Statement

24. Mai 2019

wahl-o-mat

4. Mai 2019

Wer sich zur Europawahl in kaum mehr als drei Wochen am 26. Mai noch nicht entschließen konnte, ob und was er wählt, kann seit hestern den wahl-o-mat als  Entscheidungshilfe nutzen. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) will damit seit fast zwei Jahrzehnten „Politik auf spielerische Weise“ vermitteln und zeigen, welche der hierzulande nun zur Wahl stehenden 41 Parteien der eigenen politischen Position am nächsten stehen.

Den Europawahl-Wahl-O-Mat auzuprobieren sei „zum demokratischen Volkssport geworden“, meinte bpb-Präsident Thomas Krüger. Der Begriff „Wahl-O-Mat“ sei mittlerweile sogar in den Duden aufgenommen worden. Vertreter der Parteien hätten bis zum 25. März Zeit gehabt, die Thesen zu beantworten, die vor allem Jugendliche mithilfe der Redaktion und wissenschaftlichem Beistand erstellt und ausgewertet hätten.

Der Wahl-O-Mat enthält 38 Thesen, die der Nutzer beantworten und gewichten kann. Ihre Meinung wird mit der von den Parteien hinterlegten abgeglichen, dann präsentiert der Wahl-O-Mat die Übereinstimmung in Prozentangabe. Die Themen reichen von der Reduzierung des CO2-Ausstoßes und einer europäischen Armee über eine Finanztransaktionssteuer, gentechnisch veränderte Pflanzen, Mindestlohn bis hin zu AKW, Presse- und Medienfreiheit, Asylrecht und Migration. Allerdings ist weder Digitales noch de  Strafverfolgung gut vertreten.

Hier gehts zur wahl-o-mat-Seite!

Übrigens gibt es noch andere, ähnliche funktionierende Online-Hilfen zur Wahlvorbereitung. Eine davon ist yourvotematters.eu von fünf zivilgesellschaftlichen europäischen Organisationen mit 25 Fragen oder der „Vote“ bzw. „Wahl Swiper„, der gar an den Erfolg der Dating-App Tinder anknüpft und mit 35 auf Kacheln verzeichneten Fragen zum richtigen „Match“ verhelfen soll.

Auf Themen  wie Upload-Filter, E-Privacy, Netzneutralität oder Massenüberwachung ist der Digital-o-Mat ausgerichtet. Er vergleicht im Gegensatz die eigene Position mit dem tatsächlichen Abstimmungsverhalten der deutschen Parteien während der letzten Legislaturperiode und greift dabei auf Informationen des Portals VoteWatch zurück.

ausgetreten

13. Januar 2019

Gewusst? Einer der ersten Populisten der Republik, der Hamburger „Saubermann“ Ronald Barnabass Schill, sitzt seit längerem in Brasilien und gibt sich dem Konsum illegaler Drogen hin. Da ist die AfD doch deutlich zuverlässiger. Nicht. Vor der Wahl zum Europaparlament am 26. Mai sollte dieses ausgetreten in den Blick genommen werden:

Parteien zur Wahl

23. Mai 2014

Dies ist  (via Hamburger Wahlbeobachter) ein Gastbeitrag von Thomas Wagensonner. Er ist Berater und Projektmanager für Bewegtbildkommunikation  in Hamburg und hat für den Hamburger Wahlbeobachter-Blog die Spots zur Europawahl unter die Lupe genommen. 

Ich hab mir hier mal einige Spots deutscher Bundestagsparteien im Web zusammengesucht. Man sieht ganz deutlich: Durch Deutschland geht ein Riss! Da prallen zwei Welten aufeinander. Hier Staatstragend, großkoalitionär, getragene Musik und laaaaangweilig; da frech, laut, emotional und mitreißend.

Die große Koalition mag’s klassisch. Die SPD, ganz auf den Spitzenkandidaten abgehoben. Martin Schulz, mit 20 Jahren Erfahrung und als Spitzenkandidat liest sein Wahlplakat vor.

25.608 Aufrufe (28.04.2014 – 23.5.2014)

Im Beschreibungstext ist die SPD minimalistisch und beschränkt sich auf den Hinweis, dass Martin Schulz Spitzenkandidat ist und man am 25. Mai wählen gehen soll.

Die CDU hat einige Bürger aufgefahren, schön repräsentativ ausgesucht Frauen, Männer, Migrations-hintergrund, alt, jung, west und ost. Die Bürger dürfen dann auch nett die Wahlbotschaften vorlesen, die man ihnen in den Mund gelegt hat. Mitreißend klingt anders.

81.401 Aufrufe (02.04.2014 – 23.5.2014)

Die CDU liefert im Beschreibungstext gleich eine Nutzungsbeschränkung mit: Nur für TV und Internet. Also keine Memes und Mashups bitte. Interessant: Über einen Link bekommt man die Sendezeiten im TV. Ich frage mich, ob irgendjemand daraufhin seinen Videorekorder programmiert oder ob die Strategen der CDU meinen, ein Spot auf YouTube hätte mehr Glaubwürdigkeit, wenn ich als Nutzer erfahre, dass der auch im Fernsehen laufen darf.

