Steffi

27. April 2010

Schon mehrmals habe ich hier in diesem kleinen Blog gelästert, die höchste Form des emsländischen Protestes sei der Leserbrief an die Lokalpresse.  Bloß was macht man, wenn der gar nicht erst veröffentlicht wird, der wohlformulierte  Leserbrief?

Blogleserin Steffi meinte nun zu mir, es sei an der Zeit, einen eigenen Blog zu schaffen für bzw. besser gegen die Zensuraktivitäten und „den-Leserbrief-veröffentlichen-wir-nicht“-Selbstherrlichkeiten der Lokalpresse. Einen Blog, der genau die kleinen Manipulationen und das Unter-den-Tisch-gefallene veröffentlicht.  Vorbild könnte der BildBlog sein. Das klingt spannend und wäre ein weiteres Stück notwendige Gegenöffentlichkeit.

Meine Frage:
Was meinen Sie, sollen wir uns an einen solchen Blog heranmachen? Mich interessieren Ihre Kommentare!

Verachtenswert

3. November 2009

424733_R_by_Dieter-Schütz_pixelio.deAm vergangenen Sonntag habe ich in einem kleinen Beitrag zur Lingener Krematorium-Diskussion ein paar Bemerkungen über die Würde geschrieben, eigentlich mehr über die Würdelosigkeit, eine Trauerstätte in ein Gewerbegebiet zu bauen. Heute wollte ich mir in meinem Blog eigentlich eine kleine Pause gönnen. Aber jetzt möchte ich meine Betroffenheit äußern. Die Emslandausgaben der Neuen Osnabrücker Zeitung NOZ berichten heute über den Tod einer Autofahrerin gestern auf der A 31, dass es ein tragischer Unfall gewesen sei, „aus unbekannter Ursache“, es wird über den schwer verletzten Mann geschrieben, einen nicht verletzten Lkw-Fahrer und 15000 Euro Sachschaden und dann wörtlich: „Bildergalerie unter lt-, ez- bzw. mt-net.de/bildergalerie“.

Wie bitte?! Bildergalerie? Ein  „Klicken-Sie-mal-rein-in-den-Tod“? Wer braucht diese „Bildergalerie“? Was soll sie dokumentieren, was vermitteln? Weshalb ergötzt sich die Lokalpresse an ihr und wird zum medialen Gaffer?

Ich bin betroffen, weil es nicht etwa Gedankenlosigkeit ist sondern das genaue Gegenteil, mit dem die“Bildergalerie“ in „lt-,ez- bzw. mt-“ den Tod eines Menschen für eigene Auflagenzwecke instrumentalisiert. Es ist verachtenswert und würdelos.

(Foto: © Dietmar Schütz, pixelio.de)