schwächelt

30. Juli 2018

Es ist ja reichlich heiß in diesen Tagen und es soll auch heiß bleiben.  Die konventionelle Stromerzeugung schwächelt daher. Denn Kohle- und Atomkraftwerke brauchen Kühlung. Die kommt von Kühltürmen oder von Flusswasser. Beides ist zunehmend ein Problem.

Das Steinkohle-Kraftwerk Bergkamen A musste seine Leistung am Mittwoch um 150 Megawatt drosseln. Grund: Die Lufttemperatur war so hoch, dass der Kühlturm des Kraftwerksblocks nur noch 30 Grad warmes und damit unbrauchbares „Kühlwasser“ ins System speiste.

Und bei Atomkraftwerken, bei ‚unserem‘ auch, gibt es ein Limit dafür, wie viel Warmwasser das Kraftwerk an den Fluss abgeben darf, denn wenn das Wasser im Fluss zu heiß wird, sterben die Fische und mehr…

Naja, importieren wir halt Ökostrom aus Norwegen, die haben Wasserkraftwerke, denkt man jetzt vielleicht. Aber die Skandinavier haben gerade Engpass wegen Dürre. Norwegen importiert gegenwärtig Strom.

Gewinner der Situation ist übrigens Deutschland. Wegen der Erneuerbaren, weniger wegen der Erzeugung in Großkraftwerken. Hier ist eine Übersicht über die letzte Woche und da sieht man, dass die Windenergie gerade die Steinkohle-Ausfälle überkompensiert. Der Effekt in der Import-Export-Statistik ist, dass wir tagsüber teuer verkaufen, wo wir ein Überangebot an Solarstrom haben, und nachts billig einkaufen.

Kennt übrigens jemand die Entnahmewerte im Speicherbecken Geeste (Foto, gestern Abend), das vor 35 Jahren entstanden ist, damit immer genug Kühlwasser für die Großkraftwerke im Lingener Süden vorhanden ist?  Das ist eine Aufgabe für die okalpresse wie ich finde, die gern auch messen darf, wie heiß es in der Ems inzwischen ist…

Schöne Woche!

(Quelle)

Ist da

7. Oktober 2017

Gestern durfte ein lokaler Rechter in unserer Lokalzeitung behaupten, der Klimawandel sei kein Menschenwerk. Niemand widersprach ihm. Seine eigene Wirklichkeit erinnerte mich an die Rede, die der ehm. US-Präsident Obama vor nicht ganz einem Jahr in New York hielt. Hier der wichtige Bacon-und-Donut-Ausschnitt, wobei ich nicht weiß, ob dieser Frerener Ignorant die fremdsprachige Passage versteht. Ist mir auch egal.

Denn es gibt auch gute Nachrichten: 2016 ist die Photovoltaik weltweit stärker gewachsen als alle anderen Energiearten. Im vergangenen Jahr wurden Solaranlagen und -kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 74.000 Megawatt zugebaut. Damit liegt das solare Wachstum erstmals über dem Netto-Zubau von Kohlekraftwerken, der 57.000 Megawatt betrug. Das geht aus einem Bericht der Internationalen Energieagentur IEA hervor. Am stärksten war der Zubau in China.

Die Organisation erwartet auch für die kommenden Jahre ein weiteres starkes Wachstum. Bis 2022 könnten die Erneuerbaren-Kapazitäten um 43 Prozent steigen. „Wir erwarten, dass die Erneuerbaren um etwa 1000 Gigawatt bis 2022 wachsen, was etwa die Hälfte der derzeit installierten globalen Kapazitäten für die Kohleverstromung entspricht, die in 80 Jahren aufgebaut wurden“, so Fatih Birol, Direktor der IEA. „Wir sind Zeuge der Geburt einer neuen Ära für die Photovoltaik. Wir erwarten, dass die Photovoltaik-Kapazitäten schneller als die aller anderen Erneuerbaren-Technologien bis 2022 wachsen werden“, so Birol weiter.

Die ausführliche Meldung auf Englisch gibt es auf den Seiten der IEA.

Zudem sind die Stromgestehungskosten bei den Erneuerbaren kontinuierlich weiter drastisch gefallen.