Etwas dynamischer kommt da Alexander Graf Lambsdorff daher. Auch er spielt die Erfahrungskarte, muss aber noch mehr oder weniger deutlich auf seinen Onkel verweisen. Hipp inszeniert auf dem iPad, offenbar für die FDP der Insignie des Modernen. Das Setting ist reduziert. Der Kandidat leger gekleidet. FDP in Jeans und offenem Hemd: Das kennt man von Westerwelle und Rösler aber ganz anders. Kameraführung: Modern, subjektiv, schnell. Die Botschaft: Auch wenig mehr als die Wahlplakate in 1:30.

29.025 Aufrufe (29.04.2014 – 18.5.2014)

Die Liberalen punkten im Beschreibungstext: Dort kann man noch mal einzelnen Positionen knapp nachlesen. Keine Zusatzinfos, aber immerhin hat sich da jemand die Mühe gemacht, die Möglichkeiten zu nutzen, die YouTube bietet.

Die AfD setzt auf Testimonials. Quer durch alle Bevölkerungsschichten und migratorische Hintergründe. Dabei geht die Partei kein Risiko ein: Sie nutzt zu 95 Prozent ihren Bundestagswahl-Spot von 2013. Da es bei der AfD schon in der Vergangenheit um den Schutz Deutschlands vor der vermeintlich übermächtigen EU geht, fällt es auch nicht weiter auf. Im Prinzip hat die Partei ihren Europawahlkampfspot schon 2013 verwendet, und nicht umgekehrt.

Der „Mann / Frau auf der Straße-Look“, die direkte Ansprache der Zuschauer und die Entrüstung der Protagonisten suggeriert Nähe zum Volk. Im Vergleich zur CDU hat die AfD allerdings mehr Zeit in  das Casting der Darsteller und das Script investiert. Auch die AfD gibt im Beschreibungsfeld auf YouTube die Sendetermine des Spots im TV an.

226.015 Aufrufe (30.4.2014  – 23.5.2014)

Bei den Piraten spricht, wie bei der SPD und der FDP die Kandidatin selbst. Julia Reda kommt sympathisch und locker rüber: Kein Styling, kein Schnickschnack. Sie spricht die Wähler direkt an und bringt die Forderungen der Piraten auf den Punkt: Netzthemen aber eben nicht nur. Sie stellt klar, dass die Piraten keine monothematische Partei sind.

Der Spot liefert keine Überraschungen. Piraten bedeutet eben nicht zwangsläufig, dass man sich von irgendwelchen abgedrehten YouTubern einen Viralspot bauen lässt. Aber warum eigentlich nicht?

Eine Besonderheit: Die Piraten geben an, woher sie Musik und Bilder haben. Sehr witzig: Julia Redas Frage „Was ist überhaupt eine D-Mark“. Das ist nicht schlecht wenn man bedenkt, dass die meisten Erstwähler Ihr Taschengeld immer schon in Euro und Cent bekommen haben.

19.147 Aufrufe (25.04.2014 – 23.5.2014)

Die Bundespartei von Bündnis 90/Die Grünen geht mit einem rockigen Beat an den Start. Bei Bildauswahl und Sprechertext versucht man sich in Selbstironie, um dann auch ernste Themen einzuschieben. Das ist alles schnell geschnitten und verzichtet komplett auf Personen oder direkte Ansprache.


32.604 Aufrufe (29.04.2014 – 23.5.2014)

Im Beschreibungstext lassen es auch die Grünen bei mehr oder weniger allgemeinen Informationen zur Wahl und ihren Themen. Deutlich mutiger sind die Grünen aus Niedersachsen mit Idil Baydar als Jilet Ayse. Mit DIY-Optik und in Adidas-Ballonseide spielt sie mit Stereotypen. Und geht dabei gleich zur Sache: Hier wird nicht eingelullt, sondern Tacheles geredet. Die Themen kommen im Comedy-Gewand daher. Man wird dazu gezwungen, genau hinzuhören.

47.522 Aufrufe (10.05.2014 – 23.5.2014)

Ich muss zugeben, die Grünen Niedersachsen waren mein Favorit, bis ich den Spot der Linken gesehen habe. Der Ansatz ist erstmal ähnlich: Da macht sich einer Luft im Fenstertheater und brüllt seine Themen ins Videohandy. Genial ist dann aber der Schwenk zum Gregor-Gysi-Selfie. Das ist eine Punchline. Die Unzufriedenen hat die AfD auch. Und gecastet ist der Linke Fensterrufer bestimmt. Aber dann mit Dreitagebart, Plauze und Feinripp wieder so überzeichnet, dass man merkt: Hier geht’s nicht darum, Stichwortgeber für die nächste Texttafel zu sein.

84.476 Aufrufe (29.04.2014 – 23.5.2014)

Im Beschreibungstext ist die Linke dann leider gar nicht mehr kreativ: Da wird nur die Überschrift noch mal wiederholt

Sowohl die niedersachsischen Grüne als auch Linke haben auf das Web gesetzt oder das Web zumindest konsequent mitgedacht: Das sind Spots, die man gleich nehmen und weiterleiten kann. Auch wenn man inhaltlich nicht mit den Aussagen übereinstimmt.

