das Essen lehren

16. September 2017

Gesundes Essverhalten erspart uns Krankheiten, Leistungsmängel, Figurprobleme und zahlreiche Sorgen, Unzufriedenheit, Diäten und Mühen. Es ist der Schlüssel zu einem gesunden Leben und befähigt uns zum Erreichen unseres biologischen Potenzials. Zweifelsohne sollten wir unseren Kindern genau diese Chancen nach Kräften ermöglichen. Denn sie sind unsere Zukunft, biologisch der Sinn unseres Lebens.

Möchte man einem Menschen zu gesundem Essverhalten verhelfen, muss man begreifen: Verhalten, Gewohnheiten und Geschmack kann man verändern. Sie mögen oft festgefahren wirken – auch in jungen Jahren – doch mit Geduld und dem geeigneten Vorgehen kann man selbst die schwierigsten Knoten lösen. Geschmack ist eine erlernbare Fähigkeit, die wir trainieren und so erweitern können. Scheint ein Mensch (ganz gleich, ob jung oder alt) dem zuckerigsten Süßkram hoffnungslos verfallen, muss er dieses Schicksal nicht den Rest seines Lebens hinnehmen. Wer seinen Kindern die allerbesten Möglichkeiten mitgeben möchte, beginnt…

Weiterlesen bei Urgeschmack: Kindern das Essen lehren – 

Frau Hinz

20. Juli 2016

Die Süddeutsche berichtet heute früh: „Die langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Hinz hat wesentliche Teile ihres Lebenslaufes erfunden. Sie habe keine allgemeine Hochschulreife erworben, kein Studium der Rechtswissenschaften absolviert und auch keine Juristischen Staatsexamina abgelegt, erklärte der Anwalt der SPD-Politikerin in einem auf deren Internetseite veröffentlichten Schreiben.“ Voraus gegangen waren  Enthüllungen und Fragen im Essener Informer-Magazine

Petra Hinz ist Bundestagsabgeordnete in und aus Essen (NRW). Schon als Schülerin trat sie 1980 der SPD bei und war lt. wikipedia seit 1982 in unterschiedlichen Funktionen und Ebenen tätig.

Nun, sie wird natürlich zurücktreten; das ist nur eine Frage von Stunden. Doch neben dem, was das ganze Geschehen über Frau Hinz selbst aussagt, wirft es ein grelles Schlaglicht auf den Zustand der SPD in ihren Kernlanden (und darüber hinaus?):

Ich unterstelle, dass die Hochstapelei niemand erkannt hat. Doch man fragt sich schon, wie  ausgelutscht und leer eine Partei ist, die bei allen Kandidaturen und Wahlen der „lieben Petra“ niemals merkt, dass Frau Hinz die ebenbürtige Partnerin eines Felix Krull ist. Meine Güte!

Inzwischen übrigens sieht der (auf der Internetseite des Bundestags noch einsehbare) Lebenslauf auf der eigenen Internetseite der „Juristin“ ausgesprochen gereinigt aus:

ScreenshotHinz

 

 

 

update: Inzwischen ist der Lebenslauf auch auf der Webseite des Bundestages angepasst; den ursprünglichen findet man als Screenshot hier. Zurückgetreten ist sie mW noch nicht. Das wundert…

 

upupdate: Nun haben ihre Anwälte erklärt, sie lege ihr Bundestagsmandat nieder. Geht ja auch nicht anders.

Piratenpost

20. Juli 2014

Klare Piratenpost (Ja, es gibt sie noch, die Piratenpartei!!) aus NRW. Hier als Crosspost:

„Anlässlich der jüngsten Eskalationen in Israel und dem Gazastreifen zog es in NRW in den vergangenen Tagen viele Menschen auf die Straße. In vielen Städten fanden Demonstrationen statt, die der Solidarität mit Israel oder den Palästinensern Ausdruck verleihen sollten und Frieden oder das Ende von Terror fordern sollten. Dabei blieb es jedoch nicht – gleich an mehreren Orten (z.B. Dortmund, 12.07.Gelsenkirchen, 12.07., Düsseldorf, 17.07.) war unverhohlener Antisemitismus zu beobachten.