Die Kosten seien bis auf 3,0 Cent pro Kilowattstunde gesunken. Damit seien die Stromgestehungskosten für Photovoltaik und Windkraft bereits teilweise niedriger als aus neu gebauten Gas- und Kohlekraftwerken, heißt es bei der IEA weiter.

Mit dieser Prognose ist die IEA endlich aus einem jahrelang währenden Dornröschenschlaf erwacht. Denn bisher hatte die Organisation Jahr für Jahr das Wachstumspotenzial der Erneuerbaren auf groteske Art und Weise unterschätzt. Viele Volkswirte orientieren sich an den Aussagen der IEA. Deswegen ist es so wichtig, dass diese eher konservative Organisation der OECD anerkennt: Das solare Zeitalter ist da.

(Quelle piq)

Energiemesse

22. Februar 2013

EnergiemesseAm kommenden Samstag und Sonntag findet in der Halle IV an der Kaiserstraße in Lingen (Ems) die 7. Energiemesse in Lingen statt (10-18 Uhr, 2 Euro, Kinder frei). 36 Aussteller zeigen den Besuchern ihre Technologien, Produkte und Dienstleistungen rund um neue Energieerzeugungsformen. Von moderner Heizungstechnik über Photovoltaik, Geothermie, Wärmekraftkopplung bis hin zu Heizanlagen für Biomasse und zu kleinen Windenergieanlagen reicht die Angebotspalette. Weitere Themen sind Bauen, Sanieren und Renovieren. Irritierend finde ich, dass die Stadtwerke Lingen offenbar nicht mit einem eigenen Informationsstand vertreten sind.

Die Ausstellung findet angesichts kräftig steigender Verbraucherpreise für Wärme und Strom statt. Sie haben sich im Januar 2013 im Vergleich zum Januar vor einem Jahr um 5,8 Prozent erhöht. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) jetzt mitgeteilt. Auf die ständige Verteuerung reagieren die Bundesbürger zunehmend, indem sie Energie im Haushalt einsparen. Der größte Posten der privaten Energierechnung betrifft -neben dem Kraftstoffverbrauch- das Heizen. Hier lohnt es sich immer mehr, erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung einzusetzen.

In Wohngebäuden entfallen etwa 82 Prozent der benötigten Energie auf Raumheizung und Warmwasserbereitung. Da Erdöl und Erdgas weiterhin den Wärmemarkt dominieren, schlagen sich besonders die immer weiter steigenden Preise dieser Brennstoffe in den Energierechnungen nieder. Musste ein Privathaushalt im Jahr 1991 für 100 Liter leichtes Heizöl noch rund 26 Euro zahlen, waren es im Jahr 2012 fast 88 Euro. Auch die Endverbraucherpreise für Erdgas und Fernwärme sind erheblich gestiegen. Weiterhin hat sich der Anteil der Ausgaben für Energien an den gesamten Konsumausgaben eines Privathaushaltes zwischen 2000 und 2011 von 6,4 auf 7,3 Prozent erhöht. „Der Löwenanteil geht auf die Wärmebereitstellung zurück“, betont Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

aee_energieverbrauch_privates_wohnen_500Angesichts dieser Entwicklung haben die Bundesbürger begonnen, Energie einzusparen. Das geht aus den rückläufigen Zahlen zum Energieverbrauch der privaten Haushalte hervor, die das Statistische Bundesamt im Dezember veröffentlichte. Die „temperaturbereinigten Daten“ für das Jahr 2011 zeigen, dass sich der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 6,7 Prozent verringert hat. Zwischen 2005 und 2011 ist er sogar um insgesamt 10,3 Prozent gesunken. Insbesondere kam 2011 ein Viertel weniger Mineralöl in privaten Haushalten zum Einsatz als noch 2005. Außerdem wurden 20 Prozent Erdgas eingespart. „Grund für sinkende Verbräuche von Öl und Gas sind neben Dämmmaßnahmen auch der verstärkte Einsatz energieeffizienter Heizungstechnik auf Basis Erneuerbarer Energien“, erklärt Philipp Vohrer. So hat die Wärmeerzeugung aus Biomasse, Solarthermie und Geothermie nach aktuellen Angaben der AG Energiebilanzen im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zugelegt.