Als Europäer würde ich sagen: Die Linke, douze points.

FAZIT:
Die Wahlspots der Parteien sind in der Regel fürs Fernsehen produziert. Für diese Plattform einen Knaller zu erwarten, ist viel verlangt. Für die meisten TV-Zuschauer ist die klare, leicht verständliche Werbebotschaft genau das Richtige und passt sich gut in das übrige Werbeumfeld ein. Ein witziger, unterhaltsamer Spot ist im Web sehr viel nachhaltiger. Man schaut ihn zwei, drei Mal und leitet ihn weiter. Erstaunlich ist aber, dass die meisten Parteien im Netz die gleiche Ware bieten, wie im Fernsehen.Da geht definitiv mehr.

Hipp und unterhaltsam bedeutet nicht automatisch viele Abrufe: Der in der Machart sehr konventionelle Spot der AfD hat am 19.5.2014 die höchste Abrufzahl der hier verglichenen Spots auf Youtube. Allerdings entwickelt sich der Spot der Grünen Niedersachsen mit der größten Dynamik:  Das Video ist erst seit wenigen Tagen online und hat schon mehr Abrufe, als der Europawahlspot der Bundespartei.

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Übrigens:
In seinem Blog hat Thomas Wagensonner schon einmal die beiden Spitzenkandidaten Martin Schulz und Jean-Claude Juncker und ihre Spots verglichen

 

 

 

Gauck

22. Mai 2014

Das erste EU-Land hat abgestimmt: Laut Prognose sackte die antieuropäische Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders in den Niederlanden stark ab. Sie verlor im Vergleich zu 2009 fünf Prozentpunkte und liegt damit möglicherweise nur auf Platz vier. Offiziell bekannt gegeben wird die Wahl im Königreich der Niederlande erst am Sonntagabend. Stimmen die Prognosen, freut mich das. Außerordentlich. 

Was sonst zu den Thesen der Dumpfbacken zu sagen ist, sagte heute Bundespräsident Joachim Gauck. Einmal mehr ein starke Rede.

Abgeordneter

27. April 2014

McAllister„David McAllister und der richtige Zeitpunkt – das wird wohl keine Liebesgeschichte mehr. Auf den Stimmzetteln für die Europawahl am 25. Mai wird der Spitzenkandidat der CDU immer noch als „Abgeordneter“ des Niedersächsischen Landtags bezeichnet. Und das, obwohl McAllister seit 26. März gar kein Mandat mehr im Parlament hat.

Nicht der erste Fall von schlechtem Timing: Im Dezember 2013 verschickten die niedersächsischen Christdemokraten ihre Weihnachtskarten. Unten grüßte herzlich „Ministerpräsident David McAllister“ – der war damals allerdings schon etwa zehn Monate nicht mehr in Amt und Würden….“ [weiter beim NDR]

Foto MacAllister November 2009 von: Martina Nolte http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Leinenhochzeit

17. April 2014

Htazeute wird die „alternative“ taz reife 35 Jahre. Ich finde, die Zeitung aus Berlin ist geradezu ein Segen für die bundesdeutsche Presselandschaft.

Ehepaare, die es so lange geschafft haben, feiern Leinenhochzeit. Auch zum taz-Jubiläum passt Leinen, denn die  Zeitung ist so haltbar wie dieser gute Stoff, aber auch  flexibel genug, um keinen starren Regeln zu folgen. Dass die taz diesen 35. Geburtstag überhaupt begehen kann,  hat sie ganz wesentlich den Leserinnen und Lesern zu verdanken, die dem Projekt taz und der Zeitung über die Jahre hinweg die Treue gehalten haben. 

Sie schreibt: „Wir bedanken uns dafür mit der morgigen Ausgabe der taz, die Sie als pdf-Dokument über den folgenden Link ab heute 21  Uhr kostenlos laden und lesen können:

http://dl.taz.de/down/taz_2014_04_17.pdf  „

Und die taz hat noch ein weiteres besonderes Angebot: 
Am 8. Mai beginnt sie mit der Publikation täglicher Sonderseiten zur Europawahl 2014, die vom 22. bis 25. Mai stattfindet. „Ein interdisziplinäres Redaktionsteam wird  umfassend, informativ und sicher auch überraschend bis über die Wahlen hinaus berichten. 

Aus diesem Anlass bieten wir Ihnen ab sofort die tägliche  taz im Abo zum Testen für einen Zeitraum von 10 Wochen für nur 10 Euro an.

Entscheiden Sie sich jetzt für die taz, sehen Sie es als  eine Art Verlobung, und lassen Sie sich zumindest für eine Zeit lang von der einzigartigen Zeitung unterhalten, informieren und zum Nachdenken bringen. Sie müssen nur über diesen Link bestellen und tragen Sie dort bitte ein, ab wann Sie mit der taz beliefert werden wollen (frühestens ab 28.04. möglich).“

http://www.taz.de/10wochen-nl