Wir alle sind aufgefordert, nicht wegzusehen.

Ein schwarzer Tag für Essen – Ich bin bestürzt, beschämt und angewidert

Nach zwei zunächst friedlichen Demos zum  Nahost-Konflikt hat die Polizei in Essen am Freitagabend mehrere Zusammenstöße verhindern müssen.

Rund 200 Teilnehmer einer Kundgebung gegen den Gaza-Einsatz drohten, Teilnehmer einer pro-israelischen Demo anzugreifen. Es wurden Flaschen und Steine auf pro-israelische Demonstranten geworfen. Zudem mussten Schutzmaßnahmen für die Synagoge der Stadt getroffen werden, da die Essener Synagoge laut Aussage der Polizei erklärtes Ziel israelfeindlicher Teilnehmer dieser Kundgebung war.

Auch in Berlin hat es am Donnerstag Demonstrationen zum Nahost-Konflikt gegeben. Dabei wurden Parolen wie “Scheiß Juden” und “Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein” gebrüllt. Es kam zu Hassausbrüchen und Todesdrohungen gegen Juden und Israelis.

Unverhohlener Antisemitismus per Post an Juden aus Düsseldorf:

 

Bildschirmfoto 2014-07-20 um 13.56.29

Nachdem sich [Piraten-] MdL Daniel Schwerd dankenswerterweise bereits zu den Ereignissen auf der Demo in Essen, zu der die Linksjugend ‘Solid aufgerufen hatte, auf seinem Blog geäußert hat, ergänze ich sein Statement:

Ich bin zutiefst bestürzt und beschämt darüber, dass in NRW auf Kundgebungen Hakenkreuze geduldet werden und offener Antisemitismus zutage tritt. Neonazis, graue Wölfe und Antisemiten haben am Freitag gemeinsame Sache gemacht. Das finde ich widerlich.

Wir sind alle in der Pflicht, legitime und sachlich geäusserte Kritik an der Politik der israelischen Regierung in Inhalt und Form so zu formulieren, dass sie keinerlei Anlass für antisemitische und rechtsradikale Gruppierungen und Aktionen bietet. Wir erinnern uns daran, dass vor nicht allzu langer Zeit aus solchen Kundgebungen wirkliche Gewalttaten entsprangen und ich bin der Meinung, dass solche Ereignisse wie gestern in Essen sich nicht wiederholen dürfen. Ich rufe alle politischen, gesellschaftlichen und demokratischen Kräfte dazu auf, sich diesem Mob entgegenzustellen.

Patrick Schiffer
für den Landesvorstand der Piratenpartei NRW“

(Quelle; Besonders empfehlenswert wegen des angehängten Frage-/Antwort-Papiers)

 

 

Moralische Panik

25. Februar 2014

logo_notinselMoralische Panik. Nach diesem Wort habe ich gesucht und jetzt hab ich es gefunden. In einem Interview in der taz zum Fall des tot geschlagenen Mädchens Yagmur in Hamburg [mehr…]. Doch es geht mir nicht um diese Tragödie in Hamburg, sondern um das, was Fabian Kessel analysiert hat. Der 43jährige ist Erziehungs- und Politikwissenschaftler und forscht über Kinder- und Jugendhilfe. Er lehrt an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Lesen Sie:

taz: Herr Kessl, warum sprechen Sie von einer „verschärften Kinderschutzdebatte“?

Fabian Kessl: Wir haben es bei der aktuellen Diskussion mit einer moralischen Panik zu tun. Diese Figur wurde in England in den 1960ern entwickelt, als es empörte Berichte über Jugendkriminalität gab. Die Empörung nahm damals eine Dynamik auf, die fast nichts mehr mit dem Phänomen selbst zu tun hatte. Aktuell erleben wir mit dem Buch „Deutschland misshandelt seine Kinder“ eine ähnliche Panikmache, die eine fachliche Debatte eher schwierig macht.