Während besonders bei Neubauten der Einsatz erneuerbarer Energien an Bedeutung gewinnt, dominieren aber im Altbaubestand nach wie vor Öl- und GasHeizungen. Auch bei einer Sanierung ist kein Umstieg auf eine erneuerbare und/oder effizientere Heizung vorgeschrieben. Momentan ist das Marktanreizprogramm das einzige bundesweite Förderinstrument, das Anreize für die Modernisierung des riesigen Bestandes alter und ineffizienter Heizungen liefert. „Langfristige Planungs- und Investitionssicherheit für alle Wirtschaftsbeteiligten ist unerlässlich, wenn Treibhausgasemissionen und Brennstoffimporte vermieden werden sollen“, sagt Philipp Vohrer. „Um bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu schaffen, bedarf es kontinuierlicher Anstrengungen, den Anteil der Erneuerbaren Energien zu erhöhen.“

 

(Quelle)

Wende

10. Juni 2012

Bündnis’90/Die Grünen „und Sozialexperten haben Stromrabatte und Sondertarife für die Verbraucher in Deutschland gefordert. „Wir brauchen neue Preismodelle für Strom“, sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast der Passauer Neuen Presse. Für jeden Haushalt müsse es ein Grundkontingent an Gas und Strom zu einem niedrigeren Preis geben.

Als Grund nannte Künast vor allem die Strompreise, die durch die Energiewende steigen werden. „Die Energiewende kann und muss für die Bürger bezahlbar bleiben“, sagte Künast. Die Bevorzugung der Industrie müsse ein Ende haben. Damit bezieht sich Künast auf Pläne, Teile der Wirtschaft bei der Umlage für erneuerbare Energien auszunehmen.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, äußerte sich ähnlich. Der Bild am Sonntag sagte sie: „Wir brauchen Preisnachlässe nicht nur für energieintensive Unternehmen im Stahl-, Aluminium-, Glas- und Chemiebereich, sondern auch für Menschen mit niedrigen Einkommen. Wir brauchen…“

weiter bei DIE ZEIT

Erneuerung

18. Juli 2011

Die Finanzwelt diskutiert die Situation bei RWE. Zum Beispiel so:

„Der energiepolitische Umbruch in Deutschland macht die mittelfristigen Investitionspläne von  RWE zur Makulatur. Der Konzern kippt seine Ziele für bessere Schadstoffbilanz und muß Investitionen in erneuerbare Stromquellen steigern.

Um nach dem Abschalten des letzten RWE-Meilers in Lingen im Emsland im Jahr 2022 nicht völlig auf die fossilen Energien Kohle und Gas angewiesen zu sein, wäre mindestens eine Verdopplung der jährlichen Investitionen in erneuerbare Energien erforderlich, sagten Manager des Stromkonzerns in Essen. Das Budget beträgt aktuell jährlich 1,3 Mrd. Euro.

Unter den Atomkonzernen ist  RWE mit einem Kernkraftanteil von 20 Prozent im vergangenen Jahr noch relativ mäßig betroffen. Bei Eon und EnBW reißt der Ausstieg größere Lücken in die Kraftwerkskapazitäten.

Das Umsteuern auf erneuerbare Energien strapaziert die Finanzkraft der Branche enorm.  RWE schafft es mit den derzeitigen Investitionen gerade einmal, den Anteil von Wind-, Solar- und Biomassestrom in seinem Energiemix um einen Prozentpunkt zu erhöhen. Und die Basis ist niedrig: 2010 erzeugte der Konzern nur vier Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen…..“

Hier geht es weiter bei boerse-online.de

Glaubwürdig

16. März 2011

Glaubwürdig könnte die energiepolitische Kehrtwende von Schwarzgelb nur werden, wenn

1. die älteren Atommeiler nicht nur vorübergehend, also für die Zeit des dreimonatigen Moratoriums, sondern für immer stillgelegt werden,

2. die Stilllegung von einem massiven Programm zum Ausbau erneuerbarer Energie begleitet wird, und wenn

3. auch die Restlaufzeit der neueren Kernkraftwerke wieder verkürzt wird.

