Bildschirmfoto 2016-06-03 um 21.49.49Otto Mueller
natürlich nackt
Emden  –  Kunsthalle, Hinter dem Rahmen 13
Sa 4.6. – So 25.9. 2016
Di-Fr 10-17 Uhr, Sa/So/Feiert 11- 17 Uhr

Heute Nachmittag findet um 16.30 Uhr die Ausstellungseröffnung  statt.

Otto Mueller (1874–1930) gilt als einer der bedeutendsten Künstler des deutschen Expressionismus. Trotz seiner  Zugehörigkeit zur Künstlergruppe ‘Brücke’ bleiben Muellers Arbeiten eigenständig und unverkennbar:  Hauptmotive sind schlanke,  oft weibliche Akte in Harmonie mit der unberührten Natur, am Meer, am See oder im Wald, die Farben sind häufig erdig und warm.  Die sich ähnelnden Frauenfiguren wirken zeitlos und archetypisch, evident ist lediglich ihre Jugend an der Grenze zum Erwachsenwerden.  Aus den Werken Otto Muellers spricht eine Sehnsucht nach dem paradiesischen Glück. In der Sammlung der Kunsthalle Emden befinden sich das bekannte Gemälde „Knabe vor zwei stehenden und einem sitzenden Mädchen“, 1918/19, und sechs Papierarbeiten von Otto Mueller. Dieses Konvolut ist Anlass, dem Künstler erstmals eine Ausstellung im Haus zu widmen. Sie umfasst 57 Werke, davon 10 Gemälde.

Kabinett-Ausstellungen
Die Mueller-Ausstellung wird von zwei Kabinett-Ausstellungen begleitet, die historische Fotografien aus dem Bademuseum Norderney zum Thema „Strandleben“ zeigen, sowie Aktaufnahmen zur frühen Reformbewegung  aus dem Niedersächsischen Institut für Sportgeschichte, Hannover.

Eine Entdeckung: Otto Modersohn in Emden
Eine Überraschung dürfte für viele Kunstfreunde ein weiteres Kabinett sein, das einige Emden-Motive von Otto Modersohn zusammenführt.  Der Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede malte sie bei Aufenthalten in Emden.

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(Otto Mueller: Knabe vor zwei stehenden und einem sitzenden Mädchen, 1918/19. Sammlung Kunsthalle Emden)

Nolde

26. Januar 2013

Emil Nolde
Maler-Grafik und „Ungemalte Bilder“
Emden  –  Kunsthalle,
Hinter dem Rahmen 13

ab heute – 26.05.2013
Di – Fr 10- 17 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr
Eintritt 8 €  (6 € erm. u. Gruppen)
Bis 15 Jahre frei

Der Name Emil Noldes ist eng mit der Kunsthalle in Emden verbunden. 35 Werke des norddeutschen Expressionisten hängen in der Sammlung. Die neue Ausstellung „Emil Nolde. Maler-Grafik und ungemalte Bilder“ zeigt ab dem 26. Januar Lithographien, Holzschnitte und Radierungen sowie Aquarelle aus der berühmten Serie der „ungemalten Bilder“ von Nolde.

Emil_Nolde_Der_Grosse_Vogel_webDie Ausstellung wird am Samstag, 26. Januar 2013, um 17 Uhr in der Kunsthalle eröffnet. Interessierte Gäste sind herzlich eingeladen. Es sprechen Eske Nannen, Geschäftsführerin, Professor Dr. Manfred Reuther, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, Dr. Frank Schmidt, Wissenschaftlicher Direktor.

Der große Bestand  von Bildern des nordfriesischen Malers in der Emder Kunsthalle ist kein Zufall: Museumsstifter Henri Nannen ließ nie einen Zweifel daran, dass Emil Nolde für ihn einer der wohl faszinierendsten Künstler des Expressionismus war. So gab schon eine der ersten Ausstellungen der Kunsthalle im Jahr 1987 einen Überblick über das Werk Noldes. Die zweite Emder Ausstellung im Jahr 2006 konzentrierte sich auf das für Nolde charakteristische Motiv der Paare.

Bis heute stehen in der öffentlichen Wahrnehmung meist seine Gemälde und Aquarelle im Vordergrund. Daher zeigt diese Ausstellung mit rund 100 Lithographien, Holzschnitten und Radierungen, dass das grafische Werk von zumindest ebenbürtigem Rang ist und sich durch außergewöhnliche malerische Qualität auszeichnet. Um den engen Zusammenhang mit Noldes Malerei anschaulich zu machen, ergänzen rund 20 Aquarelle aus den “Ungemalten Bildern” die Präsentation. Diese historisch bedeutsame Serie schuf Nolde während der Zeit des ihm von den Nationalsozialisten auferlegten Malverbots. Die Aquarelle werden um eine Auswahl der von Henri Nannen gesammelten Nolde-Werke ergänzt.

Insgesamt umfasst das druckgrafische Werk Emil Noldes über 500 Radierungen, Holzschnitte und Lithografien. Es unterscheidet sich in seiner malerischen Wirkung mit weichen Linien und leuchtenden Farben deutlich von der eher grafisch geprägten, oft sogar schroffen Bildsprache seiner expressionistischen Zeitgenossen wie E.L. Kirchner. Mit unendlicher Lust am Experiment variierte Nolde die Druckversionen. 1913 schrieb er an den Verfasser seines Oeuvre-Verzeichnisses Gustav Schiefler: „Die neuen Lithographien lassen sich gar nicht katalogisieren. Immer und immer wieder habe ich Steine und Farben geändert, von morgens bis abends, acht Wochen lang.“

Emil_Nolde_Muehle_am_Wasser_webIn der Ausstellung fasziniert nicht allein Noldes virtuose Beherrschung der Drucktechniken, sondern auch die große Vielfalt seiner Themen. Ergänzend zu den in seiner Zeit typischen Motiven wie Akt, Porträt oder Landschaft widmet sich Emil Nolde insbesondere biblischen Themen in oft eigenwilligen Interpretationen. Ebenso gibt es phantastische, erzählerische Szenen, die dem Betrachter tiefgründige, nicht selten groteske Welten zeigen. So spiegeln die Grafiken wie auch die Ungemalten Bilder eindringlich die Eigenständigkeit und Eigenwilligkeit des Künstlers. Seine Landschaften, besonders aber seine facettenreichen Menschenbilder, haben bis heute nichts von ihrer Intensität verloren. Sie stellen Emil Nolde als Schöpfer eines vielschichtigen, sich kraftvoll neben seiner Malerei behauptenden grafischen Werkes vor. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Nolde Stiftung in Seebüll.

(Quelle Kunsthalle Emden, Fotos: (c) Nolde Stiftung Seebüll)