Ich denke bei dem Wort „moralische Panik“ spontan an die, auch in Lingen so nachhaltig propagierte Aktion Notinsel. Sie suggeriert nämlich, dass die Geschäftsinhaber ohne Notinsel-Schild irgendetwas gegen Kinder hätten oder jedenfalls nicht für sie sind. Dass sie also irgendwie gemeinsame Sache mit denen machen, die Kinder in Not bringen. Sie tut außerdem so, als ob die mit Notinsel-Schild plakatierten Geschäfte den Kindern „Schutzräume“ bereit stellen, dass Kinder da überhaupt „Schutzräume“ brauchen. Schutzräume?! Was für ein Schmarrn ist das! Ich lese

Kinder in Angst brauchen Schutzräume. Alle Läden und Geschäfte, die das Notinsel-Zeichen an ihren Türen anbringen, signalisieren Kindern: „Wo wir sind, bist Du sicher„.

Mit dem Projekt hat die Stiftung Hänsel + Gretel die Initiative ergriffen und eine Möglichkeit geschaffen, Kindern in Notsituationen Fluchtmöglichkeiten aufzuzeigen, in denen sie Hilfe bekommen.

Aber wahr ist doch: Kein Lingener und keine Lingenerin lässt ein „in Not“ befindliches Kind, ein weinendes Kind allein, entzieht oder versagt ihm Hilfe. Eltern können ihrem Kind immer sagen: „Wenn Du Angst hast, wendetDich an einen Erwachsenen.“  An jede, an jeden! Sie können  sagen: „Schrei, renn ins nächste Geschäft oder lauf zum nächsten Haus und klingel die Erwachsenen raus.“ Denn das hilft in den gottlob wenigen extremen Fällen, in denen ein Kind überhaupt auf der Straße Angst hat und in Not ist.

Jede/r weiß doch, dass Gewalt gegen Kinder häufig in den Familien und Lebensgemeinschaften stattfindet, aber doch nicht auf dem Marktplatz oder in der Einkaufstraße.  Da hilft kein Notinsel-Aufkleber! Man kann  Hilfe für Kinder nicht an einem Aufkleber festmachen.

In Wahrheit ist die Aktion nur Alibi. Das sage nicht (nur) ich, das sagen (auch) beispielsweise der Kinderschutzbund und die Polizei in Essen [mehr…].

Sie beutet moralische Panik aus. Im wahrsten Sinne: Denn die „Hänsel+Gretel-Stiftung“, die die Notinsel-Aufkleber erfunden hat und vertreibt, bietet sie im Franchise-Verfahren an. Eine Erstausstattung kostet 5300 Euro plus einer Franchisegebühr von 750 Euro. Leute, bei so viel Doppelmoral bekomme ich moralische Panik. Und Hals!

Essen und trinken

11. Februar 2014

EssenKünftig soll der Willy-Brandt-Platz  der Ruhr-Metropole Essen von  alkoholkranken Hartz IV-Beziehern sauber gehalten werden. So will es der zuständige Essener Sozialdezernat. Die Betroffenen erhalten neben einer kleinen Aufwandsentschädigung Bier für ihre Arbeit. Ein ähnliches Modell wird seit einiger Zeit in Amsterdam von einer Stiftung betrieben. Ich hatte im vergangenen November darüber geschrieben [mehr…]. Laut „taz“ soll das Ruhrgebiet-Projekt im Mai starten.

In Essen folgt man dem offenbar erfolgreichen Amsterdamer Modell. Dezernent Peter Renzel (CDU) will dabei mit dem Alkohol die Projekt-Teilnehmer vor allem bei der Stange halten. „Mit Speck fängt man Mäuse“, zitiert „Spiegel Online“ aus einer Stellungnahme des Sozialdezernenten. Die Teilnehmer seien ohnehin nicht in der Lage ohne Alkohol, die Arbeiten durchzuführen und vor allem durchzuhalten. Zudem werde eine Aufwandsentschädigung gezahlt . „Über diesen Betrag können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbstverständlich frei verfügen“, zitiert das Magazin den Sozialdezernenten weiter.