(Quelle und mehr)

Fracing

8. März 2011

Evonik Steag, der fünftgrößte Stromerzeuger der Republik, hat einen neuen (Mehrheits-)Eigentümer. Der Evonik-Konzern hat eine Mehrheitsbeteiligung von 51% an seiner Energiesparte Evonik Steag GmbH bereits am  19. Dezember 2010 an das Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr verkauft. Jetzt, am 2. März, wurde der Verkauf wirksam. Bei dem Konsortium handelt es sich um einen Zusammenschluss von sieben Stadtwerken aus dem Ruhrgebiet (die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (18% Anteil), die Energieversorgung Oberhausen (6 %) sowie die Stadtwerke Dortmund (18%), Bochum (18%), Essen (15%), Dinslaken (6%)und Duisburg (19%)).  Den vorläufigen Kaufpreis bezifferten die Unternehmen auf 651 Millionen Euro. Der abschließende Preis wird auf Basis des bevor stehenden Teilkonzern-Abschlusses festgelegt. Die restlichen 49 Prozent der Steag-Anteile sollen die Stadtwerke spätestens in fünf Jahren übernehmen. Der Kaufpreis für das zweite Paket werde voraussichtlich rund 600 Millionen Euro betragen, hieß es.

Das Stadtwerke-Konsortium betonte, es wolle die Steag als „großen Player der Energieversorgung“ (?) etablieren und gleichzeitig den ökologischen Aus- und Umbau des derzeit vor allem auf Steinkohle ausgerichteten Kraftwerksparks vorantreiben. Die Steag -ein 5000-Mitarbeiter-Unternehmen mit einem Umsatz von nicht ganz 3 Milliarden Euro- betreibt in Deutschland an acht Standorten neun Steinkohlekraftwerke sowie zwei Raffineriekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 8,2 Gigawatt. Außerdem betreibt das Unternehmen drei Steinkohlekraftwerke in der Türkei, auf den Philippinen und in Kolumbien. Im Zukunftsmarkt erneuerbare Energien hat das Unternehmen nach eigenen Angaben in Deutschland eine führende Stellung bei der Erzeugung von Strom und Wärme aus Grubengas, Biomasse und Geothermie.

Weshalb ich über das NRW-Thema berichte? Nun, als neuer Mehrheitsanteilseigner der Evonik-Steag-Töchter Minegas GmbH und Mingas-Power GmbH könnte das Stadtwerke-Konsortium künftig auch das Gas fördern, das in der Kohle steckt, die noch unter Ruhrgebiet und Münsterland liegen. Darüber, ob die „fracing“ genannte Fördermethode überhaupt umweltverträglich geht, wird bekanntlich gegenwärtig öffentlich gestritten. Bisher ist das Kohleflözgas nur unter Einsatz von Grundwasser gefährdenden Chemikalien zu fördern. Beide Evonik-Steag-Tochtergesellschaften halten laut Bezirksregierung Arnsberg auch die (Berg-)Rechte, im Ruhrgebiet wie im Münsterland nach tieferliegendem Kohleflözgas zu suchen.

Übrigens: Der wachsende Widerstand der Bevölkerung gegen die geplanten Erdgas-Bohrungen im benachbarten Münsterland zeigt Wirkung: Der US-Ölkonzern ExxonMobil will die Arbeiten seiner Bohrtrupps von unabhängigen Wissenschaftlern kontrollieren lassen. Guckst Du hier. Dass Ähnliches auch in Lünne schon zugesagt ist, ist mir nicht bekannt.

(Quellen: Verivox, Ruhrnachrichten)

Gegenwind

29. Juli 2009

Die Verantwortlichen im Emsland konzentrieren sich weiterhin auf Persilscheine für Schnellabschaltungen und ökologisch unsinnige Kohlekraftwerke, bekommen aber auch zunehmend und -da vor allem dank Aloys Wobben – Gegenwind.

Gleichzeitig gibt es außerhalb des Emslandes immer mehr Kommunen, die auf  erneuerbare Energien setzen, wie der Kommunalatlas „Kommunal Erneuerbar“ zeigt. Die Internetseite ist ein Projekt der Agentur für Erneuerbare Energien. Die Lobby-Agentur für Erneuerbare Energien wird getragen von den Unternehmen und Verbänden der Erneuerbaren Energien und unterstützt durch die Bundesministerien für Umwelt und für Landwirtschaft. Sie betreibt die bundesweite Informationskampagne „deutschland hat unendlich viel energie“, die unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Klaus Töpfer steht.