossen werden.

Man darf eben das Verhalten gegenüber Ausländern auf keinen Fall kleingeistig wirkenden Bürokraten in den Ausländerbehörden oder gar Innenpolitikern überlassen, die hinter jedem Nichtdeutschen einen potentiellen Terroristen vermuten. Die Menschen sind hier! Akzeptieren wir dies endlich und schreiben keine unehrlichen Bleiberechtsregelungen, die so bürokratisch sind wie das deutsche Einkommensteuerrecht und faktisch gerade keine Bleiberechte ermöglichen. Dazu zählt auch, dass Familien nicht deshalb abgeschoben werden, weil ein einziges Mitglied dieser Familie zwei Mal betrunken Auto gefahren ist, sich mit anderen vor einer Disko geprügelt oder andere, ähnlich „schwere“ kriminelle Taten begangen hat.

Die Lösung kann so einfach sein: Bleiberecht und Status für alle, die zB seit einem Stichtag hier sind. Nur bei Verurteilungen zu einem Verbrechen (d.i. eine Strafe, die mit mindestens 1 Jahr Freiheitsstrafe bedroht ist) mit einer zu verbüßenden Strafe sollte man Erwachsene abschieben. Die dann überflüssigen Ausländer-Beamten in den Ämtern können sich sofort mit sinnvollen Dingen beschäftigen, zB der Mithilfe beim Bau von Deichen an der Nordsee…

Ich grüße herzlich
Robert Koop“