Das Essener Projekt ist zunächst für ein Jahr geplant. Die Federführung liegt bei der „Suchthilfe direkt Essen“, einer städtischen Gesellschaft. Die Aufsicht vor Ort übernimmt ein sogenannter Umfeld-Manager , der die Teilnehmer kennt und in der Szene akzeptiert ist. Bis zu zehn Alkoholiker sollen als Reinigungskräfte mitmachen. „Es geht um ein Arbeitsmarktprojekt für langzeitarbeitslose Menschen, die alkoholabhängig oder chronisch mehrfach abhängig sind“, zitiert das Magazin weiter aus der Stellungnahme. Die Alkoholabhängigen werden vom Jobcenter und der Suchthilfe ausgewählt.

Die Essener Grünen begrüßen den städtischen Vorstoß. „Der Vorschlag einer Freibierausgabe für fegende Trinker hat durchaus eine Chance verdient“, sagte die Grüne Ratsfrau Elisabeth van Heesch-Orgaß. Doch es  regt sich auch erste Kritik an dem Vorhaben. „Es kann nicht sein, dass eine Stadt Schwerstalkoholabhängige ohne nennenswerte Bezahlung für sich arbeiten lässt und dann auch noch mit Suchtmitteln versorgt“, zitiert die „taz“ etwa den Geschäftsführer der Obdachlosenhilfe linker Niederrhein, Horst Renner. Er fordert stattdessen eine ordentliche Bezahlung „mindestens im Rahmen des Mindestlohns“. Das müsse sich eigentlich auch eine Stadt wie Essen leisten können.

Was dann angesichts der Alkoholkrankheit mit dem Lohn geschieht, sagt Renner ebenso wenig wie er verschweigt, weshalb das Projekt „nicht sein kann“. Vor allem sagt er auch nicht, welche Alternative er hat. Ich jedenfalls finde das Amsterdamer Modell gut.

Whait Sael

15. Januar 2014

Lookentorsael

Nicht, dass jemand meint, diese schwierige Geschichte mit der englischen Sprache sei etwas, das sich nur in der Provinz zuträgt (oben Lookentorwerbung in Lingen(Ems)). Es gibt so etwas  auch in Essen, Kulturhauptstadt Europas 2010. Altenlingens SPD-Mann Carsten Primke war vorgestern dort und fand  dies:

Washington

(Foto SAEL: facebook.com/michael.limbers @EenGeesterJung)

Leeuwarden!

12. September 2013

Ich bin wirklich beeindruckt. Das friesische Leeuwarden [ˈleːu̯ˌʋɑrdə(n)] hat sich gegen starke Konkurrenz durchgesetzt und ist Europas Kultuhauptstadt 2018. Die Siegerstadt mit knapp 100.000 Einwohnern im strukturschwachen Friesland gelegen überzeugte die international besetzte Jury mit ihrem Motto „Gemeinschaftssinn“ und einem alternativen Konzept. NiederlandeNet schreibt:

Leeuwarden
Die nordniederländische Stadt Leeuwarden wird neben der maltesischen Hauptstadt Valetta im Jahr 2018 den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen. Dies wurde Ende vergangener Woche von der niederländischen Kulturministerin Jet Bussemaker (PvdA) in Amsterdam bekanntgegeben. Die Niederlande und Malte durften für das Jahr 2018 turnusgemäß eine Stadt als Kulturhauptstadt bestimmen.

Ministerin Bussemaker verkündete die zuvor durch eine international besetzte Auswahljury getroffene Entscheidung am vergangenen Freitag der Öffentlichkeit. In den Tagen zuvor hatten sich die 13 unabhängigen Kulturexperten – sechs davon aus den Niederlanden und sieben aus EU-Institutionen – alle drei niederländischen Kandidatenstädte angeschaut. Neben dem Sieger Leeuwarden hatten sich auch die Städte Eindhoven und Maastricht – letztere gemeinsam mit der umliegenden Euregio Maas-Rhein mit zwölf Partnerstädten aus Deutschland und Belgien – für das Rennen um die Kulturhauptstadt 2018 beworben.

