Never Again

18. Dezember 2020

„Never Again“ heißt der  Kurzfilm, der im Rahmen des Projekts „Europa im Film“* im Zuge der Ratspräsidentschaft Deutschlands in der EU umgesetzt wurde.

Lea erzählt von ihren Erinnerungen an einen Sommertag während des zweiten Weltkrieges. Sie gerät zwischen Soldaten der Waffen-SS und deren Opfer. Der kurze Film visualisiert das Vergessen, das Erinnern und die Botschaft: Never again.

In der Tat: Die Erinnerung an den Holocaust ist 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs so wichtig wie eh und je. Allerdings gibt es immer weniger Zeitzeugen, die von den Gräueltaten der Nationalsozialisten berichten können. Diese Tatsache macht Mario Dahl jetzt zur Leitidee seines Kurzfilms zum Thema Erinnerungskultur. Das Ergebnis ist ein würdevolles, grandioses und herausragend produziertes Statement gegen das Vergessen. Regisseur Mario Dahl ist wie die anderen Mitwirkenden Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg.


Lea talks about her memories of a summer day during the second world war. She gets caught between soldiers of the Waffen SS and their victims. The short film visualizes forgetting, remembering and the message that seems more important today than ever: Never again.


Never Again
Spot, 4 min.
Regie & Idee: Mario Dahl
Producern: Stefanie Gödicke
Kamera: Marvin Schatz
Cast: Carla Demmin, Finnlay Berger, Marius Marx, Arne Löber, Emery Escher, Nils Klitsch, Max Beck, Lennart Hillmann, Jonathan Peller, Josepha Hertzog, Bruni Föger, Harald Hauber, Adrian Castilla, Eve Slatner

Filmakademie Baden-Württemberg


Das Projekt:
30 junge FilmemacherInnen, zwölf Filme, eine Frage: Was ist Europa? Zur Förderung des interkulturellen Austauschs hat die Deutsche Filmakademie Produktion den Kurzfilmwettbewerb Europa im Film ins Leben gerufen. Anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft haben sich junge Kreative auf Spurensuche begeben, EU-relevante Themen eruiert und filmisch beleuchtet.

Ukraine?

2. April 2016

Am 6. April sind die Niederländer aufgerufen, sich zu entscheiden: Sind sie für oder gegen das Assoziierungsabkommen der EU mit der Ukraine? Umfragen prognostizieren ein deutliches „Nee!“ – ein Dilemma für die Regierung Mark Rutte (Foto). In der ersten Hälfte des Jahres 2014 unterzeichneten Vertreter der Europäischen Union in zwei Schritten ein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine. Ziel war es, insbesondere die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen  den beiden Vertragsparteien zu verstärken.

Mark_Rutte_2012_(highres)Nachdem in den Niederlanden die Zweite Kammer (7. April 2015, 119 zu 31 Stimmen) und die Erste Kammer (7. Juli 2015, 55 zu 20 Stimmen) das Assoziierungsabkommen gebilligt hatten, trat der Politblog GeenStijl in Erscheinung: Unterstützt vom Forum voor Democratie und dem Burgercomité-EU beantragten die Macher der populären Website ein beratendes Referendum (NiederlandNet berichtete). Die Niederländer sollten die Möglichkeit erhalten, sich zu positionieren: Sind sie für oder gegen das Vertragswerk zwischen der EU und der Ukraine? Die Initiatoren der Volksbefragung beabsichtigten, in erster Linie das vermeintliche Demokratiedefizit in Brüssel sowie die fehlenden Mitspracherechte der niederländischen Bürger in Den Haag anzuprangern. Da es GeenStijl und Co. in der Folge im Rahmen der Kampagne GeenPeil (Slogan: „Mache mit und rette die Demokratie!“) gelang, über 300.000 Menschen für ihr Anliegen zu gewinnen, wird am 6. April das Referendum durchgeführt.

Sofern sich an diesem Tag mehr als 30 Prozent der wahlberechtigten Bürger am Urnengang beteiligen, ist das Ergebnis gültig. In diesem Falle gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn die Mehrheit der Wähler dem Assoziierungsabkommen zustimmt, kann es die Regierung in Kraft treten lassen. Wenn die Mehrheit der Wähler jedoch dagegen ist, sind zwei Szenarien möglich: Die Regierung kann dem Parlament entweder vorschlagen, das Gesetz über das Vertragswerk zwischen der EU und der Ukraine zurückzuziehen oder dem Ergebnis des Referendums nicht zu folgen und das Gesetz nichtsdestotrotz einzuführen. Da es sich bloß um ein beratendes Referendum handelt, ist das Votum der niederländischen Bürger vom 6. April 2016 nicht bindend: Die Regierung und das Parlament sind demnach nicht verpflichtet, „auf Volkes Stimme“ zu hören.

Aktuelle Umfragen der renommierten Meinungsforschungsinstitute Peil und TNS NIPO prognostizieren eine deutliche Mehrheit für das Nein-Lager, welches auf der parteipolitischen Ebene unter anderem von Geert Wilders rechtspopulistischer PVV und der Sozialistischen Partei (SP) unterstützt wird.

Damit droht der Regierung um Ministerpräsident Mark Rutte, die für ein „Ja“ wirbt, ein Dilemma: Ausgerechnet während der niederländischen EU-Ratspräsidentschaft (1. Januar bis 30. Juni 2016) gewinnen vermutlich EU-kritische Stimmen die Oberhand. Zudem stellt sich die Frage, wie die Regierung mit einem „Nein“ umgehen soll: Es ist nahezu ausgeschlossen, dass die Niederlande als einziges der 28 EU-Mitgliedsstaaten das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine ablehnen. Allerdings dürfte ein Ignorieren des Wählerwillens ebenfalls mit negativen Konsequenzen einhergehen: Einerseits für die Regierungsparteien, die konservativliberale VVD und die sozialdemokratische PvdA, andererseits aber auch für das Ansehen bzw. die Glaubwürdigkeit der Politik.

(Ein Beitrag von NiederlandeNet. Foto Mark Rutte; By Rijksoverheid [CC0], via Wikimedia Commons)