Der Juryvorsitzende Manfred Gaulhofer sprach nach Bekanntgabe des Gewinners von einer einstimmigen, aber schwierigen Entscheidung: „Alle drei Städte waren sehr überzeugend.“ Den Ausschlag für Leeuwarden habe der innovative Ansatz gegeben, mit dem die Stadt ihre Pläne in der Bewerbung präsentierte. Das komplette Gutachten der Jury wird voraussichtlich Ende September präsentiert werden. Der Titel der „Kulturhauptstadt Europa“ soll den Zweck erfüllen, „Reichtum und Vielfalt der europäischen Kulturen zu zeigen“ und Städten die Möglichkeit einräumen, sich selbst einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die offizielle Ernennung der friesländischen Stadt Leeuwarden durch den EU-Ministerrat wird im Mai kommenden Jahres stattfinden.

Die Freude über die Ernennung war in und um Leeuwarden überschwänglich. Wie die Presseagentur Novum meldete, reagierten die offiziellen Vertreter der Stadt in den lokalen Medien sehr ausgelassen auf die Nachricht. Sie betonten dabei, dass ihre Stadt eine kulturelle Hauptstadt für alle sein wird: „Man wird einander reicher machen. Wir werden es für die Niederlande, nicht nur für Friesland“, so ein Stadtvertreter. Die für Kultur zuständige EU-Kommissarin Androulla Vassiliou sagte in ihrer Laudatio: „Ich gratuliere Leeuwarden zu diesem Erfolg. [und] bin überzeugt, dass Leeuwarden ein spannendes Veranstaltungsprogramm mit einer starken europäischen Komponente aufstellt, das Besucher aus der ganzen Welt anlocken wird. Außerdem wird der Titel Leeuwarden und der umliegenden Region auch langfristig spürbare kulturelle, wirtschaftliche und soziale Vorteile bringen, wie dies bereits bei den bisherigen Kulturhauptstädten Europas der Fall war.“

Entscheidend für die Auswahl zur Europäischen Kulturhauptstadt sind eine Reihe von Kriterien, die das Europäische Parlament und der Rat festgelegt haben: „Hierzu gehört, dass die Bewerberstädte ein Kulturprogramm mit einer starken europäischen Dimension aufstellen und die in der Stadt, in der umliegenden Region und im ganzen Land lebenden Bürgerinnen und Bürger einbeziehen sollen. Außerdem muss das Programm nachwirken und langfristig zur kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt beitragen.“ Die europäische Dimension muss dabei in der Auswahl von Themen sowie der Art und Weise, wie die Veranstaltungen organisiert werden, widerspiegeln. Kulturschaffende aus verschiedenen EU-Ländern sollen dazu zusammenarbeiten.

Für viele Beobachter war die Wahl von Leeuwarden ( Stadtwappen lks) eine Überraschung. die Hauptstadt der Provinz Friesland ging von allen drei Bewerberstädten mit dem geringsten Budget (56 Mio. Euro) ins Rennen. Eindhoven (140 Mio.) und Maastricht (80 Mio.) waren finanziell viel stärker aufgestellt. Eindhoven versuchte, sich als Stadt der Zukunft aufzustellen, Maastricht stellte Leeuwarden.Wappenvor allem seine Verbundenheit mit Europa heraus. Leeuwarden wählte einen anderen Ansatz und stellte heraus, dass es aktuell mit einer hohen Arbeitslosigkeit und einer großen Zahl von Einwohnern mit niedriger Bildung zu kämpfen hat. Die Stadt bezeichnete sich selbst so auch als Underdog. In der Bewerbung schrieb man, dass die Stadt mit ihrem Bewerbungsmotto „Minskiep“ – friesisch für „Gemeinschaftssinn“ – den Schwerpunkt auf Kultur im weitesten Sinne legen will. Die Themen der Veranstaltungen lauten Wasser, Land und Horizont.

Leeuwarden wird 2018 nach Amsterdam (1987) und Rotterdam (2001) die dritte niederländische Stadt sein, welche den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen darf. In diesem Jahr sind das slowakische Košice und das französische Marseille Kulturhauptstadt, im kommenden Jahr werden es Umeå in Schweden und die lettische Hauptstadt Riga sein. Für Deutschland waren zuletzt Essen und das Ruhrgebiet im Jahr 2010 zur Kulturhauptstadt nominiert.

(Quelle/entnommen bei: NiederlandNet Foto:Hindrik Sijens/cc-by-nc-sa)